Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Die Mensch-Tier-Divergenz. Der Hund Bobby in Emmanuel Levinas’ Aufsatz "Nom d’un chien oder das Naturrecht"

Das Bewusstsein der Tiere

Title: Die Mensch-Tier-Divergenz. Der Hund Bobby in Emmanuel Levinas’ Aufsatz "Nom d’un chien oder das Naturrecht"

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lisa Lindner (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit Anbeginn der Zeit nimmt die Frage um den Geist der Tiere in der Philosophie großen Raum ein. Gerade in der Frühen Neuzeit wurde exemplarischen Abhandlungen zur Tierphilosophie ein großer Stellenwert zugesprochen.

Hervorzuheben sind dabei die Meinungen anerkannter Philosophen wie Michel de Montaigne oder René Descartes, finden Forschungen um die Rolle des Geistes der Tiere jedoch bereits in der Antike bei Aristoteles ihren Ursprung. Dabei ist das Interesse an einer Unterscheidung zwischen Mensch und Tier nicht allein philosophisch, sondern in erster Linie anthropologisch begründet. Immer wieder stechen vor allem die kognitiven Fähigkeiten des Menschen heraus, welche die größte Divergenz zulassen und die immer wieder in philosophischen wie anthropologischen Forschungsansätzen aufgegriffen werden. Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich einerseits mit den abstrakten Theorien unterschiedlicher philosophischer Ansätze und anthropologischer Weltanschauungen, differenziert und vergleicht.

In einem zweiten Teil soll außerdem jene Theorien anhand des Hundes Bobby in Emmanuel Levinas’ Aufsatz "Nom d’un chien oder das Naturrecht", geschrieben 1963, sichtbar gemacht werden. Analytische Erkenntnisse, welche im ersten Teil primär durch Markus Wilds Studien zur anthropologischen Differenz gewonnen wurden, sollen anschließend anhand Levinas’ Essay ausgewertet und beurteilt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Anthropologische Differenzierungsmethoden und philosophische Strategien

1.1 Differentialismus und Assimilationismus

1.2 Historischer Zugang – Der aristotelische Hintergrund

2. Tendenzen einer anthropologischen Differenz am Beispiel der Philosophen Montaigne und Descartes

2.1 Michel de Montaigne – Das Tier als vernünftiges Wesen

2.2 René Descartes – Das Tier als Maschine

3. Der Mensch als Tier unter Tieren – Markus Wilds Streben nach einer zoologischen Wende in der philosophischen Anthropologie

4. Die Mensch-Tier-Divergenz im Kontext von Emmanuel Levinas’ Hund Bobby

4.1 Das Humane im Tier und das Bestialische im Mensch

4.2 Exodus 22,31 – Bobby als Nachkomme der ägyptischen Hunde

4.3 Individualität durch Namensgebung

4.4 Bobby als letzter Kantianer Nazideutschlands

ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Mensch-Tier-Divergenz durch eine historische Analyse anthropologischer Differenzierungsmethoden und deren Anwendung auf Emmanuel Levinas’ Aufsatz Nom d’un chien oder das Naturrecht. Ziel ist es, zu ergründen, inwiefern die Anerkennung von Individualität bei Tieren, beispielhaft dargestellt am Hund Bobby, als Gegenentwurf zur moralischen Entmenschlichung durch den Nationalsozialismus dienen kann.

  • Anthropologische Differenzierung (Differentialismus vs. Assimilationismus)
  • Die Philosophie der Tierseele bei Aristoteles, Montaigne und Descartes
  • Markus Wilds Konzept der zoologischen Wende in der Anthropologie
  • Ethische Dimensionen der Mensch-Tier-Beziehung bei Emmanuel Levinas
  • Der Hund Bobby als Symbol für Menschlichkeit und Kantische Moral

Auszug aus dem Buch

Die Mensch-Tier-Divergenz im Kontext von Emmanuel Levinas’ Hund Bobby

Zentraler Forschungsgegenstand dieser Arbeit stellt dabei der Hund Bobby aus dem Aufsatz Nom d’un chien oder das Naturrecht dar. Im folgenden soll erörtert werden, inwiefern ein Hund während des Zweiten Weltkriegs humane Züge aufweisen kann. Die Geschichte in der Geschichte, also Levinas Bericht von seiner Zeit als Kriegsgefangener im Essay, erzählt zunächst einmal davon, wie Individualität zerstört werden kann. Die Zerstörung der Internierten als Menschen äußert sich vor allem im Blick, und zwar im Blick anderer Menschen auf sie. Dieser Blick nimmt die Kriegsgefangenen nicht als Menschen wahr, sondern zerstört quasi ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten biologischen Gattung, zerstört das Menschsein. Levinas schildert:

