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Kann Inklusion an deutschen Schulen gelingen?

Title: Kann Inklusion an deutschen Schulen gelingen?

Examination Thesis , 2016 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eva Wieser (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Aufgrund der Brisanz des Themas beschäftigt sich die wissenschaftliche Arbeit mit dem Thema der Inklusion. Konkret soll die Frage beantwortet werden, ob Inklusion an deutschen Schulen gelingen kann. Nachdem zunächst Grundgedanken zur Inklusion geklärt werden wie etwa begriffliche Erläuterungen, der historische Kontext und rechtliche Grundlagen von Inklusion, wird auf die praktische Umsetzung von Inklusion im deutschen Schulsystem eingegangen. Dabei wird anhand von Daten und Fakten erläutert, wie Inklusion derzeit im deutschen Schulsystem funktioniert und welche Faktoren und Notwendigkeiten für eine gelingende Umsetzung von Inklusion im deutschen Schulsystem zu berücksichtigen sind. Die Zulassungsarbeit schließt mit einer kompakten Zusammenschau ab.

Das deutsche Schulsystem und deren Pläne über Gesetzesveränderungen erhält durch zahlreiche PISA-Studien immer wieder eine neue Aktualitätsdimension. Dabei kommen u.a. die frühe Selektion nach der Grundschule und die unfertigen Pläne für die Inklusion ebenso in die öffentliche Kritik.

Gesellschaftliche Veränderungen und politische Bestrebungen haben nun dazu geführt, dass durch Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) Menschen mit Behinderung das Recht auf Bildung gewährleistet wird. Dadurch dass Deutschland sich zur Inklusion mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet hat, muss Deutschland dieses geltende Recht umsetzen. Dabei werden nicht nur Ängste seitens der Eltern und der Lehrer durch unzureichendes Vorwissen ausgelöst, sondern es bleibt nach wie vor fraglich, ob Inklusion bei den aktuellen Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden kann.

Inklusion wird mittlerweile als ein Menschenrecht angesehen und ist auch weit über die Bildungs- und Unterrichtsdebatte hinaus in den populären Medien in aller Munde, weil es alle Menschen betrifft. Sie verpflichtet zu einem Kulturwandel, der sowohl alle Schulen, Lehrer, Schüler, sowie Eltern betrifft und einen Perspektivenwechsel aller Beteiligten bedingt. Jedoch wird zunehmend deutlich, dass in heutigen Gesellschaften die Frage nach der Bildungsgerechtigkeit immer relevanter geworden ist. Die Menschen sind viel zu sehr in ihren Voraussetzungen und Chancen auseinandergerückt und viel zu weit sind die Vor- und Nachteile nach Herkunft, Migrationsstand, individuellen Voraussetzungen voneinander entfernt, als dass sie noch dem Selbstlauf der individuellen Biografien und Schicksale überlassen bleiben können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Inklusion als Herausforderung für die Schulentwicklung

2. Grundgedanken zur Inklusion

2.1 Begriffliche Erläuterungen

2.1.1 Begriffliche Annäherung an das Schlagwort „Integration“

2.1.2 Begriffliche Erläuterung der „Inklusiven Pädagogik“

2.1.3 Begriffliche Erläuterung des Schlagworts „Inklusion“ insbesondere in Abgrenzung zu „Integration“, sowie der „Inklusiven Pädagogik“

2.2 Inklusion im historischen Kontext

2.2.1 Anfänge des Sonderschulwesens

2.2.2 Das 19. Jahrhundert als erster Beitrag gegen die Exklusion

2.2.3 Der Nationalsozialismus als Höhepunkt von Exklusion und Separation

2.2.4 Kultusministerkonferenz (1960) als bildungspolitische Wende

2.3 Rechtliche Grundlagen von Inklusion

2.3.1 Salamanca-Erklärung (1994) der UNESCO-Weltkonferenz

2.3.2 Die UN-Behindertenrechtskonvention

2.3.3 Die Verankerung von Inklusion im deutschen Grundgesetz

3. Die praktische Umsetzung von Inklusion im deutschen Schulsystem

3.1 Inklusion im deutschen Schulsystem – Daten und Fakten

3.1.1 Entwicklungen seit Unterzeichnung der UN-Konvention

3.1.2

3.1.3 Herbart und Trapp – Heterogenität als Hindernis

3.1.4 Kritische Sichtweise auf das Homogenisierungsbemühen im deutschen Bildungssystem

3.2 Notwendigkeiten und Gelingensbedingungen für die Umsetzung von Inklusion im deutschen Schulsystem

3.2.1 Veränderungen auf der Professionsebene

3.2.2 Veränderungen auf der Unterrichtsebene

3.2.3 Veränderungen auf der organisatorischen Ebene

3.2.4 Veränderungen auf der bildungspolitischen Ebene

4. Inklusion im deutschen Schulsystem – ein Zukunftsmodell?

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Umsetzbarkeit von Inklusion im deutschen Schulsystem. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob Inklusion an deutschen Schulen gelingen kann, wobei die Arbeit den Weg von theoretischen Grundgedanken und rechtlichen Grundlagen bis hin zur praktischen Umsetzung analysiert und dabei notwendige Gelingensbedingungen für eine inklusive Schulentwicklung herausarbeitet.

