Cesare Paveses Roman „La luna e i falò“ und dessen Analyse sind Gegenstand dieser Arbeit. Der Roman handelt von Anguilla, der als Kind ausgesetzt wurde, und seiner Rückkehr in das Dorf, in dem er aufgewachsen ist. Das Dorf ist Santo Stefano Balbo, in dem Pavese selbst geboren ist. Ob Anguilla das Gefühl der Zugehörigkeit bei seiner Rückkehr in das Dorf findet oder nicht und ob das Dorf tatsächlich seine Heimat ist, soll in dieser Arbeit geklärt werden. In einer abschließenden Untersuchung soll gezeigt werden, ob er es schafft, sich im Dort zu Hause zu fühlen und ob er zu seinen Wurzeln zurückfinden kann. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist auch, wie die Dorfgemeinschaft auf ihn reagiert, ob sie sich an ihn erinnern und ob sie ihn bei sich aufnehmen.
Schon als Kind hatte Anguilla Sehnsucht nach der Ferne, er wollte Orte sehen, die sonst keiner aus dem Dorf jemals sehen würde. Dies gelingt ihm, doch auch die vielen Reisen scheinen ihn nicht zu erfüllen. Er erzählt beide Hälften seines Lebens aus der Ich-Perspektive, wie in einem Tagebuch, die Vergangenheit wird in Rückblicken geschildert.
Es scheint, Anguilla sei auch als Erwachsener noch auf der Suche nach sich selbst. Ein wichtiger Aspekt ist für ihn die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Ort, zu einer Dorfgemeinschaft. Als Kind trieb es ihn weg, als Erwachsenen treibt es ihn wieder zurück. Woher dieses Gefühl kommt, soll eine Untersuchung seiner Kindheit und des weiteren Lebens in Amerika zeigen. Hier ist wichtig, welche Symboliken verwendet werden und wie diese gedeutet werden können. Außerdem ist die Entwicklung wichtig, die Anguilla in seiner Kindheit durchgemacht hat. Es gab bestimmte Ereignisse, die ihn geprägt haben.
1. Einleitung
2. Anguillas Kindheit
3. Die Flucht nach Amerika
4. Sehnsucht nach der Heimat
5. Die Rückkehr zu den Wurzeln
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Identitätssuche und die Ambivalenz von Heimatverbundenheit im Roman „La luna e i falò“ von Cesare Pavese. Im Zentrum steht dabei die Figur des „Anguilla“, der nach zwanzig Jahren aus Amerika in sein italienisches Heimatdorf zurückkehrt, um sich mit seiner Vergangenheit und der Bedeutung von Zugehörigkeit auseinanderzusetzen.
- Biografische und soziale Entwicklung des Protagonisten
- Die symbolische Bedeutung der Flucht nach Amerika
- Die Rolle von Natur und Heimat als Identitätsanker
- Konfrontation mit der veränderten dörflichen Realität
- Vergleichende Betrachtung der Kindheitserinnerungen mit dem Erwachsenenalter
Auszug aus dem Buch
Die Flucht nach Amerika
Dass er von den anderen Kindern als Bastard bezeichnet wurde, war für Anguilla, als er verstand, was es heißt, ein Bastard zu sein, sehr schlimm. Er fühlte sich nicht zugehörig und wollte immer weg. Das schaffte er auch.
In Amerika fühlte er sich nicht mehr fremd, denn „c’ è di bello che sono tutti bastardi“ (Pavese 1950: 16). In Amerika fällt einer wie er nicht auf, weil er anders ist, als die anderen. Er fand Arbeit beim Eisenbahnertrupp und reiste viel umher. In Amerika sagte er sich: „Sono a casa“ (Pavese 1950: 20). In Amerika ist alles groß und anonym, niemand kennt sich und in den Bergen verstand er, „che nessuno lí si era mai fermato, nessuno le aveva toccate con le mani.“ (Pavese 1950: 23).
Anguilla meint, er sei gegangen, weil er es im Dorf zu nichts bringen konnte, er konnte ja nicht so gut spielen wie Nuto. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich fragt, was man erreichen kann. Nuto sieht das nicht so, er meint, vielen Leuten im Dorf geht es schlecht, viele sind arm und haben keine Perspektive, aber sie gehen nicht weg. Nuto meint, das Schicksal hätte ihn nach Amerika geführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Romanproblematik ein und formuliert die Forschungsfrage zur Identitätssuche und Heimatverbundenheit des Protagonisten Anguilla.
2. Anguillas Kindheit: Dieses Kapitel beleuchtet die schwierige Herkunft als „Bastard“, die prägenden Bezugspersonen wie Nuto und Sor Matteo sowie die frühen Erfahrungen mit Armut und sozialer Ausgrenzung.
3. Die Flucht nach Amerika: Es wird analysiert, warum Anguilla seine Heimat verließ, wie er das Leben in den USA erlebte und welche Motive ihn zur Suche nach einer neuen Existenz antrieben.
4. Sehnsucht nach der Heimat: Dieses Kapitel thematisiert die psychologische Komponente der Rückkehr, geprägt von der Diskrepanz zwischen idealisierten Erinnerungen und der ernüchternden Realität.
5. Die Rückkehr zu den Wurzeln: Hier wird der Prozess des Ankommens und die Konfrontation mit den Menschen und der Natur im Dorf nach 20 Jahren Abwesenheit detailliert betrachtet.
6. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung zieht ein Resümee über die Identitätsentwicklung Anguillas und seine Erkenntnis über die Unumkehrbarkeit der Zeit und die eigene Veränderung.
Schlüsselwörter
Cesare Pavese, La luna e i falò, Heimat, Identität, Exil, Rückkehr, Kindheit, Anguilla, Nuto, soziale Herkunft, Neorealismus, Italien, Dorfleben, Erinnerung, Identitätssuche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse von Cesare Paveses Roman „La luna e i falò“ und untersucht die Identitätsentwicklung des Protagonisten Anguilla.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind Heimat, Exil, soziale Ausgrenzung, das Erwachsenwerden und die Bedeutung von Erinnerungsorten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, ob der Protagonist nach seiner Rückkehr aus Amerika in seinem Heimatdorf ein Gefühl der Zugehörigkeit finden kann oder ob er an der veränderten Realität scheitert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu Cesare Pavese.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische und thematische Untersuchung: von der Kindheit über die Auswanderung und das Leben in der Fremde bis hin zur Rückkehr ins Dorf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Identitätssuche, Heimat, Rückkehr, Exil, soziale Herkunft und die literarische Verarbeitung von Erinnerung.
Welche Rolle spielt Nuto für Anguillas Entwicklung?
Nuto fungiert als eine Art moralischer Kompass und Vorbild für Anguilla, der im Gegensatz zu ihm im Dorf geblieben ist und die politische sowie gesellschaftliche Entwicklung des Landes verkörpert.
Warum ist die Rückkehr ins Heimatdorf für Anguilla mit so vielen Enttäuschungen verbunden?
Die Enttäuschungen resultieren aus der Diskrepanz zwischen seinen idealisierten Kindheitserinnerungen und der harten, zum Teil verfallenen Realität des Dorfes sowie dem Tod oder der Veränderung der Menschen, die er einst kannte.
- Citation du texte
- Laura Hennige (Auteur), 2013, Die Rückkehr Anguillas zu seinen Wurzeln. "La luna e i falò" von Cesare Pavese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356449