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Gerechtigkeit. Texte zur Begriffsgeschichte und zu aktuellen Problemlagen

Titel: Gerechtigkeit. Texte zur Begriffsgeschichte und zu aktuellen Problemlagen

Essay , 2017 , 17 Seiten

Autor:in: Dr. Werner Schneider (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Autor beleuchtet in seinen Essays das Thema Gerechtigkeit und geht dabei auf die Begriffsgeschichte und
aktuelle Problemlagen ein. In seinem Essay "Über das Seinige eines jeden" versucht der Autor das Prinzip des "suum cuique" geschichtlich nachzuverfolgen und zu definieren – von der abendländischen Philosophie bis zu Karl Marx. In seinem Trialog "Über das Entgleiten der Gerechtigkeit" erörtert der Autor, welchen Wert Gerechtigkeit in der Gesellschaft einnimmt und was man genau unter "gerecht sein" versteht. Die Rechtsordnung wird in "Dialektik des Gerechten" untersucht: Ist das vom Gesetzgeber gesetzte Recht wirklich gerecht? Mit "Terribles Simplificateurs" greift der Autor das Thema Politikverdrossenheit auf und setzt sich kritisch mit Volksentscheiden und Volksbegehren sowie dem Phänomen der Protestwähler und Wutbürger auseinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

SUUM CUIQUE. ESSAY ÜBER DAS SEINIGE EINES JEDEN

ÜBER DAS ENTGLEITEN DER GERECHTIGKEIT. EIN TRIALOG

DIALEKTIK DES GERECHTEN

TERRIBLES SIMPLIFICATEURS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Begriffsgeschichte sowie die aktuelle Problematik des Gerechtigkeitsbegriffs „suum cuique“ (Jedem das Seine). Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Gerechtigkeit keine statische Definition besitzt, sondern als eine inhaltlich offene, historisch und gesellschaftlich wandelbare „Hohlform“ zu verstehen ist, die ständiger Aushandlung bedarf.

  • Historische Herleitung des Prinzips „suum cuique“ in der Antike und Rechtsphilosophie.
  • Analyse von Gerechtigkeitsvorstellungen bei Platon, Marx und Saint-Simon.
  • Diskussion aktueller sozialethischer Fragen wie Lohn- und Verteilungsgerechtigkeit.
  • Kritische Beleuchtung von Volksentscheiden als Instrument politischer Entscheidungsfindung.
  • Betrachtung gesellschaftlicher Umbrüche und des Einflusses von Populismus.

Auszug aus dem Buch

SUUM CUIQUE. ESSAY ÜBER DAS SEINIGE EINES JEDEN

Die abendländische Philosophie und politische Theorie verwendete in der griechisch-römischen Antike – explizit bei Cicero und in der gesamten römischen Kaiserzeit – das Rechts- und Gerechtigkeits-Prinzip des suum cuique nahezu ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Verteilungs- beziehungsweise Zuteilungsgerechtigkeit.

Bei Markus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.) hieß es in ‚De Officies I,15‘: „In hominum societate tuenda tribuendoque suum cuique et rerum contractarum fide“ (Die Aufrechterhaltung der menschlichen Gesellschaft besteht darin, einem jeden das Seine zukommen zu lassen sowie in der Verlässlichkeit vertraglicher Abmachungen).1

Weite Verbreitung und Bedeutung erlangte vor allem der corpus iuris civilis. Er wurde für eine Vielzahl nachfolgender Rechtserlasse maßgebend. Dessen für die nachfolgenden Jahrhunderte – unter anderen bis hin zu Hugo Grotius (1583-1645) – gültiger Kerngedanke lautete: „Iustitia est constans et perpetua voluntas ius suum cuique tribuendi“ (‚Die Gerechtigkeit beruht auf dem festen und dauerhaften Wille, jedem sein Recht zukommen zu lassen‘). Dem lag traditionell auch die Überzeugung zugrunde, dass ein hoher gesellschaftlicher Rang zugleich höhere vitale und kulturelle Ansprüche legitimiert. Diese Wertetafel gibt es nach wie vor – der zumeist erhebliche Abstand zwischen den Einkommen und der damit zugebilligten Lebensqualität ist inzwischen sozialethisch fragwürdig geworden.

