DaZ-bezogene Förderung von wissenschaftspropädeutischer Diskurskompetenz in der Gymnasialen Oberstufe


Seminararbeit, 2014
31 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Erklärung zu Begrifflichkeiten und Abkürzungen
1.2 Themenerläuterung und Vorgehensweise

2. Kriterienerläuterung
2.1 Fehleranalyse
2.1.1 Orthographie
2.1.2 Interpunktion
2.2 Literate Strukturen
2.2.1 Satzeinleitungen
2.2.2 Wiederholungen

3. Darstellung der Analyse
3.1 Zur Verfügung gestelltes Material
3.1.1 Angaben zur Person
3.1.2 Konkreter Arbeitsauftrag
3.2 Aufteilung der Arbeits-/Analyseschritte
3.3 Analyse, Ergebnisse und Beispiele
3.3.1 Ergebnisse: Interpunktion (Fehleranalyse)
3.3.2 Ergebnisse: Orthographie (Fehleranalyse)
3.3.3 Ergebnisse: Satzeinleitungen (literate Strukturen)
3.3.4 Ergebnisse: Wortwiederholungen (literate Strukturen)
3.4 Fazit der Analyse

4. Unterrichtsentwurf
4.1 Lernvoraussetzungen
4.2 Ziel der Unterrichtseinheit
4.3. Methodische Vorgehensweise
4.3.1. Plenumsraster zu einer Unterrichtsstunde mit dem Thema ,,Satzeinleitungen verstehen und anwenden können“
4.3.2. Erläuterungen zu dem Arbeitsmaterial

5. Anhang

1. Einleitung

1.1 Erklärung zu Begrifflichkeiten und Abkürzungen

Bevor ein Überblick über das folgende Portfolio gegeben werden kann, sollten kurze Angaben zu bestimmten Begrifflichkeiten und ihren Abkürzungen gegeben werden:

Im Folgenden werden Schülerinnen und Schüler die Abkürzung ''SuS'' erhalten. Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte werden als ''SuSmZ'' oder ''DaZler'' (Deutsch als Zweitsprache), Schülerinnen und Schüler ohne Zuwanderungsgeschichte als ''SuSoZ'' oder ''DaMler'' (Deutsch als Muttersprache) bezeichnet. Die Bezeichnungen DaMler und DaZler werden bevorzugt gebraucht.

1.2 Themenerläuterung und Vorgehensweise

In dem Seminar ''DaZ-bezogene Förderung von wissenschaftspropädeutischer Diskurskompetenz in der gymnasialen Oberstufe'' haben wir uns übergeordnet mit der Thematik befasst, inwiefern DaZler bezogen auf die deutsche Sprache gegenüber den DaMlern benachteiligt sind bzw. schlechter in der Anwendung der deutschen Sprache abschneiden.

Spezifisch haben wir uns diesbezüglich mit zwanzig Aufsätzen einer elften Klasse eines Gymnasiums auseinander gesetzt. Dabei wurden zehn Aufsätze von DaMlern und zehn Aufsätze von DaZlern verfasst.

Im Folgenden wird dargestellt, welche Analysekriterien von uns zur Untersuchung der Aufsätze ausgewählt wurden. Dabei wird genauer erläutert, was mit den spezifischen Kriterien gemeint.

Im Anschluss daran wird die Vorgehensweise während der Untersuchung der Aufsätze beschrieben.

Als Abschluss wird unser Unterrichtsvorhaben in Bezug auf ein herausgearbeitetes Defizit sowohl der DaMler als auch der DaZler vorgestellt. Dafür werden die defizitären Lernvoraussetzungen beschrieben, das Ziel der Unterrichtseinheit erläutert und die methodische Vorgehensweise detailliert ausgeführt.

Als Anhang werden die Materialien für die Unterrichtseinheit angefügt.

2. Kriterienerläuterung

2.1 Fehleranalyse

Für die Fehleranalyse haben wir Analysekriterien ausgewählt, die in der deutschen Sprache eindeutig als richtig oder falsch herausgestellt werden können. In unserem Fall beziehen wir uns auf die Orthographie und die Interpunktion.

2.1.1 Orthographie

Bei der Untersuchung der Orthographie (Rechtschreibung) der argumentativen Aufsätze der DaMler und DaZler haben wir einerseits auf die Groß- und Kleinschreibung und andererseits auf die Zusammen- und Auseinanderschreibung geachtet.

