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Landschaft als Soziales Konstrukt. Konzept eines Wahlpflichtmoduls "Landschaftssoziologie" an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)

Titre: Landschaft als Soziales Konstrukt. Konzept eines Wahlpflichtmoduls "Landschaftssoziologie" an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)

Thèse de Bachelor , 2014 , 107 Pages , Note: 1,1

Autor:in: Henrik Hollensteiner (Auteur)

Protection de la nature, Conservation du paysage
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Résumé Extrait Résumé des informations

Landschaft stellt sich als eine geschichtlich und kulturell entstandene Landschaft dar. Sie ist im Wesentlichen eine Kulturlandschaft, die vom Menschen beeinflusst und somit gesellschaftlich produziert wurde, und weiterhin produziert wird. Landschaft ist dabei stets eingebettet in eine generelle gesellschaftliche Entwicklung. Für Gesellschaften sind Werte und Normen elementar. Sie bestehen aber auch aus Hierarchien und Machtverhältnissen, die wiederum auf die Werte, Normen und die Sozialisation in der Gesellschaft aufbauen und zurückwirken. Unser Landschaftsverständnis und damit auch das Erscheinungsbild von Landschaft sind von diesem konstituierendem Prozess entscheidend geprägt.

Diese Perspektive auf Landschaft als soziales Konstrukt soll jedoch keine Konkurrenz zum naturwissenschaftlichen-ökologischen Verständnis von Landschaft darstellen, sondern sollte das Lehrangebot der HNEE ergänzen. Deswegen entstand die Idee ein Lehrmodul zu planen, in welchem die Inhalte der Landschaftssoziologie, sowie die damit verbundene sozialkonstruktivistische Perspektive auf Landschaft, herausgearbeitet werden. Diese Thesis realisiert diese Idee, und legt gleichzeitig ein didaktisches Konzept für eine solche modulare Lehrveranstaltung „Landschaftssoziologie“ vor.

Nach den Erläuterungen zur Methodik der Thesis (Kap. 2) folgt eine Einführung in die Begrifflichkeiten von Landschaft aus soziologischer Perspektive (Kap. 3). Danach wird das didaktische Konzept des Moduls erläutert (Kap. 4), bevor die wesentlichen Inhalte des Moduls, und damit die Erörterung von raum- und landschaftssoziologischen Theorien und Konzepten, dargelegt werden (Kap. 5). In Kap. 6 wird der Bezug zur landschaftsplanerischen Praxis hergestellt und Perspektiven für einen demokratischen, nachhaltigen und machtreflexiven Umgang mit Landschaft werden aufgezeigt. In Kap. 7 folgt die inhaltliche und die didaktische Diskussion dieser Thesis.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodik

