In der heutigen schnelllebigen Zeit, in der die technische Entwicklung rasch vorangeht und der Wirtschaftssektor auf immer mehr Wachstum ausgerichtet ist, bleiben andere Dinge immer öfter auf der Strecke. Zu Beginn der Menschheit musste man sich seine Nahrungsmittel sammeln und jagen. Man war dadurch ständig in der Natur unterwegs. Mit der Entstehung der virtuellen Welt ist es oft nicht einmal nötig das Haus zu verlassen um Besorgungen zu machen. Was damit jedoch immer weniger wird, ist der Kontakt zur Natur. Der Naturkontakt scheint ein wichtiger Faktor zur Erhaltung oder Verbesserung der ganzheitlichen Gesundheit des Menschen zu sein. Dieses Verhältnis wird in der vorliegenden Arbeit beschrieben.
Im ersten, allgemeinen Teil dieser Literaturarbeit wird zur besseren Verständlichkeit der Begriff Gesundheit definiert. Im Anschluss daran wird auf die derzeitige Situation, die Gesundheitsförderung und Prävention betreffend, in Österreich eingegangen. Das Wesentlichste im ersten Teil der Arbeit stellt jedoch die Erläuterung des Salutogenese-Modells nach Antonovsky und die für die ganzheitliche Gesundheit verantwortlichen Faktoren dar.
Im zweiten Teil der Arbeit wird zuerst die Umwelt des Menschen beschrieben um darauf folgend das Erleben von Natur in der heutigen Zeit darzustellen. Bevor abschließend die Wirkung von Naturerfahrungen erläutert wird, erfolgt eine Beschreibung unterschiedlicher Formen von Naturerfahrungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Gesundheit des Menschen
2.1 Begriffsdefinition der Gesundheit
2.2 Krankheits- vs. Gesundheitsorientiertes Denken
2.3 Von der Krankheitsprävention zur Gesundheitsförderung
2.3.1 Prävention und Gesundheitsförderung in Österreich
2.3.2 Salutogenese-Modell nach Antonovsky
2.3.3 Das Kohärenzgefühl
2.4 Was den Menschen gesund hält
2.4.1 Physische Faktoren
2.4.2 Psychische Faktoren
2.4.3 Faktoren der sozialen Ungleichheit
3 Die Umwelt des Menschen
3.1 Die natürliche Umwelt
3.1.1 Begriffsdefinition Natur
3.1.2 Landschaftsformen
3.2 Die kulturelle Umwelt
3.3 Die soziale Umwelt
4 Erleben von Natur heute
4.1 Naturdefizit-Störung
4.2 Naturaktivitäten vs. Medien, Computer und Co.
5 Formen von Naturerfahrungen
5.1 Naturnahe Organisationen
5.2 Natur- und Umweltpädagogik
5.3 Freizeitsport in der Natur
5.4 Sinneserfahrungen
5.5 Naturerfahrungen als Therapieform
6 Wirkung von Naturerfahrungen
6.1 Psychische Aspekte
6.2 Physische Aspekte
6.3 Soziale Aspekte
6.4 Wirkung auf das Kohärenzgefühl
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Naturerfahrungen und der ganzheitlichen menschlichen Gesundheit. Im Fokus steht die Forschungsfrage, ob und wie Naturerfahrungen die körperliche, seelische und geistige Gesundheit positiv beeinflussen können, um den Herausforderungen einer schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft entgegenzuwirken.
- Salutogenese und das Kohärenzgefühl nach Aaron Antonovsky
- Einflussfaktoren auf die menschliche Gesundheit (physisch, psychisch, sozial)
- Analyse des modernen Erlebens von Natur (Naturdefizit-Störung vs. Mediennutzung)
- Formen von Naturerfahrungen (Organisationen, Pädagogik, Sport, Therapie)
- Wirkungsweisen von Naturkontakten auf die ganzheitliche Gesundheit
Auszug aus dem Buch
Naturerfahrungen als Therapieform
Naturerfahrungen können nicht nur in der Prävention eingesetzt werden. Auch im Bereich der Krankheitsbehandlung werden immer mehr Naturerfahrungen eingesetzt. Eine Möglichkeit zur Behandlung, beispielsweise bei Depressionen oder Morbus Alzheimer, bietet die sogenannte Gartentherapie. Für diese Form der Arbeit mit Naturerfahrungen gibt es Universitätslehrgänge wie sie die Donau Universität Krems anbietet.
