Diese Bachelorthesis behandelt das Thema Just-In-Time Produktion unter Anwendung von Global Sourcing. Kundenanforderungen steigen und verlangen flexible Produktionssysteme. Viele Unternehmen müssen heute auf Just-In-Time Konzepte umsteigen, um den zunehmenden Marktanforderungen gerecht zu werden. Einer Globalisierung der Wirtschaft folgt auch eine Globalisierung von Logistikprozessen. Unternehmen verfolgen zunehmend globale Beschaffungsstrategien, weshalb sich neue Herausforderungen in der Just-In-Time Produktion ergeben.
Ein schlankes Produktionssystem und eine globale Beschaffungsstrategie stehen im Konflikt zueinander. Krüger (2003) greift das Thema in seiner Dissertation, mit dem Titel „Das Just-In-Time Konzept für globale Logistikprozesse“, auf und zählt die wesentlichen Probleme auf, die sich bei einer JIT Produktion und gleichzeitig globaler Beschaffungsstrategie ergeben.
Demnach entstehen bei einer globalen Beschaffungsstrategie, zu den bereits gegebenen Unsicherheiten einer JIT Produktion, zusätzliche Unsicherheiten aufgrund der großen raum-zeitlichen Entfernungen sowie weitere Schwierigkeiten aufgrund kultureller Unterschiede der kooperierenden Unternehmen. Wenn ein Unternehmen JIT produziert und dazu eine globale Beschaffungsstrategie verfolgt, addieren sich folglich die Fehlerpotentiale beider Maßnahmen, was sich zusätzlich negativ auf die Planbarkeit der Prozesse auswirkt. Unternehmen, die JIT produzieren, können demnach schwer eine globale Beschaffungsstrategie verfolgen, weil ihre Prozesse zu unsicher werden, was erhebliche Kosten mit sich bringt. Die Kostenvorteile, die sich bei einer JIT Produktion infolge der des Bestandsabbaus ergeben, werden durch die zusätzlichen Transportkosten und Kosten aufgrund von Prozessunsicherheiten wegsummiert. Diese neu entstehende Ansammlung von Fehlerpotentialen ist nicht nur durch geeignete logistische Maßnahmen zu kompensieren, sondern stellt darüber hinaus auch Anforderungen an einwandfrei funktionierende Infrastrukturen sowie Kommunikations- und Steuerungssysteme.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Stand der Forschung
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen und Begriffserklärungen
2.1.1 Definition „Just-In-Time“
2.1.2 Definition “Logistik”
2.1.3 Definition „Global Sourcing“
2.2 Global Sourcing im Kontext der Forschungsfrage
2.3 Just-In-Time
2.3.1 Just-In-Time im Kontext des Toyota-Produktionssystems
2.3.2 Werkzeuge des Just-In-Time
2.3.3 Bedingungen einer erfolgreichen Just-In-Time Produktion
2.4 Innovationen im Bereich der Logistik
2.4.1 Informations- und Kommunikationssysteme
2.4.2 Logistik in der Industrie 4.0
2.4.3 Künstliche Intelligenz und autonome Logistiksysteme
2.4.4 Zusammenfassung des Kapitels
3 Analyse
3.1 Hierarchie der Anforderungen an die Logistik
3.1.1 Anforderungen 1. Grades
3.1.2 Anforderungen 2. Grades
3.2 Lösung der Forschungsfrage
3.3 Diskussion
4 Schlussbetrachtung
4.1 Zukunftsausblick
4.2 Offene Fragen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Konflikt zwischen Just-In-Time-Produktionssystemen und globalen Beschaffungsstrategien. Ziel ist es, unter Berücksichtigung moderner technologischer Möglichkeiten, die logistischen Anforderungen zu definieren, die für eine 100-prozentige Prozesssicherheit in einem solchen Umfeld erforderlich sind.
