Lernen fördern. Die erfolgreiche Gestaltung von Lernprozessen, Lernförderung und Lernerfolgskontrollen


Hausarbeit, 2013
34 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Vorwort

1 Lernprozesse
1.1 Was ist Lernen?
1.2 Grundlagen der Lernpsychologie
1.2.1 Lernbereiche
1.2.2 Lernkanäle
1.2.3 Wahrnehmungstypen
1.2.4 Lerntheorien
1.2.5 Lernprozesse
1.3 Besonderheiten des Lernens bei Jugendlichen
1.3.1 Die Entwicklung von Jugendlichen
1.3.2 Entwicklungsphasen
1.3.3 Auswirkungen auf die Umwelt
1.3.4 Entwicklung und Ausbildung
1.4 Lebenslanges Lernen
1.4.1 Erwachsenenbildung
1.4.2 Besonderheiten des Lernens bei älteren Menschen

2 Lernförderung
2.1 Was ist Motivation?
2.1.1 Extrinsische und intrinsische Motivation
2.2 Bedürfnisse als Grundlage von Zielen
2.3 Motivation durch zielerreichendes Lernen
2.4 Lernziele
2.4.1 Lernzielarten

3 Lernerfolgskontrollen
3.1 Was ist Lernerfolg?
3.2 Lernerfolgskontrollen
3.2.1 Anforderungen an Lernerfolgskontrollen
3.2.2 Möglichkeiten der Messung von Lernerfolg
3.3 Zwischen- und Abschlussprüfung
3.3.1 Die Zwischenprüfung
3.3.2 Konsequenzen aus der Zwischenprüfung
3.3.3 Die Abschlussprüfung

4 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Lernbereiche

Abbildung 2 Lerntypen und Eingangskanäle mit ihrer kumulativen Wirkung

Abbildung 3 Lernstufen nach Heinrich Roth

Abbildung 4 Berufliche Entwicklungsphasen im Lebensverlauf

Abbildung 5 Alters- und entwicklungstypische Veränderungen

Abbildung 6 Lernschwierigkeiten älterer Mitarbeiter

Abbildung 7 Die Hierarchie der Bedürfnisse nach A. Maslow

Abbildung 8 Regelkreis des Erfolges

Abbildung 9 Smart-Formel

Abbildung 10 Instrumente zur Messung von Lernerfolg

Abbildung 11 Aufgabenarten und -typen

Abbildung 12 Individuelle Förderung für Prüflinge

Vorwort

Der Ausbildung von jungen Menschen wird heutzutage eine Bedeutung beigemessen, wie niemals zuvor in unserer Gesellschaft. Nachdem in den vergangenen Jahren die demographische Entwicklung unserer Bevölkerung in den Vordergrund getreten ist, wird immer wieder der Ruf nach gut ausgebildeten Fachkräften aus Wirtschaft und Politik vernommen.

Und diese Fachkräfte der Zukunft müssen zwangsläufig durch unsere heutige Jugend gestellt werden, egal ob im Handwerk, der Industrie oder dem Dienstleistungssektor. Doch besonders im Handwerk und der Industrie, welche in der Vergangenheit eine tragende Rolle in unserer Volkswirtschaft übernommen haben, steigt das Unbehagen über den neuen Nachwuchs. Hier wird von Seiten der Unternehmen vor allem die schulische Vorbildung sowie das Engagement und die Eigeninitiative der Jugendlichen bemängelt.

Diese Hausarbeit setzt sich thematisch mit den Gebieten Lernprozesse, Lernförderung und Lernerfolgskontrollen auseinander. Der Fokus liegt hierbei auf der Ausbildung von Jugendlichen und jungen Menschen.

Jedoch ist dieses Dokument als keine politische Streitschrift über die Grundlagen der Schulbildung in Deutschland zu verstehen. Vielmehr soll sie eine praktische Anwendung bei den Ausbildern in den Ausbildungsunternehmen finden. Die Hausarbeit soll da ansetzen, wo es laut der Rückmeldung aus der Wirtschaft am dringendsten nötig ist, am ersten Tag der Ausbildung vor Ort.