Wichtig zu erwähnen ist, dass in unserem Untersuchungsfall Fehler bezüglich der Flexion von Wörtern nicht in die Fehleranalyse mit aufgenommen und berücksichtigt werden.

2.1.2 Interpunktion

Während der Untersuchung der Interpunktion (Zeichensetzung) der argumentativen Aufsätze der DaMler und DaZler haben wir auf die Setzung von Kommata geachtet. Dabei haben wir ein fehlendes Komma vor Konjunktionen, fehlende Kommata vor und nach Neben- und Relativsätzen, fehlende Strukturierungskommata (bspw. bei zwei aufeinander folgenden Verben eines Neben- und eines Hauptsatzes) und falsch gesetzte Kommata als Fehler angestrichen.

Bei unserer Korrektur der Interpunktion wurden andere Zeichen im Satz (bspw. Ausrufezeichen, Punkt, Doppelpunkt, etc.) nicht berücksichtigt, da außer den Kommasetzungsfehler keine anderen Fehler aufgetreten sind.

2.2 Literate Strukturen

Für die Analyse der literaten Strukturen in den Aufsätzen der DaMler und DaZler haben wir Kriterien ausgewählt, die die Ästhetik und allgemeine Abrundung des Textes betreffen.

2.2.1 Satzeinleitungen

Das Kriterium der Satzeinleitungen wird in unserer Analyse hinsichtlich der Ausprägungen ‚besonders/außergewöhnlich - alltäglich‘ bewertet. Damit ist konkreter gemeint, dass wir darauf geachtet haben, welche Satzeinleitungen unserer Ansicht nach in einen guten Aufsatz gehören und welche man eher mündlich verwendet, sodass sie nicht als besonders erscheinen, sobald sie in einem Text vorkommen.

Als ‚besonders/außergewöhnlich‘ haben wir Satzeinleitungen wie „Nach Betrachten beider Seiten“, oder „Hinzufügend“ kategorisiert. „Auch“, oder „Ich finde“ haben unserer Meinung nach keinen hohen Anspruchswert und gelten daher als nicht besonders. Auch werden sie eher in mündlicher Form gebraucht, wodurch sie sich für Aufsätze zwar durchaus qualifizieren, diese jedoch nicht ästhetischer oder abgerundeter erscheinen lassen.

Wir haben dieses Kriterium gewählt, weil es uns wichtig erschien, die ästhetischen Unterschiede der SuS herauszuarbeiten und dadurch zu verdeutlichen, dass die DaZler durch einen wohlmöglich geringeren Wortschatz und geringeres Sprachgefühl schlechter abschneiden.

Satzeinleitungen wie beispielsweise Konjunktionen („und“, „auch“) wurden nicht untersucht. Wir wollten keine Verbindungen der Sätze aufzeigen, sondern Einleitungen, die die Gliederung des Textes verdeutlichen und herausstellen, dass es unterschiedliche Einleitungen für die verschiedenen Textabschnitte gibt.

2.2.2 Wiederholungen

Für die Untersuchung der Wiederholungen in den Aufsätzen haben wir uns spezifische Wörter (keine Begriffe) ausgesucht. Dazu zählen die Verben ''kann'' und ''muss'', die Konjunktionen ''dass'', ''da'', ''denn'', ''um'', ''wenn'' und ''dann''. Zuletzt gehört der Partikel ''man'' zu den zu untersuchenden Wörtern bezüglich der Wortwiederholungen.

Im Anschluss an die Auswahl haben wir sowohl die DaMler-Aufsätze als auch die DaZler-Aufsätze gelesen und die Wörter jeweils gezählt. Daraufhin haben wir berechnet, wie oft welches Wort im Durchschnitt in den DaZler- und DaMler-Aufsätzen auftritt.

3. Darstellung der Analyse

Im Folgenden wird die genaue Analyse der Aufsätze der DaMler und DaZler beschrieben. Zunächst wird dabei das uns zur Verfügung gestellte Material erläutert und ausführlich bestimmt. Darauf folgend soll deutlich werden, wie wir bei der Analyse vorgegangen sind und auf welche Schwerpunkte wir uns spezialisierten. Zuletzt wird die eigentliche Analyse und ihre Ergebnisse sowie Beispiele zur Konkretisierung behandelt.

