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Wie effizient ist der britische National Health Service?

Title: Wie effizient ist der britische National Health Service?

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nils Löber (Author)

Economy - Health Economics
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Summary Excerpt Details

Jedes Gesundheitssystem und jede Form der Gesundheitssicherung, unabhängig ob privat oder staatlich organisiert und finanziert, muss sich zunehmend die Frage nach der wirtschaftlichen und medizinischen Effizienz stellen, und seine Werte und Prioritäten neu definieren. Zunehmende Lebenserwartung, Multimorbidität, teure, hochtechnisierte und finanziell aufwändige Behandlungsmethoden sind nur einige Gründe, die Krankenkassen, Versicherungen und staatliche Institutionen zwingen, das bestehende Gesundheitssystem auf den sozioökonomischen Prüfstand zu stellen.
Die Allokations- und Distributionsproblematik von Gesundheitsgütern wirft die zusätzliche Frage auf, wie Gesundheitssysteme effizient aufgestellt und entwickelt werden können, um sowohl die bestehenden Abweichungen vom Marktprinzip zu minimieren als auch sozial gerechte Verteilung zu gewährleisten. Die sozial- und gesundheitspolitischen und finanzierungstechnischen Ansätze sind bei länder- und kontinenteübergreifender Betrachtung dabei besonders divergent.
Die folgende Arbeit analysiert einleitend kurz die allgemeinen Allokations- und Distributionsprobleme von Gesundheitsleistungen und erläutert gesundheitsökonomische Ansätze für die Errichtung eines staatlich gesteuerten und finanzierten Gesundheitssystems. Im zentralen Fokus der Arbeit steht dann die Auseinandersetzung mit dem britischen Gesundheitsdienst (dem britischen National Health Service), der eine Referenzlösung für die staatliche Theorie der Gesundheitsversorgung darstellen könnte. Nach einer kurzen Darstellung der historischen Grundlagen des britischen Gesundheitssystems werden die Funktionsweise des Systems und die dynamische Entwicklung dieser Allokations- und Distributionslösung unter dem Gesichtspunkt von Effizienz und allgemeiner Leistungsfähigkeit analysiert.
Abschließend folgen kurze Schlussüberlegungen, die die Wertigkeit des britischen National Health Service als alternativen Lösungsansatz der Gesundheitsversorgungsproblematik prüfen und darlegen, inwiefern der britische Gesundheitsdienst als Referenzmodell für Gesundheitsversorgung dienen könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Staatliche Gesundheitssysteme als Lösungsansatz für Allokationsprobleme bei der Gesundheitsversorgung – Eine theoretische Analyse

2.1. Allokations- und Distributionsproblematik von Gesundheitsgütern

2.2. Der Staat als Allokations- und Distributionsinstrument für die Gesundheitsversorgung

3. Historische Grundzüge und Entwicklung des britischen National Health Service

4. Der britische National Health Service heute

4.1. Aufbau und Organisation des britischen National Health Service

4.2. Finanzierung des britischen National Health Service

4.3. Leistungsumfang des britischen National Health Service

5. Aussagen zu Effizienz und Performance - Probleme und aktuelle Entwicklungen im britischen National Health Service

5.1. Vorzüge und Effizienzvorteile des britischen National Health Service

5.2. Problemfelder des britischen National Health Service - Rationierung von Leistungen und fehlende Infrastruktur

5.3. Problemfelder des britischen National Health Service - Defizite im Infrastrukturbereich

5.4. Auswirkungen und aktuelle Entwicklungstendenzen im National Health Service

5.4.1. Ärztemangel und Ärzteimport

5.4.2. Entwicklung des privaten Krankenversicherungsmarktes als Subsystem

5.5. Abschließende Beurteilung der Effizienz des National Health Service

6. Schlussfolgerungen – Die staatliche Lösung als Referenzsystem?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Effizienz und Leistungsfähigkeit des britischen National Health Service (NHS). Dabei wird analysiert, inwieweit das staatlich gesteuerte und finanzierte Modell als Referenzlösung für die Lösung von Allokationsproblemen im Gesundheitswesen dienen kann und welche systembedingten Vor- und Nachteile dabei auftreten.

  • Theoretische Grundlagen zur Allokation und Distribution von Gesundheitsgütern.
  • Historische Entwicklung und struktureller Aufbau des britischen Gesundheitssystems.
  • Analyse von Effizienzpotenzialen sowie rationierungsbedingten Herausforderungen.
  • Untersuchung aktueller Phänomene wie Ärztemangel und private Zusatzversicherungen.
  • Bewertung der staatlichen Lösung als mögliches Referenzmodell.