Zusammenfassung der Kapitel

SUUM CUIQUE. ESSAY ÜBER DAS SEINIGE EINES JEDEN: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Genese des Gerechtigkeitsbegriffs „suum cuique“ und hinterfragt dessen Anwendung in Bezug auf soziale Ungleichheiten und aktuelle globale Herausforderungen wie Migration.

ÜBER DAS ENTGLEITEN DER GERECHTIGKEIT. EIN TRIALOG: In Form eines fiktiven Gesprächs diskutieren drei Freunde die Schwierigkeit, Gerechtigkeit in einer modernen, komplexen Gesellschaft jenseits von subjektiven Auslegungen konkret zu definieren.

DIALEKTIK DES GERECHTEN: Hier wird das dialektische Verhältnis zwischen gesetzten Rechtsnormen und der unerreichbaren, aber angestrebten Idealität einer absoluten Gerechtigkeit thematisiert.

TERRIBLES SIMPLIFICATEURS: Das Kapitel analysiert die zunehmende Gefahr durch populistische Vereinfacher, die komplexe gesellschaftliche Probleme durch pauschale Schuldzuweisungen verzerren, und betont die Notwendigkeit bürgerlicher Tugenden.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, suum cuique, Rechtsphilosophie, Verteilungsgerechtigkeit, Sozialethik, Gesellschaftstheorie, Volksentscheide, Diskurs, Rechtsstaat, Politische Philosophie, Populismus, Demokratie, Werte, Lohnungerechtigkeit, Gemeinwohl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Begriffsgeschichte und der zeitgenössischen Anwendung des Gerechtigkeitsprinzips „suum cuique“ und untersucht, wie dieses Ideal in modernen Rechts- und Gesellschaftssystemen interpretiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die antiken Wurzeln der Gerechtigkeit, utopische Gesellschaftsentwürfe, die Spannungen zwischen individueller Leistung und gesellschaftlichem Ausgleich sowie die Gefahren politischer Vereinfachung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass „Gerechtigkeit“ kein statischer Wert ist, sondern eine offene, sprachliche Hohlform, die ständig durch gesellschaftliche Kommunikation und Kooperation mit Bedeutung gefüllt werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen geisteswissenschaftlichen Ansatz, der philosophische Analysen, die kritische Auseinandersetzung mit Rechtsgeschichte sowie die Reflexion aktueller gesellschaftspolitischer Ereignisse kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, einen philosophischen Trialog, die Untersuchung dialektischer Spannungsfelder im Recht und eine kritische Analyse aktueller populistischer Tendenzen im Diskurs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das „suum cuique“, Rechtsstaat, Sozialethik, Demokratie, Diskurs und die Dialektik zwischen Individuum und Gesellschaft.

Wie bewertet der Autor das Konzept der Volksentscheide?

Der Autor steht Volksentscheiden ambivalent gegenüber: Während sie Bürgerpartizipation fördern, kritisiert er die oft zu starke Vereinfachung komplexer Sachverhalte, die einen diskursiven Konsens behindern kann.

Was meint der Begriff „Terribles Simplificateurs“ im Kontext dieser Arbeit?

Dieser Begriff, in Anlehnung an Jacob Burckhardt verwendet, beschreibt Demagogen und populistische Strömungen, die durch triviale Erklärungen und Schuldzuweisungen die Komplexität der Welt reduzieren und so den sozialen Zusammenhalt gefährden.

Welche Rolle spielt die „Soziale Marktwirtschaft“ in der Argumentation?

Sie dient als Beispiel für ein System, das zwar soziale Sicherung bietet, aber dennoch ständigen Aushandlungsprozessen über die gerechte Verteilung von Lohn und Leistung unterliegt, da ein endgültiger Konsens schwer zu finden ist.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gerechtigkeit. Texte zur Begriffsgeschichte und zu aktuellen Problemlagen
Hochschule
Universität Hamburg
Autor
Dr. Werner Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V357215
ISBN (eBook)
9783668428256
ISBN (Buch)
9783668428263
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gerechtigkeit texte begriffsgeschichte problemlagen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Werner Schneider (Autor:in), 2017, Gerechtigkeit. Texte zur Begriffsgeschichte und zu aktuellen Problemlagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357215
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Leseprobe aus  17  Seiten
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