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Kontrolle von Großkonzernen wie Monsanto in der Lebensmittelherstellung

Título: Kontrolle von Großkonzernen wie Monsanto in der Lebensmittelherstellung

Trabajo Escrito , 2016 , 21 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Björn Arne Schnurr (Autor)

Sociología - Consumo y publicidad
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Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Chemiekonzern Monsanto und möchte erörtern, mit welchen Mitteln Monsanto zum größten Saatgutproduzenten der Welt aufsteigen konnte. Welcher Instrumente bedient sich der Konzern, um seine Marktführung weiter auszubauen und seine Kontrolle im globalen Lebensmittelsektor zu manifestieren? Und welche Folgen hat die Firmenpolitik und -aktivität für Mensch und Umwelt?

Dazu wird im 2. Kapitel zunächst die Geschichte und der Aufstieg von Monsanto beschrieben und im Anschluss die öffentliche Selbstdarstellung von Monsanto aufgezeigt. Wie sehen die öffentlich kommunizierten Ziele von Monsanto aus und wofür setzt sich der Konzern ein?

Im 3. Kapitel werden verschiedene Faktoren beschrieben, mit denen Monsanto seine Marktstellung erkämpfte bzw. diese verteidigt und ausbaut. Dazu werden in dieser Arbeit Saatgut und Patente (3.1), Fusionen und Übernahmen (3.2) und Lobbyarbeit am europäischen Beispiel (3.3) beschrieben.

Das 4. Kapitel beschäftigt sich mit den möglichen Folgen der Firmenpolitik und des Handelns von Monsanto für Mensch und Umwelt und zeigt auf, welche Konsequenzen für Bauern, Gesundheit der Menschheit, biologische Vielfalt und Saatgutpreise entstehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Monsanto – Firmenportrait

2.1 Geschichte Monsantos

2.2 Monsanto – Selbstdarstellung

3. Kontrollfaktoren

3.1 Kontrolle durch Saatgut und Patente

3.2 Kontrolle durch Fusionen und Übernahmen

3.3 Kontrolle durch Lobbyarbeit

4. Mögliche Folgen für Mensch und Umwelt

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mechanismen und Strategien, mit denen der Chemiekonzern Monsanto seine dominante Marktstellung im globalen Lebensmittelsektor erlangt und gefestigt hat. Dabei wird analysiert, wie durch Instrumente wie Saatgutpatente, Unternehmensfusionen und Lobbyarbeit eine Kontrolle ausgeübt wird, die weitreichende Konsequenzen für die Landwirtschaft, die biologische Vielfalt sowie die Gesundheit von Mensch und Umwelt hat.

  • Entwicklung des Konzerns vom Chemieunternehmen zum Agrargiganten
  • Einfluss von Saatgutpatenten auf die Souveränität von Landwirten
  • Strategien der Marktkonzentration durch Fusionen und Übernahmen
  • Rolle der Lobbyarbeit bei der politischen Einflussnahme in der EU
  • Ökologische und gesundheitliche Folgen der industriellen Agrarpolitik

Auszug aus dem Buch

3.1 Kontrolle durch Saatgut und Patente

Die Konzerne versuchen immer mehr Einfluss auf die gesetzlichen Regelungen bezüglich Handel, Nutzung und Vermehrung von Saatgut zu nehmen. Dies zeigt sich u.a. daran, dass die Saatgutgesetze trotz großer landestypischer Unterschiede immer einheitlicher und zugleich aggressiver und restriktiver werden. Gesetze die anfangs dazu dienten Bauern vor qualitativ minderwertigen Saatgut zu schützen, verhelfen den Saatgutkonzernen inzwischen zu immer mehr Macht. Sie stellen z.B. sicher, dass Bauern Saatgut bei den Konzernen kaufen müssen anstatt es eigenmächtig zu vermehren. Zudem hin erlauben Patentgesetze Monsanto, Landwirte vertraglich zu binden. Die Ernte gehört dem Bauern nicht mehr allein, sondern das Patentgesetz sichert Monsanto Lizenzrechte. Ignoriert ein Bauer die Vereinbarungen, so kann er laut Vertrag von Monsanto für die von ihm begangene Patentrechtsverletzung haftbar gemacht werden. Monsanto unterhält hierfür eine Abteilung mit 75 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 10 Millionen USD, die sich lediglich um Patentrechtsverletzungen der vertraglich an Monsanto gebundenen Bauern kümmert.

