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Inszenierende Fotokunst von Jeff Wall. Konstruktion und Wahrnehmung von Bildwirklichkeit und ihre Verwendung als Ausdruck der Sozialkritik

Title: Inszenierende Fotokunst von Jeff Wall. Konstruktion und Wahrnehmung von Bildwirklichkeit und ihre Verwendung als Ausdruck der Sozialkritik

Seminar Paper , 2016 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Aline Neis (Author)

Art - Photography and Film
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Werken der inszenierenden Fotografie Jeff Walls. Dabei wird dem Verhältnis von Wirklichkeit und Illusion in Walls Arbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Im Zuge der Arbeit soll zum einen auf die entstehungstechnischen Hintergründe von Walls Arbeit eingegangen werden, um deren Bezug und Relevanz für die Vermittlung und Aufdeckung eines tieferen Symbolismus in den Aufnahmen scheinbar trivialer Alltagsszenen aufzuzeigen. Zum anderen soll ebenfalls die Rolle des Rezipienten für Walls Spiel mit dessen Wahrnehmung dargestellt werden.

Im Fokus der Arbeit steht dabei, mit welchen Mitteln es Wall in seinen fotografischen Arbeiten gelingt, die Grundstrukturen menschlicher Gesellschaft und deren archetypische Verhaltensmuster darzustellen und nicht zuletzt Kritik an diesen zu üben. Daher muss im Zuge dieser Arbeit auf eine Darstellung Walls früherer konzeptueller und fotojournalistischer Werke verzichtet werden, da es sich bei diesen nicht um Inszenierungen handelt und sie somit für die Beantwortung der Fragestellung nicht relevant sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jeff Wall

3. Das räumliche Arrangement seiner Werke

4. Fotografie als Inszenierung

5. Die Rolle des Rezipienten

6. Momente der Aufdeckung

7. Die Symbolik in Walls Kunst

7.1. Die Allegorie der menschlichen Gesellschaft

7.2. Walls Werk als Sozialkritik

8. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die inszenierende Fotokunst von Jeff Wall mit dem Ziel, das komplexe Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Illusion zu ergründen und aufzuzeigen, wie Wall durch eine gezielte Bildkomposition gesellschaftskritische Aussagen trifft.

  • Konstruktion von Bildwirklichkeit durch inszenierte Alltagsszenen
  • Die Rolle des Rezipienten im Entschlüsselungsprozess
  • Einsatz von Symbolik zur Darstellung menschlicher Verhaltensmuster
  • Verbindung von dokumentarischer Ästhetik und ästhetischem Anspruch
  • Sozialkritik als Ausdruck künstlerischer Intentionalität

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Eine teils asphaltierte, teils nur durch Schotter befestigte Straße führt den Blick von oben entlang einer vorstädtischen Reihe von kleinbürgerlich anmutenden ein- und zweistöckigen Häusern, jedes von ihnen durch einen Garten von der Straße abgegrenzt, die Rasenflächen sind akkurat gemäht. Die reflektierenden Scheiben einiger parkender Autos am Straßenrand verraten, dass die Sonne hell vom Himmel auf die im Bildhintergrund sich weich vor dem hellen Himmel abzeichnende Großstadt scheint, doch bleibt der Blick des Betrachters auf dem Bildvordergrund verhaften.

Bei erster Betrachtung scheint die Fotografie „An Eviction“ (1988/ 2004) des Kanadiers Jeff Wall ein alltägliches Vorstadtidyll und die darin stattfindenden menschlichen Handlungen wiederzugeben. Durch die scheinbar willkürliche Anordnung und Unterbrechung menschlicher Aktionen und Bewegungsabläufe, wie das Passieren der Straße, wirkt die Fotografie wie eine zufällige Aufnahme, ein Schnappschuss. Doch ist genau dies die Intention des Fotografen: Das Schaffen von Illusion und vermeintlicher Wirklichkeit. Erst der zweite Blick ermöglicht den Zugang zu einer neuen Deutungsebene und offenbart die Täuschung: ein Polizeiwagen unterbricht die lineare Anordnung der parkenden Autos und lenkt so den Blick auf die Bildmitte, wo sich im Vorgarten eines der Häuser vier Menschen in einer handgreiflichen Auseinandersetzung befinden und deren zugespitzten Gesten bei näherem Betrachten auf den inszenierten Charakter der Fotografie verweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der inszenierten Fotografie von Jeff Wall ein und erläutert anhand des Beispiels „An Eviction“ die Diskrepanz zwischen wahrgenommener Wirklichkeit und inszenierter Täuschung.

