[...] Der Autor löst sich oftmals von ethischen oder moralischen Betrachtungen und lässt nüchtern staats- und völkerrechtliche Fakten einfließen, welche dem Leser Interessenkonflikte in der internationalen Politik visualisieren. Neben der Herangehensweise und Aufarbeitung der Themen, fällt besonders der Schreibstil des Autors ins Auge. Losgelöst von penibler Sachlichkeit, verleiht er seiner vielfach kontrovers vorgetragenen Meinung Ausdruck. Überwiegend gekennzeichnet durch kursiv gedruckte Absätze. Dass das Buch dadurch in bestimmten Teilen angreifbar wird und viel Stoff für Diskussionen liefert, wird von Franz Ansprenger nicht nur in Kauf genommen, sondern ist gewollt. Als Quellen seiner Arbeit nennt er zunächst die Primärliteratur, welche er vielfach in seinem Buch zitiert. Die verwendete Sekundärliteratur betrachtet Ansprenger weniger als den Versuch die Bibliographie in ihrer Vollständigkeit darzustellen, sondern vielmehr als wertvolle Literatur, auf die er mehr oder weniger zufällig gestoßen sei. Die von Ansprenger vorgelegte Einführung richtet sich nicht nur an Studenten, sondern auch an Professoren und Politik-/ Sozialkundelehrer. Das es sich eben nicht um eine „mundgerecht“ portionierte Einführung, für den an einem allgemeinen Überblick interessierten Leser handelt, verdeutlicht die zum Widerspruch und zur Diskussion anregende Darstellung des Buches. Das Buch besteht aus 16 Kapiteln, welche sich zum Zwecke der Bearbeitung, im vorliegenden Literaturbericht, in 3 Teile untergliedern lassen. Die Kapitel 1 bis 7 befassen sich, wie bereits erwähnt, mit der historischen Darstellung. Die Vereinten Nationen sind Gegenstand der Betrachtungen in den Kapiteln 8 bis 10. Im Blickpunkt steht die Entstehung der VN, Aufbau und Organisation, sowie die Rolle der VN in der gegenwärtigen internationalen Politik. Kapitel 11 bis 16 befassen sich letztlich mit der internationalen Politik in der Gegenwart. Verdeutlicht anhand von ausgewählten Beispielen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Kapitel 1 – 7: Historische Entwicklungen
III. Kapitel 8 – 10: Die Vereinten Nationen
IV. Kapitel 11 – 16: Die Internationale Politik in der Gegenwart
V. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit dient als Literaturbericht über das Werk „Wie unsere Zukunft entstand. Von der Erfindung des Staates zur internationalen Politik – ein kritischer Leitfaden“ von Franz Ansprenger. Ziel ist es, die spezifische Herangehensweise des Autors zu analysieren, der internationale Politik aus historischer, staats- und völkerrechtlicher sowie wirtschaftshistorischer Perspektive betrachtet, und seinen provozierenden, subjektiven Schreibstil im akademischen Kontext einzuordnen.
- Historische Entwicklung des modernen Territorialstaates
- Die Entwicklung des Völkerrechts und die Ächtung des Krieges
- Strukturen, Aufgaben und Reformdebatten der Vereinten Nationen
- Analyse aktueller Konflikte und der deutschen Außenpolitik nach 1990
- Rolle wirtschaftlicher Faktoren in der internationalen Politik
Auszug aus dem Buch
II. Kapitel 1 bis 7: Historische Entwicklungen
Die einführenden Sätze des ersten Kapitels verdeutlichen die Problematik einer Definition von internationaler Politik, welche sich wie ein roter Faden durch das Werk Ansprengers zieht. Laut Ansprenger ist internationale Politik keine internationale Politik, denn sie spiele sich überwiegend zwischen den Staaten und nicht zwischen den Nationen (gemeint sind die Völker) ab. Zum einen habe nicht jede Nation einen Staat und zum anderen fehle oftmals das Wesensmerkmal der Demokratie in der Außenpolitik, solange Staaten und nicht Völker Politik betrieben. Um aber überhaupt das Außenverhältnis von Staaten darstellen zu können, vermittelt der Verfasser einen historischen Überblick hin zum Wesen des modernen Staates, welches er über das Prinzip der Territorialgewalt definiert, versehen mit dem Zusatz, dass sich westlich Deutschlands eine Entwicklung abzeichnete, in welcher sich die Bevölkerung des Territorialstaates als einheitliche Nation betrachtete. Ansprenger benennt drei Ebenen, um das Verhalten dieser Staaten zu analysieren, hinsichtlich der Frage, wie es zum aktuellen Zustand der internationalen Politik kam.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Vorstellung des Autors Franz Ansprenger und seines Werkes, wobei der Fokus auf dessen historischem Ansatz und dem subjektiven, provozierenden Schreibstil liegt.
