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Bourdieus Konzeption von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital

Title: Bourdieus Konzeption von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: René Sternberg (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Wissen hat eine immer größere Bedeutung, denn es ist ein Wettbewerbsvorteil. Die Zukunft wird die Verbindung von Wissen- und Beziehungsentwicklung verlangen, um den Wettbewerbsvorteil zu sichern.1 Auf den ersten Blick wird eventuell nicht deutlich, was Wissen mit Beziehungen zu tun hat. Diese Wechselbeziehung wird offensichtlicher, wenn man sich folgende Frage vergegenwärtigt. Wie kann man Humankapital in Aufstiegschancen umsetzen? In der Theorie des sozialen Kapitals, beeinflusst das soziale Kapital den Ertrag des finanziellen Kapitals (ökonomisches Kapital) und des Humankapitals (Kulturkapital). Dies bedeutet, dass Menschen aus ihrem finanziellen und ihrem Humankapital nur das Optimum an Erträgen erzielen können, wenn sie genügend soziales Kapital besitzen. Aber was sind soziales und kulturelles Kapital und wie können sie effektiv akquiriert bzw. angewendet werden?

Um diese Fragen und die Bedeutung der Beziehungen für das Wissen zu klären, möchte ich in meiner Arbeit die Kapital-Theorie von Pierre Bourdieu darlegen. Dabei werde ich hauptsächlich auf Bourdieus Text „Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital“ eingehen, welches im Sonderband „Soziale Ungleichheiten“ (Hg. Reinhard Kreckel) veröffentlicht wurde. Bourdieu möchte in seiner Arbeit alle Erscheinungsformen von Kapital und Profit beschreiben und Gesetze bestimmen, wie die Transformation zwischen den Kapitalsorten verläuft.2 Im laufe der Arbeit werde ich anhand von Beispielen verdeutlichen, was die einzelnen Kapitalsorten sind. Dabei wird u.a. veranschaulicht, warum es nicht so ist, dass alle Kinder die gleichen Bildungs- und Aufstiegschancen haben, obwohl das deutsche Schulsystem diese Chancengleichheit oberflächlich suggeriert.

Um diese Punkte zu klären, werde ich zunächst ausführen, was soziales Kapital ist und dann die Boudieuschen Kapitalsorten erläutern. Anschließend werde ich auf die Arbeit in Beziehungsnetzen und auf die Kapitalumwandlung eingehen. Zum Schluss werde ich kurz auf Kritikpunkte an der Theorie von Bourdieu und eine Ergänzung anbringen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziales Kapital

3. Die Kapital-Theorie von Pierre Bourdieu

3.1. Kulturelles Kapital

3.1.1. Inkorporiertes Kapital

3.1.2. objektiviertes Kapital

3.1.3. institutionalisiertes Kulturkapital

3.2. Soziales Kapital

3.3. Beziehungsnetz und Beziehungsarbeit

3.4. Kapitalumwandlung

4. Kritik und Ergänzung

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Bourdieus Theorie der Kapitalsorten (ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital) darzulegen und deren Wechselwirkungen auf Bildungschancen und soziale Positionierung zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie soziale Beziehungen als Kapitalform fungieren und warum die ungleiche Verteilung dieser Ressourcen die Chancengleichheit im Bildungssystem beeinflusst.

  • Grundlagen der Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu
  • Differenzierung zwischen inkorporiertem, objektiviertem und institutionalisiertem Kulturkapital
  • Analyse der Funktion und Bildung von Beziehungsnetzwerken
  • Mechanismen der Kapitalumwandlung zwischen den verschiedenen Kapitalsorten
  • Kritische Reflexion der Theorie hinsichtlich Risiken wie der Status- oder Freundschaftsfalle

Auszug aus dem Buch

3.1. Kulturelles Kapital

Kulturelles Kapital ist dagegen verinnerlichtes Wissen, welches durch Schultitel oder andere Abschlüsse verdeutlicht wird. Bourdieu entwickelte den Begriff des kulturellen Kapitals aus einer Hypothese innerhalb seiner Forschungsarbeit. Er konnte mit dem kulturellen Kapital die unterschiedlichen Leistungen der Schüler aus verschiedenen Klassen erklären. In dieser Hypothese wurde der Erfolg der einzelnen Schüler aus den unterschiedlichen Schichten direkt auf die ungleiche Verteilung des kulturellen Kapitals zwischen den Klassen bezogen. Diese Betrachtung der schulischen Leistungen bedeutete einen Bruch mit den bisherigen Vorstellungen. Vor Bourdieu wurde immer davon ausgegangen, dass die schulischen Leistungen ausschließlich auf individuelle Fähigkeiten beruhen. Diese Einschätzung ist möglich gewesen, weil „die am besten verborgende und sozial wirksamste Erziehungsinvestition“ unberücksichtigt blieb.

