Die Lieferantenauswahl hat in den letzten Jahren eine immer größer werdende Rolle im Beschaffungsprozess eingenommen. Ein entscheidender Grund hierfür ist, dass Fremdbezug für die Unternehmen ständig an Bedeutung dazugewinnt. Ein weiter Grund für den Bedeutungszuwachs der Lieferantenauswahl ist in der Abnahme der Fertigungstiefe von Unternehmen zu sehen. Des Weiteren fordern die modernen Zuliefertechniken aufgrund ihrer Komplexität und hohen Dynamik absolut zuverlässige Lieferanten.
Die Vielzahl an neuen Modellen und die Einführungsgeschwindigkeit von Innovationen haben zur Folge, dass technischer Fortschritt und Innovationen zu wettbewerbsdifferenzierenden Merkmalen werden. Durch die steigenden Ausgaben in den Bereichen Forschung und Entwicklung sinken jedoch die Deckungsbeträge. Daher liegt es also nahe, neben der Produktion auch Teile der Produktentwicklung auf die vorgelagerte Wertschöpfungskette zu verlagern. Zur frühzeitigen Einbindung von Lieferanten in den Produktentwicklungsprozess hat sich das Forward Sourcing etabliert.
Die Arbeit stellt Forward Sourcing als entwicklungsbegleitende Lieferantenauswahl dar. Ziel der Arbeit ist es, sowohl den Prozess der entwicklungsbegleitenden Lieferantenauswahl als auch den der Lieferantenintegration genauer vorzustellen und die Chancen und Risiken des Forward Sourcing auszuarbeiten.
Die Arbeit ist folgendermaßen gegliedert: Im 2. Kapitel werden die Begriffe Lieferantenauswahl und Forward Sourcing definiert. Zudem werden die Aufgaben des Systemlieferanten und die Organisation des Simultneous Engineering vorgestellt. Im nächsten Kapitel wird der Prozess der Lieferantenauswahl in der Produktentstehung genauer analysiert. Im 4. Kapitel wird die Integration der Lieferanten in das Simultaneos Engineering Team erläutert. Das 5. Kapitel stellt sowohl die Chancen als auch Risiken durch das Forward Sourcing vor. Das letzte Kapitel gibt eine abschließende Zusammenfassung und einen übergreifenden Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK
2 BEGRIFFLICH-SYSTEMATISCHE GRUNDLEGUNG
2.1 Charakteristika der Lieferantenauswahl
2.2 Charakteristika des Forward Sourcing
2.3 Aufgaben des Systemlieferanten
2.4 Organisation des Simultaneous Engineering
3 LIEFERANTENAUSWAHL IM PRODUKTENTSTEHUNGSPROZESS
3.1 Erstkontakt zu potenziellen Lieferanten
3.2 Vorauswahl potenzieller Lieferanten
3.3 Nominierung der Systemlieferanten
3.4 Kooperation mit dem Systemlieferanten
4 INTEGRATION DES SYSTEMLIEFERANTEN IN DAS SIMULTANEOUS ENGINEERING TEAM
5 CHANCEN UND RISIKEN DES FORWARD SOURCING
5.1 Chancen
5.2 Risiken
6 FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "Forward Sourcing" als Methode zur entwicklungsbegleitenden Lieferantenauswahl, um den Prozess der Lieferantenintegration sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken für moderne Unternehmen zu analysieren.
- Prozess der entwicklungsbegleitenden Lieferantenauswahl
- Integration von Systemlieferanten in das Simultaneous Engineering
- Bedeutung des Konzeptwettbewerbs und der Lastenhefterstellung
- Bewertung von Effizienzsteigerungen und Know-how-Zuwachs
- Analyse kritischer Erfolgsfaktoren und Abhängigkeitsrisiken
Auszug aus dem Buch
2.2 Charakteristika des Forward Sourcing
Der Begriff Forward Sourcing lässt sich als nach vorn gerichtete Beschaffung übersetzen. Bei diesem Prozess wird ein Entwicklungs- und Serienlieferant für Neuteile oder Betriebsmittel von relevantem Wert, zu einem frühen Zeitpunkt im Produktentstehungsprozess eingebunden. Der Hersteller entwickelt das Produkt zusammen mit den Lieferanten einzelner Bauteile. Das Ziel beim Forward Sourcing ist, ein Optimum an Qualität, Service und Preis zu erreichen.
