Diese Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Herangehensweisen des Wiederaufbaus in West und Ost nach dem zweiten Weltkrieg. Es sollen die bedeutendsten Grundlagen der Wiederaufbaupolitik untersucht werden.
In der Hausarbeit selbst sollen über verschiedene Zwischenetappen mit jeweils eigenen Denkansätzen die großen Leitfragen der Arbeit beantwortet werden. Diese Etappen stellen die wichtigsten Punkte des Wiederaufbaus in Ost und West anhand jeweils zweier Beispielländer heraus. Durch verschiedene Etappen und Beispiele sollen am Ende der Hausarbeit folgende Leitfragen beantwortet werden: Wie sahen die verschiedenen Wiederaufbaupläne in Ost und West aus? Welche Schwierigkeiten brachten sie mit sich? Wie groß waren die Einflüsse der beiden Supermächte USA und UdSSR? Führten die verschiedenen Wiederaufbaupolitiken zu einer Teilung der Welt in Ost und West?
Inhaltsverzeichnis
1. TEIL: DER WIEDERAUFBAU IM OSTEN
1.1. DER WIEDERAUFBAU IN POLEN
1.1.1. DIE INDUSTRIALISIERUNG
1.1.2. DIE KOLLEKTIVIERUNG DER LANDWIRTSCHAFT
1.2. DER WIEDERAUFBAU IN OSTDEUTSCHLAND
1.2.1. DIE EINFÜHRUNG DES SOZIALISMUS
1.2.2. PROBLEME UND MAUERBAU
2. TEIL: DER WIEDERAUFBAU IM WESTEN
2.1. DER WIEDERAUFBAU IN WESTDEUTSCHLAND
2.1.1. DAS WIRTSCHAFTSWUNDER
2.1.2. WESTINTEGRATION
2.2. DER WIEDERAUFBAU IN GROßBRITANNIEN
2.2.1. DIE KRISEN DER NACHKRIEGSZEIT
2.2.2. GROßBRITANNIEN ALS EMPIRE
2.2.3. VERSTAATLICHUNGEN UND WOHLFAHRTSSTAAT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Wiederaufbaupolitiken in Ost- und Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Einfluss der beiden Supermächte USA und UdSSR. Ziel ist es, anhand der Fallbeispiele Polen, Ostdeutschland, Westdeutschland und Großbritannien zu analysieren, wie diese Wiederaufbauprozesse die politische und wirtschaftliche Teilung der Welt beförderten.
- Vergleich von sozialistischer Planwirtschaft in Osteuropa und liberaler Wirtschaftsordnung im Westen.
- Analyse des Einflusses der USA (Marshall-Plan, Bretton Woods) und der UdSSR auf die betroffenen Länder.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Herausforderungen und Krisen der Nachkriegszeit.
- Bewertung der Rolle des Sozialismus und der daraus resultierenden Spannungen, die zum Mauerbau führten.
- Betrachtung der Entwicklung Großbritanniens vom Empire zum Wohlfahrtsstaat.
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Das Wirtschaftswunder
In den Jahren 1950 bis 1973 kam es in ganz Europa zu einem Wachstumsschub der Wirtschaft, welcher in Deutschland mit einer Wachstumsrate von 6,0% sehr hoch ausfiel.21 Als Hauptursache des Wachstums in Deutschland werden vorrangig die liberale Wirtschaftspolitik, die kräftige Binnenkonjunktur, der Wohnungsbau und eine starke Auslandsnachfrage genannt.22 Wenn man sich weiter den besonders starken Wirtschaftsboom in Westdeutschland ansieht, so lassen sich vier Punkte, welche dazu beitrugen, herausarbeiten.
Erstens waren die Voraussetzungen für eine starke Wachstumsentwicklung sehr gut, da Deutschland bereits seit der Jahrhundertwende über die stärkste Industrie auf dem Kontinent verfügte. Diese wurde von den Nationalsozialisten stetig erweitert und modernisiert und die Kriegszerstörungen fielen deutlich geringer aus als anfangs befürchtet.23
Zweitens führte der starke Zustrom an Flüchtlingen und Vertriebenen zu einer großen Zahl motivierter Arbeiter.24 Hier sei noch hinzuzufügen, dass die BRD zwischen 1955 und 1968 Abkommen zur Abwerbung von Gastarbeitern mit Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, der Türkei, Tunesien, Marokko und Jugoslawien unterzeichnete, was den Zustrom an Arbeitskräften noch erhöhte.25
Drittens brachte die Wirtschafts- und Währungsordnung von Bretton Woods, stabile Wechselkurse und liberalisierten Handel.26 Dieses Abkommen von Bretton Woods, an dem 44 alliierte Staaten beteiligt waren, legte außerdem fest, dass Gold und fixe Wechselkurse einen hohen Stellenwert in der Weltwirtschaft haben sollten. Das System wurde durch eine Goldparität in Dollar abgesichert, was diesen zur internationalen Leitwährung erhob. Dies wiederum bedeutete einen enormen Machtgewinn für die USA.
Zusammenfassung der Kapitel
1. TEIL: DER WIEDERAUFBAU IM OSTEN: Analysiert die Implementierung sozialistischer Strukturen in Polen und Ostdeutschland sowie deren wirtschaftliche Abhängigkeit von der Sowjetunion.
1.1. DER WIEDERAUFBAU IN POLEN: Untersucht die Einführung der Planwirtschaft durch Industrialisierung und Kollektivierung der Landwirtschaft als Mittel zur Integration in das sowjetische System.