3.1 Zur Verfügung gestelltes Material

Das uns zur Verfügung gestellte Material stammt aus einer 11. Klasse eines Gymnasiums. Die SuS haben die Aufgabe erhalten, eine Argumentation zum Thema „Führerschein mit 17 Jahren“ zu schreiben. Danach wurden zehn Aufsätze von DaMlern und zehn Aufsätze von DaZlern zufällig ausgewählt und zur Verfügung gestellt.

3.1.1 Angaben zur Person

Das Material enthält zudem Angaben zur Person. Unter Punkt 1 sollte das Geschlecht und Punkt 2 das Geburtsjahr angegeben werden. Zudem sollten die SuS sowohl die Fragen beantworten, seit wann sie in Deutschland leben und welche Sprache sie als erstes gelernt haben, als auch die Frage beantworten, welche Sprache Zuhause am meisten gesprochen wird. Außerdem wurde danach gefragt, was die Muttersprache ihrer Eltern sei und es sollte angeben werden, wie viele Bücher die SuS besitzen. Zuletzt wurde nach der letzten Zeugnisnote im Fach Deutsch gefragt.

3.1.2 Konkreter Arbeitsauftrag

Der konkrete Arbeitsauftrag an die SuS der 11. Klasse lautete: „Diskutieren Sie die Vor- und Nachteile des Führerscheins mit 17 Jahren“. Das bedeutet, dass die SuS argumentativ darstellen sollten, ob sie selbst der Meinung waren, dass ein Führerschein ab 17 Jahren ratsam oder unratsam wäre und wieso.

Auf diesem Wege entstanden längere und weniger lange Aufsätze, die in unserem DaZ-Seminar in Gruppen untersucht werden sollten.

3.2 Aufteilung der Arbeits-/Analyseschritte

Zu Beginn hat sich jeder unserer vier Gruppenmitglieder alle Aufsätze durchgelesen. Um die Rechtschreibung und Zeichensetzung zu korrigieren, haben wir anschließend Pärchen gebildet. Ein Pärchen der Gruppe hat sich zur Korrektur der Orthographie und Interpunktion auf die DaMler-Aufsätze und das andere Pärchen auf die DaZler-Aufsätze konzentriert. Nachdem jeder zehn Aufsätze gelesen hatte, konnten die gefundenen Fehler mit dem Partner abgeglichen werden, wodurch ein relativ sicheres Ergebnis bezüglich der Rechtschreibung und Zeichensetzung erzielt wurde.

Anschließend an die Fehleranalyse haben wir uns mit den literaten Strukturen beschäftigt. Wie in der Einleitung bereits erklärt, haben wir bei den literaten Strukturen auf die Variabilität und Ästhetik der Satzeinleitungen und auf bestimmte Wortwiederholungen geachtet.

Erneut haben wir uns in Pärchen aufgeteilt. Ein Pärchen hat sich mit den Satzeinleitungen beschäftigt und das andere mit den Wiederholungen. Außerdem wurde innerhalb der Pärchen zwischen DaMler- und DaZler-Aufsätzen unterschieden, d.h. dass innerhalb der Pärchen das eine Mitglied die zehn DaMler-Aufsätze und das andere die zehn DaZler-Ausätze untersucht hat.

3.3 Analyse, Ergebnisse und Beispiele

In jeder Teilanalyse haben wir den Mittelwert errechnet, um damit aussagen zu können, wie oft ein Fehler o.Ä. im Durchschnitt in zehn DaMler-/DaZler-Aufsätzen vorkommt. Dafür mussten wir entsprechende Fehler o.Ä. zählen und durch die Gesamttexte der DaMler und DaZler-Gruppen teilen, d.h. durch zehn teilen.

3.3.1 Ergebnisse: Interpunktion (Fehleranalyse)

Bei der Berechnung der durchschnittlichen Fehler bei der Interpunktion ist hervorgegangen, dass die DaMler einen Mittelwert von 5,7 und die DaZler einen Mittelwert von 5,1 haben, was bedeutet, dass die DaZler weniger Interpunktionsfehler machen als die DaMler. Als zusätzliche Information wäre hinzuzufügen, dass die Zeichensetzungsfehler beider Gruppierungen sich fast ausschließlich aus Kommafehlern zusammensetzen.

