Zeit- und Selbstmanagement optimieren. Entwicklung eines Coachingkonzepts für die berufliche Bildung


Hausarbeit, 2016
16 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anwendungsbereiche
2.1 Ausbildung
2.2 Studium
2.3 Beruf

3. Die Grundlagen des Coaching-Konzeptes
3.1 Die Rolle des Coachs

4. Die Phasen des Coaching-Konzeptes
4.1 Phase 1: Kontaktaufnahme/ Erstgespräch/ Vertragsvereinbarung
4.2 Phase 2: Arbeitsphase/ Coaching Gespräche
4.3 Phase 3: Beendigung/ Bewertung des Coachings

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nicht nur die Berufs-, sondern auch die private Alltagswelt, unterliegt ständigen Veränderungen. Diese haben direkt und indirekt Auswirkungen auf jedes Individuum. Die Herausforderungen die dabei entstehen, gilt es unter Berücksichtigung der eigenen Zielvorstellungen, bestmöglich zu meistern. Die Vergangenheit zeigt, dass durch steigende Automatisierungs- und Globalisierungsprozesse, die „Zeit“ eine immer wichtigere Rolle in Geschäftsmodellen spielt, sodass diese neu strukturiert werden müssen und die Anforderungen an den Arbeitnehmer im Allgemeinen steigen.

In dieser Zeit, in der nicht nur die öffentliche Gesellschaft, sondern auch der private Alltag immer schnelllebiger wird, werden vom Arbeitnehmer fundierte Kompetenzen im Bereich der zeitlichen Selbstorganisation erwartet. Für die moderne Arbeitswelt bedeutet dies, dass z.B. tradierte Bräuche, wie etwa das pünktliche Erscheinen am Arbeitsplatz allein nicht mehr ausreicht, um der Komplexität und der Dynamik des Arbeitsalltages gerecht zu werden. Hierbei sind neu geschaffene flexible Arbeitszeitmodelle zum einen die Ursache für den Anstieg der zeitlichen Belastung des Arbeitnehmers, zum anderen erwachsen dadurch auch neue Herausforderungen im Kontext der eigenverantwortlichen zeitlichen Organisation.

Da diese Veränderungen gleichzeitig auch die Verschmelzung, bzw. Überschneidung von privaten und beruflichen Ebenen impliziert, ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Arbeitnehmern das Burn-out-Syndrom diagnostiziert wird, weil diese zeitlich einfach immens überfordert sind. Im Zuge dessen werden immer häufiger Ansätze in der beruflichen Bildung, innerhalb des Coachings thematisiert, um den neuen Anforderungen angemessen zu begegnen: Die Rede ist vom Zeit- und Selbstmanagement.

Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit der Gestaltung eines Coaching-Konzeptes für die berufliche Bildung im Bereich des Zeit- und Selbstmanagements beschäftigen. Konkret soll es hierbei um ein Coaching-Konzept gehen, dass sowohl innerhalb der Ausbildung und des Studiums, als auch in der beruflichen Alltagswelt Anwendung finden kann, um die Zeit- und Selbstmanagementkompetenzen der Betreffenden zu verbessern und so die Effizienz in Arbeitssituationen zu steigern und die Arbeitnehmer zeitlich zu entlasten. Im Rahmen dieser Arbeit soll deshalb versucht werden, die Frage nach einem solchen Coaching-Konzept zur Verbesserung der Zeit- und Selbstmanagementkompetenzen, mithilfe von adäquater Literatur zu beantworten.

Um eine grobe Orientierung zu ermöglichen, werde ich zunächst auf die Anwendungsbereiche des zu erarbeitenden Coaching-Konzeptes eingehen, dabei insbesondere auf die verschiedenen Umgebungen Ausbildung, Studiums und Beruf. Darauf aufbauend, werde ich mich mit den Grundlagen des Coaching-Konzeptes in der beruflichen Bildung beschäftigen, um anschließend den exemplarischen Ablauf anhand der drei Phasen des Coaching-Modells zu erläutern. Abschließend werde ich einen zusammenfassenden Überblick und einen Ausblick unter Berücksichtigung der genannten Fragestellung geben.

