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Zur Ökonomisierung der Hochschulbildung

Mögliche Effekte des GATS auf die österreichische öffentliche Hochschulbildung mit Ausblick auf das geplante Handelsabkommen TiSA

Titre: Zur Ökonomisierung der Hochschulbildung

Thèse de Master , 2017 , 104 Pages , Note: 2

Autor:in: Sarah G. (Auteur)

Pédagogie - Enseignement supérieur
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Arbeit betrachtet das Verhältnis von Bildung und Ökonomie im Allgemeinen und beinhaltet im Konkreten die Analyse möglicher Auswirkungen der internationalen Handelsabkommen GATS und TiSA auf die österreichische öffentliche Hochschulbildung. Ausgangspunkt für die Entwicklung des Forschungsvorhabens waren die weltweit kritischen Äußerungen und Protestbewegungen gegen die bevorstehenden internationalen Freihandelsabkommen, welche die EU aktuell mit anderen WTO-Mitgliedern verhandelt. Daraus entwickelte sich das Forschungsinteresse für die Erforschung möglicher Effekte von Handelsabkommen auf den Bildungsbereich.

Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit den Begriffen Bildung und Ökonomie(-sierung) werden weiterführend ökonomische Trends im Hochschulbereich in Verbindung mit dem Konzept der Wissensgesellschaft betrachtet. Anschließend folgt die eigenständige hermeneutische Analyse des GATSVertrages und dessen Gegenüberstellung mit dem Experteninterview und bereits bestehender Studien.

Hinsichtlich direkter Auswirkungen des GATS auf die österreichische öffentliche Hochschulbildung konnten keine Effekte ausgemacht werden, jedoch konnten indirekte Einflüsse von internationalen Handelsabkommen, die den Trend im Rahmen der Ökonomisierung des Hochschulsektors verstärken können, aufgedeckt werden. Mit den Verhandlungen zum TiSA-Abkommen soll der internationale Dienstleistungshandel weiter liberalisiert werden, ohne Rücksicht darauf, dass bis dato keine wissenschaftliche Auswirkungsforschungen hinsichtlich der Effekte des bereits bestehenden GATS-Abkommen für die Hochschulbildung bestehen. Mehr Transparenz und breite öffentliche Diskussionen hinsichtlich der aktuellen Verhandlungen zur Liberalisierungsausweitung im Dienstleistungsbereich sind von daher notwendig, weshalb die Arbeit einen Anstoß zu weiterführenden empirischen Studien geben soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsinteresse und Ausweisung der Forschungsfragen

1.2. Methodische Arbeitsweise

1.3. Inhaltliche Struktur der Arbeit

2. Forschungsdesign

2.1. Hermeneutisches und qualitatives Vorgehen im Rahmen des hermeneutischen Zirkels – ein methodenpluralistisches Verfahren

2.2. Nachvollziehbarkeit und Grenzen der methodischen Vorgehensweise

3. Begriffliche Bestimmungen

3.1. Bildung

3.1.1. Der Bildungsbegriff von der Antike bis zum Neuhumanismus

3.1.2. Allgemeinbildung vs. Berufsbildung?

3.2. Ökonomie(-sierung)

