Ein kurzer Blick auf die Biografie Wittgensteins soll in dieser Hausarbeit dazu dienen, zu verstehen, welche Motivationsgründe er wohlmöglich gehabt hat, den "Tractatus logico-philosophicus" zu schreiben.
Der "Tractatus logico-philosophicus" besitzt kein Inhaltsverzeichnis. Dennoch kann man anhand der Begriffe, denen sich Wittgenstein widmet und die er zu definieren versucht, Themenschwerpunkte erkennen.
Ludwig Wittgensteins erster Hauptgedanke über die Welt ist: „Die Welt ist alles, was der Fall ist“. Er bezieht sich somit auf alle Sachverhalte in der Welt. Man kann die Welt bestimmen, indem man alle Tatsachen aufzählt.
Das Bild ist ein wesentlicher Bestandteil Wittgensteins Gedanken und Grundlage seiner Abbildtheorie der Bedeutung. Die Sätze werden dadurch wahr, dass ihnen in der Welt etwas entspricht.
Wittgenstein knüpft an den dritten Hauptsatz „Das logische Bild der Tatsachen ist der Gedanke“ an, indem er in Satz 4 schreibt: „Der Gedanke ist der sinnvolle Satz" Und mit dem folgenden Satz „Die Gesamtheit der Sätze ist die Sprache“ kommt er auf sein eigentliches Interesse im "Tractatus logico-philosophicus" zu sprechen, nämlich die Sprache.
Inhaltsverzeichnis
1. Biografie
2. Entstehung & Gliederung - Tractatus logico-philosophicus
3. Über die Welt, Tatsachen, Gegenstände und Sachverhalte
4. Über das Bild, den Satz und seinen Sinn
5. Wittgensteins Bildtheorie und der Zweck der Philosophie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die zentralen philosophischen Konzepte von Ludwig Wittgensteins "Tractatus logico-philosophicus" systematisch aufzuarbeiten und verständlich darzulegen, um die Entstehungsgeschichte, die ontologische Struktur der Welt sowie die berühmte Bildtheorie des Werkes zu beleuchten.
- Biografischer Hintergrund und Entstehungsgeschichte des Tractatus
- Ontologische Untersuchung von Welt, Tatsachen und Gegenständen
- Analyse der Bildtheorie und der Struktur von Sätzen
- Untersuchung der logischen Grenzen von Sprache und Denken
- Reflektion über den Zweck der Philosophie und das "Unsagbare"
Auszug aus dem Buch
Über die Welt, Tatsachen, Gegenstände und Sachverhalte
Ludwig Wittgensteins erster Hauptgedanke über die Welt ist Die Welt ist alles, was der Fall ist. (1) und bezieht sich somit auf alle Sachverhalte in der Welt. Man kann die Welt bestimmen, indem man alle Tatsachen aufzählt (s. 1.11). Tatsachen existieren nur im logischen Raum und gliedern die Welt (s. 1.13 & 1.2). Er unterscheidet zwischen Tatsachen und Sachverhalten, indem er sie in eine Beziehung setzt „Was der Fall ist, die Tatsache, ist das Bestehen von Sachverhalten.“ (2). Gemeint sind atomare Tatsachen, welche unabhängig voneinander existieren. Er bedient sich hier an den Atomic facts von Russell. Komplexe atomare Tatsachen sind molekulare Tatsachen und entsprechen logischen Produkten. An der Nummerierung (2) des Satzes, kann man feststellen, dass er ihm eine große logische Bedeutung zukommen lässt. An dieser Stelle verwies Prof. Schantz auf Erik Stenius, einen finnischen Philosophen, der Sachverhalte als descriptive content - beschreibender Inhalt, bezeichnete.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Biografie: Ein kurzer Überblick über das Leben von Ludwig Wittgenstein, von seiner Herkunft über seine Ausbildung als Ingenieur bis hin zu seiner Hinwendung zur Philosophie und dem Studium in Cambridge.
2. Entstehung & Gliederung - Tractatus logico-philosophicus: Erläutert die Entstehungszeit während des Ersten Weltkriegs und die formale Struktur des Werkes, das als logisch-philosophische Abhandlung die Grenzen des Ausdrucks von Gedanken thematisiert.
3. Über die Welt, Tatsachen, Gegenstände und Sachverhalte: Behandelt Wittgensteins Ontologie, in der die Welt als Gesamtheit von Sachverhalten und atomaren Tatsachen im logischen Raum definiert wird.
4. Über das Bild, den Satz und seinen Sinn: Analysiert die Bildtheorie, bei der der Satz als logisches Abbild der Wirklichkeit verstanden wird, wobei die Korrelation zwischen Zeichen und Gegenständen entscheidend für den Sinn ist.
5. Wittgensteins Bildtheorie und der Zweck der Philosophie: Diskutiert die Grenzen der Sprache, die Rolle der Sprachkritik und das abschließende Fazit, dass Philosophie primär der Klärung von Gedanken dient, während das Über-die-Grenzen-Hinausgehende als unsagbar gilt.
Schlüsselwörter
Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, Ontologie, Bildtheorie, Sachverhalt, Atomare Tatsachen, Logik, Sprachphilosophie, Sinn, Abbildung, Philosophie, Logischer Raum, Grenze der Sprache, Sprachkritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine strukturierte Erarbeitung und Einführung in die zentralen philosophischen Thesen von Ludwig Wittgensteins Hauptwerk, dem "Tractatus logico-philosophicus".
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entstehung des Werks, die ontologische Definition der Welt durch Sachverhalte, die logische Bildtheorie und die sprachphilosophischen Konsequenzen für die Philosophie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die komplexen und teils schwer zugänglichen Argumentationsschritte Wittgensteins für Studierende im Kontext eines Seminars aufzubereiten und verständlich zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse und Exegese, die sich auf das Studium der Sätze des Tractatus sowie auf ergänzende Kommentarliteratur stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Weltstruktur, die Analyse des Satzes als Bild der Wirklichkeit und die methodologische Reflexion über die Grenzen der Sprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem der logische Raum, die Bildtheorie, das "Unsagbare", atomare Tatsachen und die logisch-syntaktische Verwendung von Ausdrücken.
Wie unterscheidet Wittgenstein laut dem Text zwischen Sinn und Unsinn?
Sinnvoll ist ein Satz dann, wenn er ein Bild der Wirklichkeit sein kann; alles, was die logische Struktur verletzt oder über die Grenzen des Sagbaren hinausgeht, wird von Wittgenstein als unsinnig markiert.
Warum betont der Autor die Bedeutung der "Leiter" im Fazit des Tractatus?
Die Leiter-Metapher verdeutlicht, dass man die Sätze Wittgensteins als Werkzeug nutzen muss, um die Welt logisch zu verstehen, sie jedoch hinter sich lassen muss, sobald man die philosophische Erkenntnis erreicht hat, dass ein Großteil der traditionellen Philosophie "unsinnig" ist.
- Citation du texte
- Arlind Oseku (Auteur), 2016, Gedanken, Sprache, Bilder und Grenzen. Eine Erarbeitung des "Tractatus logico-philosophicus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353681