Die Problematik des Personalmangels in den Pflegeberufen wird seit Jahren im Fachbereich, als auch auf politischer Ebene diskutiert. Hier knüpft auch die systematische Gewinnung von Auszubildenden an. Der Personalmangel verschärft sich durch den demographischen Mangel in den Pflegeberufen gleich auf mehreren Ebenen. Erstens werden demnächst die MitarbeiterInnen der Babyboomer Generation aus dem Berufsleben ausscheiden. Zweitens nimmt die Anzahl der älteren, multimorbiden und somit pflegebedürftigen Generation zu und drittens sinkt die Anzahl der Jugendlichen, die in den Ausbildungsmarkt einmünden. Darüber hinaus besteht das Problem, dass Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen und Arbeitgeber nicht zusammenfinden, bzw. Jugendliche nicht ausbildungsreif seien. Als Konsequenz bleiben viele Stellen unbesetzt. Es sinkt also zunehmend die Anzahl qualifizierter Pflegekräfte, während der Bedarf weiterhin steigt.
Eine Herausforderung für die Gewinnung von Auszubildenden ist das negative und veraltete Berufsbild der Pflege in der Gesellschaft. Trotz Würdigung und Anerkennung der pflegerischen Arbeit, würde die Mehrheit der Gesellschaft ihren Kindern die Arbeit im Pflegeberuf nicht empfehlen. Auch die SchülerInnen schätzen die Pflege eher als Outberufen ein.
Es gilt ein realistisches Bild der Pflege zu vermitteln und mehr Jugendliche für die Pflege zu begeistern. Dafür gibt es bereits mehrere Ansätze: von Imagekampagnen über bildungspolitische Maßnahmen bis hin zu Kooperationsprogrammen zwischen Sekundarschulen, Pflegeschulen und Pflegeeinrichtungen die im Verlauf der Arbeit vorgestellt werden. Daraus ableitend werden Handlungsempfehlungen zur Orientierung für die Praxis gegeben, um eigene Interventionen zur Gewinnung von Auszubildenden für die Pflegeberufe initiieren zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Fragestellungen und Aufbau der Arbeit
1.3 Kontextuelle Bedeutung von Gewinnung
1.4 Eingrenzung der Zielgruppe
1.5 Literaturlage
2 Beschreibung der Ausgangssituation
2.1 Aktuelle Lage in Zahlen
2.1.1 Pflegebedürftige
2.1.2 Pflegepersonal
2.1.3 Auszubildende
2.2 Ansehen, Ruf , Image
2.3 Politische Unterstützung
2.3.1 Allgemeine Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Bildung
2.3.2 Maßnahmen in der Pflege
2.4 Zwischenfazit
3 Theoretischer Rahmen
3.1 Berufsauswahlverhalten und Einflussfaktoren auf die Berufsentscheidung von Pflegeauszubildenden
3.2 Personalgewinnung in der theoretischen Perspektive
3.2.1 Grundsätze
3.2.2 Gewinnung auf regionaler Ebene
3.2.3 Im Web richtig auftreten
4 Best - Practice
4.1 Onlinebasierte Imagekampagnen und Berufsorientierung
4.1.1 „SOZIALE BERUFE kann nicht jeder“ (soziale-berufe.com)
4.1.2 Altenpflegeausbildung.net
4.2 Care 4 future – Netzwerkprinzip
5 Empfehlungen zur Imageverbesserung und Gewinnung von Auszubildenden
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Strategien bei der systematischen Gewinnung von Auszubildenden für Pflegeberufe. Angesichts des demografischen Wandels und eines zunehmenden Fachkräftemangels analysiert die Verfasserin, wie Unternehmen und Pflegeschulen durch gezieltes Personalmarketing und eine verbesserte Außenwirkung potenzielle Nachwuchskräfte für den Pflegeberuf begeistern und nachhaltig an sich binden können.
- Analyse der aktuellen Ausgangslage im Pflegebereich (Fachkräftemangel, demografische Entwicklung).
- Untersuchung des Berufswahlverhaltens und der Einflussfaktoren auf die Berufsentscheidung von Auszubildenden.
- Bewertung politischer Fördermaßnahmen und Programme zur Gewinnung von Auszubildenden.
- Identifikation und Evaluation von Best-Practice-Beispielen (Online-Kampagnen, Netzwerkmodelle).
- Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für die Praxis zur Imageverbesserung und Personalgewinnung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Relevanz des Themas
Das Thema der Gewinnung von Auszubildenden in allen Pflegeberufen, insbesondere der Altenpflege, beschäftigt die Mitglieder der Pflege auf allen Ebenen, als auch die Politik und damit auch die Gesellschaft seit Jahren. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen liegt es an dem demographischen Wandel, der in der Pflege im Vergleich zu vielen anderen Berufen gleich mehrfach in die Gewichtung fällt. Es werden in den nächsten Jahren viele MitarbeiterInnen der Babyboomer Generation aus dem Berufsleben ausscheiden und weniger junge Menschen nachkommen. Dieses führt zu einer sinkenden Zahl der qualifizierten Pflegekräfte, wenn diesem nicht im besonderen Maße entgegengewirkt wird.
