Das Studium ist geschafft, sämtliche Prüfungen und Praktika wurden erfolgreich absolviert. Doch häufig stehen Nachwuchswissenschaftler, unmittelbar nach ihrem Abschluss vor einer neuen Herausforderung: Eigene Forschungsarbeiten sollen entstehen. Die Durchführung ist allerdings mit Kosten verbunden, die gedeckt werden müssen.
Da über die Hochschulen nur begrenzt finanzielle Mittel realisiert werden können, müssen andere Geldquellen erschlossen werden. Es gibt die Möglichkeit mit einem Forschungsantrag Drittgelder zur Finanzierung durch externe Institutionen zu beantragen. Die Konkurrenz ist hierbei groß und auch hier sind die Mittel begrenzt.
Das Ziel dieser Arbeit ist der Entwurf eines Seminars, das die Nachwuchswissenschaftler in ihren Vorhaben unterstützt einen erfolgversprechenden Forschungsantrag zu stellen. Im Folgenden wird ein Schulungskonzept, basierend auf dem Vier-Komponenten- Instruktionsdesign (4CID- Modell) von Jereon van Merriënboer angeführt. Dieses soll gezielt die erforderlichen Kompetenzen, im Rahmen eines Seminars, für eine erfolgreiche Forschungsantragsstellung vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 4CID-Modell
1.3 Szenario
1.4 Virtualität
2 Theoretischer Exkurs
2.1 Pfadabhängigkeit
2.2 Unterschied zwischen Didaktik und Instruktionsdesign
2.3 Bezugtheorie benennen
3 Hierarchische Kompetenzanalyse
3.1 Hierarchiefunktion
3.2 Hierarchieerstellung
3.3 (Non-)Rekurrente Fertigkeiten
4 Bildung von Aufgabenklassen
4.1 Funktion
4.2 Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen
5 Entwicklung von Lernaufgaben
5.1 Lernaufgaben
5.2 Variabilität
5.3 Mediale Umsetzung
5.4 Fidelity
5.5 Didaktische Szenarien
6 Prozedurale und unterstützende Informationen
6.1 Unterstützende Information
6.2 Prozedurale Information
7 Part-task practice
8 Fazit
8.1 Verortung im ADDIE-Phasenmodell
8.2 Stärken-Schwächen-Abschätzung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist der Entwurf eines Seminars, das Nachwuchswissenschaftler dabei unterstützt, einen erfolgversprechenden Forschungsantrag zu stellen. Als theoretische Grundlage für das Schulungskonzept dient das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign (4CID-Modell) nach Jeroen van Merriënboer, welches gezielt die notwendigen Kompetenzen für diesen komplexen Prozess vermitteln soll.
- Anwendung des 4CID-Modells zur Vermittlung komplexer Forschungsantragstellung
- Hierarchische Kompetenzanalyse und Definition von Aufgabenklassen
- Entwicklung realitätsnaher Lernaufgaben mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad
- Integration unterstützender und prozeduraler Informationen (z.B. IT-Anwendungen)
- Didaktische Szenarien und Blended-Learning-Konzepte
Auszug aus dem Buch
3.2 Hierarchieerstellung
Die im Folgenden erstellte Hierarchie (Abb.1), wurde mit Hilfe des Aufsatzes von Gudrun Schwarzer „Forschungsanträge verfassen“ ( Scharzer, G., 2001, S. 141-156) erstellt und soll die Gesamtkompetenz „Einen Forschungsantrag stellen“ in ihren konstituierenden Teilfertigkeiten aufzeigen. In Hinblick auf die vertikalen Verbindungen stellen die jeweils unteren Tätigkeiten Fertigkeiten dar, die erlernt werden müssen, bevor mit den Darüberstehenden begonnen werden kann. Beispielsweise muss der Antragsteller zunächst eine fördernde Institution ermitteln, bevor er die Richtlinien und Fristen abklären kann. Dieser Vorgang wird mit einer Linie veranschaulicht. Die Horizontalen stellen hierbei den zeitlichen Kontext zwischen den Teilfertigkeiten dar, und werden in ihrer zeitlichen Reihenfolge von links nach rechts angeordnet. Dementsprechend muss zunächst eine gewisse Vorbereitung stattfinden, bevor der Gesamtantrag verfasst werden kann. Im Gegensatz zu den vertikalen Verbindungen, existieren hier nur Verbindungslinien insofern Tätigkeiten gleichzeitig ausgeführt (Doppelpfeil) oder ausgetauscht (gestrichelter Doppelpfeil) werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung identifiziert die Notwendigkeit einer professionellen Unterstützung für Nachwuchswissenschaftler bei der Forschungsantragstellung und führt in das 4CID-Modell sowie das geplante Seminarkonzept ein.
