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Grundüberlegungen zum quantitativen Wachstum. Kann es ein stetiges Wachstum real geben?

Title: Grundüberlegungen zum quantitativen Wachstum. Kann es ein stetiges Wachstum real geben?

Scientific Essay , 2016 , 12 Pages

Autor:in: Andreas Unger (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Der Anstoß für das Verfassen dieses wissenschaftlichen Aufsatzes war die Frage eines Bekannten, ob denn das mit dem exponentiellen Wachstum unserer Wirtschaft nicht doch irgendwie dauerhaft möglich sei.

Ausgangspunkt und Grundlage des Kapitalismus ist die endlose Akkumulation von Kapital. Dabei wird vorhandenes Kapital mit dem Ziel produktiv eingesetzt, Gewinne zu erzielen, welche dann teilweise reinvestiert, also wieder dem Kapitalstock zugeführt werden, damit in der nächsten Periode noch höhere Gewinne erzielt werden können, die dann partiell wiederum dem Kapitalstock zufließen usw.. In einem realwirtschaftlichen Kapitalismus werden also in einer endlosen Reihe mit dem Einsatz von Geld, Waren bzw. Dienstleistungen produziert um durch deren Verkauf dann noch mehr Geld zur Verfügung zu haben um es wiederum in die Produktion von Waren bzw. Dienstleistungen zu investieren (Schema: G→W→G‘→W‘→G‘‘→W‘‘→…..). Der Finanzkapitalismus versucht sich den Umweg über die Produktion von Waren oder Dienstleistungen zu ersparen, indem Geld direkt eingesetzt wird um noch mehr Geld zu verdienen (Schema: G→G‘→G‘‘→…..). Die grundsätzliche Logik ist jedoch die gleiche. Dieses Grundschema gilt für alle Ausprägungen des Kapitalismus, sowohl für einen marktradikaleren angloamerikanischen Kapitalismus, für die sogenannte kontinentaleuropäische Soziale Marktwirtschaft, aber auch für jenen Staatskapitalismus (Lenin) wie ihn der bekannte Sowjetkommunismus verkörperte.

Erkennbar wird hier ein exponentielles quantitatives Wachstumsschema, wie es in der bekannten Zinseszinsformel (Kt = K0 * (1+i)^t) mathematisch abgebildet wird.

Anhand von vier Typen von Produktionsfaktoren zunächst von der Inputseite her als Gedankenexperiment diskutiert, ob überhaupt Möglichkeiten bestehen könnten, dauerhaft exponentiell zu wachsen. In einem zweiten Schritt wird die Output- und die Absatzsseite beleuchtet. Im Zuge des Gedankenexperimentes werden hier die Dinge bis zum Exzess zu Ende gedacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Grundüberlegungen zum quantitativen Wachstum

Lineares Wachstum

Natürliches Wachstum

Exponentielles Wachstum

Produktionsfaktor Arbeit

Produktionsfaktor Rohstoffe

Produktionsfaktor Energie

Produktionsfaktor Boden

Treiber eines exponentiellen Wachstums

Aus der obigen Grafik ergibt sich somit folgende Problemstellung

Als möglicher Ausweg aus dem Dilemma wird aber eines öffentlich kaum diskutiert

Keynesianisches Szenario

Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Grenzen des kapitalistisch geprägten, quantitativen exponentiellen Wachstums durch eine Analyse verschiedener Produktionsfaktoren und wirtschaftspolitischer Szenarien, um die Notwendigkeit einer neuen Wirtschaftsordnung zu begründen.

  • Analyse der Wachstumsformen (linear, natürlich, exponentiell)
  • Untersuchung der Produktionsfaktoren Arbeit, Rohstoffe, Energie und Boden
  • Diskussion der Auswirkungen von Lohnstagnation und Produktivitätssteigerung
  • Kritische Beleuchtung kapitalistischer Problemlösungsmodelle (Konsum auf Kredit, Exportmodelle)
  • Skizzierung alternativer Ansätze für eine stationäre oder qualitative Wirtschaftsweise

Auszug aus dem Buch

Produktionsfaktor Rohstoffe

Im Gegensatz zu den Dienstleistungen, die immaterieller Natur sind, braucht es zur Produktion von Waren immer irgendwelcher stofflicher Grundlagen (selbst der berühmte Replikator aus Star Trek bedarf der entsprechenden Atome bzw. Elementarteilchen). Grundsätzlich gilt für sämtliche Rohstoffe, dass sie in begrenzter Menge vorhanden sind. Bei endlichen Rohstoffen gilt weiters, dass es bei deren Gewinnung zu sinkenden Grenzerträgen kommt (zur Gewinnung jeder weiteren Mengeneinheit muss ein immer höherer Aufwand betrieben werden). Um ein dauerhaftes Wachstum überhaupt zu ermöglichen ist eine Kombination folgender Maßnahmen denkbar:

Vollständiger Stoffkreislauf durch eine 100% Recyclingquote. Ein (relativ unrealistischer) vollständiger Stoffkreislauf würde zumindest eine stationäre Wirtschaft für einen extrem langen Zeitraum ermöglichen. Soll die Wirtschaft dauerhaft weiter wachsen, müssten dennoch stetig Rohstoffe neu gewonnen werden. Alternativ könnte bei einer 100% Recyclingquote die Lebensdauer der Produkte stetig weiter verkürzt werden (geplante Obsoleszenz), sodass die jeweiligen Rohstoffe kürzer in den Produkten gebunden bleiben und die Rohstoffe so immer schneller umgewälzt würden. Lange bevor die theoretisch kürzeste Lebensdauer eines Produktes erreicht wäre (ist mit 0 streng nach unten limitiert), würden sich für diese Produkte vermutlich keine Käufer mehr finden.

