Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Neologismen an der Wende zum 21. Jahrhundert. Betroffen sind Neologismen der 90er Jahre und ihre Präsenz zwischen1990 und 2010. Es wird dabei das Ziel verfolgt, ausgewählte Neologismen der 90er Jahre aus den Sachgebieten Politik, Soziales, Wirtschaft, Technologie und Forschung, Sport und Medien im angegebenen Zeitraum 1990-2010 auf Verwendungsfrequenz, Entstehungsmöglichkeiten, Sachgebiete und Lexikalisierung zu überprüfen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zum Forschungsstand der Wortschatzerweiterung
1.1 Begriffserklärung „Neologismus“
1.2 Historische Entwicklung des Begriffs Neologismus
1.3 Typen von Neologismen in der deutschen Gegenwartssprache
1.3.1 Neulexem
1.3.2 Neubedeutung
1.4 Abgrenzung von Neologismen und Ad-hoc-Bildungen
1.5 Möglichkeiten zur Bildung von Neologismen
1.5.1 Neologismenbildung durch Wortbildung
1.5.1.1 Neologismenbildung durch Komposition
1.5.1.2 Neologismenbildung durch Derivation und Konversion
1.5.1.3 Neologismenbildung durch Partikelverbbildung
1.5.1.4 Neologismenbildung durch Kurzwortbildung
1.5.1.5 Neologismenbildung durch Wortgruppenlexeme
1.5.1.6 Neologismenbildung durch Kontamination
1.5.2 Neologismenbildung durch Entlehnung
1.5.3 Neologismenbildung durch Bedeutungsveränderung
2. Überblick über Fachliteratur und Neologismen-Lexikographie
2.1 Einschlägige Arbeiten
2.2 Neologismen-Wörterbücher im Deutschen
2.2.1 Das Neologismen-Wörterbuch vom IDS-Mannheim (2004)
2.2.2 Auswahlkriterien im IDS-Neologismen-Wörterbuch
3. Empirische Untersuchungen
3.1 Überblick
3.1.1 Ziele der empirischen Untersuchungen
3.1.2 Forschungskorpus: Vorstellung und Auswahlkriterien
3.1.3 Methodisches Vorgehen
3.1.4 Aufbau des Belegmaterials
3.1.5 Präsentation und Analyse des Belegmaterials
3.2 Das Sachgebiet: Politik
3.3 Das Sachgebiet: Gesellschaft und Soziales
3.4 Das Sachgebiet: Wirtschaft
3.5 Das Sachgebiet: Technologie und Forschung
3.6 Das Sachgebiet: Sport
3.7 Das Sachgebiet: Medien
3.8 Ergebnisse der empirischen Untersuchungen
3.8.1 Verwendungsfrequenz
3.8.2 Erstbelege im Erfassungszeitraum
3.8.3 Lexikalisierung in Standardwörterbüchern
3.8.4 Lexikalisierungszeit
3.8.5 Verteilung der Neologismen auf die Sachgebiete
3.8.6 Bildungsmöglichkeiten der ausgewählten Neologismen
3.8.6.1 Neologismenbildung durch Wortbildung
3.8.6.1.1 Neologismenbildung durch Komposition
3.8.6.1.2 Neologismenbildung durch Derivation und Konversion
3.8.6.1.3 Neologismenbildung durch Partikelverbbildung
3.8.6.1.4 Neologismenbildung durch Kurzwortbildung
3.8.6.1.5 Neologismenbildung durch Wortgruppenlexeme
3.8.6.1.6 Neologismenbildung durch Kontamination
3.8.6.2 Neologismenbildung durch Entlehnung
3.8.6.3 Neologismenbildung durch Bedeutungsveränderung
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Etablierung von 120 ausgewählten Neologismen der 90er Jahre in der deutschen Publizistik im Zeitraum von 1990 bis 2010. Dabei wird der Fokus darauf gelegt, wie diese neuen Wortschatzeinheiten nach Sachgebieten sortiert sind, welche Bildungsmöglichkeiten sie aufweisen und inwieweit ihre Verwendungsfrequenz mit ihrer Lexikalisierung in Standardwörterbüchern korreliert.
- Analyse von Wortneubildungen, Entlehnungen und Neubedeutungen in der deutschen Presse.
- Untersuchung der Sprachvarietäten (Politik, Soziales, Wirtschaft, Technologie, Sport, Medien).
- Vergleich der korpusbasierten Verwendungsfrequenz mit der Aufnahme in Standardwörterbücher.
- Evaluation von Bildungstechniken wie Komposition, Derivation und Lehnübersetzung.