2. Anwendungsbereiche

Wie bereits in der Einleitung angesprochen, gibt es zahlreiche Anwendungsfelder in denen Zeit und Selbstmanagement eine außerordentliche Rolle einnehmen. Der bekannteste Bereich scheint der private Alltag zu sein, in dem man mithilfe der „Work-Life-Balance“ versucht, berufliches und privates in Einklang zu bringen (vgl. Weisweiler, Dirscherl, & Braumandl 2013, S. 13). Neben der zeitlichen Organisation von Haushalts- und Familienangelegenheiten, müssen Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte so geplant werden, dass sie nicht auf Kollisionskurs mit beruflichen Verpflichtungen stehen.

Je nach schulischer Laufbahn, begegnet man bereits in der Schule den ersten Herausforderungen, die ohne die richtige Planung, Koordinierung und Umsetzung zum Scheitern verurteilt sind. Spätestens jedoch innerhalb des beruflichen Werdegangs tritt man in Kontakt mit Zeit- und Selbstmanagement, wenn es heißt die Anforderungen aus Ausbildung und Studium, mit privaten und sonstigen Verpflichtungen zeitlich abzustimmen (vgl. Weisweiler et al. 2013, S. 15). Die optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Zeit spielt somit nicht zuletzt auch auf der Bühne der Berufswelt eine nicht zu verachtende Rolle.

2.1 Ausbildung

Dornbach (2014) konstatiert, dass die „Fähigkeit zum selbstständigen Lernen und Handeln“ ein besonders wichtiges Ziel der dualen Berufsausbildung darstellt. Daraus leitet sich nicht nur die Befähigung zum selbstständigen zeitlichen Agieren des Auszubildenden ab, sondern auch die zwingende Anwendung der erlernten Zeit- und Selbstmanagementkompetenzen (vgl. ebd., S. 369 f.). Innerhalb der dualen Berufsausbildung begegnen Auszubildenden täglich Hürden, die jedoch mit den genannten Kompetenzen genommen werden können. Sowohl in der Berufsschule, als auch im Betrieb werden Fristen oder zeitliche Rahmen gesetzt, die die Auszubildenden dazu anhalten, sich selbst zu strukturieren und ihr Handeln langfristig zu planen. Gerade während der Ausbildung, könnten Coaching-Konzepte im Bereich des Zeit- und Selbstmanagements dafür sorgen, dass Auszubildende z.B. ein Bewusstsein dafür entwickeln, ihren Arbeitsplatz so zu organisieren, dass Effizienz und Funktionalität erhöht werden. Aber auch die optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit, sind Fähigkeiten, die bei frühzeitiger Aneignung den beruflichen Alltag verbessern können (vgl. Claessens et al. 2007, o.a. Melchers & König 2004).

2.2 Studium

Auch während des Studiums steht man als Student in ständiger Berührung mit zeitlichen Auflagen und Regularien. Im Bereich des Selbstmanagements, wie das Wort Selbststudium bereits beschreibt, spielen eigenverantwortliches Lernen und die strukturierte Planung und Koordinierung von Handlungsabläufen und Vorgehensweisen eine zentrale Rolle. Neben der langfristigen Planung und Bearbeitung von Aufgaben, nimmt auch die Einhaltung von Abgabefristen für Abschlussarbeiten einen großen Stellenwert im Studium ein. Dies zeigt, dass Studierende nicht nur über die nötige Selbstdisziplin, sondern auch über die notwendige Motivation verfügen müssen, um Prioritäten zu setzen und persönlich gesetzte Ziele zu erreichen. Artelt & Lompscher (1996) fanden zudem heraus, dass eine Korrelation zwischen Anstrengungsbereitschaft von Studierenden und deren Zeitmanagementkompetenzen besteht. Je höher die Anstrengungsbereitschaft der Studenten war, desto besser hatten diese auch ihr Zeitmanagement im Griff.

Einer der häufigsten Ursachen für den Abbruch des Studiums oder die Exmatrikulation, stellt die Nichteinhaltung von Terminen, bzw. Abgabefristen dar. Dies steht zum einen mit einem mangelhaften Zeitmanagement, zum anderen mit einem Defizit innerhalb der Motivation für das selbstständige Lernen in Zusammenhang. Ein Coaching-Konzept, welches die Aufgabe hat, die Zeit- und Selbstmanagementkompetenzen der Studierenden zu schulen, könnte einen erheblich positiven Einfluss auf die genannten Problemfelder haben.

