Diese Arbeit wird sich mit der Bedeutung und der Wichtigkeit von handlungsorientiertem Lernen sowie der pädagogischen Begründung außerschulischer Lernorte befassen und dies am Beispiel der Gedenkstätten in Saarbrücken-Altenkessel als außerschulischem Lernort verdeutlichen. Das Thema an diesem Lernort lautet wie folgt:
'Die drei Kriege - Deutsch-Französischer Krieg, Erster und Zweiter Weltkrieg - und ihre Deutung'.
Doch bevor ich im Hauptteil auf die detaillierte Ortsbeschreibung, die didaktische Planung sowie die Vor- und Nachbereitung, in der diese eingebettet werden soll, eingehe und die gesamte Exkursion fachdidaktisch reflektiere, möchte ich kurz auf den fachdidaktischen Forschungsstand eingehen und klären, was einen außerschulischen Lernort überhaupt ausmacht.
Der Lehrplan für den Geschichtsunterricht an einer Erweiterten Realschule erwähnt die Arbeit mit einem Denkmal ab der 8. Klassenstufe in Bezug auf die Unterrichtseinheit „Der Weg in die Industriegesellschaft“. Unter dem Punkt 2 (Das Zweite Kaiserreich) werden unter „Hinweis“ Lehrwanderungen vorgeschlagen. So auch das Aufsuchen von Denkmälern oder Ehrenfriedhöfen. Auch die Unterrichtseinheit „Von der europäischen Geschichte zur Weltgeschichte“ listet unter dem Punkt 2 (Der Erste Weltkrieg) neben einer Fahrt nach Verdun auch Kriegerdenkmäler und Ehrenfriedhöfe als Besichtigungsorte auf, um sich mit der Thematik außerhalb des Schulgebäudes auseinanderzusetzen. In der 9. Klassenstufe geht es bei der Unterrichtseinheit „Der Nationalsozialismus“ darum, mit dem Thema „Widerstand“ (Punkt 3) und „Der Zweite Weltkrieg“ (Punkt 4) in Berührung zu kommen. Auch hier finden sich unter „Hinweis“ Arbeitstechniken, wie zum Beispiel die Informationsbeschaffung aus Gedenktafeln und -stätten sowie Lehrwanderungen zu Soldatenfriedhöfen, Kriegerdenkmälern und Gedenkstätten in der Region.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand und Definition außerschulischer Lernorte
3. Ortsvorstellung
3.1 Gestaltung der Gedenkstätten
3.2 Möglichkeiten der didaktischen Nutzung des Lernortes
4. Didaktische Planung
4.1 Bezug zum Lehrplan
4.2 Begründung des Themas / Didaktische Reduktion
4.3 Exkursionsziel
4.4 Lernziele
4.5 Verlaufsplanung
4.6 Möglichkeiten der Vor- und Nachbereitung
5. Reflexion
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die fachdidaktische Bedeutung und praktische Umsetzung handlungsorientierten Lernens an außerschulischen historischen Orten zu verdeutlichen, wobei die Gedenkstätten in Saarbrücken-Altenkessel als exemplarisches Fallbeispiel dienen.
- Bedeutung und pädagogische Begründung von außerschulischen Lernorten
- Analyse der Gedenkstätten in Saarbrücken-Altenkessel als historische Quelle
- Didaktische Planung einer Exkursion mit Bezug zum Lehrplan
- Einsatz kooperativer Lernmethoden wie des Gruppenpuzzles
- Förderung von Geschichtsbewusstsein, Alterität und Historizität
Auszug aus dem Buch
3.1 Gestaltung der Gedenkstätten
Das etwa fünf Meter hohe Kriegerehrenmal befindet sich in der Pfaffenkopfstraße (nahe Nr. 11) an der nördlichen Ortsausfahrt von Altenkessel in Richtung Riegelsberg. Am Rande des Waldes ist der erhöhte Ort über eine Haupttreppe von der Hauptstraße aus oder über einen kleinen Waldweg von dem nördlich gelegenen Parkplatz aus begehbar. Das Ehrenmal wurde aus feinporigem, gelbem Sandstein gefertigt und hat einen gestuften Unterbau. Darauf befinden sich vier nach oben verengende Säulen, die zusammen einen massiven Pfeiler darstellen. Den Pfeilerfuß zieren die noch drei vorhandenen Bronzetafeln, welche auf langgezogenen Dreiecksfeldern befestigt sind. Die seitlichen Tafeln nennen die stiftenden Gemeinden Altenkessel und Neudorf sowie Rockershausen. Die vordere Tafel trägt die Inschrift „Den Helden 1914-18 / 1939-1945“, was charakteristisch für den Typus des Ehrenmals ist. Man verzichtet dabei auf Namensnennungen der Gefallenen und begrenzt sich auf einen knappen Widmungstext. Die vierte Tafel fehlt. Entlang der Säulen verlaufen detailreich ausgearbeitete Eichenblattbordüren, die sich bis zum oberen Ende der Säulen erstrecken und als Symbol für 'Ewigkeit' gelten. Außerdem erinnern diese an den deutschen Wappenbaum. Ein eisernes lateinisches Kreuz rundet das Ehrenmal heute ab. Bis zum Zweiten Weltkrieg schmückte eine Darstellung des Reichsadlers das Ehrenmal, welcher danach jedoch entfernt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Vorhaben mit einem Zitat von Herbert Spencer und führt in die Thematik der handlungsorientierten historischen Exkursion ein.
2. Forschungsstand und Definition außerschulischer Lernorte: Dieses Kapitel erläutert die fachdidaktischen Debatten um historische Lernorte und definiert deren Bedeutung für einen zeitgemäßen Unterricht.
3. Ortsvorstellung: Hier werden die Gedenkstätten in Saarbrücken-Altenkessel detailliert beschrieben und ihre didaktischen Nutzungsmöglichkeiten dargelegt.
4. Didaktische Planung: Dieses Kapitel behandelt die methodische Vorbereitung der Exkursion, einschließlich Lehrplanbezug, Zielsetzungen und Verlaufsplanung.
5. Reflexion: Der Autor reflektiert den Verlauf der Exkursion, bewertet die angewandten Methoden und analysiert die Lernerfolge der SchülerInnen.
6. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Möglichkeiten außerschulischen Lernens.
Schlüsselwörter
Geschichtsdidaktik, Außerschulischer Lernort, Gedenkstätte, Saarbrücken-Altenkessel, Handlungsorientiertes Lernen, Denkmalanalyse, Gruppenpuzzle, Historizitätsbewusstsein, Multiperspektivität, Zeitgeschichte, Kriegerdenkmal, Regionalgeschichte, Geschichtsbewusstsein, Erinnerungskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung handlungsorientierter Lernkonzepte und deren praktische Anwendung an historischen außerschulischen Lernorten, speziell am Beispiel der Gedenkstätten in Saarbrücken-Altenkessel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die didaktische Begründung von Gedenkstätten als Lernorte, die Analyse historischer Denkmalsymbolik sowie die methodische Umsetzung von Exkursionen im Geschichtsunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie SchülerInnen durch die Arbeit an authentischen Orten Kompetenzen wie Geschichtsbewusstsein und Historizität entwickeln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden geschichtsdidaktische Konzepte zur Quellenarbeit und Methoden wie das Gruppenpuzzle eingesetzt, um eine aktive und multisensorische Auseinandersetzung mit der historischen Lokalität zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Lernortes, die didaktische Planung der Exkursion inklusive Lehrplanbezug und die anschließende Reflexion der Durchführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Geschichtsdidaktik, Gedenkstätte, Handlungsorientiertes Lernen, Denkmalanalyse, Multiperspektivität und Historizitätsbewusstsein.
Welche Bedeutung hat die Veränderung der Denkmäler für den Lernprozess?
Die Transformation der Denkmäler, etwa durch die Entfernung des Reichsadlers, dient als authentisches Beispiel für Historizität und ermöglicht den Schülern, den Wandel von Werten und Deutungsmustern in der Geschichte nachzuvollziehen.
Warum wird das Gruppenpuzzle als Methode empfohlen?
Das Gruppenpuzzle fördert die Eigenverantwortung der Lernenden, da jeder Schüler in die Rolle des Lehrenden schlüpft, was die Aufmerksamkeit erhöht und die soziale Kompetenz durch Teamarbeit stärkt.
- Arbeit zitieren
- I. Magel (Autor:in), 2014, Außerschulische Lernorte: Denkmal Saarbrücken-Altenkessel (Fach Geschichte, Realschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355613