Dabei stachen folgende vier Fehlergruppierungen besonders hervor: Interpunktionsfehler vor Konjunktionen und Relativsätzen, falsch gesetzte Kommata und fehlende Strukturierungskommata. Jedoch vergaßen sowohl die DaZler, als auch die DaMler sehr häufig die Kommas vor den Konjunktionen, die einen Nebensatz einleiten. Dabei war jedoch keine bestimmte Art von Konjunktion besonders auffällig.

Zur Verdeutlichung werden nun Beispiele der DaMler und DaZler aufgeführt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu der aufgeführten Tabelle ist zu sagen, dass die fehlenden Kommata lila markiert von uns in die Sätze eingefügt wurden. Falsch gesetzte Kommata wurden von uns rot markiert.

Abschließend zur Analyse der Interpunktion kann gesagt werden, dass das Fehlen oder Falsch-Setzen der Kommata das Lesen und Verstehen der Aufsätze erheblich erschwert. Teilweise war es uns erst nach mehrmaligem Lesen möglich, die Gedankengänge des Schreibers nachzuvollziehen. Dadurch wird deutlich, dass die richtige Interpunktion unabdingbar für einen Text ist, der klar, verständlich und – wie bei einer Argumentation – überzeugend sein soll.

3.3.2 Ergebnisse: Orthographie (Fehleranalyse)

Die Analyse der Orthographie hat das Ergebnis hervorgebracht, dass die DaMler in dieser Kategorie deutlich schlechter abschnitten als die DaZler. Auch hier haben wir den Mittelwert der Fehler bestimmt. Dieser lag bei den DaMlern bei 5,3 und bei den DaZlern bei 3,8.

Die folgende Tabelle soll unsere Ergebnisse verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu der Tabelle ist zu sagen, dass die Zitate so aus den Aufsätzen übernommen sind. Die rot markierten Stellen bedeuten, dass an gegebener Stelle eine Korrektur vorgenommen werden müsste bzw. ein Fehler vorliegt.

3.3.3 Ergebnisse: Satzeinleitungen (literate Strukturen)

Bezüglich der Satzeinleitungen haben wir jeweils die Einleitungen der DaZler und DaMler gezählt und haben den Mittelwert berechnet, wobei wir zudem zwischen alltäglichen und besonderen Satzeinleitungen differenziert haben.

Mit einem Mittelwert von 6,2 hatten die DaZler mehr Satzeinleitungen als die DaMler. Der Mittelwert der DaMler lag bei 5,5. Die Auffälligkeit hierbei ist, dass die DaMler mit einem Mittelwert von 4,8 in ihren Aufsätzen mehr besondere Satzeinleitungen benutzt haben als die DaZler. Der Mittelwert der DaZler lag bei 4,5. Bei den gewöhnlichen Satzeinleitungen erreichten die DaMler einen Mittelwert von 0,7 und die DaZler 1,7.

Um diese Aussagen zu konkretisieren, soll die folgende Tabelle erneut Beispiele für alltägliche und besondere Satzeileitungen der DaMler und der DaZler aufzeigen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.3.4 Ergebnisse: Wortwiederholungen (literate Strukturen)

Nachdem wir die neun häufigsten Wortwiederholungen in allen Aufsätzen gezählt haben, haben wir die DaZler und DaMler bei jeder Wiederholung miteinander verglichen. Wieder haben wir jeweils die Mittelwerte errechnet, welche in folgender Tabelle dargestellt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus dieser Tabelle lässt sich entnehmen, dass die DaZlern mehr Wiederholungen aufweisen als die DaMler. Bei beiden Gruppierungen wird das Pronomen „man“ sehr häufig verwendet. In den folgenden Beispielen wird außerdem deutlich, dass bei den DaZlern eine häufigere Aneinanderreihung der untersuchten Wörter auftritt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
DaZ-bezogene Förderung von wissenschaftspropädeutischer Diskurskompetenz in der Gymnasialen Oberstufe
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
31
Katalognummer
V353008
ISBN (eBook)
9783668395466
ISBN (Buch)
9783668395473
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
daz-bezogene, förderung, diskurskompetenz, gymnasialen, oberstufe
Arbeit zitieren
Vanessa Wetzel (Autor), 2014, DaZ-bezogene Förderung von wissenschaftspropädeutischer Diskurskompetenz in der Gymnasialen Oberstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353008

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