Somit besteht die Zielsetzung dieser Hausarbeit darin, den Ausbildern in der Praxis eine Hilfestellung zu geben. Damit diese die Jugendlichen und besonders deren Lernprozesse nicht nur verstehen, sondern auch fördern. Selbst wenn wir uns momentan an einem unglücklichen Ausgangspunkt für die Ausbildung unserer zukünftigen Fachkräfte befinden, sollte das vorhandene Potential bestmöglich genutzt werden.

Somit kommt auch den Ausbildern in der Zukunft eine ganz neue Bedeutung zu. Galten diese in der Vergangenheit eher als zweitrangig und wurden oft auf die reine „Betreuung“ der Jugendlichen in den Unternehmen reduziert, wandeln sie sich momentan zu wichtigen Schlüsselpositionen mit enormen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Ausbildungsbetriebe.

Die Ressource Mensch hat sich zur wichtigsten Ressource deutscher Unternehmen entwickelt. Diese Hausarbeit soll Ihnen als Ausbilder die richtigen Instrumente an die Hand geben, damit Sie diese Ressource optimal nutzen und somit die Zukunft Ihrer Auszubildenden und Unternehmen sichern können.

1 Lernprozesse

1.1 Was ist Lernen?

Bevor in diesem Kapitel ein detaillierter Blick auf Lernprozesse und deren Ausprägung geworfen werden kann, soll zunächst der Begriff Lernen genauer definiert werden.

Der Begriff Lernen wird im Alltag häufig in einem engen Zusammenhang verwendet, da ein Teil der Öffentlichkeit diesen ausschließlich mit persönlichen Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit verknüpft. Dies sind nicht selten negativ geprägte Erfahrungen an komplizierte mathematische Formeln, stundenlanges Vokabellernen oder sogar Prüfungsängste.[1]

Losgelöst von der Alltagssprache besitzt der Begriff des Lernens jedoch noch eine wissenschaftliche Definition, welche dieser Hausarbeit zu Grunde liegt.

„Lernen im Sinne der Lernpsychologie ist eine relativ überdauernde Veränderung im Verhaltenspotential eines Organismus als Folge von Erfahrung.“[2]

Das Lernen selbst löst sich laut dieser Definition von dem reinen Vorgang des Lernens aus der Umgangssprache (z.B. stundenlanges „Lernen“ von Vokabeln) und konzentriert sich auf die daraus resultierende Veränderung von Verhalten.

Ebenfalls differenziert von der allgemeinen Wahrnehmung ist die Tatsache, dass die Richtung dieser Verhaltensänderung vollkommen unerheblich ist. Es kann somit zu einem verbesserten oder verschlechterten Verhalten aufgrund einer gemachten Erfahrung kommen. So kann „eine Person nach einem Hundebiss ggf. die Fähigkeit zum spontanen Umgang mit diesem Tier verlieren.“[3]

Zudem muss beachtet werden, dass Verhaltensänderungen auch entstehen können ohne eine Folge von Erfahrung zu sein. Diese biologisch bedingten Änderungen umfassen speziell die Reifung und das Altern von Personen.[4]

1.2 Grundlagen der Lernpsychologie

1.2.1 Lernbereiche

Das Resultat des Lernens ist eine Änderung im Verhalten des Lernenden nach der gemachten Erfahrung im Vergleich zum bisherigen Verhalten.

Diese Veränderungen finden in verschiedenen Lernbereichen statt. Sie betreffen den kognitiven, psychomotorischen und affektiven Bereich des Lernenden.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1Lernbereiche[6]

Zielsetzung bei der Gestaltung von Lernprozessen ist es, dass alle drei Bereiche berücksichtigt, angesprochen und gefördert werden.

1.2.2 Lernkanäle

Damit eine Änderung im Verhalten aufgrund von gemachten Erfahrungen eintreten kann, müssen diese durch den Lernenden wahrgenommen werden. Diese Wahrnehmung erfolgt bei Personen über Lernkanäle.

