Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Erweiterungsprozess der Europäischen Union und mit der Frage einer vertiefenden Integration der Mitgliedsstaaten. Die Arbeit geht dafür zunächst auf die Gründe für den Erweiterungsprozess der EU ein und beschäftigt sich mit der Kritik an der EU-Erweiterung.
Anschließend wird der Vertrag von Lissabon in den Fokus genommen, der den abgelehnten Vertrag über die Verfassung Europas ersetzte. In diesem Zusammenhang werden auch Kritikpunkte an dem Vertrag von Lissabon genannt. Ein Statement des Verfassers schließt die Arbeit dann ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Erweiterung, Vertiefung und Finalität der Union - Eine allgemeine Übersicht
2. Wieso erweitern?
2.1 Erweiterung aus politischen und kulturellen Gründen
2.2 Erweiterung aus wirtschaftlichen Gründen
3. Kritik an der Erweiterung
4. Bilanz der EU-Osterweiterung
5. EU, Quo vadis?
6. Eigenes Statement
7. Literaturliste
8. Weiterführende Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Spannungsfelder zwischen der geografischen Erweiterung der Europäischen Union und ihrer internen institutionellen Vertiefung, insbesondere im Hinblick auf den Verfassungsprozess und die Kritik an demokratischen Defiziten.
- Herausforderungen der EU-Erweiterung (politisch, kulturell, wirtschaftlich)
- Kritische Analyse der Osterweiterung und ihrer ökonomischen Auswirkungen
- Diskussion um das sogenannte "Demokratiedefizit" der EU-Organe
- Evaluierung des Vertrags von Lissabon im Vergleich zum Vertrag von Nizza
- Sicherheitsaspekte und Kriminalitätsentwicklung in Grenzregionen
Auszug aus dem Buch
1. Erweiterung, Vertiefung und Finalität der Union - Eine allgemeine Übersicht
In der Diskussion über die EU stößt man immer wieder auf die gegensätzlichen Meinungen zwischen Erweiterung und Vertiefung. Bereits 1969 wurde in Den Haag wurde über die vertikale Vertiefung und die horizontale Erweiterung gesprochen.
Nach den Vertragsreformen der 90er-Jahre änderte sich die Debatte aber tiefgreifend. Bisher wurde die Entwicklung der Union als ständiger Prozess gesehen, der durch Erweiterung und Vertiefung in eine bestimmte Richtung gelenkt werden konnte. Nun setzen wir uns aber immer öfter mit der Finalität des europäischen Einigungsprozesses auseinander. Die Europäische Union ist an einem Punkt angelangt, in dem die Meinungen über die Zukunft sehr stark auseinanderdiffundieren.
So gibt es auf der einen Seite immer stärkere Bestrebungen, nationale Souveränität aufrecht zu erhalten und bestimmte Politikfelder den jeweiligen Mitgliedsstaaten zuordnen, während die europäischen Föderalisten in einer Verlangsamung des Integrationsprozesses die Gefahr sehen, dass die EU ihre politischen Ambitionen verlieren könnte. So würde sich die Europäische Union wieder rein auf den wirtschaftlichen Zweck reduzieren, die gemeinsamen Programme, z.B. in Klima- und Außenpolitik aber in den Hintergrund rücken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erweiterung, Vertiefung und Finalität der Union - Eine allgemeine Übersicht: Einführung in die Grundsatzdebatte zwischen Erweiterung und Vertiefung sowie die Frage nach der Finalität des europäischen Einigungsprozesses.
2. Wieso erweitern?: Beleuchtung der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Motive für die EU-Osterweiterung.
3. Kritik an der Erweiterung: Untersuchung der ökonomischen Bedenken und sicherheitspolitischen Ängste im Kontext der Osterweiterung.
4. Bilanz der EU-Osterweiterung: Kritische Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Ergebnisse und der Kriminalitätsentwicklung nach der Grenzöffnung.
5. EU, Quo vadis?: Analyse des Vertrags von Lissabon und der darin enthaltenen institutionellen Reformen zur Bewältigung des "Baustellencharakters" der EU.
6. Eigenes Statement: Reflexion über das mangelnde europäische Bewusstsein und die Rolle der Politik in der Kommunikation europäischer Integrationsprozesse.
Schlüsselwörter
Europäische Union, EU-Erweiterung, Osterweiterung, Vertiefung, Vertrag von Lissabon, Demokratiedefizit, Kriminalitätsstatistik, Wirtschaftspolitik, Europäische Integration, Finalität, Souveränität, Europaparlament, Europäische Kommission, politische Kultur, Reformprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der Europäischen Union im Spannungsfeld zwischen Erweiterung, interner Vertiefung und der notwendigen institutionellen Anpassung durch den Verfassungsprozess.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die Beweggründe der EU-Erweiterung, die Kritik an den wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Auswirkungen der Osterweiterung sowie eine Bewertung der Strukturreformen durch den Vertrag von Lissabon.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den angestrebten politischen Zielen der Union und der oft kritischen Wahrnehmung in der Bevölkerung sowie bei politischen Akteuren aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse aktueller Online-Quellen, Nachrichtenberichte und offizieller EU-Dokumente, um den Stand der Debatte rund um die EU-Erweiterung zum Zeitpunkt des Schreibens zu dokumentieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von einer Übersicht über die Begriffe "Erweiterung" und "Vertiefung" über die Analyse der Osterweiterungsbilanz bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Demokratiedefizit und den Reformen des Lissabon-Vertrags.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Europäische Union, Osterweiterung, Vertrag von Lissabon, Demokratiedefizit und Integrationsprozess.
Wie bewertet der Autor das "Demokratiedefizit"?
Der Autor greift die Kritik auf, dass die EU-Organe wie Rat und Kommission bürgernah und demokratisch mangelhaft legitimiert wahrgenommen werden, was durch das komplexe institutionelle System verstärkt wird.
Warum wird in der Arbeit auch der Sicherheitsaspekt diskutiert?
Die Sicherheitsdebatte ist zentral, da nach der Grenzöffnung im Zuge der Osterweiterung massive Befürchtungen hinsichtlich Kriminalität, Drogenhandel und Schlepperei geäußert wurden, die in der Arbeit anhand von Statistiken und Stellungnahmen überprüft werden.
Welche Rolle spielt das "eigene Statement" des Autors?
Das Statement dient dazu, die Beobachtung der Distanzierung der Bevölkerung von der EU kritisch zu reflektieren und die Notwendigkeit eines neuen, weniger eigennutzorientierten Denkens der Mitgliedsstaaten einzufordern.
- Citation du texte
- Mag. Armin Kofler (Auteur), 2009, Die Erweiterung der Europäischen Union. Gründe und Kritik im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353713