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Orientierung an der spätantiken Elfenbeinkunst in karolingischer Zeit. Ein künstlerisches Mittel der Bildungsreform Karls des Großen

Titre: Orientierung an der spätantiken Elfenbeinkunst in karolingischer Zeit. Ein künstlerisches Mittel der Bildungsreform Karls des Großen

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 45 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Jessica Müller (Auteur)

Art - Sculpture / Plastiques
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Karl der Große beabsichtigte eine umfassende Bildungsreform für sein König- beziehungsweise Kaiserreich. Er adaptierte dafür unter anderem die spätantike christliche Kunst und Ikonographie des Römischen Reiches. Vom königlichen/kaiserlichen Hof aus wurden Aufträge an verschiedene Klöster/Abteien zur Vervielfältigung spätantiker christlicher Schriften für die angestrebte Bildungsreform des Frankenreiches gefördert. Zum Schutz dieser wertvollen Pergamente waren sie zu Codices gebunden worden, deren Einbände häufig mit reliefierten Elfenbeintafeln verziert waren. Diese Gesamtkunstwerke geben Einblicke in die erfolgte Antikenrezeption zur Zeit Karls des Großen. Einzelne Elfenbeinwerke der sogenannten Hofwerkstatt Karls des Großen und ihr Verhältnis zur spätantiken Elfenbeinkunst werden in dieser wissenschaftlichen Arbeit behandelt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die karolingische Elfenbeinkunst zur Zeit Karls des Großen

2 Die sogenannte Aachener Hofschule Karls des Großen

2.1 Der Bestand der sog. Hofwerkstatt

2.2 Der stilgeschichtliche Entwicklungsprozess in der karolingischen Bildschnitzerkunst

2.2.1 Das Elfenbeinreliefpaar des Dagulf-Psalters

2.2.2 Die Elfenbeintafeln des Lorscher Evangeliars

2.2.3 Die Oxforder Elfenbeinplatte

2.2.4 Die Elfenbeinplatten mit der Darstellung der Himmelfahrt und des Erzengels Michael

2.3 Die an den jüngeren Elfenbeinwerken der sog Hofwerkstatt Karls des Großen nachgewiesene Verwendung von antiken Spolien

3 Imitatio Et Emulatio: Die Vorbildwirkung spätantiker Elfenbeintafeln für die Anordnung christlicher Bildmotive in karolingischer Zeit

3.1 Die Oxforder Platte

3.2 Der Einband des Lorscher Evangeliars

4 Schlussbemerkungen zu der Antikenrezeption in der karolingischen Elfenbeinkunst zur Zeit Karls des Großen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der spätantiken Elfenbeinkunst als ästhetische und materielle Vorbildquelle für die karolingische Kunstproduktion während der Herrschaft Karls des Großen, mit einem besonderen Fokus auf die sogenannten Aachener Hofschule. Ziel ist es, den stilgeschichtlichen Entwicklungsprozess der karolingischen Bildschnitzerkunst anhand ausgewählter Werke zu analysieren und aufzuzeigen, wie durch die Adaption antiker Traditionen und die Wiederverwendung von Spolien eine neue christliche Repräsentationskunst legitimiert wurde.

  • Stilistische Entwicklung von karolingischen Elfenbeinreliefs
  • Rolle der sogenannten Aachener Hofschule als Zentrum der Produktion
  • Bedeutung der Antikenrezeption für die karolingische Renovatio
  • Wiederverwendung (Recycling) antiker Elfenbein-Spolien
  • Funktion der Elfenbeinreliefs als repräsentativer Buchschmuck

Auszug aus dem Buch

Die Elfenbeintafeln des Lorscher Evangeliars

Die jüngste karolingische Elfenbeinarbeit der Hofwerkstatt/Hofschule ist der mit reliefierten Elfenbeintafeln besetzte Einband des Lorscher Evangeliars (Abb. 3 a). Das Gesamtkunstwerk aus Prachtcodex und der aus zwei Deckeln bestehende Einbandschmuck war um 810 von der sog. Hofwerkstatt gefertigt worden und ist das einzige erhaltene der sog. Hofschulevangeliare. Den Einbandschmuck des Lorscher Evangeliars kennzeichnen, im Gegensatz zu dem deutlich kleineren Format der zwei Platten des Dagulf-Psalters, zwei aus jeweils fünf Elfenbeinplatten bestehende Deckel nach dem Charakteristikum eines Kaiser-Diptychons. Der Vorderdeckel des Einbandes, der ursprünglich rechte Flügel des Diptychons, zeigt im Mittelfeld die reliefierten Darstellungen der thronenden Maria mit dem Christuskind im Zentrum, links Johannes der Täufer und rechts Zacharias.