3. Einführung in die Begrifflichkeiten von Landschaft aus soziologischer Perspektive

3.1 Soziologie

3.2 Landschaft

3.3 Landschaftssoziologie

3.4 Soziale Konstruktion

3.5 Die Soziale Konstruktion von Landschaft

3.6 Raum, Natur, Landschaft und Heimat

4. Didaktik des Moduls „Landschaftssoziologie“

4.1 Allgemeine Bemerkungen zu modularen Lehrveran-staltungen an Fachhochschulen

4.2 Rahmenbedingungen des Moduls

4.2.1 Formale Kriterien und rechtliche Grundlagen

4.2.2 Modulbeschreibung

4.2.3 Strukturelle und Planerische Rahmenbedingungen

4.3 Methodik des Moduls „Landschaftssoziologie“

5. Inhalte des Moduls „Landschaftssoziologie“

5.1 Grundzüge der sozialkonstruktivistischen Perspektive auf Landschaft

5.1.1 Vier Dimensionen von Landschaft

5.1.2 Landschaft und Sozialisation

5.1.3 Landschaft und Macht

5.2 Theorien und Konzepte der Raum- und Landschaftssoziologie

5.2.1 Landschaftsbewusstsein und Raumbilder nach IPSEN

5.2.2 Die Produktion des Raumes nach LEFEBVRE

5.2.3 Entstehung von Räumen durch soziales Handeln nach LÖW

5.2.4 Sozialer Raum, Kapital und Habitus nach BOURDIEU

5.2.5 Formen der Vergesellschaftung und Räumliche Ordnung nach SIMMEL

5.2.6 Ordnung, Macht und Raum nach FOUCAULT

5.2.7 Kommunikation und Raum in der Systemtheorie nach LUHMANN

5.2.8 Natur, Kultur und Herrschaft nach der FRANKFURTER SCHULE

5.2.9 Räumliche Praxis und Repräsentation nach HARVEY

5.3 Synthese und Relevanzen der Theorien und Konzepte der Raum- und Landschaftssoziologie aus Kap. 5.2

6. Praxis der Landschaftssoziologie und Landschaftsplanung

6.1 Methoden der Sozialraumanalyse

6.2 Nachhaltige Entwicklung

6.3 Governance

6.4 Weitere praxisrelevante Konzepte

6.5 Ausblick in die Praxis der Landschaftsplanung

7. Diskussion

7.1 Diskussion der Didaktik des Moduls „Landschaftssoziologie“

7.2 Diskussion der Inhalte des Moduls „Landschaftssoziologie“

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, ein didaktisches Konzept für ein neues Wahlpflichtmodul „Landschaftssoziologie“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) zu entwickeln. Dabei wird Landschaft als soziales Konstrukt begriffen, um Studierenden der Landschaftsnutzung und des Naturschutzes eine machtreflexive und sozialwissenschaftlich fundierte Perspektive auf Planungsprozesse zu vermitteln.

  • Sozialkonstruktivistische Perspektive auf Landschaft als geschichtlich-kulturelles Produkt.
  • Theoretische Grundlagen der Raum- und Landschaftssoziologie (u.a. Bourdieu, Foucault, Lefebvre, Löw).
  • Didaktische Vermittlung soziologischer Inhalte in technischen Studiengängen.
  • Methoden der Sozialraumanalyse und deren Relevanz für die Landschaftsplanung.
  • Governance und nachhaltige Entwicklung im Kontext machtreflexiver Planung.

Auszug aus dem Buch

3.4 Soziale Konstruktion

Konstruktion bezeichnet nach KLOCK/SPAHR (2007) keine intentionale Handlung, sondern einen kulturell vermittelten vorbewussten Vorgang. Eine Konstruktion ist also immer auch ein sozialer Vorgang, der durch Sozialisation und den geltenden Normen vermittelt wird. Aufbauend auf Bedeutungen (vgl. BLUMER 1973), die auf sozialen Aushandlungs- und Vermittlungsprozessen beruhen, konstituiert sich aufgrund der Anordnung von Objekten eine jeweilige Wirklichkeit (vgl. BERGER/LUCKMANN 1998) und nach SCHÜTZ/LUCKMANN (1994) eine Selbstverständlichkeitkette. Dabei entsteht Bedeutung sozialer Interkation (vgl. BLUMER 1973), was wiederum ein interpretativer Prozess ist (ebenda). Objekte sind in diesem Zusammenhang, im Sinne des symbolischen Interaktionismus, das „Produkt symbolischer Interaktion“ (ebenda: 90). Zentral ist dabei der Prozess des Erlernens von Wissen. Wissen, das laut SCHÜTZ (1971) in einem Netzwerk von Vertrautheit, Bekanntheit und bloßem Glauben eingebettet ist, beruht auf sozialer Interaktion, symbolischer Art (dinghaft) und nichtsymbolischer Art, wodurch Bedeutungen entstehen (KÜHNE 2013). BURR (2005: 7) stellt heraus: „Wir werden in eine Welt geboren, deren Menschen genutzte konzeptionelle Rahmen und Kategorien in unserer Kultur bereits existieren.“

Um diese Symbole und Bedeutungen zu verstehen bedarf es aber zuerst den Prozess der Wahrnehmung. BLECH/HERMANN (1999: 202) bezeichnen den Prozess der Wahrnehmung im Sinne Foucaults´ sogar als Sekundäreffekt, der „diskursiven Formation einer Epoche“. Wahrnehmung, also die Zusammenführung von Sinneseindrücken zu einem Gesamtbild, ist bei der sozialen Konstruktion entscheidend und das Resultat eines „sehr komplizierten Interpretationsprozesses, in welchem gegenwärtige Wahrnehmungen mit früheren Wahrnehmungen in Beziehung gesetzt werden“ KÜHNE (2013: 19). Diesbezüglich äußert sich AHRENS (2006: 233), „dass die Leistungen des Beobachters das erzeugen, was wir als Landschaft wahrnehmen und als solche sozial relevant werden lassen“. JESSEL (2000: 149) betont in Bezug auf die Wahrnehmung: „Es gibt kein voraussetzungsloses Sehen im Sinne eines vollständigen Registrierens all dessen, was überhaupt an Reizen aus der Außenwelt aufgenommen werden kann. Vielmehr müssen über Sinnesorgane aufgenommene Reize strukturiert, geordnet und zu Gestalten zusammengefasst werden, um zu bewusster Wahrnehmung zu werden.“ Nach SCHÜTZ/LUCKMANN (1994) erfolgt mit der Wahrnehmung ein Typisierungsprozess, der auf Erfahrungen und Sozialisation beruht, um Normalitäten abzuwägen. Diese Typisierungen sind zusätzlich miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Landschaft und begründet die Notwendigkeit des geplanten Lehrmoduls.

