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Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung

Title: Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung

Seminar Paper , 2001 , 31 Pages , Grade: 15 Punkte

Autor:in: Sabine Hein (Author)

Organisation and administration - Miscellaneous
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1. Einleitung

Die Weimarer Republik wird in Büchern und Filmen hauptsächlich als die Zeit der „goldenen Zwanziger Jahre“ dargestellt, in der sich die Frauen von Korsetts und langen Haaren befreiten, ein legendärer kultureller Schaffensprozess einsetzte und sich die Menschen in den Metropolen vergnügungssüchtig berauschten und anderer Sünden hingaben. In Erzählungen unserer Großeltern handelte es sich um die Zeit des ersten Nachkriegselends, der Massenarbeitslosigkeit und der Inflation, in der das Geld in Sackkarren zum nächsten Lebensmittelladen gefahren werden musste.
Doch die Weimarer Republik mit ihrer gerade mal vierzehnjährigen Dauer war auch die erste Republik auf deutschem Boden, die erste parlamentarische Demokratie. Sie wird oft als Probephase für das heute geltende Grundgesetz bezeichnet. Was seinerzeit der Wirklichkeit standgehalten hat, wurde in das Grundgesetz übernommen, Fehler weitestgehend korrigiert.
In der folgenden Ausarbeitung wird zunächst die Entstehung der Weimarer Reichsverfassung unter besonderer Berücksichtigung der Grundrechte und Grundpflichten dargelegt und die Stellung dieser Grundrechte im Verfassungsgefüge untersucht.
Anschließend soll festgestellt werden, in wie weit diese theoretisch festgelegten Grundrechte tatsächlich „gelebt“ worden sind bzw. gelebt werden konnten und welche Einflüsse aus Gesellschaft, Legislative, Exekutive und Judikative für die alltägliche Ausgestaltung verantwortlich waren.
Zuletzt möchte die Verfasserin darlegen, wie und in welchen Punkten die Erfahrungen mit der Weimarer Verfassung – wiederum insbesondere die Erfahrungen mit den Grundrechten – unser heute geltendes Grundgesetz geprägt haben und ob tatsächlich die Weimarer Reichsverfassung die Schuld trägt am Hitler-Regime der Jahre 1933 – 1945 und damit an den Millionen von Toten des Massenmordes des III. Reiches und des 2. Weltkrieges.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Zustandekommen der Weimarer Reichsverfassung

2.1 Das Ende des Kaiserreiches

2.2 Die Nationalversammlung oder Verfassungsgebung als Kompromiss

2.21 Der Entwurf

2.211 Die Frage Kirche/ Staat/ Erziehung

2.212 Regelung des Wirtschaftslebens

2.213 Gleichberechtigung

2.22 Die Verabschiedung der Verfassung

3. Stellung der Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung

4. Grundrechte und Grundpflichten in der Realität des Weimarer Reiches

4.1 Geschichtlicher Überblick

4.11 Nachkriegskrise 1920 – 1923

4.12 Stabilisierung 1924 – 1929

4.13 Totale Krise und Ende der Weimarer Republik 1930 – 1933

4.2 Legislative

4.3 Exekutive

4.4 Judikative

4.5 Die Akzeptanz der Verfassung in der Gesellschaft

5. Bedeutung für das Grundgesetz

6. Endbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung und die verfassungsrechtliche Stellung der Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Verfassungstext und der gelebten Realität in der jungen parlamentarischen Demokratie aufzuzeigen sowie die Auswirkungen auf das heutige Grundgesetz zu analysieren.

  • Entstehungsprozess und Kompromisscharakter der Weimarer Reichsverfassung
  • Stellung der Grundrechte und Grundpflichten im Weimarer Verfassungsgefüge
  • Einfluss von Legislative, Exekutive und Judikative auf die Grundrechtsanwendung
  • Historischer Kontext der Nachkriegszeit und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise
  • Vergleich der Weimarer Verfassungsstruktur mit dem modernen Grundgesetz der Bundesrepublik

Auszug aus dem Buch

2. Das Zustandekommen der Weimarer Reichsverfassung

Im August 1916, etwa in der Mitte des 1. Weltkrieges, war die Mehrheit der Deutschen noch überzeugt von der deutschen Überlegenheit und dem sicheren Kriegsgewinn. Aufgrund dieser Stimmung in Volk und Heer wurden die Generäle Hindenburg und Ludendorff von Kaiser Wilhelm II. an die Spitze des Feldheeres berufen und bildeten die Oberste Heeresleitung, die künftig nicht nur die deutsche Kriegsführung, sondern faktisch auch die Innen- und Außenpolitik Deutschlands bestimmte.

Als die OHL dann von der drohenden Niederlage Deutschlands überzeugt war, befahl sie am 28.10.1918 eine Verfassungsänderung dahingehend, dass Deutschland nunmehr eine parlamentarische Demokratie sein sollte, deren Volksvertreter die schwierige Aufgabe der Friedensverhandlungen zu übernehmen hatten.

