Emotionen in der Personalauswahl und deren Auswirkung auf Personalentscheidungen


Hausarbeit, 2016
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

3. Studienanalyse
3.1. Theoretische und methodische Fundierung
3.2. Besonderheiten und Ergebnisse

4. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

„Was dem Herzen widerstrebt, lässt der Kopf nicht ein.“

(Arthur Schopenhauer (1819))

1. Einleitung

Gefühle und Emotionen haben im Alltag des Menschen schon immer eine besondere Rolle gespielt. Seit Anbeginn der Evolution leiten und begleiten uns unsere Gemütsbewegungen durch unser Leben. Jede noch so kleine Erfahrung die wir machen, löst bewusst oder unbewusst eine Emotion aus. Dieser psychophysiologische Prozess gehört damit zu einem der bedeutendsten Einflussfaktoren auf unser Leben. Das Zitat von Schopenhauer (1819) macht deutlich, dass Intuition und Bauchgefühle in sehr engem Zusammenhang mit unserem Handeln und Denken stehen.

Neben der Wirkung auf unsere Stimmung, lenken und beeinflussen Gefühle auch unsere Interaktion mit unserem sozialen Umfeld und tragen maßgeblich zu einer funktionierenden Kommunikation mit unseren Mitmenschen bei. Ergo, ist es nicht verwunderlich, dass Emotionen auch im beruflichen Kontext schon immer einen wichtigen Platz einnahmen, auch wenn die Erforschung dieser Thematik erst in den letzten zwei Jahrzenten stark zugenommen hat (vgl. Sieben/Wettergren 2010, S. 1 f.). Innerhalb des Personalmanagements hat sich bei der Rekrutierung von neuen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen herausgestellt, dass ein wichtiger Zusammenhang zwischen Emotionen und Personalauswahlentscheidungen besteht. Seit diesem Zeitpunkt steigt auch das Interesse der Wissenschaft an der Bedeutung von Emotionen innerhalb von Personalauswahlprozessen stetig an.

Die vorliegende Arbeit soll sich mit Emotionen in der Personalauswahl und deren Auswirkung auf Personalentscheidungen beschäftigen. Hierbei soll die Frage nach dem aktuellen Forschungsstand, durch Verwendung von adäquaten Studien, kritisch beantwortet und ein grober Überblick über die Thematik gewährleistet werden.

Um eine grobe Orientierung zu ermöglichen, wird zunächst auf den theoretischen Rahmen von Emotionen in der Personalauswahl eingegangen. Darauf aufbauend, findet eine Analyse von ausgewählten Studien aus internationalen, wissenschaftlichen Zeitschriften über einen definierten Zeitraum (2010-2016) statt, um einen groben Forschungsüberblick über die genannte Thematik zu geben. Dazu wird als erstes die theoretische und methodische Fundierung der einzelnen Studien vorgestellt. Anschließend werden die Ergebnisse und Besonderheiten der Beiträge beleuchtet, um abschließend einen zusammenfassenden Überblick und einen Ausblick unter Berücksichtigung der genannten Fragestellung zu geben.

2. Theoretischer Rahmen

Bevor die Methoden und Ergebnisse der analysierten Studien vorgestellt werden, soll in diesem Schritt zunächst die allgemeine Bedeutung von Emotionen in Unternehmen und beispielhaft das soziologische Modell der Personalauswahl (vgl. Imdorf 2010, S. 86 ff.), Gegenstand der Untersuchung werden.

Neben den menschlichen Sinnen sorgen Emotionen dafür, bestimmte Situationen intuitiv zu erkennen und innerhalb von sozialen Gefügen entsprechend zu handeln (vgl. Sieben et al. 2010, S. 6). Bezug nehmend zu Sieben et al. (2010) stellt Grafik 12 das Auftreten von Emotionen in Organisationen dar. Emotionen können hierbei zu einem Objekt der Arbeit werden, wenn der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin die Emotionen von anderen beeinflussen, um z.B. in einem Team ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Daneben können Emotionen auch als Mittel zum Zweck betrachtet werden, wenn es darum geht seine eigenen Emotionen zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe zu verwenden. Letztlich können Emotionen aber auch einen Zustand der Arbeit repräsentieren, wenn ein konkreter Gemütszustand von Nöten ist, um bei der Interaktion mit anderen, bestimmte Gefühle zu unterdrücken (vgl. Sieben et al. 2010, S. 10 f.). Auch im Bereich von Personalauswahlprozessen sind Emotionen und Gefühle essentiell und haben so unmittelbar Auswirkung auf Entscheidungen. Dies demonstriert die Bedeutung der emotionalen Intelligenz von Managern und Managerinnen im Personalwesen. Die vermeintlich objektive Auswahl von potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern kann durch Intuition oder Bauchgefühle schnell zu einer subjektiv behafteten Entscheidung führen (vgl. Imdorf 2010, S. 84 f.). Häufig führen der Mangel an Informationen über Bewerber und Bewerberinnen zu Misstrauen und Unsicherheit beim Job-Interview. Als Konsequenz daraus vertrauen viele Personalexperten und -Expertinnen auf ihr Bauchgefühl, um Personalentscheidungen zu rechtfertigen (ebd.).