Die folgende Übersicht zeigt, in wie weit eine Kombination der einzelnen Lernkanäle sinnvoll ist, damit viel von dem Wahrgenommenen durch den Lernenden dauerhaft verinnerlicht wird (Angaben in Prozent beziehen sich einen Input von 100%).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2Lerntypen und Eingangskanäle mit ihrer kumulativen Wirkung[7]

Der Erfolg des Lernens bzw. die Höhe der Lernwahrscheinlichkeit sowie die Verarbeitungstiefe des Lernenden kann somit durch eine konsequente Ansprache vieler Lernkanäle entscheidend verbessert werden.[8]

1.2.3 Wahrnehmungstypen

Obwohl Lernende grundsätzlich über alle der genannten Lernkanäle verfügen, lassen sich dennoch bestimmte Wahrnehmungstypen erkennen. Diese Typen präferieren jeweils verschiedene Lernkanäle. Dies bedeutet, dass verschiedene Personen Informationen über verschiedene Lernkanäle unterschiedlich stark aufnehmen.

In der klassischen Lernpsychologie werden hierbei vor allem der visuelle Wahrnehmungstyp (Augen), der auditive Wahrnehmungstyp (Gehör) sowie der haptische Wahrnehmungstyp (Hände / Anfassen) unterschieden.[9]

In der Fachliteratur finden sich neben diesen Grundtypen noch der einsichtsanstrebende Typ (benötigt Beweise), der personenorientierte Typ (benötigt Bezugsperson) und der medienorientierte Typ (motorisches Lernen am Computer).[10]

Aufbauend auf die erweiterten Wahrnehmungs- bzw. Lerntypen lässt sich festhalten, dass der Erfolg der Verinnerlichung von neuen Lerninhalten nicht alleine von den gegebenen Voraussetzungen des Lernenden, sondern auch vom sozialen Umfeld (z.B. die Qualität des Ausbilders beim personenorientierten Typ) beeinflusst wird.

1.2.4 Lerntheorien

In der Wissenschaft gibt es keine einheitliche Lerntheorie. Vielmehr gibt es eine Fülle an verschiedenen Modellen, welche versuchen, den Lernvorgang zu analysieren und zu erklären. Die Zielsetzung dieser Lerntheorien besteht in der Optimierung des Lehrens.

Konditionierung

Bei der Konditionierung wird das natürliche (bereits vorhandene) Verhalten des Lernenden analysiert. Hierbei werden bestimmte Reize ermittelt, welche gestärkt und verwendet werden um ein bestimmtes Verhalten beim Lernenden zu auszulösen.[11]

1. Klassische Konditionierung:

Dieses Modell nach Iwan Petrowitsch Pawlow bezieht sich auf einen starken Ursache-Wirkung-Zusammenhang. Hierbei wird der Lernende mit Hilfe von Belohnungen an einen bestimmten Reiz und eine dazugehörige Reaktion gewöhnt.

2. Instrumentelles Konditionieren:

Bei dieser Weiterentwicklung der klassischen Konditionierung durch Edwin Ray Guthrie wird die Belohnung erst nach einem erfolgreichen bzw. gewünschten Verhalten an den Lernenden gegeben. Somit wird die gewünschte Reaktion auf den Reiz zum Instrument des Lernenden. Er nutzt diese um die Belohnung zu erhalten (z.B. gute Noten zum Erhalt von Lob).

3. Operandes Konditionieren:

Eine weitere Entwicklung des Konditionierens stellt das Modell nach Burrhus Frederic Skinner dar. Hierbei wird die klassische Belohnung durch einen erneuten Reiz ersetzt. Auf diese Weise soll die Belohnung für das korrekte Verhalten sofort ein weiteres gewünschtes Verhalten einleiten (vgl. Kapitel 2.3).

