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Ersprechen und Erbrechen bei Werner Schwab. Sprachkörpergewalt in "Eskalation ordinär"

Titel: Ersprechen und Erbrechen bei Werner Schwab. Sprachkörpergewalt in "Eskalation ordinär"

Hausarbeit , 2008 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der österreichische Schriftsteller und Dramatiker Werner Schwab ist vor allem durch seinen originären und provokativen Umgang mit der Sprache aufgefallen, und war nicht zuletzt deswegen in den 90er Jahren zeitweise der meistgespielte deutschsprachige Gegenwartsdramatiker.

Am Beispiel von "ESKALATION ordinär" – eines der letzten Stücke, das erst posthum 1995 im Schauspielhaus Hamburg unter der Regie von Karin Beier uraufgeführt wurde – soll diese Arbeit aufzeigen, durch welche Mittel und Verfahren die Sprache körperliche und gewalttätige Qualitäten erhält. Wo nötig, werden zur Veranschaulichung zusätzlich auch Verweise auf andere Stücke Schwabs mit einfließen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Vorbemerkung

B. Untersuchung von Eskalation ordinär

I. Handlungsverlauf

II. Raum und Zeit

III. Figuren und Körper

1. Konstellation und Namen

2. Groteske Körper

3. Verdinglichung und Personifikation

IV. Körperlichkeit und Gewalt der Sprache

1. Mutationen

2. Geruch, Dreck und Ausscheidungen

3. Gewalt

C. Eskalation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das posthume Drama "Eskalation ordinär" von Werner Schwab mit dem Ziel zu analysieren, durch welche sprachlichen Mittel und Verfahren das Stück seine körperliche und gewalttätige Qualität gewinnt.

  • Die Rolle der Sprache als eigenständiges, körperliches und gewalttätiges Agens.
  • Die Charakterisierung der Figuren durch das Motiv der Groteske und Tierwerdung.
  • Die Bedeutung von Verdinglichung und Personifikation als Ausdruck der gesellschaftlichen Entfremdung.
  • Die Analyse der eskalierenden Handlungsstruktur und der gewaltvollen Sprachdynamik.

Auszug aus dem Buch

2. Groteske Körper

Gemeinsam haben die Personen eine grotesk anmutende Körperlichkeit. Hierzu bietet sich ein Blick auf die Überlegungen Bachtins zum grotesken Körper bei Rabelais’ Gargantua und Pantagruel an:

Der groteske Körper ist […] ein werdender. Er ist nie fertig und abgeschlossen, er ist immer im Entstehen begriffen und erzeugt stets einen weiteren Körper; er verschlingt die Welt und läßt sich von ihr verschlingen […]. Deshalb spielen jene seiner Teile, in denen er über sich selbst, über die eigenen Grenzen hinauswächst und einen neuen, zweiten Körper produziert, eine besondere Rolle: der Bauch und der Phallus. Sie bilden das Zentrum des grotesken Körpers, und genau sie werden auch zum Gegenstand positiver Übertreibung. Sie könnten sich sogar vom Körper trennen und ein selbständiges Leben führen, denn sie verdrängen den Restkörper als etwas Zweitrangiges. Die nächstwichtige Rolle […] nimmt für den grotesken Körper der Mund ein, der die Welt verschluckt, und dann der Hintern, denn alle diese Ausstülpungen zeichnen sich dadurch aus, daß an ihnen die Grenze zwischen zwei Körpern oder Körper und Welt überwunden wird.5

Zusammenfassung der Kapitel

A. Vorbemerkung: Einführung in das Werk von Werner Schwab und Festlegung des Analyseschwerpunkts auf die Sprache und deren Auswirkungen auf die Figuren in "Eskalation ordinär".

B. Untersuchung von Eskalation ordinär: Detaillierte Analyse des Stücks in Bezug auf Handlung, Raum-Zeit-Struktur, Figurengestaltung und die spezifische Sprachgewalt.

I. Handlungsverlauf: Darstellung der stetigen Abwärtsbewegung des Protagonisten Helmut Brennwert in sieben Affekten bis hin zum katastrophalen Ende.

II. Raum und Zeit: Untersuchung der unbestimmten räumlichen und zeitlichen Verortung, die primär durch sprachliche Marker und soziale Symbole konstituiert wird.

