Diese Arbeit soll eine Antwort auf die Frage liefern, wie sich das Wissensmanagement und das Unternehmenswissen durch Business Process Outsourcing (BPO) verändern. Um die hier angesprochenen Fragen zu beantworten, erfolgt im zweiten Kapitel, auf Grundlage der Fachliteratur, eine Darstellung der Themengebiete Outsourcing und Wissensmanagement. Diese werden zuerst definitorisch dargestellt und daran anschließend anhand von jeweils zwei ausgewählten Theorien abgebildet, um gerade in Bezug auf Outsourcing die soziologische Relevanz kurz zu skizzieren.
Hieran anschließend werden die Themengebiete zueinander in Bezug gesetzt und die Auswirkungen von BPO auf die Generierung und Transferierung von Wissen sowie die damit verbundenen Risiken erläutert. Das dritte Kapitel beinhaltet die Darstellung der methodischen Grundlagen, die Vorstellung der vier Interviewpartner des Experteninterviews und die Thematisierung der Hypothesen sowie der vorstehenden Forschungsfrage. Im vierten Kapitel werden die Ergebnisse aus den Experteninterviews ausgewertet und in einen Kontext zu den Ergebnissen aus dem zweiten Kapitel gesetzt. Im letzten Kapitel der Arbeit wird ein persönliches Fazit gezogen.
Der Anspruch der vorliegenden Arbeit besteht darin, die bisher wenig von der Wissenschaft thematisierten Auswirkungen von BPO auf das Unternehmenswissen und das WM darzustellen und die Herausforderungen und Probleme, welche sich daraus für Unternehmen ergeben, herauszuarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in die Thematik
2.1 Business Process Outsourcing
2.1.1 Definition Outsourcing
2.1.2 Historische Entwicklung
2.1.3 Varianten und Formen
2.1.4 Motive und Risiken
2.1.5 Theoretische Ansätze
2.1.5.1 Lean-Management
2.1.5.2 Transaktionskostentheorie
2.2 Wissensmanagement
2.2.1 Definition Wissen
2.2.1.1 Formen von Wissen
2.2.2 Definition Wissenstransfer
2.2.3 Theoretische Ansätze
2.2.3.1 Spirale der Wissensbeschaffung
2.2.3.2 Bausteine des Wissensmanagements
2.3 Auswirkungen von Business Process Outsourcing
2.3.1 Generierung und Transferierung von Wissen
2.3.2 Wissensrisiken
3. Methodische Grundlagen
3.1 Experteninterview und Inhaltsanalyse
3.2 Auswahl der Interviewpartner
3.3 Forschungsfrage und Hypothesen
4. Auswertung der Ergebnisse
4.1 Outsourcing allgemein
4.2 Wissensmanagement und Unternehmenswissen
4.3 Anwendung beider Themenbereiche aufeinander
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich das Wissensmanagement und das Unternehmenswissen durch Business Process Outsourcing (BPO) verändern. Das primäre Ziel ist es, die Herausforderungen und Risiken für Unternehmen beim Abfluss von Wissen infolge von Outsourcing-Projekten zu analysieren und Erklärungsansätze für den bislang geringen Stellenwert von Wissen in der BPO-Planung zu liefern.
- Grundlagen des Business Process Outsourcing (BPO) und Wissensmanagements
- Soziologische und ökonomische Perspektiven (Lean-Management, Transaktionskostentheorie)
- Auswirkungen von BPO auf die Generierung und den Transfer von Wissen
- Qualitative Experteninterviews mit Unternehmens- und Dienstleistervertretern
- Risikomanagement beim Transfer von Unternehmenswissen an externe Dienstleister
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Generierung und Transferierung von Wissen
Um den Erfolg und die Effizienz von Outsourcing-Projekten gewährleisten zu können, ist es unter anderem notwendig, dass das Unternehmen über ein „[...] zielgerichtetes Management des relevanten Wissens [...]“ verfügt, da hierdurch die Grundlage dafür geschaffen wird, „[...] den kaufmännischen Bereich auf ein höheres Niveau zu heben und gleichzeitig [...] [Kosten zu] sparen“ (Wullenkord, 2008, S.129). Da das Wissen an Personen gebunden ist, ist es erforderlich, dass der WT auch auf der Akteursebene entwickelt wird (Wilkesmann, 2009, S.90). Doch bevor Wissen transferiert werden kann, erfolgt zuerst die Generierung von Wissen und dieses stellt somit die Basis für den späteren Transfer dar. Damit keine Abhängigkeit von den koordinierbaren Akteuren bezüglich Wissensgenerierung entstehen kann, müssen die Outsourcingpartner den Versuch unternehmen, eine Übertragung der an den Schnittstellen der BPO-Beziehung erworbenen Wissensbestände und Fähigkeiten auf der Wissensbasis des Unternehmens durchzuführen (Bruch, 1998, S.198).