In Anlehnung an Boltanski/Thevenot (2006), stellt Imdorf (2010) in seiner Studie ein soziologisches Modell der Personalauswahl vor, mithilfe dessen die Bedeutung von Emotionen bei der Auswahl von passenden Job-Kandidaten und -Kandidatinnen dargestellt werden soll. Ausgangspunkt des Konzeptes sind die Bedürfnisse und Beschränkungen des jeweiligen Unternehmens, schließlich soll die Beschäftigung eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin in einem Profit resultieren und zum Erhalt der Firma beitragen (vgl. Imdorf 2010, S. 87 f.). Imdorf stellt fest, dass es den „ perfekten “ Job-Kandidaten nicht gibt:„ a candidate who 'fits best' cannot be found. […] companies cease their efforts to search for adequate candidates once they have found one who sufficiently satisfies their needs “ (ebd.). Im nächsten Schritt wird nach unternehmensspezifischen Auswahlkriterien die „ betriebliche “, „ innerbetriebliche “ und „ marktweltliche “ Tauglichkeit der Bewerber beurteilt. Anschließend findet eine Kategorisierung der Bewerber und Bewerberinnen anhand ihres „ Wertes “ statt. Emotionen koordinieren in diesem Fall nicht nur die soziale Interaktion während der Job-Interviews, sondern dienen auch als organisatorisches Hilfsmittel für den Entscheidungsprozess, wenn z.B. „ hard facts “, wie Zeugnisse o.ä. für die endgültige Entscheidungsfindung nicht ausreichen (vgl. Imdorf 2010, S. 93 ff.).

3. Studienanalyse

Im Folgenden werden zehn Studien aus internationalen, wissenschaftlichen Zeitschriften, in Bezug auf die Bedeutung von Emotionen in Personalauswahlprozessen analysiert, um so einen groben Forschungsüberblick über den definierten Zeitraum (2010-2016) zu geben (vgl. Tabelle 1). Wie bereits zu Anfangs festgestellt, rückte die Erforschung von Emotionen im Personalmanagement erst in den 90er Jahren in den Fokus der Wissenschaft. Die Zeitschriftenrecherche zeigt, dass ab der Jahrhundertwende die Anzahl der wissenschaftlichen Beiträge zu dieser Thematik stark gestiegen ist, wenn auch der inhaltliche Schwerpunkt der meisten Studien, auf der Diskriminierung durch subjektive Wahrnehmungen innerhalb von Personalentscheidungen liegt. Dadurch lag die Schwierigkeit bei der Studienauswahl darin, die Studien zu extrahieren, die sich explizit auf die Rolle von Emotionen in der Personalauswahl konzentrieren.

Tabelle 1 stellt eine Auswahl an Beiträgen vor, die aus namhaften Zeitschriften stammen und den oben genannten Kontext thematisieren. Neben den Angaben zum Autor und zur Autorin, beinhaltet die Tabelle unter anderem Erscheinungsjahr, Art des Beitrages, sowie Theorie und Datenquellen der entsprechenden Publikationen. Beim Vergleich der Zeitschriften fallen große Unterschiede auf, nicht nur was die Art der Zeitschrift und die Art des Beitrages angeht, sondern auch die theoretische und methodische Annäherung an die Materie. Zudem fällt auf, dass keine Zeitschrift mehr als einen Beitrag zu Emotionen in der Personalauswahl veröffentlicht hat, woraus man schließen kann, dass diese Wissenschaft noch in den Kinderschuhen steckt und der Thematik noch deutlich zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Davon ausgenommen sind selbstverständlich Studien, die sich mit der Diskriminierung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, aufgrund von Geschlecht, Alter oder Nationalität befassen. Dazu gibt es unzählige Beiträge, die aber aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit, nicht weiter beleuchtet werden.

Im nachfolgenden Abschnitt soll nun näher auf die theoretische und methodische Fundierung der Zeitschriftenbeiträge eingegangen werden, um abschließend die Ergebnisse und Besonderheiten zu diskutieren und den jetzigen groben Stand der Forschung darzulegen.

Tabelle 1: Beiträge zur emotionsbasierten Personalauswahl in internationalen Fachzeitschriften von 2010 bis 2016

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Emotionen in der Personalauswahl und deren Auswirkung auf Personalentscheidungen
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V355676
ISBN (eBook)
9783668426191
ISBN (Buch)
9783668426207
Dateigröße
690 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
emotionen, personalauswahl, auswirkung, personalentscheidungen
Arbeit zitieren
Dominik Hey (Autor), 2016, Emotionen in der Personalauswahl und deren Auswirkung auf Personalentscheidungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355676

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