Die aus der Konditionierung entstehende Belohnung muss nicht zwangsläufig positiv für den Lernenden sein, auch wenn die Bezeichnung „Belohnung“ dies möglicherweise vermuten lässt. Neben einer positiven Belohnung (z.B. Lob, Anerkennung) kann auch eine negative „Belohnung“ (z.B. Tadel, Kritik und Bloßstellung) das Verhalten des Lernenden beeinflussen.[12]

Trial & Error / Lernen durch Versuch, Irrtum und Erfolg

Das Lernen durch Versuch, Irrtum und Erfolg basiert auf einem Modell von Edward Lee Thorndyke. Das Verhalten des Lernenden wird hierbei durch eine unmittelbare Rückmeldung des Lehrenden (Feedback) beeinflusst und im Idealfall gesteuert. Der Lernende verinnerlicht durch Assoziation das Verhalten, welches zum Erfolg führt („Effektgesetz“). Der Erfolg des Lernens wird bei diesem Modell maßgeblich durch die Häufigkeit der Wiederholungen des Vorganges beeinflusst („Frequenzgesetz“).[13]

Der Lernerfolg kann hierbei bewusst sowie unbewusst beim Lernenden eintreten. Bei dem eigenständigen Bearbeiten einer gestellten Aufgabe erfolgt ein bewusstes Lernen basierend auf gemachten Erfahrungen, dem Feedback des Ausbilders und durch anschließendes Üben. Ein unbewusstes Lernen hingegen kann durch ein reines Probieren (ohne Feedback des Lehrenden) des Lernenden entstehen. Diese Lernart wird in der Fachliteratur als „entdeckendes Lernen“ bezeichnet.[14]

Lernen am Modell

Bei dem Lernen am Modell orientiert sich der Lernende an einer Bezugsperson (z.B. dem Ausbilder) und imitiert bewusst oder unbewusst die Verhaltensweisen dieser Bezugsperson. Bei dieser Lerntheorie wird die Vorbildfunktion des Ausbilders (z.B. in Bezug auf die Arbeitssicherheit) am deutlichsten hervorgehoben.[15]

Lernen durch Einsicht

Laut Wolfgang Köhler und Max Wertheimer lernt der Mensch nicht alleine durch Assoziationen (vgl. Lernen durch Versuch). Vielmehr kann ein Lerneffekt auch durch eine „kreative Einsicht“ des Lernenden entstehen, sobald dieser das Lerngebiet bzw. den Sachverhalt überschaut und versteht. Probleme werden bei diesem Lernen anhand von gesammeltem Vorwissen gelöst.[16]

Basiert dieser Lernvorgang auf der Übertragung von vorhandenem Wissen auf ähnlich gelagerte Themen (Transfer), handelt es sich um ein bewusstes Lernen. Tritt der Lerneffekt hingegen ohne besondere Absicht des Lernenden auf („Aha-Effekt“), so handelt es sich um unbewusstes Lernen.[17]

1.2.5 Lernprozesse

Der genaue Ablauf des Lernprozesses ist in der Wissenschaft umstritten und noch nicht vollständig belegt. Heinrich Roth unterteilte den Lernprozess in einzelne Schritte, die jeder Lernende seiner Ansicht nach durchläuft. Die hieraus erhaltenen Erkenntnisse sollen dazu dienen das Lehren zu optimieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Lernstufen nach Heinrich Roth

1.3 Besonderheiten des Lernens bei Jugendlichen

Bei einer genauen Betrachtung des Lernens wird ersichtlich, dass es sich hierbei um keinen universellen Vorgang handelt, welcher bei jedem Individuum identisch ist. Die Unterschiede beim Lernverhalten lassen sich allerdings nicht alleine auf Unterschiede bei den kognitiven Fähigkeiten oder der Intelligenz der Lernenden reduzieren.

Vielmehr rücken bei der Betrachtung des Lernens verschiedene externe und interne Faktoren in den Vordergrund, welche eine enorme Auswirkung auf den Lernerfolg haben. Diese sind auf den ersten Blick für den Ausbilder meist nicht direkt ersichtlich.

Eine spezielle Position in diesem Kontext nehmen Jugendliche (besonders in der Pubertät) ein, da diese ihre Entwicklung noch nicht vollkommen abgeschlossen haben. Somit bilden Jugendliche eine Gruppe von Personen, die stärker durch Ihre Umwelt geprägt werden als Personen, welche ihre persönliche Entwicklung weites gehend abgeschlossen haben.