2. Jeff Wall: Hier wird der biographische Hintergrund des Künstlers beleuchtet, insbesondere der Einfluss seiner kunsthistorischen Ausbildung und sein bewusster Wechsel von der Malerei zur Fotografie.

3. Das räumliche Arrangement seiner Werke: Dieses Kapitel analysiert die Präsentation der großformatigen Leuchtkästen, die den Betrachter durch ihre Lichtintensität und ihre Wirkung auf den Realraum aktiv in die Rezeption einbeziehen.

4. Fotografie als Inszenierung: Der Autor untersucht, wie Wall den dokumentarischen Wahrheitsanspruch der Fotografie nutzt, um ihn gleichzeitig durch gezielte, filmisch anmutende Inszenierungen zu unterwandern.

5. Die Rolle des Rezipienten: Es wird erörtert, wie der Betrachter durch das bewusste Spiel mit dem „Schein und Sein“ aus seiner Passivität gelöst und zum aktiven Konstrukteur von Bedeutung wird.

6. Momente der Aufdeckung: Hierbei geht es um die kuriosen und irritierenden Bildelemente, die Wall in seine Werke einfügt, um den Betrachter auf den inszenierten Charakter und die Künstlichkeit der Szene hinzuweisen.

7. Die Symbolik in Walls Kunst: Dieser Abschnitt behandelt die Allegorien in Walls Arbeiten, die menschliche gesellschaftliche Strukturen und Verhaltensweisen in den Fokus rücken.

8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse über die Verbindung von Inszenierung, Dokumentation und der Rolle des Betrachters als Interpret.

Schlüsselwörter

Jeff Wall, inszenierte Fotografie, Bildwirklichkeit, Illusion, Sozialkritik, Rezeption, Allegorie, Kinematographie, Habitus, Bildkomposition, Wahrnehmung, Täuschung, Dokumentarismus, Kunstgeschichte, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Werk des Künstlers Jeff Wall unter dem Aspekt der inszenierten Fotografie und beleuchtet, wie er Wirklichkeit konstruiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen dokumentarischem Anschein und ästhetischer Inszenierung sowie die Rolle des Betrachters bei der Deutung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen Mitteln Wall die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion verwischt, um gesellschaftskritische Inhalte zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunstwissenschaftliche Analyse, indem sie Bildbeispiele heranzieht und diese durch Bezüge zur Kunstgeschichte und soziologische Konzepte wie den Habitus theoretisch einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die technischen und kompositorischen Mittel Walls, die Rolle des Rezipienten, die Momente der Aufdeckung sowie die symbolische Bedeutung seiner Werke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie „inszenierte Fotografie“, „Bildwirklichkeit“, „Sozialkritik“ und „Rezeption“ charakterisieren.

Wie unterscheidet Wall seine Inszenierungen von klassischer Dokumentarfotografie?

Wall nutzt zwar die Ästhetik des Schnappschusses, plant seine Bilder jedoch akribisch im Sinne der Kinematographie, um symbolisch aufgeladene Narrative zu schaffen.

Welche Bedeutung kommt der Präsentation in Leuchtkästen zu?

Die Leuchtkästen heben sich durch ihre hohe Lichtintensität vom Raum ab und zwingen den Betrachter zur Auseinandersetzung mit dem Bild als artifizielles Konstrukt.

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Details

Title
Inszenierende Fotokunst von Jeff Wall. Konstruktion und Wahrnehmung von Bildwirklichkeit und ihre Verwendung als Ausdruck der Sozialkritik
College
University of Koblenz-Landau
Course
Bildermenschen/ Menschenbilder: Dokumentarische und künstlerische Annäherungen an die Bestimmung des eigenen Wesens
Grade
1,0
Author
Aline Neis (Author)
Publication Year
2016
Pages
17
Catalog Number
V347191
ISBN (eBook)
9783668381582
ISBN (Book)
9783668381599
Language
German
Tags
inszenierende fotokunst jeff wall konstruktion wahrnehmung bildwirklichkeit verwendung ausdruck sozialkritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aline Neis (Author), 2016, Inszenierende Fotokunst von Jeff Wall. Konstruktion und Wahrnehmung von Bildwirklichkeit und ihre Verwendung als Ausdruck der Sozialkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347191
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