Auf dem oberen Elfenbeinstreifen des Vorderdeckels sind zwei den Clipeus – Brustbild des Christus Immanuel mit verhüllter Hand den Codex haltend – tragende Engel und im unteren Streifen die Geburt Christi und die Verkündigung an die Hirten in Relief gearbeitet worden. Der Rückdeckel, der ursprünglich linke Flügel des Diptychons, führt im Mittelteil die Darstellungen des von Engeln flankierten jugendlichen Christus Victor nach Psalm 90/91 und 13, der den Löwen und den Drachen nieder tritt, auf. Der obere Reliefstreifen veranschaulicht zwei schwebende Engel, die den Clipeus mit beinhaltendem Kreuz tragen. Auf dem unteren Streifen sind die drei Magier vor Herodes und die Anbetung der Magier dargestellt, die den Kindheitszyklus des Vorderdeckels ergänzen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung in die karolingische Elfenbeinkunst zur Zeit Karls des Großen: Das Kapitel erläutert die Einbettung der Elfenbeinkunst in die karolingische Bildungsreform und die bewusste Anknüpfung an die spätantike Tradition als Mittel zur kulturellen Repräsentation.

Die sogenannte Aachener Hofschule Karls des Großen: Hier werden die organisatorischen Strukturen der karolingischen Hofwerkstatt definiert und die wichtigsten erhaltenen Kunstwerke wie der Dagulf-Psalter und das Lorscher Evangeliar als Gesamtkunstwerke vorgestellt.

Imitatio Et Emulatio: Die Vorbildwirkung spätantiker Elfenbeintafeln für die Anordnung christlicher Bildmotive in karolingischer Zeit: Dieses Kapitel analysiert die konkrete Vorbildfunktion antiker Diptychen und die daraus abgeleitete Komposition und Ikonographie der karolingischen Buchdeckel.

Schlussbemerkungen zu der Antikenrezeption in der karolingischen Elfenbeinkunst zur Zeit Karls des Großen: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, wie die Rezeption antiker Vorbilder die künstlerische Legitimierung des fränkischen Kaiserreichs festigte.

Schlüsselwörter

Karolingische Elfenbeinkunst, Karl der Große, Aachener Hofschule, Antikenrezeption, Spolien, Lorscher Evangeliar, Dagulf-Psalter, Bildungsreform, Reliefs, Ikonographie, Buchschmuck, Bildschnitzerkunst, Diptychon, Christus Victor, Renovatio.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Orientierung karolingischer Elfenbeinkunst an spätantiken Vorbildern und wie diese als Teil der Bildungsreform unter Karl dem Großen gezielt eingesetzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die künstlerische Adaption römischer Traditionen, die Wiederverwendung von Elfenbein-Spolien und die Gestaltung von prunkvollen liturgischen Handschrifteneinbänden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Rekonstruktion eines stilgeschichtlichen Entwicklungsprozesses in der karolingischen Elfenbeinschnitzerei von ca. 795 bis 810.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kunsthistorische Stilanalyse in Verbindung mit einer Untersuchung der ikonographischen Quellen und materiellen Voraussetzungen (Materialknappheit/Spolien) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Werke der Aachener Hofschule, angefangen beim Dagulf-Psalter über die Oxforder Platte bis hin zum Lorscher Evangeliar, und vergleicht diese mit spätantiken Originalen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Elfenbeinkunst, karolingische Renovatio, Aachener Hofschule, Spolienverwendung und Antikenrezeption.

Wie unterscheidet sich der Lorscher Evangeliar von älteren Werken der Hofschule?

Der Lorscher Evangeliar wird als künstlerischer Höhepunkt gesehen, bei dem die Differenz zwischen spätantikem Vorbild und karolingischer Kopie weitgehend überwunden wurde, während frühere Werke wie der Dagulf-Psalter noch eine stärkere stilistische Eigenständigkeit zeigen.

Warum war die Wiederverwendung von antiken Spolien notwendig?

Die Verwendung alter Elfenbeintafeln als Rohmaterial war primär auf eine bestehende Materialknappheit zurückzuführen, die den Rückgriff auf vorhandene Bestände in Kirchen und Klöstern unumgänglich machte.

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Résumé des informations

Titre
Orientierung an der spätantiken Elfenbeinkunst in karolingischer Zeit. Ein künstlerisches Mittel der Bildungsreform Karls des Großen
Université
University of Göttingen  (Philosophische Fakultät, Kunstgeschichtliches Seminar)
Cours
Karl der Große "ausgestellt"
Note
1,7
Auteur
Jessica Müller (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
45
N° de catalogue
V346286
ISBN (ebook)
9783668356757
ISBN (Livre)
9783668356764
Langue
allemand
mots-clé
Elfenbein Bildungsreform Karl der Große spätantike Pergament Codex Codices Westrom Ostrom
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jessica Müller (Auteur), 2015, Orientierung an der spätantiken Elfenbeinkunst in karolingischer Zeit. Ein künstlerisches Mittel der Bildungsreform Karls des Großen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346286
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Extrait de  45  pages
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