2 Theoretischer Exkurs: Dieses Kapitel erörtert die Pfadabhängigkeit im deutschsprachigen Bildungssystem, differenziert zwischen Allgemeiner Didaktik und Instruktionsdesign und erläutert die Bezugstheorie des 4CID-Modells.
3 Hierarchische Kompetenzanalyse: Hier wird die Erstellung einer Fertigkeitenhierarchie als methodischer Grundstein beschrieben, um die komplexe Zielkompetenz in Teilfertigkeiten zu zerlegen.
4 Bildung von Aufgabenklassen: Dieses Kapitel beschreibt die Sequenzierung von Lernaufgaben nach dem „simple-to-complex-Schema“, um eine kognitive Überlastung der Lernenden zu vermeiden.
5 Entwicklung von Lernaufgaben: Es werden konkrete Lernaufgaben vorgestellt und Kriterien wie Variabilität, mediale Umsetzung, Fidelity und didaktische Szenarien im Kontext des Seminars diskutiert.
6 Prozedurale und unterstützende Informationen: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen unterstützenden Informationen für non-rekurrente Fertigkeiten und prozeduralen Informationen für wiederkehrende, automatisierbare Prozesse.
7 Part-task practice: Es wird erläutert, wie gezieltes Training, hier am Beispiel des Zehn-Finger-Systems, die Automatisierung von Teilfertigkeiten unterstützt und zur Arbeitserleichterung beiträgt.
8 Fazit: Das Fazit verortet das 4CID-Modell im ADDIE-Phasenmodell und nimmt eine kritische Bewertung der Stärken und Schwächen des entworfenen Schulungskonzepts vor.
Schlüsselwörter
4CID-Modell, Instruktionsdesign, Forschungsantrag, Nachwuchswissenschaftler, Kompetenzanalyse, Lernaufgaben, Scaffolding, Blended-Learning, Pfadabhängigkeit, Wissensvermittlung, Cognitive Apprenticeship, Teilfertigkeiten, Lernziele, Didaktik, Medieneinsatz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Seminarkonzept für Nachwuchswissenschaftler, um diese bei der Erstellung von Forschungsanträgen zur Drittmittelakquise zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Anwendung des 4CID-Modells, die Analyse von Teilkompetenzen, die Gestaltung von Lernaufgaben, die Nutzung von E-Learning-Plattformen und die Optimierung von Lernprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, basierend auf kognitionspsychologischen Theorien ein strukturiertes Schulungsprogramm zu entwerfen, das zur erfolgreichen Einreichung von Forschungsanträgen befähigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der instruktionspsychologischen Methode des 4CID-Modells (Four-Component Instructional Design) von Jeroen van Merriënboer.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Kompetenzanalyse, die Strukturierung von Aufgabenklassen, die konkrete Ausgestaltung von Lernaufgaben sowie die Einbettung unterstützender Informationen und Part-Task-Practice-Module.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind 4CID-Modell, Forschungsantrag, Kompetenzentwicklung, Scaffolding, Instruktionsdesign, Blended-Learning und kognitive Schemata.
Wie trägt das 4CID-Modell zur Bewältigung der Forschungsantragstellung bei?
Das Modell ermöglicht es, den komplexen Prozess des Schreibens in handhabbare Teilfertigkeiten zu untergliedern, die schrittweise durch Scaffolding und gezielte Übungen erlernt werden können.
Welche Rolle spielt die „Moodle“-Plattform in diesem Entwurf?
Die Plattform dient als Blended-Learning-Komponente für den gegenseitigen Austausch, die Bereitstellung von Videovorlesungen, Lernmaterialien und Modulen für die Part-Task-Practice.
Warum wird das Zehn-Finger-System als Part-Task-Practice integriert?
Die Automatisierung dieser rekurrenten Teilfertigkeit spart bei der Arbeit am Computer Zeit und ermöglicht es, die volle kognitive Konzentration auf den fachlichen Textinhalt des Antrags zu legen.
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- Anonym (Author), 2017, Erfolgreiche Forschungsantragsstellung für Nachwuchswissenschaftler. Ein didaktischer Schulungsentwurf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356495