Bildungslandschaften. Konzept der Jugend und Bildungspolitik


Term Paper, 2015
8 Pages, Grade: 1,0

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Inhalt

1. Einleitung

2. Bildungslandschaften- Begriffsklärung der unterschiedlichen Bildungsorte
2.1 Lokale Bildungslandschaften
2.2 Kommunale Bildungslandschaften
2.3 Regionale Bildungslandschaften

3. Zielvorstellungen lokaler Bildungslandschaften

4. Kritische Sicht auf Stolz Konzepte von Bildungslandschaften

5. Eigene Gedanken zur künftigen Entwicklung regionaler Bildungslandschaften

Literaturnachweise

Internetquellen

1. Einleitung

Bildung in Bildungslandschaften wird beeinflusst von den vielfältigsten Rahmenbedingungen und ist zudem abhängig von bundesweiten politischen Entscheidungen. Gerade in den letzten Jahren hat das Thema Bildungslandschaften eine neue Dynamik gewonnen insbesondere mit dem Blick auf die Verbesserung der Chancengerechtigkeit im Bildungssystem sowie die Förderung der Entscheidungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Gestaltung lokaler Bildungslandschaften (vgl. Bleckmann/ Schmidt 2012: 9f.).

Diesbezüglich beschäftigen sich die folgenden Ausführungen, im Anschluss an eine Begriffsklärung der verschiedenen Bildungslandschaften, mit den Zielvorstellungen lokaler Bildungslandschaften. Die daran anschließenden Darstellungen setzen sich mit der Kritik von Hans-Jürgen Stolz an den Konzepten zu Bildungslandschaften auseinander. Den Abschluss dieser Hausarbeit bilden eigene Betrachtungen zu wichtigen Aspekten der künftigen Entwicklung regionaler Bildungslandschaften.

2. Bildungslandschaften- Begriffsklärung der unterschiedlichen Bildungsorte

Bildungslandschaft als Konzept der Jugend-und Bildungspolitik vernetzt Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen und bietet Kindern und Jugendlichen, hinsichtlich dieser vermehrten Kooperation, vielfältige und bessere Bedingungen und Möglichkeiten für eine optimale Bildung. Auch deshalb, weil formale und informelle Bildungsprozesse gleichermaßen bedacht werden (vgl. Mack 2008: 741). Im Systemzusammenhang betrachtet sind Bildungslandschaften ein „lernendes Gesamtsystem mit lernenden Teilsystemen“ (vgl. Müller 2011: 41). Aufgrund dieser Verknüpfungen auf verschiedenen Ebenen werden lokale, kommunale und regionale Bildungslandschaften unterschieden und im Folgenden erläutert.

2.1 Lokale Bildungslandschaften

Lokale Bildungslandschaften sind eng abgegrenzte Netzwerke von Bildungsinstitutionen, welche sich aufgrund einer gemeinsamen Problematik mit einer entsprechenden Zielsetzung bilden (vgl. Weiß 2010: 38) und oftmals kommunal initiiert sind (vgl. Duveneck 2011: 12). Diese lokalitere Arbeit begrenzt sich auf denselben Stadtteil mit ähnlich strukturierter Klientel. So wird in dem zivil initiierten Projekt „Bildung im Berliner Reuterkiez“ der sozial schwierigen Situation benachteiligter Kinder und Jugendlichen entgegengewirkt. Beispielweise werden im sogenannten Rucksackprogramm Sprachförderungskurse durch Migranten angeboten. Weitere Projekte sind Vorbereitungskurse für bessere Schulabschlüsse sowie Lernwerkstätten zur Veränderung der Lernkulturen in Bildungseinrichtungen (vgl. ebd. 13).

2.2 Kommunale Bildungslandschaften

Als kommunale Bildungslandschaften werden vernetzte und kommunal vertretene Systeme bezeichnet, welche Bildungsstrukturen und –organisationen geplant abstimmen und sich einfügen in ein kommunales Gesamtkonzept ganzheitlicher Bildung (vgl. Weiß 2010: 38). Dabei übernehmen die lokale Politik und die Verwaltung eine zentral koordinierende Funktion, um die Bildungsleistungen getrennter Systeme zu verbinden. Prioritäre Akteure sind, neben dem System Familie, die kooperierenden Systeme Jugendhilfe und Schule, die auf der Basis eines erweiterten Bildungsverständnisses entlang der Bildungsbiografien der Kinder und Jugendlichen besondere Verantwortung tragen. (vgl. Riedt 2009:15ff.).

2.3 Regionale Bildungslandschaften

In Regionalen Bildungslandschaften werden die Prozesse der Vernetzung von verschiedenen Bildungsinstitutionen nach Relevanz für den regionalen Schulbereich eingeteilt und beziehen sich auf den sozialen, politischen oder auch kulturhistorischen Kontext (vgl. Weiß 2010: 38). Der Aufbau regionaler Bildungslandschaften im Sinne einer ganzheitlichen Bildung erfordert ein kooperatives Gesamtsystem aus lokalen Bildungs-, Erziehungs- und Beratungssystemen. Beispielgebend ist hier das Land Nordrhein- Westfalen, welches gemeinschaftlich mit dem Vorhaben „Selbstständige Schule“ und der Bertelsmann- Stiftung, in staatlich- kommunaler Verantwortung regionale Bildungslandschaften einrichtet (vgl. Duveneck 2011: 16).