Als gutes Beispiel dienen die indischen Baumwollbauern: Die von Monsanto an die Bauern verkauften Sorten sind nicht nur teurer als die traditionellen Sorten, die Bauern werden auch gezwungen jährlich neues Saatgut zu kaufen. Um sich das neue Saatgut leisten zu können, müssen die Bauern Kredite aufnehmen, welche sie dann häufig nicht mehr bedienen können. Der Konzern wirbt zwar mit gentechnisch veränderter Baumwolle könne man höhere Erträge erzielen und würde gleichzeitig weniger Pestizide benötigen, doch diese Versprechen haben sich für viele Bauern als Bumerang erwiesen. In einer im Mai 2006 veröffentlichen Studie wurde nachgewiesen, dass die Selbstmordraten unter Bauern, in Gebieten in denen die gentechnisch modifizierte Baumwolle von Monsanto angepflanzt wird, signifikant höher sind. Es besteht sehr wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen dem Anbau der Baumwolle von Monsanto auf der einen Seite, sowie steigenden Produktionskosten, ausfallenden Erträgen und den erhöhten Selbstmordraten unter Bauern auf der anderen Seite. Im Jahr 2006 ging die Umweltaktivistin Vandena Shiva davon aus, dass sich in den vergangenen fünf Jahren landesweit vermutlich 40.000 Bauern das Leben genommen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, mit welchen Mitteln Monsanto seine marktbeherrschende Stellung im Saatgutsektor erreichte und welche Auswirkungen dies hat.

2. Monsanto – Firmenportrait: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Unternehmens vom Chemielieferanten zum führenden Agrarkonzern nach und beleuchtet die offizielle Unternehmensphilosophie.

3. Kontrollfaktoren: Es werden die zentralen Strategien wie die Patentierung von Saatgut, die vertikale Integration durch Unternehmenskäufe sowie die politische Einflussnahme mittels Lobbyarbeit analysiert.

4. Mögliche Folgen für Mensch und Umwelt: Dieses Kapitel erörtert die negativen Auswirkungen der Firmenpolitik auf die globale Artenvielfalt, die bäuerliche Existenz und die ökologischen Lebensgrundlagen.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert notwendige regulatorische Maßnahmen, um die Dominanz weniger Konzerne im Saatgutmarkt zu begrenzen.

Schlüsselwörter

Monsanto, Saatgut, Patente, Agrarchemie, Gentechnik, Lobbyarbeit, Unternehmensfusionen, Marktmacht, Ernährungssouveränität, industrielle Landwirtschaft, Glyphosat, Artenvielfalt, Bäuerliche Existenz, EuropaBio, Agrarpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Machtstrukturen des Konzerns Monsanto im globalen Lebensmittelmarkt und den Methoden, die das Unternehmen nutzt, um seine Vormachtstellung zu sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit untersucht schwerpunktmäßig die Bereiche Unternehmensgeschichte, Patentrecht, Fusionen und Akquisitionen sowie die politische Einflussnahme durch Lobbyismus im europäischen Raum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, mit welchen Instrumenten Monsanto zum weltweit führenden Saatgutproduzenten aufsteigen konnte und welche Folgen dieses Handeln für Mensch, Umwelt und landwirtschaftliche Akteure hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Seminararbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen, um die Mechanismen der Marktdominanz und Lobbyarbeit des Konzerns empirisch zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Firmenhistorie, die Erläuterung spezifischer Kontrollinstrumente (Patente, Fusionen, Lobbying) und die kritische Untersuchung der Folgen für die globale Landwirtschaft und Ökosysteme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Monsanto, Saatgut, Patente, Marktmacht, industrielle Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Lobbyarbeit.

Welche Rolle spielt die Lobbyarbeit von Organisationen wie EuropaBio?

Die Arbeit zeigt auf, dass Lobbyorganisationen wie EuropaBio als Sprachrohr fungieren, die technisches Fachwissen bündeln und so direkten Zugang zu politischen Entscheidungsträgern in der EU ermöglichen, um Unternehmensinteressen bei Gesetzesinitiativen durchzusetzen.

Wie beeinflusst die Patentierung von Saatgut die Existenz von Kleinbauern?

Die Patentierung führt laut der Arbeit zu einer rechtlichen und wirtschaftlichen Abhängigkeit der Bauern, da diese kein eigenes Saatgut mehr vermehren dürfen und zur jährlichen Neuanschaffung teurer, patentierter Produkte gezwungen werden, was oft in eine Schuldenfalle führt.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Kontrolle von Großkonzernen wie Monsanto in der Lebensmittelherstellung
Universidad
University of Hamburg  (Institut für Soziologie)
Curso
Ernährungssoziologie: ökologische, gesundheitliche und ethische Fragestellungen
Calificación
2,0
Autor
Björn Arne Schnurr (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
21
No. de catálogo
V353969
ISBN (Ebook)
9783668402461
ISBN (Libro)
9783668402478
Idioma
Alemán
Etiqueta
Monsanto Kontrolle Lebensmittelherstellung Gen-Food Lobbyismus Saatgut Patente
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Björn Arne Schnurr (Autor), 2016, Kontrolle von Großkonzernen wie Monsanto in der Lebensmittelherstellung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353969
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