3.2.1. Zur Begriffsbestimmung des Ökonomie(-sierungs)begriffs

3.2.2. Vom Klassischen Wirtschaftsliberalismus zur sozialen Marktwirtschaft

3.3.3. Ökonomische Prinzipien – Markt, Tausch, Wettbewerb

3.3.4. Dimensionen der Ökonomisierung

4. Ökonomische Trends im Hochschulbereich

4.1. Bildung in Zeiten der Wissensgesellschaft

4.2. Akademisierung, Internationalisierung, Privatisierung

4.3. Einzug ökonomischer Prinzipien

5. Das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen - GATS

5.1. Historischer Entstehungshintergrund

5.2. Die Welthandelsorganisation

5.3. Gliederung des GATS-Vertragswerks

5.4. Fortsetzng des GATS nach 1994

5.5. Das Trade in Service Agreement als aktuelle Weiterführung des GATS

6. Normativer Inhalt des GATS

6.1. Der Dienstleistungsbegriff

6.2. Geltungsbereich

6.3. Bildungsdienstleistungen

6.4. Forschung und Entwicklung

6.5. Allgemeine Verpflichtungen

6.6. Spezifische Verpflichtungen

6.7. Institutionelle Bestimmungen

7. Voraussichtlicher Inhalt des TiSA

8. Analyse möglicher Effekte des GATS auf den öffentlichen Hochschulbereich in Österreich

8.1. Begriffsanalyse

8.1.1. Kern- und Ausnahmebestimmung öffentlicher Dienstleistungen

8.1.2. Allgemeine Verpflichtungen

8.1.3. Spezifische Verpflichtungen

8.1.4. Fazit direkter Auswirkungen

8.2. Kontextanalyse

8.2.1. Handelshemmnisse im Hochschulbildungsbereich

8.2.2. Forderungen und Angebote (Requests and Offers)

8.2.3. Interessensanliegen und Interessensvertretungen

8.2.4. Fazit indirekter Auswirkungen

9. Ausblick auf das Trade in Service Agreement und mögliche Effekte auf die österreichische öffentliche Hochschulbildung

10. Schlussfolgerungen

11. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die potenziellen Auswirkungen internationaler Handelsabkommen, insbesondere des GATS und des geplanten TiSA, auf die österreichische öffentliche Hochschulbildung und analysiert den Zusammenhang zwischen Ökonomisierungstendenzen und bildungspolitischen Entwicklungen.

  • Historische und theoretische Herleitung der Begriffe Bildung und Ökonomisierung.
  • Analyse der Funktionsweise und Auswirkungen des GATS-Abkommens auf den Bildungssektor.
  • Untersuchung der Rolle von Interessenvertretungen und Lobbygruppen bei der Liberalisierung von Bildungsdienstleistungen.
  • Prognose möglicher Effekte des geplanten TiSA-Abkommens auf die österreichische Hochschullandschaft unter Berücksichtigung von Demokratie und Daseinsvorsorge.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Der Bildungsbegriff von der Antike bis zum Neuhumanismus

Wie bereits erwähnt herrscht heute weitgehend Einigkeit darüber, dass es einen allgemeingültigen Begriff von Bildung nicht gibt, sondern dass das, was Bildung meint, für jede Epoche unter Berücksichtigung der spezifischen gesellschaftlich-historischen Bedingungen neu formuliert werden muss, und dass Bildung lediglich einen Oberbegriff darstellt, der weiterer Differenzierungen und Konkretisierungen bedarf. In diesem Subkapitel soll nun ein kurzer Überblick über das Bildungsverständnis aus drei prägenden Epochen geben.

Die Antike

Der Ursprung des Bildungsbegriffs lässt sich in den „frühen Ideen von Bildung in der griechischen und römischen Antike“ (Durdel 2002, 29) finden. Es können jedoch lediglich Ideen auf der Suche des Ursprungs des Bildungsbegriffs gefunden werden, da konkrete sprachwissenschaftliche Untersuchungen für die exakte Bedeutungsfindung von ‚Bildung’ und ‚Erziehung’ nötig wären. So waren es die „Sophisten des antiken Griechenlands“, die Menschen professionell erziehen wollten (ebd.9). Der Begriff ‘areté‘, welcher mit ‘Tugend‘ übersetzt werden kann, zeigt wohl am ehesten das Bildungsverständnis der Sophisten (Reichert 1996, 92). Für den Sophisten Protagoras (480 – 410 v. Chr.) stehen die Tugend des Mannes in politischer Tätigkeit und die Klugheit des Menschen in den Tätigkeiten des Staates im Vordergrund. Auch Platon (427 – 347 v. Chr.) vertritt die Auffassung von areté, dass innerhalb von Erziehungsprozessen vollkommene Staatsbürger zu bilden seien. (Vgl. ebd., 140) Neben areté gewinnt auch der Begriff ‘paideai‘ an Bedeutung. Dieser bezeichnet ursprünglich die Aufzucht der Kinder, wird aber laut Tenorth (1988, 41) zu einer Beschreibung der „Lebensform in der Polis“ gesteigert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein, stellt die Forschungsfragen bezüglich der Handelsabkommen GATS und TiSA vor und beschreibt die inhaltliche sowie methodische Ausrichtung der Arbeit.

2. Forschungsdesign: Das Kapitel erläutert das methodenpluralistische Vorgehen, welches auf einem hermeneutischen Zirkel, Literaturanalysen und Experteninterviews basiert, um die Auswirkungen von Handelsabkommen zu untersuchen.

3. Begriffliche Bestimmungen: Hier werden die zentralen Begriffe Bildung und Ökonomisierung historisch sowie theoretisch definiert und in den Kontext von Marktwirtschaft und Bildungszielen gestellt.

4. Ökonomische Trends im Hochschulbereich: Dieses Kapitel analysiert, wie Konzepte wie die Wissensgesellschaft, Akademisierung und Privatisierung zu einem verstärkten Einzug ökonomischer Prinzipien in die Hochschulbildung führen.

5. Das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen - GATS: Es wird der historische Entstehungshintergrund und die Struktur des GATS-Vertragswerks im Kontext der WTO und der internationalen Liberalisierung des Dienstleistungshandels aufgearbeitet.