1.3.1 Die Entwicklung von Jugendlichen

Entwicklung beschreibt in der Wissenschaft einen komplexen Vorgang, in dem ein Mensch zu einer Persönlichkeit reift. Der Entwicklungsprozess selbst führt zu einschneidenden und dauerhaften Veränderungen des Menschen. Ziel dieses Prozesses ist es, dass der Mensch sich eigenständig mit seiner Umwelt auseinandersetzen und eigene Entscheidungen treffen kann. Dieses Entwicklungsziel sollte mit ungefähr 24 Lebensjahren erreicht sein.[18]

Im traditionellen Lehrverständnis wurde lange Zeit davon ausgegangen, dass die Entwicklung des Einzelnen maßgeblich von Umwelteinflüssen beeinflusst wird. Das Individuum selbst konnte hierbei lediglich passiven Einfluss auf die eigene Entwicklung nehmen.[19]

In der modernen Entwicklungspsychologie wurde sich immer mehr von dieser Position distanziert und die Dominanz der Umwelt auf die Entwicklung in Frage gestellt. Hierbei wird eine gemäßigtere Position vertreten, in der der Ausgangspunkt für die menschliche Entwicklung die Mensch-Umwelt-Beziehung und besonders die daraus resultierenden Interaktionen untereinander sind.[20]

Somit ist die Entwicklung von Menschen nicht universell gleich, sondern zwangsläufig von „gesellschaftlichen, ökonomischen und ideengeschichtlichen Prozessen abhängig.“[21]

1.3.2 Entwicklungsphasen

Die Entwicklungspsychologie unterteilt den Entwicklungsprozess von Menschen in verschiedene Entwicklungsphasen, welche jeder Mensch durchläuft. Unterschiede können sich hierbei allerdings bei den Dauern von einzelnen Phasen ergeben (Früh- bzw. Spätentwickler).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Berufliche Entwicklungsphasen im Lebensverlauf[22]

Obwohl es sich bei der Entwicklung um einen lebenslangen Prozess handelt (vgl. Abb. 4), entfaltet diese besonders in der Pubertät (durch weitreichende Veränderungen in kürzester Zeit) eine enorme Wirkung auf den Menschen. Deshalb ist dieser Entwicklungsphase des Lernenden auch abseits der fachlichen Fähigkeiten eine besondere Aufmerksamkeit durch den Ausbilder zu widmen.

Grundlegend lassen sich die Veränderungen in der Pubertät auf drei Entwicklungsfelder herunterbrechen, welche differenziert betrachtet werden müssen.[23]

1. Körperliche Entwicklung

Geschlechtsreifung, Ausprägung der Körperformen, Harmonisierung des Hormonhaushaltes.

2. Geistige Entwicklung

Ausformung von intelligentem Verhalten sowie formalem, logischem und abstraktem Denken. Zunehmende Beherrschung übersteigender Gefühlsreaktionen.

3. Soziale Entwicklung

Loslösung vom Elternhaus, Beziehungen zum anderen Geschlecht und Erweiterung der sozialen Beziehungen bzw. Bezugspersonen. Einübung von Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und einem individuellen Wertesystem.

1.3.3 Auswirkungen auf die Umwelt

Bei der Entwicklung besteht ein starker Zusammenhang zwischen der Person (dem Lernenden) und seiner Umwelt (z.B. Ausbildungsbetrieb). So wie die Umwelt die Person beeinflussen kann, kann die Person auch die Umwelt beeinflussen. Besonders in der Pubertät vollziehen sich besondere Veränderungen in dem Verhalten des Lernenden, welche einen direkten Einfluss auf seine Umwelt nehmen können.[24]

- Zunehmend kritisches Interesse an Umwelt und Beruf
- Mechanisches Lernen geht in zielstrebiges systematisches Lernen über
- Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit und Formung realistischen Denkens
- Unausgeglichene Gefühlswelt geht langsam in ausgeglichenes Selbstwertgefühl über
- Vorbildorientierung und Gruppentrend wandeln sich zu eigener sozialer Verantwortung
- Allmähliche Formung von Leistungsbereitschaft und zielstrebigen Wollen

Diese Verhaltensänderungen müssen durch einen Ausbilder erkannt und berücksichtigt werden.

