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Notfallmedizinische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege in Baden-Württemberg

Title: Notfallmedizinische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege in Baden-Württemberg

Bachelor Thesis , 2015 , 67 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Benjamin Richter (Author)

Health - Miscellaneous
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Diese Untersuchung soll Aufschluss über die Qualität der notfallpflegerischen Ausbildung in der Krankenpflege in Baden-Württemberg geben. Die Studie evaluiert zu diesem Zweck den aktuellen Stand von Unterrichtsinhalten, den zeitlichen Aufwand und die Qualifikationen der Lehrkräfte. Zusätzlich greift diese Arbeit eine Stichprobe von Lernenden in der Krankenpflege auf und gibt Hinweise, wie Lernende ihre persönliche Vorbereitung auf einen Notfall (nach theoretischen Unterrichten und Simulationstrainings) subjektiv empfinden.

Das Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege regelt, Gesundheits- und Krankenpflegekräfte zu befähigen, lebenserhaltende Sofortmaßnahmen einzuleiten, bis eine Ärztin oder ein Arzt eintrifft. Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger sind demnach verpflichtet, in akuten Notfallsituationen adäquat handeln können. In Baden-Württemberg sind jedoch keine konkreten Inhalte für die theoretische und praktische Ausbildung in lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen gesetzlich geregelt. Im Vergleich zu anderen Bundesländern sieht dagegen beispielsweise das Land Nordrhein-Westfalen konkrete Inhalte in seiner Ausbildungsrichtlinie für staatlich anerkannte Krankenpflegeschulen vor.

Der seit 2004 in Baden- Württemberg existente vorläufige Landeslehrplan für die Ausbildung zum Krankenpfleger legt nur oberflächliche Ausbildungsziele fest und beinhaltet keine konkreten Lerninhalte, wie es in anderen Bundesländern der Fall ist. In diesem Zusammenhang soll geprüft werden, ob Krankenpflegeschulen den Terminus lebenserhaltende Sofortmaßnahmen (und somit die inhaltlichen und zeitlichen Vorgaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) beziehungsweise der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste-Hilfe (BAGEH)) übernommen oder adaptiert haben. Daraus erfolgt ein Urteil, ob eine adäquate notfallpflegerische Ausbildung stattfindet oder nicht. Die Betitelung lebenserhaltende beziehungsweise lebensrettende Sofortmaßnahmen wird unter anderem von den Hilfsorganisationen und privaten Lehrinstituten konkret mit Inhalten und einem zeitlichen Umfang definiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition lebenserhaltende/lebensrettende Sofortmaßnahmen und Erste Hilfe

