Wie genau funktioniert Integration? Dieser Frage widmet sich diese Hausarbeit.
Die Theorien der Assimilation und der Multiplen Inklusion werden ausführlich erläutert, gegenüber gestellt und auf die Realität - auch mit Rücksicht auf Aussagen der Betroffenen - übertragen. Schlussendlich folgt auch noch kurz eine kleine Stellungnahme der Autorin.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Verlauf der Integration
2a) „Vier Dimensionen“ nach Hartmut Esser
2b) Abhängigkeit von eigenen und äußeren Einflüssen
2c) Die „Exspected-Utility-Theorie“
3) Objektive Wirksamkeit/Umsetzbarkeit der Modelle
3a) Resultate der Studie des SOEP
3b) Zusammenfassung der Ergebnisse
4) Subjektives Empfinden der Betroffenen
4a) Die identifikative Integration
4b) Aussagen Betroffener und Zusammenfassung
5) Schluss: Beantwortung der gestellten Frage
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Kontroverse zwischen Assimilation und Multipler Inklusion im Integrationsprozess von Migranten. Dabei wird analysiert, ob die Beibehaltung der eigenen Kultur und Werte ein Hindernis für die Integration in die Aufnahmegesellschaft darstellt.
- Vergleich von Assimilationsmodellen und dem Konzept der Multiplen Inklusion.
- Analyse des Integrationsprozesses anhand der vier Dimensionen nach Hartmut Esser.
- Einsatz der „Exspected-Utility-Theorie“ zur Erklärung individueller Integrationsentscheidungen.
- Untersuchung der objektiven Wirksamkeit durch Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP).
- Betrachtung des subjektiven Identitätsempfindens und der identifikativen Integration.
Auszug aus dem Buch
2c) Die „Exspected-Utility-Theorie“
Je mehr sich die Integration für eine(n) Migranten/in lohnt, desto eher ist er/sie bereit, sich für einen Erfolg zu bemühen. Für diesen logischen Zusammenhang lässt sich eine Ungleichung aufstellen, die auch als „Exspected.Utility-Theorie“ bezeichnet wird:
(U(RC) - U(EC)) x (p(RC)+p(eff)) - C(RC) < 0
Die Abkürzungen „RC“ sowie „EC“ stehen für „receiving context“ (also die angenommenen Werte, Normen, etc.) und „ethnic context“ (also die ursprünglichen Werte, Normen, etc.). Die Differenz des Ertrage des RC und des Ertrages des EC wird mit der Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Übernahme (p(eff) beschreibt die Effizienz des Individuums und wird dazu addiert) des RC multipliziert und letztendlich werden die Kosten des RC subtrahiert. Ist der Wert der Ungleichung größer als 0 rentiert sich eine Integration. Diese Gleichung ist auch auf andere Sachverhalte anwendbar.
Als Beispiel: Eine junge Frau mit spanischem Migrationshintergrund möchte Deutsch lernen. Der Ertrag/die Gebräuchlichkeit der spanischen Sprache in Deutschland wird von dem Ertrag/der Gebräuchlichkeit der deutschen Sprache in Deutschland abgezogen. Anschließend wird die Differenz mit der Wahrscheinlichkeit des erfolgreichen Erlernens multipliziert (wir gehen davon aus, dass sie sehr lernfähig und engagiert ist). Letztendlich werden die Kosten für Kurse, Bücher, etc. abgezogen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Endergebnis größer als 0 ist, sodass sich der Zweitsprachenerwerb rentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung führt in das hochaktuelle Thema der Migration ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der kulturellen Identität auf den Integrationsprozess.
2) Verlauf der Integration: Dieses Kapitel erläutert theoretische Modelle der Integration, insbesondere die vier Dimensionen von Hartmut Esser sowie die ökonomische Theorie zur Nutzenabwägung bei Integrationsentscheidungen.
3) Objektive Wirksamkeit/Umsetzbarkeit der Modelle: Basierend auf SOEP-Daten wird analysiert, welche Integrationsmodelle in den Bereichen Bildung, Sprache und Arbeitsmarkt objektiv erfolgreichere Resultate erzielen.
4) Subjektives Empfinden der Betroffenen: Hier wird die identifikative Integration beleuchtet und anhand von Zitaten der Betroffenen verdeutlicht, wie diese ihre soziale Identität und Zugehörigkeit zwischen Herkunfts- und Aufnahmegesellschaft wahrnehmen.
5) Schluss: Beantwortung der gestellten Frage: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung und betont, dass die Bewahrung kultureller Wurzeln kein Hindernis darstellt, sofern grundlegende Normen und Werte der Aufnahmegesellschaft respektiert werden.
Schlüsselwörter
Integration, Migration, Assimilation, Multiple Inklusion, Hartmut Esser, SOEP, Kulturation, Identifikation, Identitätsbildung, Platzierung, Sozialintegration, Exspected-Utility-Theorie, Zweitspracherwerb, Identität, Soziale Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integrationsprozesse von Migranten in Deutschland und die damit verbundene Frage nach dem Spannungsfeld zwischen der Assimilation an die Aufnahmegesellschaft und der Bewahrung der eigenen kulturellen Identität.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Zu den zentralen Themen gehören soziologische Modelle der Integration, die Bedeutung von Sprache und Bildung sowie die psychologische Ebene der Identitätsbildung und sozialen Identität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu erörtern, ob das Festhalten an der eigenen Herkunftskultur und den dortigen Werten ein tatsächliches Integrationshindernis darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Modelle (Hartmut Esser) sowie die Analyse empirischer Studien (SOEP-Daten) und qualitativer Zitate von Betroffenen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Verlaufsmodelle, die Prüfung ihrer objektiven Umsetzbarkeit und die Untersuchung des subjektiven Empfindens der Migranten hinsichtlich ihrer Identität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Integration, Assimilation, Identitätsbildung, Kulturation und Multiple Inklusion definiert.
Wie definiert Hartmut Esser die Kulturation?
Die Kulturation beschreibt laut Esser den Erwerb von Wissen, Kompetenzen und kulturellen Normen, wobei dem Zweitspracherwerb eine fundamentale Bedeutung für den weiteren Integrationsverlauf zukommt.
Was besagt die „Exspected-Utility-Theorie“ in diesem Kontext?
Sie besagt, dass sich ein Migrant eher um Integration bemüht, wenn die erwarteten Erträge (z.B. berufliche Chancen, gesellschaftliche Teilhabe) die Kosten der Anpassung übersteigen.
Warum ist laut der Arbeit eine „doppelte Bindung“ oft typisch?
Die Arbeit zeigt auf, dass sich die Identität bei Migranten oft aus einer Kombination von Zugehörigkeit zur Herkunftsgesellschaft und zur Aufnahmegesellschaft stabilisiert, was zu einer sogenannten Multiplen Identität führt.
- Citar trabajo
- Celine Maus (Autor), 2016, Die Kontroverse zwischen Assimilation und Multipler Inklusion. Wie Integration funktioniert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356074