Hieraus ergibt sich, dass das aus der BPO-Beziehung heraus entstehende zentrierte Kooperations-Know-how unternehmensweit genutzt werden kann (Beer, 1997, S.259). Für die Umsetzung kann hierfür die Einführung eines zentralen WMs genutzt werden, indem alle für das Outsourcing-Projekt relevanten Informationen zu entsprechenden Themen dokumentiert und abgespeichert werden (Wullenkord, 2008, S.130-133). Das hierbei generierte explizite Wissen kann auch vielfältig in der Zukunft eingesetzt werden z.B. für nachfolgende Projekte oder die Schulung und Ausbildung von Mitarbeitern usw. (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Outsourcing oft primär zur Kostenreduktion eingesetzt wird, wobei das Risiko des Wissensabflusses und die strategische Bedeutung des Wissensmanagements häufig vernachlässigt werden.
2. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu Outsourcing und Wissensmanagement, definiert zentrale Begriffe und beleuchtet verschiedene Modelle und Ansätze zur Wissensgenerierung und -beschaffung.
3. Methodische Grundlagen: Hier wird der methodische Ansatz der qualitativen Experteninterviews sowie die Auswahl der Interviewpartner begründet und die Forschungsfrage sowie die Hypothesen der Arbeit formuliert.
4. Auswertung der Ergebnisse: Dieses Kapitel analysiert die Ergebnisse aus den Experteninterviews mit Vertretern verschiedener Unternehmen und setzt diese in Bezug zu den theoretischen Erkenntnissen aus dem zweiten Kapitel.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die aufgestellten Hypothesen und diskutiert die zukünftige Bedeutung des Wissensmanagements im Kontext von Outsourcing und demografischem Wandel.
Schlüsselwörter
Business Process Outsourcing, BPO, Wissensmanagement, Unternehmenswissen, Wissenstransfer, Outsourcing, Wissensrisiken, Experteninterview, Transaktionskostentheorie, Lean-Management, Kernkompetenzen, Fachkräftemangel, Wissensbewahrung, Wissensgenerierung, Service Level Agreement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Business Process Outsourcing (BPO) auf das interne Wissensmanagement und das vorhandene Unternehmenswissen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die strategische Auslagerung von Geschäftsprozessen (Outsourcing), Methoden zur Steuerung von Wissen innerhalb einer Organisation sowie die spezifischen Risiken und Transfermechanismen bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie verändert sich das Wissensmanagement und das Unternehmenswissen durch Business Process Outsourcing?“
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt einen qualitativen Forschungsansatz. Es wurden Experteninterviews mit Geschäftsführern und einem Betriebsratsvorsitzenden geführt, die mittels einer kategorisch-deduktiven Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Themen Outsourcing und Wissensmanagement sowie eine anschließende Auswertung der Experteninterviews, um die Auswirkungen von BPO auf das Wissen in der Praxis zu belegen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den Kernbegriffen zählen BPO, Wissensmanagement, Unternehmenswissen, Wissensrisiken, Transaktionskosten und Wissensbewahrung.
Welche Bedeutung kommt dem Faktor Vertrauen beim Outsourcing zu?
Vertrauen wird als maßgeblicher Erfolgsfaktor identifiziert, da es die Bereitschaft der Mitarbeiter erhöht, implizites Wissen zu teilen, und somit den Erfolg des Outsourcing-Projekts sowie die Aufrechterhaltung von Qualitätsstandards unterstützt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen implizitem und explizitem Wissen so wichtig?
Die Unterscheidung ist deshalb kritisch, weil explizites Wissen leicht dokumentierbar ist, während implizites Wissen an die Person des Mitarbeiters gebunden ist und bei deren Ausscheiden aus dem Unternehmen verloren gehen kann, sofern es nicht rechtzeitig transformiert wurde.
Was sind die zentralen Empfehlungen für das Management bei Outsourcing-Projekten?
Das Management sollte Wissensziele definieren, Prozesse vor der Auslagerung klar strukturieren, den Wissensabfluss durch entsprechende Vertragsklauseln und Datenschutzvereinbarungen minimieren sowie die betroffenen Mitarbeiter frühzeitig einbinden, um Widerstände zu reduzieren.
- Citation du texte
- Katharina Kleinrahm (Auteur), 2017, Wie verändert sich das Wissensmanagement und das Unternehmenswissen durch Business Process Outsourcing?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358037