2.1 Erste-Hilfe-Kurs und Kurs in lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen

2.2 Zeitliche Vorgaben LSM- und EH-Kurs

2.3 Inhaltliche Definition nach DVR (EH- und LSM-Kurs)

2.4 Konkrete Inhalte lebensrettende Sofortmaßnahmen nach Vorgaben des DVR (2011: 18ff.)

2.5 Konkrete Inhalte Erste Hilfe nach Vorgaben des DVR (2011: 15ff)

3. Notfallpflegerische Ausbildung

4 Pädagogische Ausbildung/Kompetenz der Lehrkräfte

4.1 Einfluss der Lehrkräfte auf die Lernenden

4.2 Gesetzliche Vorgaben

4.3 Lehrerqualifikationen in der Krankenpflegeausbildung

4.3.1 Lehrer in der Krankenpflege

4.3.2 Pflegepädagogen

4.3.2 Medizinpädagogen

4.3.3 Andere Qualifikationen

4.4 Qualifikation zum Erste Hilfe Ausbilder

5. Notfall- und Intensivpflege in der Krankenpflegeausbildung

5.1 Landeslehrplan Baden-Württemberg für die Ausbildung in der Krankenpflege

5.2 Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege

5.3 Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege

5.4 Literatur in der Krankenpflegeausbildung

6. Simulation in der Krankenpflegeausbildung

6.1 Lernen durch Simulation

6.2 Grundlagen eines simulationsbasierten Trainings

7. Konzepte der notfallmedizinischen Ausbildung

7.1 Lehrkonzept nach Lücke (2006)

7.2 Das Böblinger Notfallpflege Lehrkonzept nach Richter (2015)

7.2.1 Einführung in die Notfallpflege: Erste Hilfe im Krankenhaus

7.2.2 Reanimationsmedizin und Simulationstraining

7.2.3 Schock

8. Auswertungen und Darstellungen der Studien

8.1 Empfinden der persönlichen Vorbereitung auf einen Notfall

8.1.1 Fragestellungen

8.1.2 Hypothesen

8.1.3 Methodik und Datenerhebung

8.1.4 Auswertungen und Darstellungen der Ergebnisse

8.2 Notfallpflegerische Ausbildung in Baden-Württemberg

8.2.1 Fragestellungen

8.2.2 Hypothesen

8.2.3 Methodik der Datenerhebung

8.2.4 Auswertungen und Darstellungen der Ergebnisse

9. Ergebnisse

10. Zusammenfassung und Fazit

Gesetzgeber und moralische Verantwortung

Lehrplan versus Realität

Notfallpflegerische Inhalte

Lehrpersonal

Erste Hilfe in der Ausbildung

Sicherstellung der Ausbildungsqualität

Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten

Fazit

11. Quellenangabe

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Status Quo der notfallpflegerischen Ausbildung in der Krankenpflege in Baden-Württemberg. Das Ziel ist es, zu evaluieren, ob die Ausbildung landesweit vergleichbare Standards hinsichtlich der Unterrichtsinhalte, des zeitlichen Umfangs und der Qualifikation der Lehrkräfte aufweist, um Auszubildende effektiv auf akute Notfallsituationen vorzubereiten.

  • Status-Quo-Analyse der notfallpflegerischen Inhalte in Baden-Württemberg
  • Evaluation der didaktischen Methoden und des zeitlichen Aufwands
  • Untersuchung der Qualifikationsprofile des eingesetzten Lehrpersonals
  • Analyse der subjektiven Vorbereitung von Auszubildenden auf Notfälle
  • Vergleich zwischen theoretischen Anforderungen und praktischer Umsetzung

Auszug aus dem Buch

6.1 Lernen durch Simulation

Simulationstrainings haben sich in den vergangenen Jahren in der Notfallmedizin sowie der Notfallpflege(-ausbildung) etabliert. Diese helfen, Situationen realitätsnah darzustellen sowie Fertigkeiten aktiv zu üben ohne dabei einen Patienten zu gefährden. Moecke und Müller (2014: 371–372) beschreiben den Ausbau eines Simulationstrainings als sehr effektiv, aber leider zu selten genutztes Instrument. Sie erklären, dass Patientensicherheits- und Simulationstrainings (PST) auch mit erheblichen Kosten verbunden sind. Simulationstechnik (Simulator, Videotechnik und andere technische Gerätschaften) verursachen Kosten bis über 100.000 Euro. Medizintechnik (Defibrillator, Monitoring etc.) und Personalkosten kommen hinzu. Ohne eine konkrete Finanzierung ist der von allen Seiten geforderte Ausbau von PST nicht möglich.

Etwa 70- 80 % aller Fehler in medizinischen Bereichen lassen sich auf sog. „Human Factors“ zurückführen. 80 % dieser Human Factors (Kommunikationsprobleme, Missverständnisse etc.) sind wiederum nachweislich vermeidbar. Mangelende medizinisch-pflegerische Kompetenzen sind demnach eher keine Ursachen für das Entstehen von kritischen Situationen (vgl. Koppenberg et al. 2014: 373–378).

Adaptiert an die durch Issleib und Zöllner (2015: 67–73) postulierten didaktischen Erfolge von Ärzten nach PST, können steilere Lernkurven ebenfalls in der (Notfall-)Pflegeausbildung erzielt werden. Allerdings lassen sich nicht alle Lerninhalte mit Simulatoren gut vermitteln. Der Erwerb von konkreten und standardisierten Handlungsabläufen (z. B. das Legen eines transurethralen Katheters, einer Venenverweilkanüle oder die Insertion einer supraglottischen Atemwegshilfe) lassen sich durch wiederholte Trainings an anatomischen Übungsmodellen effektiver erlernen. Auszubildende in einem Pflegeberuf sollten Gelegenheit erhalten, neue Fertigkeiten zu perfektionieren. Invasive Maßnahmen sind jedoch mit einer potenziellen Patientengefährdung assoziiert. PST bieten einen geschützten Raum, in welchem die Lernenden Handlungsabläufe konkret lernen und üben können. Fehler sind in diesem Kontext für den Lernerfolg hilfreich und wünschenswert. Positive Auswirkungen zeigten sich nach erfolgten PST auch in Fehlermanagement, Kommunikation, Zusammenarbeit, Führung und Situationsbewusstsein (vgl. Issleib und Zöllner 2015: 67–73).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die gesetzlichen Rahmenbedingungen und das Problem der fehlenden Konkretisierung notfallpflegerischer Ausbildungsinhalte in Baden-Württemberg.

2. Definition lebenserhaltende/lebensrettende Sofortmaßnahmen und Erste Hilfe: Definiert die Kurskonzepte nach Vorgaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und deren zeitliche sowie inhaltliche Vorgaben.