2.3 Beruf

Innerhalb moderner Arbeitsgesellschaften geht man vermehrt dazu über, den beschäftigten Arbeitnehmern zeitliche Rahmen und Fristen für die Erledigung einer Aufgabe zu geben. Dabei sind jedoch häufig nur die Rahmenbedingungen durch den Arbeitgeber festgelegt, sodass die Mitarbeiter unter Umständen den richtigen Lösungsweg nicht kennen und selbstständig dazu in der Lage sein müssen, die Struktur und die zeitliche Planung für ihr Vorgehen zu koordinieren (vgl. Weisweiler et al. 2013, S. 13 f.). Die daraus resultierenden Freiheiten für den Arbeitnehmer mögen ihre Vorteile haben, bedeuten gleichzeitig aber auch, dass sie „sich selbst strukturieren und die Zeit selbst einteilen müssen“. Ergo wird das Zeit- und Selbstmanagement als eine der Kernkompetenzen der Berufswelt angesehen (vgl. ebd.).

Darüber hinaus formuliert Dornbach (2014), dass durch flexible Arbeitszeiten nicht nur die Herausforderungen an das Zeitmanagement der Arbeitnehmer kontinuierlich steigen, sondern durch die Flexibilisierung von Arbeitsabläufen Mitarbeiter auch dazu gezwungen sind, über „Fähigkeiten des Arbeitszeitmanagements“ zu verfügen (vgl. Dornbach 2014, S. 49). Diese Anforderungen, die früher nur in den höheren Angestelltenbereichen anzutreffen waren, gewinnen heute nicht nur für den normalen Mitarbeiter immens an Bedeutung, sondern rücken damit auch in den Fokus der Berufsvorbereitung von Jugendlichen (vgl. ebd.). Durch gezielt angewendete Coaching-Konzepte im Bereich des Zeit- und Selbstmanagements, könnte der bereits bestehende Berufsalltag für den Arbeitnehmer nicht nur vereinfacht und effizienter gestaltet werden, sondern auch Jugendlichen der erfolgreiche Übergang in die Berufswelt ermöglicht werden.

3. Die Grundlagen des Coaching-Konzeptes

Dieses Kapitel soll die Grundlagen des zu erarbeitenden Coaching-Konzeptes erläutern, um anschließend darauf aufbauend den Ablauf darzustellen.

Fischer-Epe (2002) beschreibt „Coaching als individuell maßgeschneidertes Beratungsangebot im Spannungsfeld von Rollenanforderungen einerseits und persönlichen Zielen und Möglichkeiten eines konkreten Menschen andererseits“(ebd., S. 19). Transferiert man diese Aussage auf die vorliegende Thematik, dann ergibt das hier zu erarbeitende Coaching-Konzept eine individuelle Weiterbildungsmöglichkeit für Personen, um den jeweiligen „Rollenanforderungen“ als Auszubildender, Student und Arbeitnehmer gerecht werden zu können. Hierbei sollen neben der Analyse und der Weiterentwicklung des eigenen Verhaltens, Stressfaktoren frühzeitig erkannt und rechtzeitig reduziert werden (vgl. Fischer-Epe 2002, S. 21 ff.).

Wie Schiessler (2010) richtig feststellt, ist der Grundgedanke des Coachings die Hilfe zur Selbsthilfe (vgl. u.a. Rauen 2005a, S. 112; Rauen 2005b, S. 287; Fischer-Epe, S. 22;). In erster Linie soll der Klient durch das Coaching lernen, sich selbst zu helfen. Durch diesen Lernprozess ist es dem Hilfesuchenden später möglich, das Erlernte auf neue Situationen und Herausforderungen zu übertragen. Das Coaching-Konzept soll also Auslöser für einen Entwicklungsprozess sein, in dessen Verlauf der Klient seine Zeit- und Selbstmanagementkompetenzen herausbilden, bzw. verbessern kann. Schreyögg (1998) fasst zusammen: „Das basale Ziel von Coaching besteht in der Förderung beruflicher Selbstgestaltungspotentiale, also des Selbstmanagements“ (ebd., S. 9).

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Zeit- und Selbstmanagement optimieren. Entwicklung eines Coachingkonzepts für die berufliche Bildung
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V355672
ISBN (eBook)
9783668414136
ISBN (Buch)
9783668414143
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitmanagement, Selbstmanagement, Coaching, Berufliche Bildung
Arbeit zitieren
Dominik Hey (Autor), 2016, Zeit- und Selbstmanagement optimieren. Entwicklung eines Coachingkonzepts für die berufliche Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355672

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