Matrosen, die sich weigerten, in den letzten Wirren des schon verlorenen Krieges noch ihr Leben zu riskieren, revoltierten in Kiel. Dieser Funke sprang über und innerhalb weniger Tage bildeten sich allerorten Arbeiter und Soldatenräte.

Unter diesem Druck trat am 09.11.1918 Kaiser Wilhelm II. nach langem Zögern in seinem Exil in Spa zurück. Noch am gleichen Tage wurde die Republik ausgerufen und zwar sowohl durch den führenden Sozialdemokraten Philipp Scheidemann von einem Balkon des Reichstages als auch durch den Führer des Spartakusbundes Karl Liebknecht vom Berliner Schloss aus. Als erste provisorische Regierung trat am 10.11.1918 der Rat der Volksbeauftragten unter der Führung Friedrich Eberts zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Mythos der Weimarer Republik und steckt den Untersuchungsrahmen ab, um die Grundrechte und ihre praktische Anwendung in dieser ersten deutschen Demokratie zu analysieren.

2. Das Zustandekommen der Weimarer Reichsverfassung: Dieses Kapitel beschreibt den Zusammenbruch des Kaiserreichs, die Rolle der OHL und die Entstehung der parlamentarischen Demokratie sowie die verfassungsgebende Nationalversammlung.

3. Stellung der Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung: Es wird analysiert, warum die Grundrechte in Weimar nur eine nachgeordnete Bedeutung im Verfassungstext erhielten und nicht den Vorrang vor der Gesetzgebung genossen.

4. Grundrechte und Grundpflichten in der Realität des Weimarer Reiches: Dieses Kernkapitel untersucht anhand des politischen, wirtschaftlichen und judikativen Kontextes, wie die Verfassung im Alltag angewendet wurde oder an der gesellschaftlichen Ablehnung scheiterte.

5. Bedeutung für das Grundgesetz: Der Autor erläutert, welche Lehren aus den Schwächen der Weimarer Verfassung gezogen wurden, um das moderne Grundgesetz durch Ewigkeitsklauseln und eine stärkere Grundrechtsbindung abzusichern.

6. Endbetrachtung: Das Fazit stellt die Weimarer Verfassung in den Kontext ihrer Zeit und reflektiert, dass die Ursachen für das Scheitern weniger im juristischen Text als vielmehr in den politischen Umständen und der fehlenden demokratischen Kultur zu suchen sind.

Schlüsselwörter

Weimarer Reichsverfassung, Grundrechte, Grundpflichten, parlamentarische Demokratie, Verfassungsgeschichte, Nationalversammlung, Rechtsstaat, Notverordnungsrecht, Judikative, Exekutive, Gesetzgebung, Weimarer Republik, Grundgesetz, Ewigkeitsklausel, historische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, der Ausgestaltung und der praktischen Anwendung der Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung von 1919 im Vergleich zum heutigen Grundgesetz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind der Prozess der Verfassungsgebung, die politische Instabilität der Ära, das Verhalten von Legislative und Judikative gegenüber demokratischen Werten sowie der Vergleich der Weimarer Strukturen mit denen der Bundesrepublik.

Welches primäre Ziel verfolgt die Verfasserin?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit die Weimarer Grundrechte in der Lebenswirklichkeit Bestand hatten und welche verfassungsrechtlichen Lehren für das heutige Grundgesetz daraus gezogen wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische und juristische Analyse, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur, Verfassungstexten und historischen Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Verfassungsentwurfs, die Analyse der politischen Krisen (Nachkriegszeit, Inflation, Weltwirtschaftskrise) und die Prüfung, wie Gerichte und Verwaltung mit der neuen Verfassung umgingen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weimarer Reichsverfassung, parlamentarische Demokratie, Grundrechte, historische Kontinuität und Verfassungsfehler geprägt.

Warum spielt das Notverordnungsrecht gemäß Art. 48 WRV eine so große Rolle?

Das Notverordnungsrecht wird als wesentliche Schwachstelle identifiziert, da es dem Reichspräsidenten ermöglichte, Grundrechte außer Kraft zu setzen und somit den Weg in den Autoritarismus ebnete.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Justiz in der Weimarer Zeit?

Die Autorin kritisiert, dass viele Richter dem demokratischen Staat mit Distanz begegneten und die Justiz ihrer schützenden Aufgabe für die Grundrechte weitgehend nicht nachkam, was zu einer einseitigen Urteilspraxis führte.

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Details

Title
Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung
College
University of Applied Sciences for Public Administration of North Rhine-Westphalia; Köln  ((Verwaltung))
Course
Seminar: Die Menschen- und Bürgerrechte - historische und juristische Entwicklungen
Grade
15 Punkte
Author
Sabine Hein (Author)
Publication Year
2001
Pages
31
Catalog Number
V3462
ISBN (eBook)
9783638121293
Language
German
Tags
Grundrechte Weimarer Reichsverfassung Seminar Menschen- Bürgerrechte Entwicklungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Hein (Author), 2001, Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3462
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