3. Zielvorstellungen lokaler Bildungslandschaften

Bildungslandschaften sind mittlerweile in Deutschland ein zentrales Thema deutscher Bildungsdebatten. Dementsprechend kam es in der letzten Zeit zur Veranlassung vieler neuer Programme und Initiativen, um neben wirtschaftlichen, politischen und familiären Problemlagen insbesondere die Chancengerechtigkeit im Bildungssystem zu verbessern. Ein bedeutender Fokus liegt dabei auf dem quantitativen und qualitativen Ausbau von Ganztagsschulen mit dem Ziel, ein lokales zusammenhängendes Bildungsmanagement im Sinne lebenslangen Lernens zu entwickeln (vgl. Bleckmann/ Schmidt 2012: 9f). Neben einer Vielzahl aktueller fachwissenschaftlicher Erkenntnisse verortet Stolz (2012) die lokalen Bildungslandschaften im politischen Kontext, wobei sich folgende allgemeine Zielvorstellungen benennen lassen:

- Bewältigung des demografischen Wandels
- Familie und Beruf vereinen, durch gesicherte kommunale Wirtschaftsstandorte und eine verbesserte Bildungsinfrastruktur
- Sicherung der Ausbildungsfähigkeit Jugendlicher für die Wirtschaft
- Verminderung struktureller Bildungsbenachteiligung
- Infrastruktureller Ausbau von Ganztagsschulen (vgl. Stolz 2012: 21)

4. Kritische Sicht auf Stolz Konzepte von Bildungslandschaften

Stolz gelangt in seinen kritischen Anmerkungen „Bildung neu denken“ zu der Erkenntnis, dass „ die Diskussion um lokale Bildungslandschaften in Deutschland momentan noch als Krisen- und Kompensationsmechanismus eines strukturell defizitären Bildungssystem in Deutschland fungiert“ (Bleckmann/ Schmidt 2012: 12). Neben einer infrastrukturell ausgerichteten und politisch regulierenden Sicht auf Bildung bleiben bedeutende pädagogische Aspekte, wie individuelle Förderung oder soziales Lernen, gänzlich unbeachtet (vgl. Stolz 2012: 22). Dennoch setzt er sich für die Weiterführung der Diskussionen ein, da sie seiner Meinung nach Möglichkeiten aufzeigen, Bildung neu zu denken (vgl. Bleckmann/ Schmidt 2012: 13).

Des Weiteren weist Stolz auf mögliche Probleme bei der Gestaltung lokaler Bildungslandschaften hin, die zum einen aus einer unzureichenden multiprofessionellen Zusammenarbeit oder stagnierenden Professionskulturen entstehen können. Zum anderen fehlen verbindliche lokale Kooperationsstrukturen sowie gültige Datengrundlagen, besonders in der non- formalen Bildung. Zudem wird an unproduktiven Parallelstrukturen festgehalten. Diese Probleme hätten laut Stolz ordnungspolitische und steuerungstechnische Auswirkungen mit dem Ergebnis, dass die Gestaltung lokaler Bildungslandschaften sich nur anpasst an internationale Standards, insbesondere im formellen Bildungsbereich, aufgrund einer ausgleichenden Erneuerung (vgl. Stolz 2012: 27). Da Deutschland international verglichen im non- formellen Bildungsbereich ein breites Leistungsgefüge in der Kinder- und Jugendhilfe sowie eigenständige Verbände besitzt, könnten diese Potenziale dienen, um die verschiedenen Bildungskonzepte pädagogisch zu verknüpfen sowie zur Ressourcensicherung im Sinne ganztägiger Bildung und einer reflexiven Weiterbildung (vgl. ebd. 28). Aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen bezüglich der Zuständigkeiten in der Bundes- und Länderpolitik sind lokale Bildungslandschaften noch nicht eingegliederte Einzelelemente eines erneuerten Bildungssystems, kritisiert Stolz (vgl. ebd. 29f.).

[...]

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Details

Title
Bildungslandschaften. Konzept der Jugend und Bildungspolitik
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Grade
1,0
Author
Year
2015
Pages
8
Catalog Number
V345570
ISBN (eBook)
9783668354425
File size
648 KB
Language
German
Tags
Bildungslandschaft, Jugend-und Bildungspolitik, außerschulischen Bildung, Ganztagsbildung, Lokale kommunale regionale Bildungsorte, Chancengerechtigkeit, Entscheidungsbeteiligung, formale und informelle Bildungsprozesse, Familie, Kinder, Bildungssystem, Rahmenbedingungen, Erziehung, Netzwerk, Bildungsförderung, Handlungsstrategien
Quote paper
Ines Schrötter (Author), 2015, Bildungslandschaften. Konzept der Jugend und Bildungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345570

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