III. Figuren und Körper: Analyse der Figurenkonstellation, der grotesken Körperlichkeit und der Tendenz zur Verdinglichung als Spiegel der gesellschaftlichen Entwertung.

1. Konstellation und Namen: Betrachtung der sprechenden Namen und der Rollenverteilung der Figuren, die als "Brennwertbenützer" fungieren.

2. Groteske Körper: Untersuchung der Figuren auf Basis des Bachtinschen Konzepts des grotesken Körpers, der durch Exzess und stetige Wandlung geprägt ist.

3. Verdinglichung und Personifikation: Analyse der Reduktion von Personen auf leblose Dinge oder deren Ersetzung durch abstrakte, machtvolle Konzepte wie die Sparkasse.

IV. Körperlichkeit und Gewalt der Sprache: Untersuchung der Sprache als eigenständiges, wucherndes Phänomen, das die Figuren fremdbestimmt und demaskiert.

1. Mutationen: Analyse der sprachlichen Entgleisungen und Wortbildungen, die der Sprache eine tumorartige, gewaltsame Qualität verleihen.

2. Geruch, Dreck und Ausscheidungen: Deutung der zentralen Motive von Fäkalien und Gestank als Metaphern für die Abwertung und Unterdrückung des Protagonisten.

3. Gewalt: Erörterung der funktionalen Gewalt zur Machtausübung und der Transformation des Protagonisten vom Opfer zum (versuchten) Täter.

C. Eskalation: Resümee über das Grundprinzip der Übersteigerung und die Metamorphose der Sprache in "metastasierende Sprachskulpturen".

Schlüsselwörter

Werner Schwab, Eskalation ordinär, Sprache, Körperlichkeit, Groteske, Gewalt, Verdinglichung, Machtausübung, Brennwert, Gegenwartsdramatik, Sprachgewalt, Subjektauflösung, Affekte, Entfremdung, Sozialkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das posthume Theaterstück "Eskalation ordinär" von Werner Schwab und analysiert, wie der Autor durch einen provokativen Umgang mit Sprache Körperlichkeit und Gewalt darstellt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Im Zentrum stehen die Macht der Sprache, die Groteske des menschlichen Körpers, soziale Entfremdung sowie die Instrumentalisierung von Individuen innerhalb einer wertorientierten Gesellschaft.

Was ist die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Mit welchen Mitteln und sprachlichen Verfahren erhält die Sprache in Schwabs Stück ihre gewaltsamen und körperlichen Qualitäten?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer textnahen Analyse unter Einbeziehung von literaturwissenschaftlichen Konzepten wie Bachtins Theorie des grotesken Körpers und anderen fachspezifischen Analysen zu Schwabs Sprachstil.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Handlungsverlaufs, die räumliche und zeitliche Einordnung sowie eine tiefgehende Analyse der Figuren, der Sprachmutationen und der Gewaltmotive.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter der Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem Werktitel Werner Schwab, Groteske, Sprache, Körperlichkeit, Gewalt und Verdinglichung.

Warum ist der Protagonist Helmut Brennwert so zentral für die Analyse?

Brennwert fungiert als Antiheld, an dessen Untergang und Entmenschlichung der Autor die zerstörerischen Mechanismen der Gesellschaft und der Sprache besonders deutlich exemplifiziert.

Welche Rolle spielt die Personifikation der Sparkasse im Stück?

Die Sparkasse wird als personifizierter Körper dargestellt, der stellvertretend für den Druck durch Geld und Arbeitslosigkeit steht, wodurch menschliche Werte in der Analyse drastisch infrage gestellt werden.

Inwiefern beeinflussen die "Mutationen" der Sprache die Handlung?

Die sprachlichen Bandwurmwörter und ständigen Wiederholungen wirken wie ein wuchernder Tumor, der die Figuren fremdbestimmt und sie zu Leibeigenen ihrer eigenen Aussagen degradiert.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ersprechen und Erbrechen bei Werner Schwab. Sprachkörpergewalt in "Eskalation ordinär"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V352816
ISBN (eBook)
9783668389809
ISBN (Buch)
9783668389816
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ersprechen erbrechen werner schwab sprachkörpergewalt eskalation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2008, Ersprechen und Erbrechen bei Werner Schwab. Sprachkörpergewalt in "Eskalation ordinär", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352816
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Leseprobe aus  16  Seiten
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