Auszug aus dem Buch

4.2. Finanzierung des britischen National Health Service

Die Besonderheit des britischen NHS besteht in seinem Anspruch durch mehrheitlich steuergetragene Finanzierung jedem Bürger den „unentgeltlichen Zugang zu allen erforderlichen Gesundheitsleistungen zu verschaffen, also die Gewährleistung eines allgemeinen Rechtes auf Hilfe im Falle von Krankheit“ sicherzustellen. Dabei werden das Krankenhauswesen (ausgenommen sind die Universitätskliniken) sowie weitere landesweite Einrichtungen aus dem Bereich des Gemeingesundheitswesens (vgl. Special Health Authorities) direkt vom Staat unterhalten und betrieben, während Allgemeinpraxen und Ärzte der primären bzw. lokalen Versorgung vor allem über komplexe Kopfpauschalen vergütet werden oder zusätzlich privat liquidieren. Die Höhe der Kopfpauschale ist z. B. abhängig vom Alter des Patienten und von etwaigen Vorerkrankungen. Zusätzlich zu den staatlich festgelegten Kopfpauschalen werden variable, ergebnisorientierte Sonderzahlungen und einzelne Einzelleistungsvergütungen gewährt. Eine weitere Steuerung der Primärärzte läuft über Bonuszahlungen, die beim Erreichen bestimmter Ziele (z. B. bestimmter Impfquoten) geleistet werden.

Da die lokalen Gesundheitsbehörden über ein limitiertes Budget für die Begleichung der Arzthonorare verfügen, welches durch das Gesundheitsministerium und das NHS Executive festgelegt wird, kann es zu Rationierungen und Engpässen kommen, die sich in Form von Wartelisten durch Verknappung oder Verweigerungen bestimmter Leistungen ausdrücken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die dynamischen Herausforderungen in Gesundheitssystemen und führt in die Fragestellung ein, inwieweit der NHS als staatliche Referenzlösung für Gesundheitsversorgung dienen kann.

2. Staatliche Gesundheitssysteme als Lösungsansatz für Allokationsprobleme bei der Gesundheitsversorgung – Eine theoretische Analyse: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Besonderheiten von Gesundheitsgütern und diskutiert die theoretische Legitimation staatlicher Eingriffe zur Korrektur von Marktversagen.

3. Historische Grundzüge und Entwicklung des britischen National Health Service: Hier wird der historische Kontext, insbesondere die Entstehung des NHS auf Basis des Beveridge-Plans und utilitaristischer Theorien, dargelegt.

4. Der britische National Health Service heute: Dieses Kapitel beschreibt den aktuellen Aufbau, die Mechanismen der Finanzierung sowie den umfassenden Leistungskatalog des NHS.

5. Aussagen zu Effizienz und Performance - Probleme und aktuelle Entwicklungen im britischen National Health Service: Hier werden die Vorzüge des Systems sowie die gravierenden Probleme wie Rationierung, Ärztemangel und infrastrukturelle Defizite kritisch analysiert.

6. Schlussfolgerungen – Die staatliche Lösung als Referenzsystem?: Das Fazit bewertet den NHS als praktikable nationale Lösung, verneint jedoch seine Eignung als universell anwendbares Referenzmodell für andere Länder.

Schlüsselwörter

National Health Service, Gesundheitsökonomik, Allokationsproblematik, Steuerfinanzierung, Effizienz, Rationierung, Krankenhauswesen, Allgemeinärzte, Patientenversorgung, Gesundheitsreform, Leistungsfähigkeit, Marktversagen, Kostenmanagement, NHS Direct, Gesundheitsgüter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Effizienz und Funktionsweise des britischen National Health Service (NHS) als staatlich organisiertes Gesundheitssystem.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die gesundheitsökonomischen Grundlagen der Allokation, die historische Entwicklung des NHS, seine Finanzierungsmechanismen sowie die aktuelle Performance und die damit verbundenen Herausforderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung der Frage, inwieweit der NHS als staatliche Lösung ein taugliches Referenzmodell für die Gesundheitsversorgungsproblematik in anderen Ländern darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Prinzipien sowie eine systematische Auswertung von Strukturdaten und Leistungsindikatoren des britischen Gesundheitsdienstes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der NHS-Strukturen, der Finanzierungsform, sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit Problemen wie Wartelisten, Investitionsdefiziten und dem Ärztemangel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere NHS, Gesundheitsökonomik, Allokation, staatliche Steuerung, Effizienz, Rationierung und medizinische Versorgung.

Wie unterscheidet sich der britische NHS im Kern von anderen Systemen?

Der NHS zeichnet sich durch eine mehrheitlich steuergetragene Finanzierung und einen unentgeltlichen Zugang aus, was ihn deutlich von Systemen mit privater oder sozialversicherungsbasierter Finanzierung abhebt.

Welche Rolle spielt die private Zusatzversicherung im NHS?

Private Zusatzversicherungen entwickeln sich zunehmend als Subsystem, vor allem um Wartezeiten bei fachärztlichen Behandlungen zu umgehen und den Zugriff auf zahnärztliche Leistungen zu sichern.

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Details

Title
Wie effizient ist der britische National Health Service?
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Seminar Gesundheitsökonomik
Grade
1,3
Author
Nils Löber (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V35673
ISBN (eBook)
9783638355131
ISBN (Book)
9783638653237
Language
German
Tags
National Health Service Seminar Gesundheitsökonomik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Löber (Author), 2005, Wie effizient ist der britische National Health Service?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35673
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