Die anderen Menschen jedoch, sogenannte freie Menschen, die uns trafen oder uns Arbeit oder Befehle gaben oder uns sogar zulächelten – und die Kinder und Frauen, die vorübergingen und manchmal einen Blick auf uns warfen –, beraubten uns unserer Menschenhaut. Wir waren nur noch quasi-menschlich, eine Affenbande.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Anthropologische Differenzierungsmethoden und philosophische Strategien: Dieses Kapitel erläutert die grundlegenden philosophischen Strategien, den Differentialismus und den Assimilationismus, zur Bestimmung der anthropologischen Differenz.

2. Tendenzen einer anthropologischen Differenz am Beispiel der Philosophen Montaigne und Descartes: Hier werden die gegensätzlichen Ansätze von Montaigne, der Tieren Vernunft zuspricht, und Descartes, der Tiere als Maschinen betrachtet, vergleichend analysiert.

3. Der Mensch als Tier unter Tieren – Markus Wilds Streben nach einer zoologischen Wende in der philosophischen Anthropologie: Dieses Kapitel diskutiert Markus Wilds moderne These, den Menschen biologisch als „Tier unter Tieren“ zu begreifen, um die anthropologische Differenz neu zu bewerten.

4. Die Mensch-Tier-Divergenz im Kontext von Emmanuel Levinas’ Hund Bobby: Das Kernkapitel untersucht anhand von Levinas’ Essay Bobby als eine ethische Instanz, die den Gefangenen in der NS-Zeit ihre Menschlichkeit zurückspiegelt.

ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Trennlinie zwischen Mensch und Tier primär in unserem Denken verläuft.

Schlüsselwörter

Anthropologische Differenz, Mensch-Tier-Divergenz, Emmanuel Levinas, Tierethik, Bobby, Differentialismus, Assimilationismus, Michel de Montaigne, René Descartes, Markus Wild, Individualität, Humanität, Tierphilosophie, Nationalsozialismus, Naturrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem philosophischen Verhältnis zwischen Mensch und Tier und analysiert, wie diese Grenze historisch und aktuell konstruiert und hinterfragt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die anthropologische Differenz, die Geschichte der Tierphilosophie, ethische Konzepte von Menschsein und die Anwendung dieser Theorien auf den Text von Emmanuel Levinas.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Anerkennung eines Tieres als Individuum moralische Konzepte wie Menschlichkeit in extremen Grenzsituationen bewahrt oder zurückgewonnen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten, vergleichenden philosophischen Analyse, die historische Positionen mit der modernen Tiertheorie verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss der Tierphilosophie (Aristoteles, Montaigne, Descartes) und eine tiefgehende Analyse von Levinas’ Essay über den Hund Bobby im Zweiten Weltkrieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind anthropologische Differenz, Mensch-Tier-Divergenz, ethische Anerkennung, Individualität und das Konzept des "Tierwerdens" in der Philosophie.

Welche Bedeutung kommt dem Hund Bobby in Levinas’ Werk zu?

Bobby fungiert für Levinas als eine Art "letzter Kantianer", der den entrechteten Kriegsgefangenen durch seine Anerkennung ihre menschliche Würde in einer entmenschlichten Umgebung zurückgibt.

Warum wird im Kontext der Arbeit von "NS-Soldaten" gesprochen?

Die Arbeit kontrastiert die tierische Empathie des Hundes Bobby mit der Grausamkeit der Soldaten, die die Internierten durch Entmenschlichung ihrer Würde beraubten.

Excerpt out of 28 pages  - scroll top

Details

Title
Die Mensch-Tier-Divergenz. Der Hund Bobby in Emmanuel Levinas’ Aufsatz "Nom d’un chien oder das Naturrecht"
Subtitle
Das Bewusstsein der Tiere
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Neuere deutsche Literatur und Komparatistik)
Course
MS Einführung in die Human-Animal Studies
Grade
1,0
Author
Lisa Lindner (Author)
Publication Year
2016
Pages
28
Catalog Number
V350040
ISBN (eBook)
9783668370432
ISBN (Book)
9783668370449
Language
German
Tags
mensch-tier-divergenz hund bobby emmanuel levinas’ aufsatz naturrecht bewusstsein tiere
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Lindner (Author), 2016, Die Mensch-Tier-Divergenz. Der Hund Bobby in Emmanuel Levinas’ Aufsatz "Nom d’un chien oder das Naturrecht", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350040
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  28  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint