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Das Verhältnis von Zeit, Medien und Politik

Titre: Das Verhältnis von Zeit, Medien und Politik

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 12 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Andrea Friemann (Auteur)

Politique - Systèmes politiques en général et en comparaison
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Nichts ist so alt, wie die Zeitung von gestern.“ sagt der Volksmund. Der Begriff Zeitung kommt vom mittelniederdeutschen Wort tidinge, das Nachricht oder Botschaft bedeutet und zum Verb tiden, sich ereignen, vor sich gehen, gehört. Die Zeitung ist also eine Nachricht oder Botschaft von Ereignissen oder Vorgängen. Aus dem althochdeutschen Wortstamm tid leitet sich zugleich unser heutiger Begriff Zeit ab. 1650 erschien die erste deutsche Tageszeitung in Leipzig unter dem Namen „Einkommende Nachrichten“. Der Name suggerierte bereits Schnelligkeit und Aktualität. Schließlich kommen Zeitungsthemen von aktuellen Ereignissen und dabei spielt die Schnelligkeit der Berichterstattung eine besondere Rolle. Bei einer verspäteten Berichterstattung geht der zeitliche Zusammenhang zum realen Ereignis verloren oder die Nachricht wurde bereits bekannt und besitzt damit nur noch geringen Nachrichtenwert. Die Präsentation von Nachrichten ist aber gerade das Ziel der news media. Grund genug, den Informationszugang und die Berichterstattung zu beschleunigen, um sich am hart umkämpften Markt der Neuigkeiten gut zu positionieren. Die Medien und im besonderen die Massenmedien unterliegen den „timedriven demands of the news cycle”1. Eben dieser Zusammenhang von Zeit und Medien soll auf den folgenden Seiten untersucht werden. Dabei steht die These von der zunehmenden Beschleunigung des medialen Teilsystems im Mittelpunkt. Auf die daraus resultieren Veränderungen im Verhältnis von Medien und Politik, insbesondere auf die Dualisierung und Beschleunigung von Politik, wird dabei näher eingegangen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Das mediale System

Beschleunigung im medialen System

Veränderungen im Verhältnis Medien und Politik

Dualisierung der Politik

Indizien für die Beschleunigung im politischen System

Schlussfolgerung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang von Zeit und Medien sowie die daraus resultierende These einer zunehmenden Beschleunigung des medialen Teilsystems. Dabei wird analysiert, wie diese Entwicklung das Verhältnis zwischen Medien und Politik beeinflusst, insbesondere im Hinblick auf die Dualisierung und Beschleunigung politischer Prozesse.

  • Die historische Entwicklung und Funktion des medialen Systems
  • Die Auswirkungen technischer und ökonomischer Faktoren auf das Kommunikationstempo
  • Das Spannungsfeld zwischen medialer Darstellungslogik und politischer Sachlogik
  • Die Folgen der Mediatisierung für politische Entscheidungsprozesse

Auszug aus dem Buch

Beschleunigung im medialen System

Strukturell sind die Massenmedien dem ökonomischen System zuzurechnen. Mit der Herausbildung der sogenannten Kommunikationsgesellschaft war die Pluralisierung der Medienangebote, die Beschleunigung des Kommunikationstempos und die Kommerzialisierung der öffentlichen Kommunikation verbunden. Die Verbreitung neuer Informations- und Kommunikationstechniken, wie Digitalisierung von Radio und Fernsehen, interaktives Fernsehen, Telefax, Mobiltelefone oder die Ausstattung mit PCs und Internet-Anschlüssen, führte zu einer Vervielfachung der medialen Angebote. Die herkömmliche Massenkommunikation verlief als eine Einbahnstraße und wurde in eine individualisiertere und situationsbezogenere „Zwei-Wege-Kommunikation“ transformiert. Daraus resultieren neue lokale, regionale, politische und soziale Ansätze und eine damit einhergehende Differenzierung der gesellschaftlichen Zeithorizonte.

