In der heutigen Zeit messen Jugendliche in der Bundesrepublik Deutschland der Politik nur geringe Bedeutung zu. Hierfür lassen sich verschiedene Ursachen festhalten. Dazu zählen neben allgemeiner politischer Unzufriedenheit auch das gesunkene Vertrauen in Parteien und Politiker sowie die Unzufriedenheit bezogen auf die soziale Sicherheit, die finanzielle Lage und politischen Einflussmöglichkeiten.
Diese Probleme sind auch sichtbar, bei der Vermittlung von politischen Inhalten in Bildungsinstitutionen. Nach wie vor zeigen sich Schwierigkeiten, wenn es darum geht, junge Menschen für politisches Lernen zu gewinnen. Dies kann unter anderem am vermittelten Stoff liegen, der selten eine Beziehung zu konkreten politischen Problemen herstellt. Hierbei stellt sich die Frage, ob die Rahmenbedingungen und die Organisation an deutschen Schulen, „den Zielen des politischen Unterrichts förderlich sind“ (Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke, 1992, S. 120). Im Vergleich zu Schulen haben außerschulische Bildungseinrichtungen oft mehr Möglichkeiten, projektartig bzw. handelnd experimentell Zugänge zum Verständnis auch politischer Herausforderungen zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bedeutung von Bildung
2.1 Formale/Formelle Bildung
2.2 Informelle Bildung
2.3 Non-formaler/Nicht-formelle Bildung
3 Zum Begriff der außerschulischen Jugendbildung
3.1 Aufgaben der außerschulischen Jugendbildung
3.2 Handlungsfeld - Politische Außerschulische Jugendbildung
4 Formale und non-formale politische Bildungsarbeit
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Bildungsauftrag der außerschulischen Jugendbildung im Vergleich zur institutionellen schulischen Bildung, wobei der Schwerpunkt auf der politischen Bildungsarbeit liegt. Ziel ist es, die Unterschiede und Ergänzungsmöglichkeiten beider Bildungsbereiche aufzuzeigen und eine integrative Perspektive auf Bildungsförderung zu entwickeln.
- Differenzierung zwischen formaler, informeller und non-formaler Bildung
- Begriffliche Klärung und Aufgaben der außerschulischen Jugendbildung
- Analyse des Handlungsfeldes der politischen Jugendarbeit
- Gegenüberstellung von schulischem Politikunterricht und non-formalen Ansätzen
- Potenziale der Kooperation zwischen Schule und außerschulischen Lernorten
Auszug aus dem Buch
3.1 Aufgaben der außerschulischen Jugendbildung
Wichtigstes Ziel außerschulischer Jugendbildung ist der Erwerb von Fähigkeiten/Fertigkeiten und Schlüsselqualifikationen. Neben inhaltlichen Komponenten stehen hierbei auch die Entwicklung sozialer und persönlicher Kompetenzen im Mittelpunkt der Arbeit. Der Erwerb dieser Kompetenzen ist laut Bollinger (2003) nicht abstrakt vermittelbar, ist abhängig von Alltagserfahrungen und setzt Erleben, Erfahren, Reflektieren und Erproben voraus (Bollinger, 2003, S. 224).
Durch die Unabhängigkeit von Rahmenlehrplänen kann durch die außerschulische Jugendbildung ein hohes Maß an Aktualität erreicht werden. Dies ermöglicht es, gezielt auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen zu reagieren (Hempel, 2013, S. 25). Durch den hohen Anspruch auf ganzheitliche und fachübergreifende Inhalte „können sowohl außerschulische Bildungsorte als auch der Erfahrungsschatz von Expert(inn)en außerhalb von Jugendarbeit und Sozialpädagogik genutzt werden“ (ebd.). Dadurch ermöglicht die außerschulische Jugendbildung einen Wissenserwerb, der sowohl komplex als auch differenziert ist und gleichzeitig die Grundlage für weitere lebenslange Lernprozesse bilden kann (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die abnehmende politische Bedeutung der Politik für Jugendliche und hinterfragt die Effektivität des schulischen Politikunterrichts gegenüber außerschulischen Angeboten.
