Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das Werk "Arbeit und Struktur" von der Literaturkritik aufgenommen wurde und inwiefern die Krankheit und das daraus resultierende Schicksal von Wolfgang Herrndorf im Vordergrund der Kritiken stehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Begriffsklärungen
2.1.1 Literaturkritik
2.1.1.1 Definition und Geschichte
2.1.1.2 Funktion und Kanonbildung
2.1.1.3 Stilebene und Wertung
2.1.2 Literaturkritische Rezension
2.1.3 Das Blog am Beispiel von Arbeit und Struktur
2.2 Profil der Zeitungen
2.2.1 Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)
2.2.2 Süddeutsche Zeitung (SZ)
2.2.3 Die Welt
2.2.4 Die Zeit
2.2.5 die tageszeitung (taz)
3 Beschreibung des methodischen Vorgehens
4 Analyse der literaturkritischen Rezensionen
4.1 Überschriften und Einleitungstexte
4.2 Inhaltliche Schwerpunktsetzung
4.3 Darstellung des Autors Wolfgang Herrndorf
4.4 Darstellung seiner Krankheit
4.5 Unterschiede zwischen Blog und Buch
4.6 Einschätzung des Werkes Arbeit und Struktur
4.7 Fazit
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption des Werkes "Arbeit und Struktur" von Wolfgang Herrndorf in der deutschen Literaturkritik. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie das Werk von den Feuilletons aufgenommen wurde und inwiefern die Krebserkrankung und das daraus resultierende Schicksal des Autors die Berichterstattung dominierten.
- Analyse der theoretischen Grundlagen von Literaturkritik und Rezension
- Vergleichende Untersuchung literaturkritischer Rezensionen in fünf überregionalen deutschen Zeitungen
- Erforschung der Darstellung des Autors und seiner Krankheit in den Medien
- Gegenüberstellung von Blog und Buch als literarische Medien
- Evaluierung der medialen Einschätzung des Werkes
Auszug aus dem Buch
4.4 Darstellung seiner Krankheit
Wie bereits beschrieben, hängt die Entstehung des Blogs eng mit der Krebsdiagnose Herrndorfs zusammen. Aus diesem Grund nimmt Herrndorfs Krankheit eine zentrale Stellung in den analysierten Rezensionen ein. Unterschiede finden sich hier in der Intensivität der Auseinandersetzung mit dieser Thematik. So findet man in der Kritik von Rüther nur sehr wenig Hinweise auf die Krankheit von Herrndorf. Dass Herrndorf seinem Schicksal mit seinem Freitod am 26. August 2013 ein Ende setzt wird auch hier sichtbar, allerdings erfährt die Krankheit mit ihren Symptomen keine nähere Darstellung. Der Krebs wird bei Rüther in einem Nebensatz erwähnt, in dem er schreibt, dass es sich um einen Tumor im Kopf handelt, der „wächst […] operiert und bestrahlt wird.“
Dass es sich um ein Glioblastom handelt, erfährt der Leser erst im letzten Absatz der Rezension, in der Rüther einen Satz aus Arbeit und Struktur zitiert. In Verbindung mit der Erklärung für die Entstehung des Blogs gibt Bisky dem Leser die konkrete Krebsdiagnose mit: „Glioblastom, Hirntumor, bösartig, nicht zu heilen.“ Man erfährt bei Bisky in einigen Sätzen etwas über den Zustand von Herrndorf, der sich ohne Arbeit und Struktur gelesen zu haben, nur erahnen lässt. Stichwörter wie Todesangst, Ausfallerscheinungen, Chemo und Operationen seien hier genannt. Küveler untermauert die Feststellung der Krankheit durch ein konkretes Beispiel, und zeigt somit die Auswirkungen der Krankheit noch detaillierter. „Er spielt gern Fußball, wobei er eines Tages Ende 2009 an einem unsichtbaren Gegenspieler hängen bleibt und fluchend auf ein Foul tippt. Es war auch ein Foul, aber der Gegenspieler ist der eigene Kopf.“
Kurz nach dieser Situation wird bei Herrndorf der Krebs diagnostiziert. Es kommt zum Gedächtnisverlust, epileptischen Anfällen und Ausfällen im Gesicht. Neben diesen und anderen Nebenwirkungen und dem Voranschreiten der Krankheit, beschreibt Mangold zudem detaillierter als alle anderen, wo und wie sich Herrndorf das Leben nahm.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte von Wolfgang Herrndorfs Weblog und dessen posthume Veröffentlichung als Buch ein und skizziert die Fragestellung der Arbeit.
2 Theoretischer Teil: Hier werden zentrale Begriffe wie Literaturkritik, Rezension und Weblog definiert sowie die Profile der untersuchten Zeitungen vorgestellt.
3 Beschreibung des methodischen Vorgehens: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der untersuchten Zeitungsartikel und die Kriterien für die methodische Auswertung der Rezensionen.
4 Analyse der literaturkritischen Rezensionen: Dieser Hauptteil vergleicht verschiedene Aspekte der Kritiken, von Überschriften über die Darstellung der Krankheit bis zur literarischen Einschätzung des Werkes.
5 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel resümiert die Ergebnisse der Analyse und definiert im Zuge dessen den Begriff der „Würdigungskritik“.
Schlüsselwörter
Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur, Literaturkritik, Rezension, Feuilleton, Zeitungsanalyse, Krebserkrankung, Glioblastom, Blog, Weblog, literarische Wertung, Kanonbildung, Würdigungskritik, Medienanalyse, Sterbeprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie fünf große überregionale deutsche Zeitungen das Werk „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf rezensiert haben.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Neben der literaturkritischen Bewertung stehen die Auseinandersetzung mit Herrndorfs Krankheit und die formale Betrachtung von Blog und Buch im Fokus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, wie die Literaturkritik das Werk aufnahm und inwieweit die Krankheit und das Schicksal des Autors die Rezensionen beeinflussten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Inhaltsanalyse ausgewählter literaturkritischer Rezensionen aus überregionalen deutschen Zeitungen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Überschriften, inhaltliche Schwerpunkte, die Darstellung des Autors und seiner Krankheit sowie die Unterschiede zwischen Blog- und Buchform untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Literaturkritik, Rezension, Arbeit und Struktur, Würdigungskritik und Medienanalyse.
Wie gehen die Kritiker mit Herrndorfs Krankheit um?
Die Intensität der Thematisierung variiert stark: Während einige Kritiker sehr detailliert auf Symptome eingehen, erwähnen andere die Krankheit nur am Rande.
Warum definiert die Autorin den Begriff „Würdigungskritik“?
Da kein fester Begriff existiert, um den respektvollen Umgang der Kritiker mit dem tragischen Hintergrund des Werkes zu beschreiben, führt die Autorin diesen Begriff neu ein.
- Quote paper
- Christin Kuschka (Author), 2014, Wolfgang Herrndorfs "Arbeit und Struktur" im Spiegel der Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351930