Aktuell existiert kein umfassendes und grundlagenorientiertes Vorgehensmodell zur Identifikation von Digitalisierungspotenzialen, welches kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim digitalen Wandel unterstützt. Aus diesem Grund beabsichtigt die vorliegende Arbeit einen Beitrag zu leisten sowie einen Überblick und Leitfaden zu bieten, wie die Einleitung der digitalen Transformation in KMU realisiert werden kann. Dafür werden zum einen bestehende Vorgehensmodelle analysiert und zum anderen ein Vorgehensmodell entwickelt, das sich anschließend nahtlos in eine unternehmensspezifische digitale Transformations-Roadmap für KMU einbetten lässt. Die Überführung der Ergebnisse des Vorgehensmodells in eine Roadmap ist nicht Bestandteil dieser Arbeit. Bei der Entwicklung sollen etablierte strategische Instrumente und Methoden zur unternehmensinternen und – externen Analyse eingesetzt werden, um so eine allgemeingültige methodische Grundlage eines Vorgehensmodells entwickeln zu können. Mithilfe eines durchgängigen Fallbeispiels in Form eines Beispielunternehmens, soll der praktikable Ansatz exemplarisch dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Digitalisierung
2.2 Kleine und mittlere Unternehmen
2.3 Digitalisierung in der Wirtschaft und Arbeitswelt
3 Bestehende Vorgehensmodelle
4 Strategisches Vorgehensmodell
4.1 Überblick
4.2 Phase 1 – STEEP + X
4.3 Phase 2 – Business Model Canvas
4.4 Phase 3 – Stärken-Schwächen-Analyse des Business Model Canvas
4.5 Phase 4 – SWOT-Portfolio
4.6 Phase 5 – DigiCollect
4.7 Phase 6 – DigiMatch
4.8 Phase 7 – DigiClassify
4.9 Phase 8 – DigiCluster
4.10 Phase 9 – DigiRoadmap
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein strukturiertes und praxistaugliches Vorgehensmodell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu entwickeln, um Digitalisierungspotenziale systematisch zu identifizieren und den digitalen Wandel gezielt einzuleiten. Die Arbeit adressiert dabei die Herausforderung, dass KMU häufig über unzureichende finanzielle Ressourcen und spezifisches Know-how verfügen, um die komplexe digitale Transformation aus eigener Kraft zu bewältigen.
- Analyse der Grundlagen der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen auf KMU.
- Evaluation bestehender Vorgehensmodelle zur digitalen Transformation.
- Konzeption eines neunphasigen, strategischen Vorgehensmodells mittels etablierter Managementinstrumente.
- Exemplarische Anwendung des Modells anhand eines Fallbeispiels (Analog GmbH).
Auszug aus dem Buch
4.2 Phase 1 – STEEP + X
Mithilfe der Umweltanalyse STEEP + X sollen wichtige Faktoren der Unternehmensumwelt identifiziert werden, die das entsprechende Unternehmen direkt oder indirekt beeinflussen und formen. Die STEEP + X – Analyse dient zur Beurteilung der identifizierten Faktoren und deren Bedeutung. Zur Identifikation der unternehmensrelevanten Faktoren werden Dimensionen festgelegt, die einen breiten Untersuchungsrahmen darstellen (vgl. Popp, Zweck, 2013: S. 234). Ziel dieser Phase ist die Analyse und Dokumentation der externen Marktkräfte. Die Ergebnisse der Phase eins fließen in das SWOT-Portfolio in Phase vier des Vorgehensmodells ein. Darüber hinaus bietet das Analysetool dem Unternehmen zu jeder Zeit umfassende Informationen über ein breites Spektrum an Veränderungen. Wie bereits in Kapitel 4.1 erwähnt, werden die einzelnen Schritte der Phasen durch das Beispielunternehmen Analog GmbH der Branche Logistik praxisnah dargestellt.