„Die Gartentherapie umfasst den zielgerichteten Einsatz der Natur zu [sic!] Steigerung des psychischen und physischen Wohlbefindens der Menschen. Neben medizinischen Therapiegründen (z.B. Behinderungen, Demenz, Morbus Alzheimer) sind es zunehmend gesellschaftlich und sozial bedingte Krankheitsbilder (z.B. Depressionen, Traumatisierungen), die neben den klassischen Behandlungsmöglichkeiten den Einsatz neuer therapeutischer Strategien sinnvoll erscheinen lässt.“83
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den wachsenden Leistungsdruck der Gesellschaft und leitet die Forschungsfrage nach der gesundheitsfördernden Wirkung von Naturerfahrungen auf den Menschen ein.
2 Die Gesundheit des Menschen: Dieses Kapitel definiert Gesundheit ganzheitlich und kontrastiert das krankheitsorientierte Denken mit dem salutogenetischen Ansatz nach Antonovsky.
3 Die Umwelt des Menschen: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen natürlicher, kultureller und sozialer Umwelt, wobei die Natur als bedeutungsvolles Symbolsystem beschrieben wird.
4 Erleben von Natur heute: Die Analyse zeigt die zunehmende Naturentfremdung durch Medieneinflüsse auf und stellt das Phänomen der Naturdefizit-Störung dar.
5 Formen von Naturerfahrungen: Dieses Kapitel präsentiert verschiedene Anknüpfungspunkte, von naturnahen Organisationen und Umweltpädagogik bis hin zu Freizeitsport und Gartentherapie.
6 Wirkung von Naturerfahrungen: Hier werden die positiven Effekte von Naturaufenthalten auf die psychische, physische und soziale Gesundheit sowie die Stärkung des Kohärenzgefühls wissenschaftlich belegt.
Schlüsselwörter
Naturerfahrungen, Ganzheitliche Gesundheit, Salutogenese, Kohärenzgefühl, Naturdefizit-Störung, Gesundheitsförderung, Prävention, Naturpädagogik, Umweltpsychologie, Gartentherapie, Stressbewältigung, Lebensqualität, Sozialbeziehungen, körperliche Aktivität, Wohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirkung von Naturerfahrungen auf die ganzheitliche Gesundheit des Menschen unter Berücksichtigung körperlicher, seelischer und sozialer Aspekte.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf Gesundheitspsychologie, dem Einfluss der Umwelt, den Auswirkungen moderner Mediennutzung auf das Naturerleben sowie verschiedenen Formen der aktiven Naturnutzung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie Naturerfahrungen dazu beitragen können, die physische und psychische Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern und ob sie als wirksame Maßnahme gegen moderne Zivilisationskrankheiten fungieren können.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Zentral ist das Salutogenese-Modell nach Aaron Antonovsky, insbesondere das Konzept des Kohärenzgefühls, sowie die Bedürfnishierarchie nach Maslow.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Gesundheit, die Beschreibung der Umwelt, das heutige Naturerleben, die verschiedenen Formen von Naturkontakten und eine detaillierte Analyse der positiven Wirkungen auf den Organismus.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Naturerfahrungen, Salutogenese, Gesundheitsförderung, Naturdefizit-Störung, Kohärenzgefühl und ganzheitliche Gesundheit.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Pathogenese und Salutogenese eine Rolle?
Diese Unterscheidung ist fundamental, da die Pathogenese den Fokus auf die Heilung von Krankheiten legt, während die Salutogenese untersucht, welche Faktoren die Gesundheit erhalten und fördern.
Welche Rolle spielt die moderne Technik im Kontext der Naturerfahrung?
Die Arbeit analysiert kritisch die "Elektronisierung" und den Anstieg von digitalen Medien, die zu einer Naturentfremdung führen und bei Kindern und Jugendlichen die Zeit für den Aufenthalt in der freien Natur verringern.
Können Naturerfahrungen konkret zur Therapie eingesetzt werden?
Ja, als Beispiel wird die Gartentherapie angeführt, die zunehmend bei Depressionen, Traumatisierungen oder bei der Begleitung von Demenz- und Alzheimer-Erkrankungen therapeutisch erfolgreich angewendet wird.
Wie bewertet die Arbeit den Trend zum "Wanderboom"?
Der Wanderboom wird als Ausdruck eines positiven Imagewandels gedeutet, bei dem das "Natur genießen" das frühere "Kilometermachen" ersetzt hat, um den Entlastungsbedürfnissen zivilisationsgestresster Menschen entgegenzukommen.
- Citation du texte
- Markus Bachleitner (Auteur), 2012, Naturerfahrungen und ihre Wirkung auf die ganzheitliche Gesundheit des Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352933