2. Methodik: Hier wird der theoretisch-literarische Ansatz der Arbeit dargelegt, der auf der Literaturrecherche und der didaktischen Aufbereitung für ein Lehrmodul basiert.

3. Einführung in die Begrifflichkeiten von Landschaft aus soziologischer Perspektive: Dieses Kapitel führt in die für die Arbeit essenziellen soziologischen Grundbegriffe ein und erörtert Landschaft als soziales Konstrukt.

4. Didaktik des Moduls „Landschaftssoziologie“: Hier werden die didaktischen Anforderungen und Rahmenbedingungen für die Gestaltung des Lehrmoduls an einer Fachhochschule spezifiziert.

5. Inhalte des Moduls „Landschaftssoziologie“: Dieses Hauptkapitel erläutert die sozialkonstruktivistischen Grundlagen sowie die relevanten theoretischen Konzepte von Raum und Landschaft.

6. Praxis der Landschaftssoziologie und Landschaftsplanung: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit konkreten Methoden der Sozialraumanalyse und aktuellen Planungsansätzen.

7. Diskussion: Die Ergebnisse hinsichtlich der didaktischen Umsetzung und der theoretischen Inhalte werden hier kritisch reflektiert.

8. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Argumente der Thesis und das entwickelte Modulkonzept zusammen.

Schlüsselwörter

Landschaftssoziologie, Soziale Konstruktion, Landschaftsplanung, Raumsoziologie, Didaktik, Sozialisation, Machtverhältnisse, Raumproduktion, Nachhaltige Entwicklung, Governance, Sozialraumanalyse, Interdisziplinarität, Landschaftskommunikation, Machtreflexivität, Typisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für ein Wahlpflichtmodul mit dem Titel „Landschaftssoziologie“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Das Hauptaugenmerk liegt auf der sozialkonstruktivistischen Perspektive von Landschaft, der Vermittlung soziologischer Theorien in planungsorientierten Studiengängen sowie der Verbindung von Theorie und planerischer Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung eines strukturierten Modulkonzepts, das Studierenden hilft, Landschaft nicht nur als physische Umgebung, sondern als soziales Produkt und Spannungsfeld von Macht und Interessen zu begreifen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Methodik umfasst eine umfangreiche Literaturrecherche und -auswertung, die zur theoretischen Fundierung dient, sowie die didaktisch-methodische Ausarbeitung des Modulkonzepts.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Soziologie der Landschaft, eine umfassende Übersicht soziologischer Raumtheorien (z.B. von Bourdieu oder Lefebvre) sowie die Darstellung praxisnaher Analysekonzepte für die Landschaftsplanung.

Wie lässt sich die Arbeit durch Schlüsselwörter charakterisieren?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Landschaftssoziologie, soziale Konstruktion, Raumtheorien, Governance und machtreflexive Planung aus.

Warum ist eine „machtreflexive“ Planung wichtig, wie im Modul gefordert?

Eine machtreflexive Planung ist essenziell, da Landschaftsgestaltung immer auch die Interessen bestimmter Gruppen widerspiegelt; das Modul soll Studierende befähigen, diese Machtstrukturen zu erkennen und demokratischere Planungsprozesse zu fördern.

Welche Rolle spielt die „Soziale Konstruktion“ in der Landschaftsplanung laut dem Autor?

Der Autor zeigt auf, dass Landschaft durch soziale Interaktion, Wahrnehmung und Typisierung entsteht, wodurch Planer erkennen müssen, dass ihre Eingriffe stets in ein bestehendes soziales Bedeutungsgefüge eingreifen.

Inwiefern unterscheiden sich „positives“ und „symbolisch-realistisches“ Planungsverständnis laut Tab. 5?

Während das positivistische Verständnis auf objektive Steuerung und Expertenwissen setzt, betont das symbolisch-realistische Modell den Prozesscharakter der Planung, wechselseitiges Lernen und die Bedeutung von Bürgerbeteiligung.

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Résumé des informations

Titre
Landschaft als Soziales Konstrukt. Konzept eines Wahlpflichtmoduls "Landschaftssoziologie" an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)
Université
The University of Applied Sciences in Eberswalde  (Landschaftsnutzung und Naturschutz)
Note
1,1
Auteur
Henrik Hollensteiner (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
107
N° de catalogue
V352713
ISBN (ebook)
9783668393264
ISBN (Livre)
9783668393271
Langue
allemand
mots-clé
landschaft soziales konstrukt konzept wahlpflichtmoduls landschaftssoziologie hochschule nachhaltige entwicklung eberswalde hnee
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Henrik Hollensteiner (Auteur), 2014, Landschaft als Soziales Konstrukt. Konzept eines Wahlpflichtmoduls "Landschaftssoziologie" an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352713
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Extrait de  107  pages
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