Die Investition von der Bourdieu sprach, ist die Transmission kulturellen Kapitals in der Familie, denn die Fähigkeiten und Begabungen der Schüler sind das Produkt einer Investition von Zeit und kulturellen Kapital. Dies bedeutet, dass die Eltern in ihr Kind investieren, damit sich kulturelles Kapital aufbauen kann und dieses Kapital bestimmt den schulischen Ertrag des Kindes mit. Der ökonomische und soziale Ertrag des schulischen Titels hängt auch vom ererbten sozialen Kapital ab, denn es kann das Kind in der Schule u.a. durch Tipps unterstützen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Wissen als Wettbewerbsvorteil und Vorstellung der Kapital-Theorie von Pierre Bourdieu.

2. Soziales Kapital: Definition von sozialem Kapital als Ressource innerhalb sozialer Beziehungsstrukturen und deren Bedeutung für den Einzelnen.

3. Die Kapital-Theorie von Pierre Bourdieu: Systematische Darstellung der drei Kapitalsorten und ihrer Bedeutung für die soziale Stellung eines Akteurs.

3.1. Kulturelles Kapital: Erläuterung des kulturellen Kapitals als verinnerlichtes Wissen und dessen Einfluss auf den schulischen Erfolg.

3.1.1. Inkorporiertes Kapital: Beschreibung der körpergebundenen allgemeinen Bildung, die Zeit zur Verinnerlichung erfordert.

3.1.2. objektiviertes Kapital: Analyse von kulturellen Gütern wie Büchern oder Kunstwerken, die einer aktiven Aneignung bedürfen.

3.1.3. institutionalisiertes Kulturkapital: Untersuchung der Umwandlung von Bildung in rechtlich garantierte Titel und deren Zertifizierungsfunktion.

3.2. Soziales Kapital: Vertiefung der Rolle von Beziehungsnetzwerken als aktuelle und potenzielle Ressourcen.

3.3. Beziehungsnetz und Beziehungsarbeit: Untersuchung der Entstehung von Netzwerken durch Investitionsstrategien und die Bedeutung gegenseitiger Anerkennung.

3.4. Kapitalumwandlung: Analyse der Mechanismen, wie ökonomisches Kapital zur Akkumulation oder Umwandlung in andere Kapitalsorten genutzt wird.

4. Kritik und Ergänzung: Auseinandersetzung mit der mangelnden Definition der Kapitalsorten und Risiken wie der Status- oder Freundschaftsfalle.

5. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der Hypothese, dass Netzwerke als Repräsentanten sozialer Beziehungen maßgeblich für die Kapitalakkumulation sind.

Schlüsselwörter

Bourdieu, ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, Bildungschancen, Humankapital, Kapitalumwandlung, Beziehungsnetzwerk, soziale Ungleichheit, Erziehungsinvestition, Statusfalle, Habitus, soziale Stellung, Transmission, Kapitalakkumulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Kapital-Theorie von Pierre Bourdieu und untersucht, wie verschiedene Formen von Kapital – ökonomisches, kulturelles und soziales – die sozialen Chancen und Bildungserfolge von Individuen bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Definition der verschiedenen Kapitalsorten, die Rolle von Familie und Erziehung bei der Kapitalvermittlung sowie die Dynamik von sozialen Netzwerken und deren ökonomischer Verwertbarkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den Kapitalsorten aufzuzeigen und zu erklären, warum ungleiche Startbedingungen (Kapitalausstattung) in der Familie zu ungleichen Bildungs- und Aufstiegschancen führen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der der Autor den Text „Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital“ von Bourdieu aufbereitet und durch ergänzende soziologische Fachliteratur sowie Praxisbeispiele veranschaulicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Definition und Differenzierung der drei Kapitalsorten, die Analyse von Beziehungsnetzwerken und deren Pflege (Beziehungsarbeit) sowie eine Erörterung, wie diese Kapitalsorten ineinander umgewandelt werden können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kapitalakkumulation, Chancengleichheit, Bildungssoziologie, soziale Netzwerke und die Transformation von Ressourcen definiert.

Warum ist kulturelles Kapital laut Bourdieu so entscheidend für den schulischen Erfolg?

Laut Bourdieu ist schulischer Erfolg kein reines Produkt individueller Fähigkeiten, sondern das Ergebnis frühzeitiger Investitionen der Familie in kulturelles Kapital, welches den Kindern einen ungleichen Startvorteil verschafft.

Was versteht man unter der „Freundschaftsfalle“?

Die Freundschaftsfalle beschreibt ein Risiko, bei dem die Intensität einer persönlichen Freundschaft ökonomische Handlungen hemmt, da man einem Freund gegenüber keine Forderungen stellt, die man bei einem bloßen Bekannten anwenden würde.

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Details

Title
Bourdieus Konzeption von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Course
Bildungs- und Arbeitssozialisation
Grade
1,7
Author
René Sternberg (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V34906
ISBN (eBook)
9783638349888
ISBN (Book)
9783638786850
Language
German
Tags
Bourdieus Konzeption Kapital Bildungs- Arbeitssozialisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René Sternberg (Author), 2004, Bourdieus Konzeption von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34906
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