Als ein Bereich der Medizin, der sich, einfach ausgedrückt, mit dem seelischen Befinden der Patienten und ganz generell der Seele des Menschen auseinandersetzt, bietet die Psychiatrie breite Angriffsflächen für Kritiker. Sie blickt entsprechend auf einen Weg voller Hürden, Stereotype und Stigmata zurück.
Resümierend lässt sich heute ein Nachwuchsproblem der Nervenheilkunde und Psychiatrie herauskristallisieren, was die Fragestellung nach Gründen für diesen Tatbestand aufwirft. Es besteht Interesse daran, weshalb sich Studienabsolventen der Humanmedizin für diesen speziellen Berufszweig entscheiden – oder eben nicht.
Um dieser Frage nachzugehen, wird in der vorliegenden Arbeit ein narratives Interview mit einer Person durchgeführt, die sich für diesen Berufsweg entschieden hat. So werden Motive und Erleben des Individuums aufgedeckt. Das Interview wird hier anonymisiert transkribiert, analysiert und kritisch reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbetrachtung und Charakteristika des Fachgebietes der Psychiatrie
2. Methodik
2.1 Wahl des Erhebungsinstrumentes
2.2 Transkription des durchgeführten Interviews
2.3 Interviewprotokoll
3. Reflexion der Vorgehensweise
4. Schlussbemerkung
5. Bibliografie
Zielsetzung & Themen
Diese Projektarbeit untersucht die Motive und Hintergründe, die zur Wahl des Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie führen, und nutzt hierzu die Methode des narrativen Interviews mit einem in der Ausbildung befindlichen Arzt.
- Charakteristika und kritische Betrachtung des psychiatrischen Berufsfeldes
- Methodische Grundlagen narrativer Interviews in der Sozialforschung
- Praktische Durchführung und Transkription eines Experteninterviews
- Reflexion über den Prozess der Datenerhebung und die eigene Interviewführung
Auszug aus dem Buch
2.2 Transkription des durchgeführten Interviews
I: Wie ich dir im Vorgespräch bereits erzählte, interessiere ich mich für die Arbeit als Psychiater. Ich möchte dich jetzt bitten, mir zu erzählen, wie es dazu kam, dass du heute als Psychiater arbeitest.
P: Hm. Na gut. Da muss man wahrscheinlich erst mal mit der Frage anfangen, warum ich überhaupt Arzt geworden bin. Also nach meinem Abitur war ich erst mal beim Bund, hatte quasi noch ein Jahr Zeit, mir zu überlegen, was ich dann machen will, war mir in dieser Zeit allerdings nicht wirklich schlüssig. Also das war jetzt nie so, dass ich immer wusste, dass ich Arzt werden will oder sowas. Meine Eltern sind zwar Zahnärzte, aber das ist eigentlich für mich nie in Frage gekommen. Könnte aber sein, dass es damit zu tun hat, dass es deshalb dann so in die Richtung medizinischer Sektor gegangen ist.
Naja und nach dem Bund war es dann eigentlich so, dass ich mir ziemlich viele Studiengänge ausgesucht hatte, viele ausgeschlossen hatte, alles was es so gab und dann eigentlich wenige zur Auswahl standen, von denen mir das Medizinstudium am meisten zugesagt hatte.
Also es war nicht so, dass ich gesagt habe "ich will unbedingt Medizin studieren", sondern eher, dass es ehm für mich die beste Möglichkeit war. Und dann bin ich ja ehm die ersten zwei Jahre nach München gekommen. Da macht man ja dann im Medizinstudium vorher das Physikum, da hat man ja ziemlich wenig mit der Klinik zu tun. Da hat man eigentlich gar nichts mit irgendwelchen verschiedenen Fachgebieten der Medizin zu tun. Also sowas wie innere Medizin, Psychiatrie und als ich dann mein Physikum geschafft hab, bin ich dann nach Dresden gewechselt, dann beginnt ja im Prinzip die klinische Zeit des Studiums, wo man letzten Endes ja dann auch spezielle Dinge lernt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbetrachtung und Charakteristika des Fachgebietes der Psychiatrie: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung, die fachliche Einordnung sowie aktuelle Herausforderungen und Nachwuchsprobleme in der Psychiatrie.
2. Methodik: Hier werden die theoretischen Grundlagen des narrativen Interviews dargelegt und die Entscheidung für dieses Erhebungsinstrument im Kontext der Arbeit begründet.
3. Reflexion der Vorgehensweise: Dieses Kapitel enthält das Interviewprotokoll sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Vorbereitung, dem Ablauf und den Erfahrungen während der Interviewführung.
4. Schlussbemerkung: Die Autorin resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und weist auf die Grenzen der explorativen Befragung sowie die Notwendigkeit weiterführender Forschung hin.
5. Bibliografie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen und Literaturangaben der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Psychiatrie, Psychotherapie, Narratives Interview, Biographieforschung, Berufswahl, Medizinstudium, Qualitative Sozialforschung, Facharztausbildung, Narrativ, Experteninterview, Nervenheilkunde, Berufsfeldanalyse, Identitätsentwicklung, Arztberuf, Nachwuchsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Beweggründen für die Wahl der psychiatrischen Facharztausbildung und nutzt hierfür einen biographisch-narrativen Ansatz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Thematisiert werden die Charakteristika der Psychiatrie als Fachgebiet, die Bedeutung der qualitativen Sozialforschung sowie die Analyse individueller Entscheidungsprozesse bei der Berufswahl.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, anhand eines narrativen Interviews zu verstehen, welche Faktoren und Lebensumstände einen Medizinstudierenden dazu bewegen, sich auf Psychiatrie zu spezialisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das biographisch-narrative Interview nach Fritz Schütze angewandt, um subjektive Sinnstrukturen der interviewten Person zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Einführung, die methodologische Begründung der Interviewwahl, die Transkription des Gesprächs sowie eine Reflexion der Interviewerfahrung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Psychiatrie, narratives Interview, Berufswahl, Biographieforschung und qualitative Methodik.
Warum wurde ein narratives Interview gewählt?
Das narrative Interview wurde gewählt, um dem Interviewten Autonomie bei der Erzählung seiner Lebensgeschichte zu lassen und tiefere, subjektive Motivationsgründe jenseits standardisierter Fragebögen zu erhalten.
Welche Rolle spielt die Reflexion in dieser Arbeit?
Die Reflexion ist entscheidend, da sie den Lernprozess der Autorin bei ihrem ersten selbst durchgeführten Interview dokumentiert und kritisch hinterfragt.
Welche Erkenntnis lässt sich aus dem Interview mit Herrn F. ziehen?
Das Interview zeigt, dass die Wahl des Psychiaterberufs oft ein schleichender Prozess ist und nicht zwingend auf einem einzigen Schlüsselerlebnis basiert.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2013, Die Wahl zur Facharztausbildung zum Psychiater oder Psychotherapeuten. Praktische Durchführung eines narrativen Interviews, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352666