Als Folge der Deregulierung und (mehr oder weniger) Unterwerfung der elektronischen Medien unter Marktmechanismen nahm die Kommerzialisierung der öffentlichen Kommunikation zu. Die Existenz der Medien hängt von der jeweiligen Einschaltquote oder Auflagenstärke, dem Verkauf von Werbung bzw. Anzeigen und dem Verkauf des Produktes ab. Beispielsweise finanzieren sich deutsche Zeitungen zu etwa zwei Dritteln aus dem Verkauf von Anzeigen und nur zu einem Drittel aus dem Verkauf der Zeitung. Thomas E. Patterson, Professor of Government and the Press in Havard, vertritt die Auffassung, dass: „Of course, the press has traditionally had a duty to inform the public. But this obligation has always been balanced against the media’s economic needs.“

Zusammenfassung der Kapitel

Das mediale System: Einführung in die Definition von Massenmedien und deren historische Entwicklung im Wechselspiel mit gesellschaftlichen Innovationen.

Beschleunigung im medialen System: Analyse der strukturellen und ökonomischen Faktoren, die zur Beschleunigung und Kommerzialisierung der öffentlichen Kommunikation geführt haben.

Veränderungen im Verhältnis Medien und Politik: Untersuchung der gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen dem politischen System und den Medien sowie der daraus resultierenden medialen Aufmerksamkeitsregeln.

Dualisierung der Politik: Betrachtung der Aufspaltung von Politik in eine öffentliche Darstellungsseite und eine nichtöffentliche Herstellungsseite durch den medialen Inszenierungsdruck.

Indizien für die Beschleunigung im politischen System: Darstellung praktischer Beispiele wie die Mediatisierung des Kanzleramtes und die Veränderung politischer Beratungsprozesse unter Zeitdruck.

Schlussfolgerung: Fazit zur Symbiose von Politik und Medien sowie ein Ausblick auf die Gefahren für die Demokratie in der Mediengesellschaft.

Schlüsselwörter

Massenmedien, Beschleunigung, Mediokratie, politische Kommunikation, Mediatisierung, Agenda-Setting, Dualisierung, Zeithorizonte, Infotainment, öffentliches System, Zeitdruck, Demokratie, Nachrichtenfaktor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen Zeit, Medien und Politik und untersucht die These, dass das mediale System zunehmend beschleunigt wird, was wiederum das politische System massiv beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Mediatisierung der Politik, der ökonomische Druck auf Medien, die Beschleunigung politischer Prozesse und die daraus resultierende Dualisierung der Politik in Darstellung und Herstellung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Auswirkungen der beschleunigten medialen Kommunikation auf die Arbeitsweise und Glaubwürdigkeit politischer Akteure in der Mediengesellschaft zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer medien- und politikwissenschaftlichen Analyse unter Rückgriff auf führende Theorien und aktuelle medienwissenschaftliche Deutungsmodelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den historischen Grundlagen der Massenmedien, dem Prozess der Beschleunigung, der Interdependenz von Politik und Medien sowie konkreten Beispielen wie dem „Medienkanzler“ und der Reformpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Mediokratie, Selbstmediatisierung, Zeitdruck, news media, politische Öffentlichkeit und Symbiosetheorien stehen im Zentrum der Untersuchung.

Was versteht die Autorin unter der „Dualisierung der Politik“?

Dies beschreibt den Prozess, bei dem sich Politik zunehmend in eine nach außen gerichtete, inszenierte Darstellungsseite und eine nach innen gerichtete, nichtöffentliche Herstellungsseite aufspaltet, da beide Logiken kaum noch vereinbar sind.

Wie beeinflusst Zeitdruck laut Arbeit politische Entscheidungsprozesse?

Der Zeitdruck führt dazu, dass politische Prozesse oberflächlicher werden, „handwerkliche Fehler“ bei Gesetzesvorhaben zunehmen und Politiker eher auf kurzfristige mediale Effekte reagieren, anstatt langfristige Probleme grundlegend zu lösen.

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Résumé des informations

Titre
Das Verhältnis von Zeit, Medien und Politik
Université
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Cours
Seminar Zeitdifferenzen, Zeitverdichtungen und globale Politik
Note
1,7
Auteur
Andrea Friemann (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
12
N° de catalogue
V35640
ISBN (ebook)
9783638354905
ISBN (Livre)
9783638790024
Langue
allemand
mots-clé
Verhältnis Zeit Medien Politik Seminar Zeitdifferenzen Zeitverdichtungen Politik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andrea Friemann (Auteur), 2004, Das Verhältnis von Zeit, Medien und Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35640
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Extrait de  12  pages
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