Auszug aus dem Buch
1.4 Abgrenzung von Neologismen und Ad-hoc-Bildungen
In der Wortneubildung geht es lediglich entweder um ein etabliertes Neuwort, wie bereits ausführlich erklärt oder um ein augenblicklich und kontextbezogen gebildetes neues Wort. Solche okkasionellen neuen Wörter werden in der Sprachwissenschaft als Ad-hoc-Bildungen bezeichnet, weil sie nur zum Zweck einer Situations- oder Sachverhaltsdarstellung in einem bestimmten Kontext gebildet werden und nicht als etablierte lexikalische Einheiten gelten, so dass sie außerhalb des Kontextes kaum als sinntragende lexikalische Einheiten zu klassifizieren sind. Diese Ad-hoc-Bildungen, die auch als Okkasionalismen oder Eintagsfliegen bekannt sind, werden ausschließlich mit Mitteln der Wortbildung gebildet. Es geht also nur um die Entstehung einer Textbedeutung durch die Kombination bekannter Sprachzeichen. Zum Zeitpunkt ihrer Bildung können Wortneubildungen nur als Ad-hoc-Bildungen bezeichnet werden und nur auf der Textebene eine Bedeutung tragen. Dabei geht es hauptsächlich um deren kontextsensitive Verwendung. Solche Ad-hoc-Bildungen könnten sich, jedoch mit einer geringen Wahrscheinlichkeit, im Zeitverlauf zu Neologismen entwickeln, also unabhängig von der Textebene verstanden werden und ins Lexikon der Sprachgemeinschaft aufgenommen werden (Matussek 1994: 34). In diesem Zusammenhang ist Kinne (1998: 86) der Ansicht, dass jeder Neologismus zunächst als Okkasionalismus bzw. Ad-hoc-Bildung entsteht, bevor er über die Usualisierung und Akzeptierung und zuletzt mit der Lexikalisierung seinen Integrationsprozess zum Abschluss bringt. Eine Tatsache ist aber, dass die meisten Okkasionalismen sehr unwahrscheinlich zu Neologismen werden, weil es auf Faktoren wie den kommunikativen Wert des jeweiligen Denotats im öffentlichen Diskurs ankommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zum Forschungsstand der Wortschatzerweiterung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Neologismus, grenzt ihn von Ad-hoc-Bildungen ab und erläutert theoretische Grundlagen der Wortbildungsmöglichkeiten.
2. Überblick über Fachliteratur und Neologismen-Lexikographie: Dieser Abschnitt bietet eine Übersicht über wissenschaftliche Arbeiten und Neologismen-Wörterbücher seit den 90er Jahren sowie die Kriterien des IDS-Neologismen-Wörterbuchs.
3. Empirische Untersuchungen: Hier erfolgt die konkrete Analyse der 120 ausgewählten Neologismen anhand von Belegmaterial aus Zeitungen und Nachrichtenmagazinen sowie deren Einordnung nach Sachgebieten und Bildungstypen.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zur Verwendungsfrequenz, Lexikalisierung und Entstehung der untersuchten Neologismen zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche weiterführende Forschungen.
Schlüsselwörter
Neologismus, Wortschatzerweiterung, Neulexem, Neubedeutung, Ad-hoc-Bildung, Komposition, Derivation, Lehnwort, IDS-Mannheim, Sprachwandel, Publizistik, Korpusanalyse, Lexikalisierung, Wortbildung, Sprachgebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Neologismen, die in den 90er Jahren im deutschen Sprachraum entstanden sind, und deren Entwicklung bis zum Jahr 2010.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die Untersuchung deckt die Sachgebiete Politik, Gesellschaft und Soziales, Wirtschaft, Technologie und Forschung, Sport sowie Medien ab.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es, die Verwendungsfrequenz, die Entstehungsmöglichkeiten (Wortbildung, Entlehnung) und den Grad der Lexikalisierung dieser neuen Wörter in Standardwörterbüchern nachzuweisen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine korpusbasierte Analyse von Zeitungsartikeln (Tages- und Wochenzeitungen) durchgeführt, um 120 ausgewählte Neologismen qualitativ und quantitativ zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstandes sowie eine umfassende empirische Untersuchung, in der die Belegmaterialien systematisch analysiert und nach Bildungstechniken klassifiziert werden.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Wortschatzerweiterung, Neologismen-Lexikographie, sprachliche Innovation, korpusgestützte Sprachanalyse und linguistische Wortbildung.
Was unterscheidet einen Neologismus von einer Ad-hoc-Bildung?
Neologismen sind etablierte Teile des mentalen Lexikons einer Sprachgemeinschaft, während Ad-hoc-Bildungen kontextgebunden sind und meist nur kurzzeitig eine spezifische Textbedeutung erfüllen.
Welche Rolle spielt die "Lexikalisierungszeit" für die Ergebnisse?
Die Arbeit stellt fest, dass Neologismen in der Regel einen langen Prozess (oft über 7 Jahre) durchlaufen müssen, bevor sie ihren Weg in Standardwörterbücher finden.
- Citar trabajo
- Aimen Hamreras (Autor), 2014, Neologismen in der deutschen Publizistik an der Wende zum 21. Jahrhundert (1990-2010), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346680