Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema der Enttaylorisierung in Arbeitsorganisationen aus neo-institutionalistischer Perspektive. Nach einer Erläuterung des Begriffs der Enttaylorisierung geht die Arbeit zunächst auf die moralische und ökonomische Kritik am Taylorismus ein.
Anschließend werden die Grundzüge von soziologischen neo-institutionalistischen Theorieansätzen samt einer kritischen Würdigung präsentiert. Anhand dieser Theorieansätze soll untersucht werden, ob sich aus der moralischen und ökonomischen Kritik am Taylorismus institutionelle Umweltanforderungen ableiten lassen können, die zu einem Umbau formaler Strukturen und dem Wegfall tayloristischer Produktionskonzepten in Arbeitsorganisationen geführt haben.
Inhaltsverzeichnis
1: Einleitung
2: Enttaylorisierung
2.1: Moralische Kritik am Taylorismus
2.2: Ökonomische Kritik am Taylorismus
3: Soziologischer Neo-Institutionalismus
3.1: Rationalitätsmythen
3.2: Institutioneller Isomorphismus
3.3: Kritische Würdigung
4: Enttaylorisierung aus neo-institutionalistischer Perspektive
4.1: Enttaylorisierung durch Rationalitätsmythen
4.2: Enttaylorisierung durch institutionelle Isomorphie
5: Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die Enttaylorisierung in Arbeitsorganisationen treffender durch das Streben nach Legitimität innerhalb einer institutionellen Umwelt erklärt werden kann als durch die reine Anpassung an technologische Anforderungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern ökonomische und moralische Kritik am Taylorismus institutionelle Erwartungen formen.
- Kritische Analyse des Taylorismus und dessen moralischer sowie ökonomischer Kritik
- Grundlagen des soziologischen Neo-Institutionalismus nach Meyer, Rowan, DiMaggio und Powell
- Untersuchung von Rationalitätsmythen als Treiber für strukturelle Veränderungen
- Analyse des institutionellen Isomorphismus in der modernen Industrieproduktion
- Erklärung der Enttaylorisierung als Anpassungsleistung an institutionelle Umwelten
Auszug aus dem Buch
3.1: Rationalitätsmythen
Meyer und Rowan (1977) argumentieren, dass es in erster Linie nicht die Anforderungen der technischen Umwelt sind, hiermit ist die effiziente und effektive Steuerung von Arbeitsprozessen gemeint (vgl. Scott/Meyer 1982), an denen sich Organisationen bei der Gestaltung und Sichtbarmachung ihrer formalen Strukturen orientieren, sondern vor allem die gesellschaftliche „Mythen“ der institutionellen Umwelt. „Der „Mythos“-Begriff bezeichnet dabei zunächst unhinterfragte Annahmen darüber, welche Merkmale eine moderne und erfolgreiche Organisation kennzeichnen, welche Ziele sie vernünftigerweise verfolgt und welche Mittel geeignet sind, um diese Ziele zu erreichen“ (Meier/Schimank 2012, S. 120). Über diese Zweck- und Mittelvorgaben bestimmen gesellschaftliche Mythen auch, was als rational zu gelten hat und welchen Standards sich Organisationen zu unterwerfen haben, ungeachtet der empirischen Wirklichkeit (vgl. Walgenbach/Kieser 2010, S. 43), weshalb Meyer und Rowan (1977, S. 343) von „Rationalitätsmythen“ sprechen. Nur durch die Integration dieser Rationalitätsmythen in ihre formalen Strukturen, ist es Organisationen möglich, Legitimität gegenüber ihrer institutionellen Umwelt zu erlangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1: Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte um die Überwindung des Taylorismus ein und formuliert das Ziel der Arbeit, den Prozess der Enttaylorisierung durch neo-institutionalistische Theorieansätze zu beleuchten.
2: Enttaylorisierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Taylorismus sowie Enttaylorisierung und analysiert die moralische sowie ökonomische Kritik, die zu einem Umdenken in Arbeitsorganisationen führte.
3: Soziologischer Neo-Institutionalismus: Es werden die theoretischen Grundlagen des Neo-Institutionalismus vorgestellt, insbesondere die Konzepte der Rationalitätsmythen und des institutionellen Isomorphismus.
4: Enttaylorisierung aus neo-institutionalistischer Perspektive: Die Arbeit überträgt die zuvor erläuterten Theorien auf den Prozess der Enttaylorisierung, um diesen als Antwort auf institutionelle Anforderungen zu deuten.
5: Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Enttaylorisierung vor allem als Streben nach Legitimität innerhalb einer institutionellen Umwelt interpretiert werden kann.
Schlüsselwörter
Taylorismus, Enttaylorisierung, Neo-Institutionalismus, Legitimität, Rationalitätsmythen, Institutioneller Isomorphismus, Arbeitsorganisation, Effizienz, Organisationsstruktur, Soziologie, industrielle Produktion, Managementstrategien, Anpassungsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Wandel von tayloristischen hin zu post-tayloristischen Arbeitsorganisationen unter Verwendung neo-institutionalistischer Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Kritik am Taylorismus, die soziologische Organisationstheorie und die Rolle von Legitimationsdruck bei strukturellen Veränderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob die Enttaylorisierung eher durch das Streben nach institutioneller Legitimität als durch bloße technische Notwendigkeit erklärt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der mesopolitische Ansätze des soziologischen Neo-Institutionalismus zur Erklärung organisationalen Wandels angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die kritische Auseinandersetzung mit dem Taylorismus, die theoretische Fundierung durch den Neo-Institutionalismus und deren Anwendung auf die Enttaylorisierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Enttaylorisierung, Rationalitätsmythen, Institutioneller Isomorphismus und organisationaler Wandel.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von herkömmlichen Erklärungen der Enttaylorisierung?
Während klassische Ansätze oft technologische Effizienz betonen, fokussiert diese Arbeit auf den sozialen Zwang zur Legitimität gegenüber der Umwelt.
Welche Rolle spielt die ökonomische Kritik im Vergleich zur moralischen Kritik?
Die Arbeit zeigt auf, dass erst die ökonomische Kritik in den 70er/80er Jahren dazu führte, dass die Enttaylorisierung einen Rang als "Rationalitätsmythos" einnahm.
Was ist mit "decoupling" im Kontext dieser Arbeit gemeint?
Es beschreibt die Entkopplung von formalen Strukturen, die für die Legitimität nach außen gepflegt werden, und der tatsächlichen Praxis innerhalb des technologischen Kerns.
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- Anonym (Author), 2017, Die Enttaylorisierung aus neo-institutionalistischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355721