Die klar gefassten Grenzen zwischen Bild und der Wirklichkeit, die es abbildet, verwischen heutzutage immer mehr. Unser traditionelles Verständnis der Wirklichkeit wird zunehmend fragwürdiger. Die Fragen, was Wirklichkeit ist und wie sie zustande kommt, sind zentrale Fragestellungen des Konstruktivismus.
Diesen werde ich in meiner Hausarbeit zunächst durch seine Definition und Charakteristika vorstellen. Anschließend werde ich auf die didaktischen Schwerpunkte eingehen, mit denen man die Erwachsenenbildung laut konstruktivistischen Ansätzen gestalten sollte, jedoch auch auf die Grenzen und Probleme dieser. Die Bildungstheorie, welche seit dem 18. Jahrhundert eine pädagogische Rolle eingenommen hat, wird im zweiten Kapitel aufgegriffen. Dafür wird zunächst der Bildungsbegriff geschichtlich erläutert, woraufhin ebenfalls auf die Didaktik eingegangen wird, die für die Erwachsenenbildung von Bedeutung ist.
Folgend werde ich die beiden Theorien unter der Fragestellung, inwieweit bildungstheoretische Didaktik und konstruktivistische Ansätze in der Erwachsenenbildung vereinbar sind, untersuchen. Dafür werden sowohl Gemeinsamkeiten, als auch Unterschiede herausgearbeitet. Abschließend wird ein Fazit gezogen, welches die oben genannte Frage konkret beantworten und weitere Untersuchungspunkte beinhalten soll.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER KONSTRUKTIVISTISCHE ANSATZ
2.1 DIDAKTIK
2.1.1 WISSEN UND LERNEN
2.1.2 ROLLE DES LERNENDEN UND LEHRENDEN
2.2 GRENZEN/PROBLEME KONSTRUKTIVISTISCHER ANSÄTZE
3. BILDUNGSTHEORIE
3.1 BILDUNGSBEGRIFF
3.2 BILDUNGSTHEORETISCHE DIDAKTIK
3.2.1 WISSEN UND LERNEN
3.2.2 ROLLE DES LERNENDEN UND LEHRENDEN
4. VERGLEICH
4.1 UNTERSCHIEDE
4.2 GEMEINSAMKEITEN
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der bildungstheoretischen Didaktik und konstruktivistischen Ansätzen im Kontext der Erwachsenenbildung. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit diese beiden theoretischen Perspektiven miteinander vereinbar sind, wobei insbesondere Unterschiede in der Wirklichkeitsannahme, dem Bildungsbegriff und der Rolle der Lehrenden sowie Lernenden kritisch beleuchtet werden.
- Grundlagen und Definitionen des Konstruktivismus
- Didaktische Schwerpunkte der konstruktivistischen Erwachsenenbildung
- Historische und theoretische Herleitung des bildungstheoretischen Bildungsbegriffs
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Rollen von Lernenden und Lehrenden
- Kritische Reflexion der Vereinbarkeit und Abgrenzung beider Ansätze
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Wissen und Lernen
Wahrheiten können nicht vermittelt werden, da Konstrukte nicht unter dem Schema wahr oder falsch zu verstehen sind, sondern nur viabel sein müssen. Damit ist gemeint, dass sie sich bewähren müssen in unserem Handeln, jederzeit jedoch in Frage gestellt werden können, da man sich über das Konstrukt selbst und seiner Viabilität im Klaren ist.
Wissen ist daher brauchbar, wenn es in unsere Welt der Erfahrungen hineinpasst, gangbar ist. Diese Gangbarkeit kann, laut Glasersfeld, fragwürdig werden, sodass eine ständige Auseinandersetzung mit vorhandenen Konstrukten notwendig erscheint, denn auch eine lange Viabilität kann keine Aussage über eine objektive Welt geben. Es zeigt einzig und allein, aus radikal konstruktivistischer Perspektive heraus, dass sich „ein[] gangbare[r] Weg zu einem Ziel“ bewährt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Wirklichkeitskonstruktion und Darlegung der Zielsetzung, die beiden pädagogischen Theorien in der Erwachsenenbildung zu vergleichen.
2. DER KONSTRUKTIVISTISCHE ANSATZ: Erläuterung der erkenntnistheoretischen und handlungstheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus sowie Analyse seiner Auswirkungen auf die didaktische Gestaltung und Rollenverteilung.
3. BILDUNGSTHEORIE: Darstellung der historischen Entwicklung des Bildungsbegriffs und der bildungstheoretischen Didaktik mit Fokus auf eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung im gesellschaftlichen Kontext.
4. VERGLEICH: Kritische Gegenüberstellung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Theorien im Hinblick auf deren praktische Anwendbarkeit in der Erwachsenenbildung.
5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung, die aufzeigt, dass aufgrund unterschiedlicher Wirklichkeitsannahmen und Menschenbilder eine Balance zwischen beiden Ansätzen in der Praxis schwierig zu erreichen ist.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Konstruktivismus, Bildungstheorie, Didaktik, Wissen, Lernen, Viabilität, Selbstbildung, Subjekt, Autopoiesis, Handlungstheorie, pädagogische Praxis, Wirklichkeitskonstruktion, Lehr-Lernprozess, Reflexivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung und dem Vergleich von zwei zentralen pädagogischen Strömungen innerhalb der Erwachsenenbildung: der konstruktivistischen Didaktik und der bildungstheoretischen Didaktik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Wissen, die Rolle der Lehrenden und Lernenden, das Verständnis von Wirklichkeit sowie die Möglichkeiten der Selbstbildung in der pädagogischen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob und inwieweit die konstruktivistische Didaktik und die bildungstheoretische Didaktik in der Erwachsenenbildung miteinander verknüpft oder vereinbart werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, bei der zentrale Konzepte der jeweiligen Theorien einander gegenübergestellt und auf ihre Kompatibilität hin kritisch reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der konstruktivistischen Ansätze, die Herleitung der Bildungstheorie sowie einen systematischen Vergleich der Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich Lehr- und Lernprozessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Konstruktivismus, Bildungstheorie, Selbstbildung, Viabilität, Autopoiesis und Erwachsenenbildung charakterisieren.
Warum gelten Erwachsene in konstruktivistischen Ansätzen als "unbelehrbar"?
Aufgrund ihrer Autopoiesis haben Erwachsene bereits ein gefestigtes Denken und Handeln entwickelt; sie nehmen Informationen nur dann auf, wenn diese als für ihre individuelle Lebenswelt relevant und viabel wahrgenommen werden.
Welche Rolle spielt die Wirklichkeitsannahme bei der Trennung der Theorien?
Die Wirklichkeitsannahme ist die Wurzel der Differenzen: Während der Konstruktivismus eine objektive Welt leugnet und das Subjekt in seine eigene Konstruktion einschließt, geht die Bildungstheorie von der Möglichkeit eines objektiven Weltverstehens aus.
- Citar trabajo
- Vanessa Wetzel (Autor), 2015, Zum Verhältnis von bildungstheoretischer Didaktik und konstruktivistischen Ansätzen in der Erwachsenenbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352115