1.1.1. DIE INDUSTRIALISIERUNG: Beschreibt die Versuche, durch Wirtschaftspläne die Produktivität zu steigern und die Abhängigkeit von sowjetischen Krediten und Rohstoffen zu etablieren.
1.1.2. DIE KOLLEKTIVIERUNG DER LANDWIRTSCHAFT: Erläutert die schwierige Transformation der bäuerlichen Betriebe in Genossenschaften und die dabei auftretenden Widerstände und Probleme.
1.2. DER WIEDERAUFBAU IN OSTDEUTSCHLAND: Beleuchtet den spezifischen „deutschen Weg“ des Sozialismus nach sowjetischem Vorbild und die daraus resultierende politische Instabilität.
1.2.1. DIE EINFÜHRUNG DES SOZIALISMUS: Thematisiert die frühen Verstaatlichungen von Industrie und Banken ab 1945 zur Etablierung staatlicher Kontrolle.
1.2.2. PROBLEME UND MAUERBAU: Analysiert, wie wirtschaftliche Missstände und mangelnde Versorgung der Bevölkerung zur Massenauswanderung und schließlich zum Mauerbau 1961 führten.
2. TEIL: DER WIEDERAUFBAU IM WESTEN: Kontrastiert den Wiederaufbau im Westen, der von liberaler Wirtschaftspolitik, Westintegration und US-amerikanischem Einfluss geprägt war.
2.1. DER WIEDERAUFBAU IN WESTDEUTSCHLAND: Untersucht die Faktoren des Wirtschaftswunders und die strategische Bedeutung der Integration der Bundesrepublik in das westliche Bündnissystem.
2.1.1. DAS WIRTSCHAFTSWUNDER: Identifiziert die Gründe für den starken Wirtschaftsboom, darunter die liberale Marktordnung und internationale Abkommen wie Bretton Woods.
2.1.2. WESTINTEGRATION: Beschreibt das politische Bestreben, Deutschland durch Institutionen wie die NATO und OEEC eng an den Westen zu binden.
2.2. DER WIEDERAUFBAU IN GROßBRITANNIEN: Analysiert die Nachkriegskrisen und den Transformationsprozess des britischen Empires zum Wohlfahrtsstaat.
2.2.1. DIE KRISEN DER NACHKRIEGSZEIT: Behandelt die finanzielle Notlage und die notwendigen harten Einsparmaßnahmen der britischen Regierung zur Sicherung des Wiederaufbaus.
2.2.2. GROßBRITANNIEN ALS EMPIRE: Untersucht den schrittweisen Machtverlust als Kolonialmacht und die Verschiebung der internationalen Verantwortung in Richtung USA.
2.2.3. VERSTAATLICHUNGEN UND WOHLFAHRTSSTAAT: Erörtert die Einführung sozialer Programme wie des National Health Service und die Versuche zur Produktivitätssteigerung durch staatliche Kontrolle.
Schlüsselwörter
Wiederaufbau, Kalter Krieg, Planwirtschaft, Sozialismus, Westintegration, Wirtschaftswunder, Marshall-Plan, UdSSR, USA, Wohlfahrtsstaat, Mauerbau, Industrialisierung, Kollektivierung, Bretton Woods, Nachkriegszeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die unterschiedlichen Pfade des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg in vier europäischen Ländern und wie diese Prozesse die politische Weltkarte prägten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die systemische Trennung in sozialistische Planwirtschaft im Osten und liberale Marktwirtschaft im Westen sowie die Auswirkungen dieser Politiken auf die Gesellschaft und nationale Souveränität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie die Wiederaufbaupläne in Ost und West aussahen, welche Schwierigkeiten dabei auftraten, wie stark die Einflussnahme der Supermächte war und ob diese Politiken maßgeblich zur Teilung der Welt beitrugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende historische Analyse, gestützt auf Fachliteratur der 60er bis 80er Jahre sowie historische Sammelbände, um die Entwicklung anhand konkreter Länderbeispiele darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Fallbeispiele Polen und Ostdeutschland (als Vertreter des Ostens) sowie Westdeutschland und Großbritannien (als Vertreter des Westens) detailliert hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und politischen Umstrukturierungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wiederaufbau, Sozialismus, Westintegration, Wirtschaftswunder, Marshall-Plan, Machtpolitik und die Teilung der Welt.
Warum war die Industrialisierung in Polen ein so zentraler Punkt für die Sowjetunion?
Die Sowjetunion sah in der Industrialisierung nach eigenem Vorbild das Mittel, die Ostblockstaaten wirtschaftlich in ihr System zu integrieren und von ihr abhängig zu machen.
Welche Rolle spielte der National Health Service im britischen Wiederaufbau?
Er war ein Kernelement der Einführung des Wohlfahrtsstaates und sollte als staatlich garantiertes Programm die soziale Absicherung der Bevölkerung nach den Belastungen des Krieges gewährleisten.
Wie trug die Währungsordnung von Bretton Woods zum Machtgewinn der USA bei?
Durch die Absicherung des Dollars als internationale Leitwährung über eine Goldparität erlangten die USA eine dominante Stellung im globalen Finanzsystem.
Warum führte die Wirtschaftsreform in der DDR direkt zum Mauerbau?
Die durch Planwirtschaft verursachten Versorgungsengpässe und die Unterdrückung führten zu einer massiven Fluchtbewegung, die das SED-Regime durch die Grenzschließung 1961 gewaltsam stoppen wollte, um das System vor dem Zerfall zu bewahren.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2016, Der Wiederaufbau in West- und Ostdeutschland, Großbritannien und Polen. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345716