- Konfliktfeld zwischen Just-In-Time-Produktion und Global Sourcing
- Anforderungen an die Logistik bei raum-zeitlicher Entfernung
- Industrie 4.0 und der Einsatz autonomer Logistiksysteme
- Priorisierung von logistischen Anforderungen (Anforderungen 1. und 2. Grades)
Auszug aus dem Buch
2.4.3.1 Autonome Kraftfahrzeuge
Automobilhersteller werben bereits seit einiger Zeit mit neuen Funktionen wie zum Beispiel das autonome Einparken. Mercedes kündigt für das Jahr 2025 den „Mercedes Future Truck“ an, einen autonom fahrenden Lastkraftwagen. Im Bereich der autonomen Verkehrsmittel, die den öffentlichen Verkehrsraum nutzen, bedarf es neben der Entwicklung funktionierender Systeme auch den Beweis für die Tauglichkeit dieser im öffentlichen Verkehr sowie der Klärung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Konflikts zwischen schlanken Produktionssystemen und der Globalisierung der Beschaffung ein und leitet die zentrale Forschungsfrage der Arbeit ab.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begriffe Just-In-Time, Logistik und Global Sourcing definiert sowie der aktuelle Stand der Technik in Bezug auf logistische Innovationen wie Industrie 4.0 und autonome Systeme beleuchtet.
3 Analyse: In diesem Kapitel werden die logistischen Anforderungen aus den theoretischen Erkenntnissen abgeleitet, in eine Hierarchie eingeordnet und im Kontext der aktuellen technischen Möglichkeiten bewertet.
4 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfrage durch die Definition der "Anforderung 1. Grades" und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Rolle der Logistik im Kontext autonomer Netzwerke.
Schlüsselwörter
Just-In-Time, Global Sourcing, Logistik, Prozesssicherheit, Industrie 4.0, Wertschöpfungskette, Autonome Logistiksysteme, RFID, Supply Chain Management, Toyota-Produktionssystem, Prozessoptimierung, Zeitfaktor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die logistischen Herausforderungen, die entstehen, wenn eine Just-In-Time-Produktion mit einer globalen Beschaffungsstrategie (Global Sourcing) kombiniert wird.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen räumlich-zeitlicher Entfernungen auf die Prozesssicherheit, die Philosophie des Toyota-Produktionssystems sowie moderne technologische Entwicklungen wie autonome Systeme und das Internet der Dinge.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, welche spezifischen logistischen Anforderungen erfüllt sein müssen, um trotz der Unsicherheiten beim Global Sourcing eine 100-prozentige Prozesssicherheit zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, durch die theoretische Grundlagen erarbeitet und in einer anschließenden Analyse zur Identifikation der logistischen Anforderungen (eingeteilt in 1. und 2. Grades) synthetisiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu JIT und Global Sourcing, eine Untersuchung logistischer Innovationen (z.B. RFID, autonomes Fahren) und eine Analyse der notwendigen logistischen Voraussetzungen.
Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Just-In-Time, Global Sourcing, Prozesssicherheit, Industrie 4.0 und die "Anforderung 1. Grades" als zentraler logistischer Maßstab.
Was versteht der Autor unter einer "Anforderung 1. Grades"?
Dies ist die "zuverlässig präzise pünktliche Lieferung zu jeder Zeit an jeden Ort". Sie stellt das oberste Gebot der Logistik dar und muss als neues Themenfeld in der Forschung anerkannt werden.
Inwiefern beeinflusst der heutige Stand der Technik die Argumentation?
Der Autor argumentiert, dass durch aktuelle Fortschritte in der KI und Vernetzung ("virtuelles Gehirn") Aufgaben lösbar werden, die 2003 bei der ursprünglichen Betrachtung des Problems durch Krüger noch als unrealistisch galten.
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- Anonym (Autor), 2016, Anforderungen an Just-in-time Produktion unter Anwendung von Global Sourcing, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344745