Das strategische Vorgehensmodell zur Identifikation von Digitalisierungspotenzialen beginnt mit einer modifizierten Form der Umfeldanalyse STEEP, der eigens für das Vorgehensmodell entwickelten STEEP + X – Analyse. Die STEEP-Analyse ist eine Erweiterung der STEP-Analyse (auch bekannt als PEST-Analyse), die ursprünglich von Fahey und Narayanan angewandt und entwickelt wurde (vgl. Fahey, Narayanan, 1986). STEEP ist ein englisches Akronym für „Sociological, Technological, Economical, Environmental, Political“, bzw. im Deutschen „Gesellschaft, Technologie, Wirtschaft, Umwelt, Politik“. Die Umfeldanalyse eignet sich für Unternehmen, die den Einfluss makroökonomischer Faktoren auf das Unternehmen, die Branche und den entsprechenden Markt untersuchen wollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung der digitalen Transformation für KMU und legt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2 Grundlagen: Definiert zentrale Begrifflichkeiten wie Digitalisierung und KMU und analysiert deren Einfluss auf Wirtschaft und Arbeitswelt.
3 Bestehende Vorgehensmodelle: Bietet einen Überblick und Vergleich verschiedener existierender Ansätze zur digitalen Transformation.
4 Strategisches Vorgehensmodell: Der Hauptteil der Arbeit, der das entwickelte neunphasige Vorgehensmodell inklusive der einzelnen Phasen und deren Anwendung am Fallbeispiel präsentiert.
5 Fazit: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet das entwickelte Modell hinsichtlich seiner Praxistauglichkeit und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, KMU, Digitale Transformation, Vorgehensmodell, Strategisches Management, Business Model Canvas, SWOT-Portfolio, STEEP + X, Digitaler Wandel, Geschäftsmodell, Unternehmensumwelt, Innovationsmanagement, Roadmap, Digitales Know-how, Logistikbranche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Vorgehensmodells, das KMU dabei unterstützen soll, Digitalisierungspotenziale systematisch zu identifizieren und erfolgreich zu erschließen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die digitale Transformation, Strategieentwicklung für KMU, die Anwendung von Managementinstrumenten sowie die praktische Gestaltung des digitalen Wandels.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines praxisorientierten Leitfadens, der KMU trotz begrenzter Ressourcen eine strukturierte Herangehensweise zur Einleitung der digitalen Transformation ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender Modelle und der konzeptionellen Entwicklung eines neuen, auf strategischen Analyseinstrumenten basierenden Vorgehensmodells, welches exemplarisch durch ein Fallbeispiel illustriert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse bestehender Modelle und die detaillierte Vorstellung eines eigenen, neunphasigen Vorgehensmodells, das von der Umfeldanalyse bis zur Erstellung einer Projekt-Roadmap reicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, KMU, Vorgehensmodell, Transformation, Strategie, Business Model Canvas und SWOT-Analyse.
Welche Rolle spielt das Fallbeispiel "Analog GmbH"?
Das Fallbeispiel dient dazu, die theoretischen Phasen des Vorgehensmodells konkret und praxisnah auf ein fiktives Unternehmen aus der Logistikbranche anzuwenden.
Warum wird eine spezielle STEEP + X-Analyse verwendet?
Die STEEP + X-Analyse erweitert die klassische Umfeldanalyse um die Dimension "Branche", um eine umfassendere Identifikation von branchenspezifischen Einflussfaktoren für KMU zu ermöglichen.
Was unterscheidet das hier entwickelte Modell von anderen Ansätzen?
Das Modell ist speziell für KMU konzipiert und darauf ausgerichtet, ohne externe Expertenüberlastung eine strukturierte, auf etablierten Tools basierende Roadmap für die digitale Transformation zu erstellen.
Welche Bedeutung hat das Eisenhower-Prinzip in diesem Modell?
Es wird in Phase 4 (SWOT-Portfolio) genutzt, um identifizierte Chancen, Risiken, Stärken und Schwächen nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu priorisieren und so den Fokus auf die erfolgskritischen Maßnahmen zu lenken.
- Citar trabajo
- Philipp Maurer (Autor), 2016, Entwicklung eines Vorgehensmodells für kleine und mittlere Unternehmen zur Identifikation von Digitalisierungspotenzialen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346405