1.3.4 Entwicklung und Ausbildung

Ein wichtiger Aspekt der Ausbildung (Berufserziehung) besteht in der Aufgabe, dass alle alters- und entwicklungstypischen Gegebenheiten bei dieser berücksichtigt werden. Da Entwicklung und Lernen funktional zusammenwirken muss der Ausbilder beide beachten, um die Ausbildung besonders effizient zu gestalten.[25]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 Alters- und entwicklungstypische Veränderungen[26]

[...]


[1] vgl. Schermer, Franz J., Lernen und Modifikation, 2011, S. 104

[2] Horstmann, Gernot / Dreisbach, Gesine, Definition Lernen, 2012, S. 11

[3] Schermer, Franz J., Verhaltensänderung, 2011, S. 104

[4] vgl. Pitcher, Sabine / Mienert, Malte, Lernen, 2011, S. 33

[5] vgl. Preuße, Michael / Jacobs, Peter, Lernbereiche, 2013, S. 67

[6] In Anlehnung an Preuße, Michael / Jacobs, Peter, Lernbereiche, 2013, S. 67

[7] In Anlehnung an Hüholdt, J., Eingangskanäle, 1995, S. 240

[8] vgl. Koeder, Kurt-W., Lernkanäle, 2012, S. 75

[9] vgl. Preuße, Michael / Jacobs, Peter, Wahrnehmungstypen, 2013, S. 67

[10] vgl. Koeder, Kurt-W., Lerntypen, 2012, S. 73

[11] vgl. Klotzbücher, Roland, Konditionierung, 2005, S. 168

[12] vgl. Schermer, Franz J., Angst, 2011, S. 119

[13] vgl. Klotzbücher, Roland, Trial & Error, 2005, S. 168

[14] vgl. Preuße, Michael / Jacobs, Peter, Lernen durch Versuch, Irrtum und Erfolg, 2013, S. 68

[15] vgl. Preuße, Michael / Jacobs, Peter, Lernen am Modell, 2013, S. 68

[16] vgl. Klotzbücher, Roland, Lernen durch Einsicht, 2005, S. 168

[17] vgl. Preuße, Michael / Jacobs, Peter, Lernen durch Einsicht, 2013, S. 68

[18] vgl. Klotzbücher, Roland, Entwicklungsprozess, 2005, S. 191

[19] vgl. Pitcher, Sabine / Mienert, Malte, Entwicklung, 2011, S. 26

[20] vgl. Pitcher, Sabine / Mienert, Malte, Entwicklungspsychologie, 2011, S. 27

[21] Pitcher, Sabine / Mienert, Malte, Gesamtsystem Mensch-Umwelt, 2011, S. 27

[22] In Anlehnung an Nerdinger, Friedemann W. / Blickle, Gerhard / Schaper, Niclas, Entwicklung, 2011, S. 179

[23] vgl. Klotzbücher, Roland, Entwicklungsphasen, 2005, S. 192

[24] vgl. Klotzbücher, Roland, Besonderheiten Pubertät, 2005, S. 192

[25] vgl. Klotzbücher, Roland, Entwicklung und Ausbildung, 2005, S. 193

[26] In Anlehnung an Klotzbücher, Roland, entwicklungstypische Veränderungen, 2005, S. 193f

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Lernen fördern. Die erfolgreiche Gestaltung von Lernprozessen, Lernförderung und Lernerfolgskontrollen
Hochschule
Hochschule Fulda  (Fachbereich Wirtschaft)
Veranstaltung
Ausbildung der Ausbilder (AdA)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
34
Katalognummer
V350470
ISBN (eBook)
9783668370456
ISBN (Buch)
9783668370463
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernen, Lernförderung, Lernerfolgskontrolle, Psychologie, Jugendliche, Lernprozesse, Motivation, Wahrnehmung, Lernkanäle, Lernbereiche, Lerntypen
Arbeit zitieren
Philipp Söchting (Autor), 2013, Lernen fördern. Die erfolgreiche Gestaltung von Lernprozessen, Lernförderung und Lernerfolgskontrollen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350470

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