Neben den beachtlichen Umwälzungen bei der Ablösung der vergangenen Industriegesellschaft bis hin zur heutigen global konkurrierenden Marktgesellschaft haben sich auch die gesellschaftlichen und pädagogischen Entwicklungsbedingungen in der Kinder- und Jugendzeit verändert. Insofern muss die Schule und Erziehung sowie die Soziale Arbeit diesem Wandel gerecht werden, welches durch die Entwicklung von Konzepten der Ganztagsbildung erfolgt.
Dabei ist zu bedenken, dass diese Entwicklungs- und Lernprozesse normative Anschauungen von glücklicher Kindheit und Jugend enthalten. In diesem Zusammenhang ist es daher grundsätzlich erforderlich die Lebensbedingungen und Bedürfnisse der Heranwachsenden sowie die Aufgaben einer ganztägigen Bildung zu berücksichtigen, um optimale Voraussetzungen für die Nutzung der Potenziale der Kinder und Jugendlichen zu erlangen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Vorstellungen einer gelingenden Kindheit
- Ganztagsbildung- eine Begriffsklärung
- Entwicklungsaufgaben in der Kinder- und Jugendzeit
- Lernen und Bildung in der Kindheit und Jugend
- Institutionelle Kontexte des Lernens
- Verlaufsformen des Lernens
- Bildendes Lernen angesichts pädagogischer Anerkennung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text befasst sich mit der Entwicklung von Ganztagsbildungskonzepten als Reaktion auf die veränderten gesellschaftlichen und pädagogischen Bedingungen in der Kinder- und Jugendzeit. Er analysiert die Notwendigkeit einer pädagogischen Anerkennung der Heranwachsenden und ihre Bedürfnisse sowie die Relevanz einer ganzheitlichen Bildung, die den Erwerb von kognitiven Fähigkeiten mit der Förderung von sozialem Lernen und Selbstfindung verbindet. Darüber hinaus beleuchtet der Text die Bedeutung institutioneller Lernkontexte und unterschiedlicher Verlaufsformen des Lernens in der heutigen Zeit.
- Entwicklung von Ganztagsbildungskonzepten
- Pädagogische Anerkennung von Kindern und Jugendlichen
- Bedürfnisse und Lebensbedingungen Heranwachsender
- Ganzheitliche Bildung und die Förderung von sozialem Lernen
- Institutionelle Lernkontexte und Verlaufsformen des Lernens
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftlichen und pädagogischen Umwälzungen, die durch die Ablösung der Industriegesellschaft durch die global konkurrierende Marktgesellschaft entstanden sind. Sie argumentiert, dass die Schule, Erziehung und Soziale Arbeit diesem Wandel Rechnung tragen müssen, indem sie Konzepte der Ganztagsbildung entwickeln. In diesem Kontext ist es wichtig, die Bedürfnisse der Heranwachsenden zu berücksichtigen und optimale Voraussetzungen für die Nutzung ihrer Potenziale zu schaffen.
2. Vorstellungen einer gelingenden Kindheit
Dieses Kapitel analysiert den Wandel des Kindheitsverständnisses in Deutschland und die Veränderungen in den Lebensbedingungen von Kindern. Es zeigt den gestiegenen Stellenwert von Kindern in der Familie und Gesellschaft auf, betont aber gleichzeitig die Herausforderungen, die die Individualisierung und die Konsumgesellschaft mit sich bringen. Das Kapitel diskutiert die Spannungen zwischen den Bedürfnissen einer glücklichen Kindheit und den Anforderungen einer schnelllebigen und flexiblen Gesellschaft.
3. Ganztagsbildung- eine Begriffsklärung
Dieses Kapitel erklärt das Konzept der Ganztagsbildung als Antwort auf die Herausforderungen einer Wissensgesellschaft. Es stellt die Zielsetzung der Ganztagsbildung dar, die verschiedene Lernorte miteinander verbindet und den Bildungsbegriff auf die Persönlichkeitsstärkung ausweitet. Das Kapitel betont die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe und die Förderung gesellschaftlicher Verantwortung. Es erläutert auch die Bedeutung der Sozialen Arbeit und der Schulpädagogik, um die vielseitigen Bildungsprozesse zu unterstützen.
4. Entwicklungsaufgaben in der Kinder- und Jugendzeit
Dieses Kapitel stellt die Entwicklungsaufgaben vor, die von dem Soziologen Robert J. Havighurst definiert wurden, und die den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und individuellen Entwicklungsprozessen von Kindern und Jugendlichen beleuchten. Es erläutert die Erweiterung des Konzeptes der Entwicklungsaufgaben im Sinne von lebenslangem Lernen und die Bedeutung, die diese Aufgaben für die Soziale Pädagogik haben.
5. Lernen und Bildung in der Kindheit und Jugend
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Bedeutung verschiedener institutioneller Lernkontexte, um die Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Es erläutert die Unterscheidung zwischen formellen, nicht formellen und informellen Lernbereichen und verdeutlicht die Bedeutung von Lernzielen, Lernzeit und Lernförderung für die Bildung von Kindern und Jugendlichen.
Schlüsselwörter
Die Kernthemen des Textes umfassen Ganztagsbildung, pädagogische Anerkennung, Bedürfnisse und Lebensbedingungen Heranwachsender, institutionelle Lernkontexte, Verlaufsformen des Lernens, Bildung in der Kindheit und Jugend sowie die Herausforderungen der Wissensgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Konzept der Ganztagsbildung?
Ganztagsbildung ist eine Reaktion auf die Wissensgesellschaft, die verschiedene Lernorte miteinander verbindet. Sie weitet den Bildungsbegriff auf die Persönlichkeitsstärkung aus und fördert die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe.
Warum ist pädagogische Anerkennung für Heranwachsende wichtig?
Pädagogische Anerkennung berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse und Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen. Sie ist notwendig, um optimale Voraussetzungen für die Nutzung ihrer Potenziale zu schaffen.
Welche gesellschaftlichen Veränderungen beeinflussen die heutige Kindheit?
Der Wandel von der Industriegesellschaft zur global konkurrierenden Marktgesellschaft hat die Entwicklungsbedingungen verändert. Individualisierung und die Konsumgesellschaft stellen neue Herausforderungen an eine „glückliche Kindheit“.
Was sind Entwicklungsaufgaben nach Robert J. Havighurst?
Es handelt sich um Konzepte, die den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und individuellen Entwicklungsprozessen beschreiben. Sie dienen als Grundlage für lebenslanges Lernen in der Sozialpädagogik.
Wie unterscheiden sich formelle, nicht formelle und informelle Lernbereiche?
Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche institutionelle Kontexte des Lernens. Formelles Lernen findet meist in Schulen statt, während informelles Lernen im Alltag und sozialen Umfeld ohne feste Struktur erfolgt.
Welches Ziel verfolgt die ganzheitliche Bildung?
Das Ziel ist die Verbindung von kognitiven Fähigkeiten mit sozialem Lernen und der Selbstfindung, um Heranwachsende auf die Anforderungen einer flexiblen Gesellschaft vorzubereiten.
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- Ines Schrötter (Author), 2014, Bildung in Kindheit und Jugend. Methoden und Instumente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345565