  • Begriffliche Abgrenzung von Inklusion, Integration und Inklusiver Pädagogik.
  • Historische Entwicklung und rechtliche Verankerung der Inklusion (UN-BRK).
  • Empirische Daten und Fakten zur inklusiven Beschulung in Deutschland.
  • Kritische Analyse des Homogenisierungsbemühens im Schulwesen.
  • Gelingensbedingungen in den Bereichen Profession, Unterricht, Organisation und Politik.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Herbart und Trapp – Heterogenität als Hindernis

Herbart (1806) bezeichnete die „Verschiedenheit der Köpfe als das größte Hindernis aller Schulbildung“. Diese äußerst negative Sichtweise auf die Heterogenität der Schülerschaft widerspricht gänzlich der Vorstellung eines inklusiven Schulsystems. Ausgehend von Herbarts Perspektive schaffte Trapp, der erste deutsche Pädagogik-Professor des 19. Jahrhunderts, die vermeintliche Lösung durch die Ausrichtung des Unterrichts auf einen fiktiven Durchschnittsschüler: „den Unterricht auf die Mittelköpfe zu kalkulieren“. An dieser Stelle gilt es zu betonen, dass es keinen Durchschnittsschüler gibt, da dieser aufgrund der Bandbreite an heterogenen Lernvoraussetzungen ein Konstrukt darstellt. Trapp vertrat die These, je homogener die Klassenzusammensetzung, desto effektiver sei der Unterricht.

Basierend auf dieser Annahme wurden heterogenitätsreduzierende Maßnahmen im deutschen Bildungssystem durchgeführt, beispielsweise die Selektion und die äußere Differenzierung. Dies äußert sich z.B. durch das drei- bzw. viergliedrige Schulsystem und der Möglichkeit zur Überweisung eines Schülers in die Sonderschule. Nach wie vor werden diese heterogenitätsreduzierenden Maßnahmen praktiziert, wobei sich diese Sichtweise von Unterricht anhand von den Folgen wie etwa Schulabbrüchen, hohen „Versagerquoten“ und Selektion als falsch beschreiben lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Inklusion als Herausforderung für die Schulentwicklung: Einleitung in die Brisanz der Inklusionsdebatte und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Gelingensbedingungen inklusiver Bildung.

2. Grundgedanken zur Inklusion: Klärung zentraler Begriffe, historische Einordnung der Exklusions- und Integrationsphasen sowie Darlegung der rechtlichen Fundamente.

3. Die praktische Umsetzung von Inklusion im deutschen Schulsystem: Analyse empirischer Daten zur Schulpraxis sowie kritische Auseinandersetzung mit historischen Homogenisierungstendenzen und den Erfordernissen für den Wandel.

4. Inklusion im deutschen Schulsystem – ein Zukunftsmodell?: Zusammenfassende Einschätzung, die Inklusion als notwendigen, aber langwierigen Entwicklungsprozess für das gesamte Bildungssystem einstuft.

Schlüsselwörter

Inklusion, Integration, Inklusive Pädagogik, UN-Behindertenrechtskonvention, Schulentwicklung, Heterogenität, Homogenisierung, Bildungsgerechtigkeit, Sonderpädagogik, Lehrerbildung, Schulleistung, Diagnostik, Differenzierung, Diskriminierung, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen sowie die praktische Realisierbarkeit und Notwendigkeit von Inklusion innerhalb des deutschen Schulsystems.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die begriffliche Abgrenzung, die rechtliche Situation, die empirische Datenlage zur aktuellen Umsetzung sowie die notwendigen Veränderungen in der Lehrerbildung und Schulorganisation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob Inklusion an deutschen Schulen gelingen kann und welche Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung zwingend berücksichtigt werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung empirischer Bildungsstudien sowie rechtlicher Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die rechtlichen Grundlagen wie die UN-Behindertenrechtskonvention sowie die praktischen Herausforderungen und Gelingensbedingungen für ein inklusives Schulsystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Inklusion, Heterogenität, Bildungsgerechtigkeit, Schulentwicklung und Professionalisierung von Lehrkräften geprägt.

Warum wird das Konzept der Homogenisierung kritisch betrachtet?

Das Streben nach homogenen Lerngruppen wird kritisch gesehen, da es empirisch nicht zu besseren Leistungen führt, sondern Selektionsprozesse und Ausgrenzung fördert, statt die individuelle Vielfalt als Chance zu begreifen.

Welche Rolle spielt der „Index für Inklusion“?

Der Index dient als wichtiges Instrument für die Selbstevaluation und Begleitung von Schulentwicklungsprozessen, um inklusive Strukturen und Kulturen gezielt zu etablieren.

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Details

Title
Kann Inklusion an deutschen Schulen gelingen?
College
University of Passau  (Hochschule)
Course
Zulassungsarbeit
Grade
1,0
Author
Eva Wieser (Author)
Publication Year
2016
Pages
42
Catalog Number
V345447
ISBN (eBook)
9783668352469
ISBN (Book)
9783668352476
Language
German
Tags
Inklusion Schulpädagogik Salamanca Erklärung Geschichtlicher Hintergrund Grundschule Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Wieser (Author), 2016, Kann Inklusion an deutschen Schulen gelingen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345447
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