6. Normativer Inhalt des GATS: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte hermeneutische Analyse der GATS-Bestimmungen, einschließlich der Definition von Dienstleistungen, den allgemeinen Verpflichtungen und dem Anwendungsbereich.

7. Voraussichtlicher Inhalt des TiSA: Ein Überblick über das geplante Handelsabkommen TiSA, seine Struktur als Erweiterung des GATS und die damit verbundenen Risiken für nationale Regulierungsautonomien.

8. Analyse möglicher Effekte des GATS auf den öffentlichen Hochschulbereich in Österreich: Dieser Hauptteil untersucht die direkten und indirekten Auswirkungen der GATS-Bestimmungen auf das österreichische Hochschulsystem unter Einbeziehung von Expertenwissen und Kontextanalysen.

9. Ausblick auf das Trade in Service Agreement und mögliche Effekte auf die österreichische öffentliche Hochschulbildung: Ein Ausblick auf die potenziellen Folgen des TiSA-Abkommens für das österreichische Bildungswesen und die Herausforderungen durch neue Strukturmodelle wie Top-Down-Listen.

10. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der Analyse werden zusammengeführt, um die langfristigen Auswirkungen der ökonomischen Trends auf die österreichische Hochschulbildung und den Wohlfahrtsstaat kritisch zu würdigen.

11. Resümee: Ein zusammenfassendes Resümee, das die gewonnenen Erkenntnisse reflektiert und die Notwendigkeit für mehr Transparenz und öffentlichen Dialog betont.

Schlüsselwörter

Ökonomisierung, Hochschulbildung, GATS, TiSA, Handelsabkommen, Wissensgesellschaft, Bildungsdienstleistungen, Liberalisierung, Welthandelsorganisation, Inländerbehandlung, Marktzugang, Bildungspolitik, Privatisierung, Allgemeinbildung, Berufsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie internationale Handelsabkommen, spezifisch das GATS und das geplante TiSA, die ökonomische Dimension von Bildung beeinflussen und welche Effekte dies auf die öffentliche Hochschulbildung in Österreich hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Bildung und Ökonomie, die Funktionsweise von GATS-Regelungen sowie der Einfluss von Wirtschaftsakteuren auf die Bildungspolitik durch Privatisierungs- und Deregulierungstendenzen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Handelsabkommen GATS und TiSA auf die ökonomische Dimension von Bildung im Rahmen der österreichischen Hochschulbildung haben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt ein methodenpluralistisches Verfahren, das auf dem hermeneutischen Zirkel nach Gadamer zur Textanalyse, einer Dokumentenanalyse und ergänzend einem Experteninterview basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der normative Inhalt des GATS analysiert, mögliche Handelshemmnisse im Bildungsbereich identifiziert sowie Forderungen und Angebote in internationalen Verhandlungen untersucht, um direkte und indirekte Effekte auf den öffentlichen Hochschulsektor in Österreich abzuleiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Ökonomisierung, GATS, TiSA, Hochschulbildung, Liberalisierung und Daseinsvorsorge.

Warum ist die Unterscheidung zwischen privater und öffentlicher Bildung im GATS so schwierig?

Die Definition „privatly funded education services“ ist hochgradig auslegungsfähig. Es bleibt unklar, ab wann Bildung aufgrund staatlicher Finanzierungsanteile oder Marktinteraktionen nicht mehr als hoheitliche Aufgabe, sondern als handelbare Dienstleistung gilt.

Welche Gefahren ergeben sich durch Klauseln wie die Stillhalte- oder Ratchet-Klausel im TiSA?

Diese Klauseln zielen darauf ab, einmal erreichte Liberalisierungsstatus zu zementieren. Einmal privatisierte Bereiche können durch diese Mechanismen faktisch nicht mehr rekommunalisiert werden, was die politische Gestaltungsfreiheit des Staates langfristig stark einschränkt.

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Résumé des informations

Titre
Zur Ökonomisierung der Hochschulbildung
Sous-titre
Mögliche Effekte des GATS auf die österreichische öffentliche Hochschulbildung mit Ausblick auf das geplante Handelsabkommen TiSA
Université
University of Vienna
Note
2
Auteur
Sarah G. (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
104
N° de catalogue
V354781
ISBN (ebook)
9783668419575
ISBN (Livre)
9783668419582
Langue
allemand
mots-clé
ökonomisierung hochschulbildung eine analyse effekte allgemeinen abkommens handel dienstleistungen gats ausblick handelsabkommen trade service agreement tisa
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sarah G. (Auteur), 2017, Zur Ökonomisierung der Hochschulbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354781
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Extrait de  104  pages
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