II. Kapitel 1 – 7: Historische Entwicklungen: Analyse des Entstehungsprozesses des modernen Staates, des Völkerrechts und der Rolle wirtschaftlicher Faktoren im Kontext internationaler Beziehungen.
III. Kapitel 8 – 10: Die Vereinten Nationen: Untersuchung der Struktur und Effektivität der Vereinten Nationen, insbesondere hinsichtlich der Kriegsverhütung und des Vetorechts im Sicherheitsrat.
IV. Kapitel 11 – 16: Die Internationale Politik in der Gegenwart: Betrachtung spezifischer Konflikte wie dem israelisch-arabischen Konflikt sowie der Rolle der NATO und der deutschen Außenpolitik.
V. Fazit: Kritische Würdigung des Buches als unkonventionelle Einführung, die trotz subjektiver Färbung durch ihre interdisziplinäre Vorgehensweise besticht.
Schlüsselwörter
Internationale Politik, Franz Ansprenger, Völkerrecht, Territorialstaat, Vereinte Nationen, Sicherheitsrat, Kalter Krieg, Friedenssicherung, Außenpolitik, Weltwirtschaft, Staatenwelt, Konfliktforschung, Diplomatie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Literaturbericht über Franz Ansprengers Werk „Wie unsere Zukunft entstand“, das eine kritische Einführung in die internationale Politik darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die historische Genese des Staates, die Entwicklung des Völkerrechts, die Funktionsweise der Vereinten Nationen und aktuelle Herausforderungen der internationalen Politik.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es, Ansprengers interdisziplinären Ansatz – die Verbindung von Geschichte, Völkerrecht und Wirtschaft – zu erläutern und den Wert seines subjektiven, zum Diskurs anregenden Schreibstils zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor laut Bericht?
Ansprenger nutzt eine historische Einleitung kombiniert mit einer staats- und völkerrechtlichen Analyse sowie wirtschaftshistorischen Betrachtungen als roten Faden.
Was wird im Hauptteil des Berichts behandelt?
Der Hauptteil gliedert das Buch in drei logische Bereiche: die historischen Grundlagen, die Rolle und Probleme der Vereinten Nationen sowie die Analyse gegenwärtiger internationaler Politik und Konfliktfelder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Internationale Politik, Völkerrecht, Vereinte Nationen, Territorialstaat, Souveränität und Sicherheitsrat.
Warum übt der Autor Kritik an Peacekeeping-Einsätzen?
Ansprenger kritisiert das Verhalten von Großmächten wie den USA, die im Rahmen von Peacekeeping-Missionen ihre Streitkräfte häufig nicht bereit sind, einem wirklichen UN-Oberbefehl zu unterstellen.
Wie bewertet der Bericht Ansprengers Thesen zum Vetorecht?
Der Autor des Berichts führt aus, dass Ansprenger eine Reform oder Abschaffung des Vetorechts im Sicherheitsrat ablehnt, da dies nach seiner Einschätzung zum Austritt der Großmächte aus der UNO führen würde.
Wie beurteilt der Autor den Einfluss der Innenpolitik?
Ansprenger stellt die interessante These auf, dass die Innenpolitik – getrieben durch soziale und wirtschaftliche Dynamiken – in Zukunft der Außenpolitik ihre Vorrangstellung in Krisenregionen streitig machen könnte.
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- Till Martin Hogl (Author), 2003, Franz Ansprenger - Wie unsere Zukunft entstand. Von der Erfindung des Staates zur internationalen Politik - ein kritischer Leitfaden., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35416