In den vergangenen Jahren hat mich, Benjamin Schälike, als international tätigen Lichtdesigner die Frage beschäftigt, wie sich über Licht als gestalterisches Mittel schreiben ließe – ohne dabei einen technischen Leitfaden verfassen zu müssen. Das Buch stellt die Frage, worin das Potenzial des „Lichtmachens“ als Möglichkeit in der praktischen Umsetzung besteht.
THE UGLY LIGHT soll als Anfang, Erweiterung und Anreiz des Lichtverständnisses dienen. Es wird dementsprechend ein Kaleidoskop an Betrachtungsmöglichkeiten eröffnen. Dies gelingt dadurch, dass nicht nur meine eigene Perspektive dargestellt wird, sondern weitere Lichtdesigner und Bühnenbildner sowie Regisseure, Künstler und Kuratoren involviert sind. Das Buch hat eine eigenwillige Struktur und ein reizvolles Layout, die es möglich machen, ebenso assoziativ und selektiv, letztlich also kreativ zu lesen. Ein solches Buch, das unterschiedliche Herangehensweisen und Perspektiven von Lichtdesign veranschaulicht und diskutiert, gab es in dieser Form bislang noch nicht.
THE UGLY LIGHT bietet Interviews mit: Ivan Bazak, Martin Beeritz, Herbert Cybulka, Wolfgang Göbel, Bernhard Kleber, Pavel Kodlek, Willfred Kressiment, Vincent Languemare, Bert Neumann, Sergio Passando, Bettina Pelz, Fred Pommerehn, Arndt Rösler, Benjamin Schälike, Minna Tikkainen, Jennifer Tipton, Marc Turow und Beiträge über: Olaf Altmann, Trisha Brown, Antony Mc Call, Andre Diot, Olafur Eliason, Micha Kuball, Otto Piene, Bruno Pocheron, Joseph Svoboda, James Turell, Robert Wilson, Peter Zadek.
Es gibt jeweils kurze Kapitel über die gängigen Scheinwerfer, Lichtrichtungen, Postmoderne, Utopie, verschiedene Produktionen, Farben, Filme, Zeiten sowie Lichtstimmungen, die durch das Buch führen.
Inhaltsverzeichnis
010 VORWORT
012 * LEUCHTEN *
015 FLUTER
016 HOW TO DRAW AN LIGHTPLOT
018 PC UND FRESNEL SCHEINWERFER
019 NEW = A PERFORMANCE FROM LUPITA PULPO
024 LICHTPLAN UND CUELISTE ZU NEW
026 AUFZEICHNUNG EINES LICHTDESIGNERS
028 * ANSÄTZE *
031 FRONTLIGHT
034 INTERVIEW MIT BERNHARD KLEBER
037 METHODS OF THE LIGHT
042 FOCUS
044 CODES
045 MICHAEL BALLHAUS
046 INTERVIEW MIT B. PELZ UND H. CYBULKA
050 BERLIN – EINE LICHTGESCHICHTE
054 INTERVIEW MIT WILFRED KRESSIMENT
056 INTERVIEW MIT FRED POMMEREHN
060 ANDRE DIOT
062 * RÄUME *
065 TOPLIGHT
068 INTERVIEW MIT IVAN BAZAK
072 PLATON UND DAS LICHT VON THOMAS SCHÜTT
074 INTERVIEW MIT ARNDT RÖSLER
080 OLOFUR ELIASON
083 HEINER GOEBBELS (AUS DEM LICHT HERAUS DENKEN)
084 INTERVIEW MIT MARC THUROW
086 * FARBEN *
089 INTERVIEW MIT BENJAMIN SCHÄLIKE
096 FARBEN
101 PETER ZADEKS TOTENTANZ