3. Notfallpflegerische Ausbildung: Erläutert die gesetzliche Verpflichtung zur Vermittlung von Notfallkompetenzen und ordnet die Wissensgrundlagen nach Lücke ein.

4 Pädagogische Ausbildung/Kompetenz der Lehrkräfte: Analysiert den Einfluss von Lehrkräften auf Lernerfolge und bewertet verschiedene Lehrerqualifikationen wie Pflegepädagogen und Medizinpädagogen.

5. Notfall- und Intensivpflege in der Krankenpflegeausbildung: Untersucht den Landeslehrplan Baden-Württemberg sowie geltende Rechtsgrundlagen für die intensiv- und notfallpflegerische Ausbildung.

6. Simulation in der Krankenpflegeausbildung: Erörtert das Potenzial und die Grundlagen von Simulationstrainings (PST) als moderne Lehrmethode zur Steigerung der Patientensicherheit.

7. Konzepte der notfallmedizinischen Ausbildung: Vergleicht das Lehrkonzept nach Lücke mit dem spezifischen Böblinger Notfallpflege-Lehrkonzept von Richter.

8. Auswertungen und Darstellungen der Studien: Dokumentiert die empirische Datenerhebung zum Empfinden der Lernenden und den Ausbildungszustand an baden-württembergischen Schulen.

9. Ergebnisse: Fasst die Kernergebnisse der Studie zusammen, die eine uneinheitliche und teils defizitäre notfallpflegerische Ausbildung belegen.

10. Zusammenfassung und Fazit: Resümiert die Notwendigkeit landeseinheitlicher, konkreter Lernziele und plädiert für eine professionelle notfallpflegerische Ausbildung anstelle von Laienkurs-Adaptionen.

Schlüsselwörter

Notfallpflege, Krankenpflegeausbildung, Baden-Württemberg, Erste Hilfe, Reanimationsmedizin, Simulationstraining, Patientensicherheit, Pflegepädagogik, Medizinpädagogik, Lehrplan, Notfallkompetenz, Skillslab, AED, Curriculum, Qualitätssicherung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Qualität und Einheitlichkeit der notfallpflegerischen Ausbildung für angehende Gesundheits- und Krankenpfleger im Bundesland Baden-Württemberg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die gesetzlichen Vorgaben, die Qualifikation des eingesetzten Lehrpersonals, die verwendeten Lehrmethoden wie Simulationstraining sowie die tatsächliche inhaltliche Ausgestaltung der Notfall-Lehrpläne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es festzustellen, ob Auszubildende in Baden-Württemberg eine adäquate und vergleichbare notfallpflegerische Ausbildung erhalten, die sie auf akute Notfälle im klinischen Alltag vorbereitet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Studie basiert auf einer empirischen Erhebung bei 82 staatlich anerkannten Pflegeschulen mittels schriftlicher Fragebögen sowie einer qualitativen Analyse von Lernenden zur subjektiven Einschätzung ihrer Notfall-Vorbereitung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Lehrkonzepten, die Analyse der Qualifikationen von Lehrkräften und die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten zu Kursinhalten und Stundenzahlen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Notfallpflege, Krankenpflegeausbildung, Simulationstraining (PST), Curriculum, Notfallkompetenz und Patientensicherheit.

Warum kritisiert der Autor die Verwendung des Begriffs "Erste Hilfe" in der Pflegeausbildung?

Der Autor argumentiert, dass "Erste Hilfe" für Laien konzipiert ist und nicht den professionellen Anforderungen an Krankenpflegepersonal entspricht, die komplexere notfallmedizinische Maßnahmen beherrschen müssen.

Welche Rolle spielt das Böblinger Notfallpflege-Lehrkonzept in dieser Arbeit?

Es dient als Fallbeispiel für ein strukturiertes, 72 Unterrichtseinheiten umfassendes Ausbildungskonzept, das Teamteaching und gezielte Simulationstrainings nutzt und damit über die minimalen gesetzlichen Vorgaben hinausgeht.

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Details

Title
Notfallmedizinische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege in Baden-Württemberg
College
University of Applied Sciences and Medical University  (Fakultät für Gesundheit)
Grade
1,2
Author
Benjamin Richter (Author)
Publication Year
2015
Pages
67
Catalog Number
V352725
ISBN (eBook)
9783668391512
ISBN (Book)
9783668391529
Language
German
Tags
Notfallmedizin Erste Hilfe Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung Baden-Württemberg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Richter (Author), 2015, Notfallmedizinische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege in Baden-Württemberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352725
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