Zusammenfassung der Kapitel

Grundüberlegungen zum quantitativen Wachstum: Einführung in die Logik des Kapitalismus, die auf unendlicher Kapitalakkumulation und exponentiellem Wachstum basiert.

Lineares Wachstum: Mathematische Betrachtung eines Wachstumsmodells, das in der Natur und Wirtschaft nur begrenzt vorstellbar ist.

Natürliches Wachstum: Darstellung biologischer Wachstumsprozesse, die durch Sättigung und Begrenzung gekennzeichnet sind.

Exponentielles Wachstum: Analyse von Prozessen in der Natur, die aufgrund ihrer Dynamik abrupt enden, und deren Übertragung auf die kapitalistische Wirtschaft.

Produktionsfaktor Arbeit: Untersuchung der demographischen und produktivitätsbezogenen Grenzen menschlicher Arbeit als Wachstumsfaktor.

Produktionsfaktor Rohstoffe: Diskussion der stofflichen Endlichkeit und der theoretischen Möglichkeiten (Recycling, Miniaturisierung, Substitution) diese zu überwinden.

Produktionsfaktor Energie: Analyse der energetischen Grenzen und der Perspektiven durch Effizienzsteigerung, erneuerbare Energien und neue Energieformen.

Produktionsfaktor Boden: Betrachtung der begrenzten Fläche als limitierenden Faktor für wirtschaftliches Wachstum.

Treiber eines exponentiellen Wachstums: Identifikation des Zinseszins-Geldsystems und der steigenden Produktivität als Hauptursachen für den Wachstumszwang.

Aus der obigen Grafik ergibt sich somit folgende Problemstellung: Analyse der Problematik fehlender Kaufkraft bei gleichzeitigem Produktivitäts- und Outputwachstum.

Als möglicher Ausweg aus dem Dilemma wird aber eines öffentlich kaum diskutiert: Kurzer Hinweis auf die Arbeitszeitverkürzung als Lösungsansatz.

Keynesianisches Szenario: Kritische Hinterfragung, ob eine keynesianische Politik die systemischen Probleme langfristig lösen kann.

Schlussfolgerung: Plädoyer für eine neue Wirtschaftsordnung, die qualitatives Wachstum in den Vordergrund stellt und quantitative Stationarität ermöglicht.

Schlüsselwörter

Quantitatives Wachstum, Kapitalismus, Exponentielles Wachstum, Produktionsfaktoren, Ressourcen, Produktivität, Reallöhne, Nachhaltigkeit, Zinseszins, Energieeffizienz, Konsum, Wirtschaftsordnung, Grenznutzen, Arbeitszeitverkürzung, Stoffkreislauf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und physischen Grenzen des kapitalistischen Strebens nach endlosem exponentiellen Wachstum.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Analyse von Produktionsfaktoren (Arbeit, Rohstoffe, Energie, Boden), die Rolle des Geldsystems und die Problematik der Massenkaufkraft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass ein dauerhaftes exponentielles quantitatives Wachstum aus physikalischen und systemischen Gründen unmöglich ist, und die Notwendigkeit einer neuen Wirtschaftsordnung zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Analyse von Produktionsfaktoren, vergleicht reale Wirtschaftsdaten (USA/BRD) und führt gedankliche Extrapolationen von Wachstumsszenarien durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Inputfaktoren, der Treiber des Wachstumszwangs sowie der daraus resultierenden ökonomischen Krisenszenarien und Lösungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie exponentielles Wachstum, Endlichkeit der Ressourcen, Produktivitätsentwicklung und systemischer Wachstumszwang charakterisiert.

Warum hält der Autor das Modell des "Exportweltmeisters" für gescheitert?

Das Modell ist langfristig nicht haltbar, da ein ständiger Außenhandelsüberschuss ein anderes Land zwingend in die Verschuldung treibt und die Weltwirtschaft als geschlossenes System dies nicht auf Dauer kompensieren kann.

Wie bewertet der Autor den Konsum als Ausweg?

Der Autor sieht im Konsum, insbesondere auf Kredit, keine nachhaltige Lösung, da er lediglich zur Überschuldung führt und die Grenzen der materiellen Bedürfnisse durch einen abnehmenden Grenznutzen ohnehin gegeben sind.

Was versteht der Autor unter "qualitativem Wachstum"?

Damit meint er eine Entwicklung hin zu nicht-materiellen Werten wie besseren sozialen Beziehungen, Erkenntnisgewinn, Kreativität und echtem Sinnerleben, die den Menschen zur Lebensbewältigung dienen.

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Details

Title
Grundüberlegungen zum quantitativen Wachstum. Kann es ein stetiges Wachstum real geben?
Author
Andreas Unger (Author)
Publication Year
2016
Pages
12
Catalog Number
V349759
ISBN (eBook)
9783668368088
ISBN (Book)
9783668368095
Language
German
Tags
Wachstum Wirtschaftswachstum Wachstumsdogma quantitatives Wachstum exponentielles Wachstum Produktionsfaktoren Grenzen des Wachstums Grenzen des Konsums lineares Wachstum natürliches Wachstum Zinseszinseffekt Kapitalismus Kapitalismuskritik Reallohnentwicklung Entwicklung der Produktivität Grenznutzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Unger (Author), 2016, Grundüberlegungen zum quantitativen Wachstum. Kann es ein stetiges Wachstum real geben?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/349759
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