102 DAN FLAVIN UND TRISHA BROWN
104 INTERVIEW MIT PAVEL KODLIK
107 FRED POMMEREHN
108 INTERVIEW MIT MARTIN BEERITZ
112 * RHYTMUS *
115 BRUNO POCHERON
116 PAR SCHEINWERFER
118 ZEITEN
120 INTERVIEW MIT MINNA TIKKAINEN
124 * KÖRPER *
127 PROFILSCHEINWERFER
128 GOBOS
129 SIDELICHT
130 INTERVIEW MIT JENNIFER TIPTON
134 HIGHSIDE
135 SPECIALS
136 INTERVIEW MIT SERGIO PASSANDO
139 HEINER GOEBBELS (ALLES KANN ZEICHEN SEIN)
139 INTERVIEW MIT WOLFGANG GÖBEL
140 * ILLUSIONEN *
143 BACKLIGHT
145 LICHTDESIGN FÜR MOD
147 JAMES TURELL
149 HEINER GOEBBELS (7 MAL GLEICHE INFORMATIONEN)
150 ROBERT WILSON
152 * UTOPIE *
155 HMI UND HQI
156 NA LICHT UND ERIC WONDER
159 OLAF ALTMANN
160 UTOPIE
162 LICHTDESIGN FÜR GELBE LANDSCHAFTEN
164 VORSTELLUNG UND UMSETZUNG
166 INTERVIEW MIT VINCENT LONGUEMARE
173 POSTMODERN
176 LEUCHTSTOFFLAMPEN
179 ANTONY MC CALL
182 FILM
184 NEBEL – HAZER – TROCKENEIS
186 LICHTDESIGN FÜR DUST
188 LICHTDESIGN FÜR GRIND
190 * APPLAUSE *
194 OTTO PIENE UND MICHA KUBALL
196 INTERVIEW MIT BERT NEUMANN
199 INTERVIEW MIT UELI BINGERLI
200 INTERVIEW MIT BEN RADCLIFF
203 HEINER GOEBBELS (MIT LICHT THEATER ERFINDEN)
Zielsetzung & Themen
Dieses Buch fungiert als praxisnahes Workbook für Lichtdesigner, Bühnenbildner und Theaterschaffende, das den Fokus von rein technischem Wissen hin zu kreativen Arbeitsprozessen und der Kommunikation im Theater verschiebt. Es dient als vielseitiges Kaleidoskop an Erfahrungen, um Lesern bei der Entwicklung eigener Lichtkonzepte zu unterstützen.
- Grundlagen der technischen Beleuchtungsplanung und Lichtzeichnung
- Methodische Ansätze für die Arbeit mit Licht im Theaterkontext
- Umfassende Interviews mit Experten über Ästhetik, Wahrnehmung und Regie
- Praktische Dokumentation von Aufführungen, Lichtstimmungen und Cues
- Reflexion über die Rolle des Lichts als eigenes gestalterisches Mittel
Auszug aus dem Buch
PC SCHEINWERFER (die Allrounder)
PC steht für "Plan-Convex" was die Form der in diesen Scheinwerfern benutzten Linse beschreibt. Diese Linsen haben eine gleichmäßige, weiche Oberfläche und erzeugen einen deutlich sichtbaren Rand des Lichtkegels. PC Scheinwerfer haben ein ähnliches Prinzip wie ein Fresnel. Mit einem "klaren" Strahl und weniger Streulicht verfügt der PC über einen großen Zoombereich und bietet sich im Bühnenbereich, als Gassenlicht und von Zuschauerramenpositionen aus an. Der enge Winkel ist fast parallel und sehr effizient – ideal für dramatische Aufhellungen – während er größtmögliche Winkel von 60° sehr gut für großflächige Bühnenbeleuchtung aus kurzer Distanz geeignet ist.
