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Die HIPC Initiative - Entschuldung als Mittel der Armutsbekämpfung

Title: Die HIPC Initiative - Entschuldung als Mittel der Armutsbekämpfung

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nicola Humpert (Author)

Politics - Topic: Development Politics
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Die Überschuldung der Entwicklungsländer wird häufig als eines der größten Entwicklungshemmnisse bewertet. Statt Investionen in Bildung und Gesundheit zu ermöglichen, fließen die wenigen Einnahmen dieser Länder zu großen Teil in die Schuldentilgung.
Die Leitfrage dieser Arbeit ist, ob die HIPC-Initiative ein wirksames Mittel zur Armutsbekämpfung ist. In diesem Rahmen wird zunächst das Problem der Armut analysiert, die Initiative vorgestellt und abschließend erfolgt eine Bewertung darüber, was sie im Bereich der sozialen Verbesserungen leisten kann.
Da sich die HIPC-Initiative vorwiegend auf Länder aus dem südlich der Sahara gelegenen Afrika bezieht, werden sich auch die Zahlen und Prognosen dieser Arbeit auf diese Region beschränken.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Armut und Verschuldung

2.1. Definition(en) von Armut

2.2. Die Schuldensituation im südlichen Afrika

3. Die HIPC-Initiative

3.1. Vorraussetzungen und Entstehung der Initiative

3.2. Die Akteure in der HIPC-Initiative

3.3. Das Konzept

3.4. Durchführung

3.4.1. Die Poverty Reduction Strategy Papers

3.4.2. Decision und Completion Point

3.4.3. Bisherige Entwicklung

3.5. Schwächen der Initiative

3.5.1. Überoptimistische Wachstumsannahmen

3.5.2. Die fragwürdige Definition von Tragfähigkeit

4. Auswirkungen auf die Armutsbekämpfung

5. Schlussbemerkungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit der HIPC-Initiative (Heavily Indebted Poor Countries) als Instrument zur Entschuldung und Armutsbekämpfung, insbesondere im Kontext afrikanischer Staaten. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die Initiative tatsächlich einen nachhaltigen Beitrag zur Armutsreduzierung leistet oder ob konzeptionelle Schwächen ihre Erfolge begrenzen.

  • Analyse des mehrdimensionalen Begriffs Armut und der Schuldensituation in Afrika.
  • Darstellung der Entstehung, Struktur und Akteure der HIPC-Initiative.
  • Kritische Untersuchung der Poverty Reduction Strategy Papers (PRSP) sowie der Phasen zur Erreichung des Schuldenerlasses.
  • Evaluation der Schwächen der Initiative, insbesondere in Bezug auf Wachstumsannahmen und die Definition von Tragfähigkeit.
  • Bewertung der tatsächlichen Auswirkungen auf Sozialausgaben und Armutsbekämpfung in den betroffenen Ländern.

Auszug aus dem Buch

3.5.2. Die fragwürdige Definition von Tragfähigkeit

Eine Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftlern und Internationalen Organisationen hält die Festlegung auf die oben beschriebenen Tragfähigkeitsgrenzen für falsch und ungerechtfertigt:

" The World Bank offers no justification for the arbitrary level of sustainability set by the HIPC Initiative, as 150% of exports." (jubilee2000:5)

Die Summe der Schulden sollte nicht über 50% der jährlichen Exporteinnahmen liegen und die Schuldendienstquote bei höchstens 5 % (vgl. Kaiser 2001:5). Dies ist aber nur bei Mosambik und Uganda der Fall. Selbst andere completion point Länder wie Bolivien haben immer noch eine Schuldendienstquote von 10 %, bei den meisten Ländern liegt sie sogar noch höher.

Zudem lässt sich anmerken, dass durch diese Tragfähigkeitsgrenze, die Gläubiger zwar einen Grossteil ihrer Kredite zurückbekommen, Armutsbekämpfung dadurch aber nicht wirklich stattfindet. Denn der Kreislauf des Schuldenaufnehmens um Kredite zu bezahlen bleibt erhalten und wird nicht gebrochen.