Durch die immer geringere Anzahl an Jugendlichen, die in den Ausbildungsmarkt einmünden, verbessert sich zumindest rein theoretisch auch deren Lage einen Ausbildungsplatz in dem gewünschten Berufsfeld zu bekommen. Der Ausbildungspakt 2010 - 2014, in dem mehrere Handelskammern und Bundesministerien zusammenarbeiteten, stellte fest, dass die Jobsuchenden und potenziellen Arbeitgeber schwerer zusammenfinden. Das bedeutet, die Betriebe haben auf der einen Seite Probleme, die freien Stellen zu besetzen und die Jugendlichen sind zunehmend mit der Problematik konfrontiert keine für sie geeignete Stelle zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel begründet die hohe Relevanz der Gewinnung von Pflegenachwuchs angesichts des demografischen Wandels, stellt die zentrale Forschungsfrage und grenzt die Zielgruppen ein.
2 Beschreibung der Ausgangssituation: Hier wird der Fachkräftemangel durch aktuelle Statistiken belegt, das negative Image der Pflege analysiert und politische Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Bildung und Pflegeausbildung bewertet.
3 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel befasst sich mit den Einflussfaktoren auf die Berufsentscheidung, dem Berufswahlverhalten von Jugendlichen sowie theoretischen Ansätzen für ein erfolgreiches Personalmarketing und Arbeitgeberbranding im digitalen Zeitalter.
4 Best - Practice: Anhand konkreter Beispiele wie der Kampagne „SOZIALE BERUFE kann nicht jeder“ und dem Netzwerkprojekt „care4future“ werden innovative Ansätze für die Personalgewinnung vorgestellt und evaluiert.
5 Empfehlungen zur Imageverbesserung und Gewinnung von Auszubildenden: Auf Basis der vorangegangenen Analysen werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen gegeben, um die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern und die Gewinnung von Auszubildenden systematisch zu gestalten.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer professionellen, zielgruppenspezifischen Personalgewinnung sowie einer engeren Vernetzung von Politik, Pflegeschulen und Einrichtungen.
Schlüsselwörter
Pflegeberufe, Altenpflege, Personalgewinnung, Auszubildende, Fachkräftemangel, Personalmarketing, Employer Branding, Berufsorientierung, Imagekampagne, demografischer Wandel, Pflegepädagogik, Personalgewinnung, Recrutainment, Praxisanleitung, Berufswahlverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Gewinnung von neuen Auszubildenden für die Pflegebranche unter Berücksichtigung des aktuellen Fachkräftemangels.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die Bereiche Ausgangslage im Pflegesektor, Image des Pflegeberufs, politische Förderprogramme und theoretische Konzepte der Personalgewinnung ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Strategien und Handlungsempfehlungen für Pflegeschulen und Einrichtungen zu entwickeln, um das Image des Berufs zu verbessern und Auszubildende erfolgreich zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Verfasserin nutzt eine fundierte Literaturanalyse, wertet aktuelle Statistiken und Studien aus und analysiert Best-Practice-Projekte zur Gewinnung von Nachwuchskräften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben der statistischen Ausgangslage insbesondere die Einflussfaktoren auf die Berufswahl sowie Ansätze für ein modernes Personalmarketing und die Gewinnung auf regionaler Ebene detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Personalgewinnung, Pflegeausbildung, Arbeitgeberbranding, demografischer Wandel und Imageverbesserung.
Warum ist das Image der Pflege aus Sicht der Jugendlichen so negativ?
Studien belegen, dass Klischees über schwere körperliche Arbeit, Schmutz und schlechte Arbeitsbedingungen sowie unzureichende Information dazu führen, dass Pflegeberufe von Jugendlichen oft als "Out-Berufe" wahrgenommen werden.
Wie können Einrichtungen männliche Jugendliche für die Pflege gewinnen?
Durch genderspezifische Kampagnen, die Nutzung technischer Aspekte des Berufs und authentische Erlebnisse (z.B. Boys' Day) kann das Interesse männlicher Jugendlicher geweckt werden.
Welche Rolle spielt das Internet bei der Personalgewinnung?
Das Internet ist heute die primäre Informationsquelle für potenzielle Bewerber; daher sind ein professioneller Webauftritt, nutzerfreundliche Karriereportale und Präsenz in sozialen Netzwerken unerlässlich.
Warum ist die Arbeitgebermarkenbildung (Employer Branding) wichtig?
Aufgrund der hohen Konkurrenz um Auszubildende müssen sich Einrichtungen als attraktive Arbeitgeber positionieren, um sich von anderen Branchen und Konkurrenten abzuheben.
- Citar trabajo
- Sandra Heiligmann (Autor), 2015, Systematische Gewinnung von Auszubildenden für die Pflegeberufe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351545