Die klare Qualität des Lichtkegels bildet dem größten Unterschied zum Fresnel. Es ist zusätzlich benutzter Frostfilter wie z.B. Hamburg Frost 114 gleicht den Lichtkegel des PC einem Fresnel an. Mittelgroße bis große Abstrahlwinkel können mit Torblenden begrenzt werden. Die Größe des Lichtkegels verändert sich mit der Entfernung des Scheinwerfers zum beleuchteten Objekt. Bei den PC-Scheinwerfern lässt sich die Größe des Lichtkegels zusätzlich durch die Einstellung der Entfernung von der Linse beeinflussen. Wenn die Lampe (mit Reflektor) zur Linse geschoben wird, vergrößert sich der Lichtkegel, und er wird kleiner, wenn die Lampe zurückgeschoben wird.
Zusammenfassung der Kapitel
FLUTER: Erläutert den Einsatz von Flutern bei offener Bühne, um technische Details zu verbergen und bei geringer Aufbauzeit Flächen auszuleuchten.
HOW TO DRAW AN LIGHTPLOT: Beschreibt die Phasen der Erstellung eines Lichtplans, von der ersten Skizze bis zur konkreten Planung des Equipments.
PC UND FRESNEL SCHEINWERFER: Vergleicht technische Merkmale und Einsatzgebiete von PC- und Fresnel-Scheinwerfern für verschiedene Beleuchtungssituationen.
NEW: Dokumentiert den kreativen Prozess und die Lichtentwicklung für das Stück "NEW" der Company Lupita Pulpo.
AUFZEICHNUNG EINES LICHTDESIGNERS: Zeigt konkrete Skizzen und Aufzeichnungen, wie Lichtstimmungen für verschiedene Aufführungen geplant wurden.
Schlüsselwörter
Lichtdesign, Theater, Bühnenbeleuchtung, Lichtplan, Scheinwerfer, Regie, Kommunikation, Lichtstimmung, Performance, Szenografie, Technik, Lichtkunst, Ästhetik, Wahrnehmung, Kreativität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Es ist ein praxisorientiertes Workbook für Theaterschaffende, das weniger auf technische Details, sondern stärker auf kreative Ansätze und das Arbeiten mit Licht als Gestaltungsmittel fokussiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Lichtmethoden, die Kommunikation zwischen Lichtdesignern und Regieteams, die künstlerische Bedeutung von Licht sowie die technische Dokumentation von Aufführungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Theaterschaffenden neue Impulse zu geben, wie sie Licht konzeptionell denken, kommunizieren und konkret für ihre Produktionen einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Arbeit im klassischen Sinne, sondern um eine erfahrungsbasierte Sammlung, die durch Interviews, Fallbeispiele und technische Dokumentationen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Rubriken wie Leuchten, Ansätze, Räume, Farben, Rhythmus, Körper, Illusionen und Utopien, die jeweils durch fachliche Erläuterungen und Experteninterviews vertieft werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Lichtdesign, Theater, Bühnenbeleuchtung, Lichtplan, Scheinwerfer, Performance und Ästhetik stehen im Mittelpunkt.
Welchen Stellenwert nimmt die Kommunikation im Theater ein?
Die Kommunikation ist laut dem Autor essenziell, da Lichtkonzepte sehr früh zwischen den Gewerken abgestimmt werden müssen, um künstlerische Visionen erfolgreich umzusetzen.
Wie unterscheidet sich der Ansatz des "Licht als Sprache" von rein technischer Beleuchtung?
Es geht darum, Licht nicht nur als Mittel zur Sichtbarkeit zu nutzen, sondern als dramatisches Gestaltungselement, das eine eigene Dramaturgie besitzt und den Raum sowie die Wahrnehmung der Zuschauer aktiv formt.
Welche Bedeutung haben die gezeigten Skizzen und Lichtpläne?
Sie dienen als konkrete Beispiele, wie man Arbeitsprozesse und Lichtstimmungen dokumentiert, um Produktionen reproduzierbar zu machen oder die eigene Arbeitsweise zu reflektieren.
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- Benjamin Schälike (Autor), 2017, THE UGLY LIGHT 1. Lichtdesign im Theater, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356350