Das Forward Sourcing hat im Produktentstehungsprozess verschiedene Funktionen und Aufgaben zu erfüllen. Die Hauptaufgabe liegt jedoch darin, Bezugsquellen für neue Teile bei bestehenden Produkten und bei neuen Projekten zu organisieren. Einhergehend damit ist das Forward Sourcing auch für die Innovationsworkshops, Abstimmung interner Vorgaben und strategischer Analysen, Vergabepräsentationen, Angebotsprüfung und Vergabeplanung zuständig.
Im Idealfall wird bei international tätigen Unternehmen der weltweite Bedarf gebündelt und im Gegenzug die weltweit vorhandene Lieferantenbasis genutzt. Somit wird im Rahmen des Forward Sourcing die gesamte Auftragsabwicklung von der Lokalisierung und Ansprache möglicher Lieferanten bis zur Konzeptspezifizierung und Nominierung des endgültigen Systemlieferanten gesteuert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK: Einführung in die wachsende Bedeutung der Lieferantenauswahl aufgrund abnehmender Fertigungstiefe und steigender Komplexität in der Produktentwicklung.
2 BEGRIFFLICH-SYSTEMATISCHE GRUNDLEGUNG: Definition der Grundlagen der Lieferantenauswahl, des Forward Sourcing, der Aufgaben von Systemlieferanten und der Organisation des Simultaneous Engineering.
3 LIEFERANTENAUSWAHL IM PRODUKTENTSTEHUNGSPROZESS: Analyse der Phasen von der Identifikation über den Konzeptwettbewerb bis hin zur finalen Nominierung und Kooperation mit Systemlieferanten.
4 INTEGRATION DES SYSTEMLIEFERANTEN IN DAS SIMULTANEOUS ENGINEERING TEAM: Erläuterung, wie Systemlieferanten als fester Bestandteil interdisziplinärer Teams zur effizienten Lösungsfindung beitragen.
5 CHANCEN UND RISIKEN DES FORWARD SOURCING: Gegenüberstellung von Vorteilen wie Kosteneinsparungen und Innovationskraft sowie Risiken wie Know-how-Verlust und hoher Planungsaufwand.
6 FAZIT: Abschließende Einschätzung zur Bedeutung des Forward Sourcing für die Wettbewerbsfähigkeit in internationalen Märkten und der Automobilindustrie.
Schlüsselwörter
Forward Sourcing, Lieferantenauswahl, Systemlieferant, Produktentstehungsprozess, Simultaneous Engineering, Beschaffungsmanagement, Konzeptwettbewerb, Innovationsmanagement, Lieferantenintegration, Wertschöpfungskette, Kostensenkung, Entwicklungspartnerschaft, Lastenheft, Automobilindustrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept des "Forward Sourcing", bei dem Lieferanten bereits in einem sehr frühen Stadium der Produktentwicklung eingebunden werden, um Qualität, Kosten und Entwicklungszeit zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Lieferantenauswahl, das Simultaneous Engineering, die Rolle des Systemlieferanten sowie das Chancen-Risiko-Profil bei der vorzeitigen Lieferantenintegration.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Prozess der entwicklungsbegleitenden Lieferantenauswahl darzustellen und zu evaluieren, wie dieser Prozess Unternehmen dabei unterstützt, effizienter zu produzieren und Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und literaturgestützten Aufarbeitung bestehender Managementmodelle und Vorgehensweisen im Beschaffungsmanagement.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begrifflichen Grundlagen, den Prozess der Lieferantenauswahl im Produktentstehungsprozess, die organisatorische Integration der Lieferanten sowie eine detaillierte Analyse der Chancen und Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Forward Sourcing, Systemlieferant, Simultaneous Engineering, Lieferantenintegration und Produktentstehungsprozess definiert.
Warum spielt das Lastenheft eine so wichtige Rolle?
Das Lastenheft dient als Grundlage für die Konzeptbewertung im Wettbewerb und definiert verbindliche Kriterien wie Qualitätsanforderungen, logistische Daten und funktionale Merkmale, die für den Auswahlprozess essenziell sind.
Was genau versteht man unter dem Simultaneous Engineering Team?
Dabei handelt es sich um interdisziplinäre Projektteams, die Experten aus verschiedenen Fachbereichen wie Konstruktion, Einkauf und Qualitätsmanagement vereinen, um Produktentwicklung und Produktionsplanung parallel zu optimieren.
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- Shkelqim Turkaj (Author), 2015, Das "Forward Sourcing" als entwicklungsbegleitende Lieferantenauswahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354813