2 Bedeutung von Bildung: Dieses Kapitel diskutiert das moderne, stark schulisch geprägte Bildungsverständnis und führt die Differenzierung in formale, informelle und non-formale Bildung ein.
3 Zum Begriff der außerschulischen Jugendbildung: Hier werden die definitorischen Herausforderungen sowie die zentralen Merkmale und Arbeitsfelder der außerschulischen Jugendbildung erarbeitet.
3.1 Aufgaben der außerschulischen Jugendbildung: Dieses Unterkapitel fokussiert auf den Erwerb von Schlüsselqualifikationen und sozialen Kompetenzen durch erfahrungsorientiertes Lernen jenseits starrer Lehrpläne.
3.2 Handlungsfeld - Politische Außerschulische Jugendbildung: Es wird die politische Bildung als Mittel zur Mündigkeit und demokratischen Teilhabe sowie zur Bekämpfung von Rechtsextremismus beschrieben.
4 Formale und non-formale politische Bildungsarbeit: Dieses Kapitel vergleicht die Grenzen des schulischen Politikunterrichts mit den Stärken der projektorientierten außerschulischen Arbeit und fordert eine Verbindung beider Welten.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit einer Kooperation zwischen Schule und außerschulischer Bildung, etwa durch Ganztagschulen, um den heutigen Bildungsanforderungen gerecht zu werden.
Schlüsselwörter
Außerschulische Jugendbildung, politische Bildung, formale Bildung, non-formale Bildung, informelle Bildung, politische Partizipation, soziale Kompetenzen, Jugendarbeit, Projektarbeit, Bildungsauftrag, politische Mündigkeit, Kooperation, Lebensweltbezug, Demokratieerziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der außerschulischen Jugendbildung als Ergänzung zum formalen Bildungswesen, insbesondere im Bereich der politischen Bildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen die Definition verschiedener Bildungsbegriffe, die Charakteristika außerschulischer Jugendarbeit und die Möglichkeiten einer effektiven politischen Erziehung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den spezifischen Bildungsauftrag der außerschulischen Jugendbildung herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie sie gemeinsam mit der Schule eine ganzheitliche Förderung junger Menschen ermöglichen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur, pädagogischer Konzepte und bildungspolitischer Debatten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die begriffliche Abgrenzung von Bildungsformen, beschreibt die Aufgaben der außerschulischen Bildung und vergleicht intensiv die Ansätze der politischen Bildung in Schulen mit denen in außerschulischen Kontexten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie politische Bildung, außerschulische Jugendbildung, Partizipation, non-formales Lernen und Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe charakterisiert.
Warum wird der schulische Politikunterricht im Text kritisiert?
Der Text kritisiert, dass der schulische Politikunterricht oft zu wenig an die Lebenswelt der Jugendlichen anknüpft und eher faktenorientiert als handlungsorientiert agiert.
Welche Rolle spielt die Projektarbeit in diesem Zusammenhang?
Die Projektarbeit wird als ein zentrales, besonders effektives Mittel der außerschulischen Bildung hervorgehoben, da sie komplexes historisch-politisches Lernen mit konkreter Lebensweltbewältigung verbindet.
Welchen Stellenwert nimmt die Freiwilligkeit ein?
Die Freiwilligkeit ist ein fundamentales Merkmal der außerschulischen Bildung, das die hohe Teilnehmerorientierung ermöglicht und Jugendliche motiviert, sich aktiv und ohne Leistungsdruck zu beteiligen.
Was schlägt der Autor als Lösung für eine verbesserte Bildung vor?
Der Autor plädiert für eine engere Kooperation zwischen formalen und non-formalen Akteuren, beispielsweise durch den Ausbau von Ganztagsangeboten, um zeitliche und inhaltliche Synergien zu nutzen.
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- Christin Kuschka (Author), 2015, Außerschulische Jugendbildung. Lernorte jenseits der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351933