Auch Jeffrey Sachs hält die festgelegte Tragfähigkeitsgrenze für willkürlich:

„The current definition […]is as arbitrary as the previous standards: A ratio of debt to exports of 150 percent or a ratio of debt to government revenue of 250 percent cannot truly be judged to be sustainable or unsustainable except in the context of each country's needs (Hervorherbungen durch Autorin), which themselves must be carefully spelled out. It is perfectly possible, and indeed is currently the case, for a country or a region to have a "sustainable" debt […] under these formal definitions while millions of its people are dying of hunger or desease.” (Sachs 2002:21).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Problem der Armut und der hemmenden Schuldenlast ein und formuliert die Leitfrage nach der Wirksamkeit der HIPC-Initiative.

2. Armut und Verschuldung: Dieses Kapitel analysiert das vielschichtige Phänomen Armut und beschreibt die spezifische Schuldensituation in den afrikanischen Staaten.

3. Die HIPC-Initiative: Das Kapitel erläutert die Entstehung, die Akteure, das Konzept sowie die Durchführungsschritte der Initiative und beleuchtet kritisch deren konzeptionelle Schwächen.

4. Auswirkungen auf die Armutsbekämpfung: Hier wird untersucht, inwiefern die Entlastung durch die Initiative tatsächlich zu einer Erhöhung der Sozialausgaben und einer Verbesserung der Lebensbedingungen beiträgt.

5. Schlussbemerkungen und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die HIPC-Initiative als notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung für eine wirkungsvolle Armutsbekämpfung.

Schlüsselwörter

Armutsbekämpfung, HIPC-Initiative, Verschuldung, Weltbank, IWF, Schuldenerlass, Tragfähigkeit, Armut, Entwicklungspolitik, PRSP, Subsahara-Afrika, Sozialausgaben, Millenniums-Ziele, Kapital, Wirtschaftswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die HIPC-Initiative als Instrument internationaler Entschuldungspolitik und bewertet deren Beitrag zur Armutsbekämpfung in hochverschuldeten Ländern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Armut, die Ursachen und Auswirkungen der Schuldenkrise in Afrika sowie die Funktionsweise und Kritikpunkte der HIPC-Initiative.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, ob die HIPC-Initiative ein wirksames Mittel zur Armutsbekämpfung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Statistiken internationaler Institutionen sowie Berichten von Nichtregierungsorganisationen zur Evaluierung der Initiative.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problemstellung (Armut/Schulden), die Darstellung der Initiative (Konzept/Akteure/Durchführung) und die kritische Auseinandersetzung mit ihren Schwächen und realen Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Armut, Verschuldung, Schuldenerlass, HIPC, PRSP, Tragfähigkeit und entwicklungspolitische Wirksamkeit.

Warum wird die Definition von Tragfähigkeit in der Arbeit kritisiert?

Sie wird als willkürlich bezeichnet, da sie rein auf ökonomische Kennzahlen fixiert ist und die tatsächlichen sozialen Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung ignoriert.

Inwiefern beeinflussen die Poverty Reduction Strategy Papers (PRSP) den Prozess?

Sie sind zwingende Voraussetzung für den Schuldenerlass, stehen aber in der Kritik, da sie oft unter starkem Einfluss von IWF und Weltbank stehen und die Partizipation der Zivilgesellschaft einschränken.

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Details

Title
Die HIPC Initiative - Entschuldung als Mittel der Armutsbekämpfung
College
Free University of Berlin  (Otto Suhr Institut)
Course
Hauptseminar Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit
Grade
1,3
Author
Nicola Humpert (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V34534
ISBN (eBook)
9783638347280
ISBN (Book)
9783638749206
Language
German
Tags
HIPC Initiative Entschuldung Mittel Armutsbekämpfung Hauptseminar Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicola Humpert (Author), 2004, Die HIPC Initiative - Entschuldung als Mittel der Armutsbekämpfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34534
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