Ziel der Arbeit soll es sein, das australische Parteiensystem näher zu betrachten und es genauer zu analysieren. Diese Thematik wurde aufgrund der aktuellen Relevanz ausgewählt. In vielen europäischen Ländern findet zurzeit ein Wandel der Parteienlandschaft statt. Liegt ein Wandel des Parteiensystems auch in dem australischen System vor?
Die Arbeit beginnt mit einer theoretischen Grundlage. Zuerst wird der Begriff des Parteiensystems genauer betrachtet, worauf verschiedene Klassifizierungsansätze dargestellt werden. Das wohl bekannteste Analyseschema von Parteiensystemen von Giovanni Sartori wird sowohl grundlegend als auch speziell auf Zweiparteiensysteme erläutert. Da in Australien oft von einem Zweiparteiensystem die Rede ist, wird diese theoretische Grundlage in einem gesonderten Kapitel aufgeführt. Nach der Theorie folgt der Bezug auf das australische System. In Kapitel 3 werden die Parteien Australiens vorgestellt. Zunächst wird die Parteienlandschaft erklärt, und dann werde ich auf die wichtigsten und für den weiteren Verlauf der Arbeit relevanten Parteien gesondert eingehen. Sowohl die Entstehungsgeschichte als auch die derzeitige Relevanz werden hier berücksichtigt. Diese Kapitel dienen im Wesentlichen dazu, die weitere Analyse zu verstehen. Welches Parteiensystem nun in Australien vorliegt und welche Vorteile und Defizite es mit sich bringt, wird im vierten Kapitel genauer untersucht. Wie bereits erwähnt hat diese Thematik eine aktuelle Relevanz, die im darauffolgenden Abschnitt genauer betrachtet wird. Anhand der Kenntnisse der vorherigen Kapitel wird meine Argumentation verständlicher. Im Anschluss und somit im abschließenden Teil wird ein Fazit gezogen. Dieser Teil soll die im Vorhinein gestellte Frage beantworten und einen weiteren Ausblick auf das Parteiensystem vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Parteiensystem
2.1 Klassifizierungen von Parteiensystemen
2.2 Das Zweiparteiensystem
3. Parteien in Australien
3.1 Australian Labor Party
3.2 The Liberal Party of Australia
3.3 The National Party of Australia
3.4 Dritte Parteien
4. Parteiensystem Australiens
4.1. Vorteile und Defizite des australischen Parteiensystems
4.2 Aktuelle Relevanz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das vorherrschende Parteiensystem in Australien und analysiert, inwieweit sich dieses System im Wandel befindet und ob das klassische Zweiparteienmodell noch zeitgemäß ist.
- Klassifizierung politischer Parteiensysteme nach Giovanni Sartori
- Historische Entstehung und Bedeutung der australischen Großparteien (Labor, Liberals, Nationals)
- Rolle und Einfluss von Kleinparteien im australischen Senat und Repräsentantenhaus
- Stärken und Schwächen des aktuellen Zweiparteiensystems in der australischen Demokratie
- Auswirkungen der Wählerunzufriedenheit und aktueller politischer Trends auf die Regierungsstabilität
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Zweiparteiensystem
Das Zweiparteiensystem ist in diesem Kontext von hoher Bedeutung, weswegen ich mich im Folgenden genauer damit auseinandersetzen werde. Ein Zweiparteiensystem zeichnet sich nach Sartori dadurch aus, dass eine Konkurrenz um die absolute Mehrheit der Mandate zwischen zwei Parteien erfolgt. Des Weitern erhält dann bei Gewinn der Wahl eine Partei die absolute Mehrheit, die andere Partei stellt die Opposition. Die Mehrheitspartei regiert alleine und ist somit nicht wie in einem Mehrparteiensystem auf eine Koalition angewiesen.
Zwischen den zwei Großparteien kann ein Machtwechsel stattfinden, das heißt die Mehrheitspartei kann alternieren. Außerdem unterscheidet er zwischen einem Zweiparteien-Format und einem Zweiparteien-Typus. Ersteres zeichnet sich durch mehr als zwei Parteien aus, die jedoch die Großparteien nicht an der Alleinregierung hindern kann. Zweiteres, wenn ein Machtwechsel der Regierungspartei stattfindet. Zusammenfassend kann man über Zweiparteiensysteme sagen, dass es sich durch zwei Großparteien auszeichnet, welche die Regierungs- und Oppositionspartei stellen. Kleinparteien sind in dem politischen Zweiparteiensystem zwar vorhanden, haben jedoch keine Teilhabe an der Regierung. Das heißt die dritten Parteien sind demnach zu schwach eine absolute Mehrheit zu erlangen.
Die zwei Großparteien legen ihre Position in diesem Parteiensystemtypus nahe an der gesellschaftlichen Mitte fest. Daraus folgert Anthony Downs die Stabilität dieser politischen Systeme, da sie immer die Interessen der breiten Masse verfolgen. Da dieser Parteisystemtyp eine häufige Vorkommnis in den großen westlichen Demokratien besitzt, assoziiert man den Zweiparteienbegriff meist mit dem politischen System der USA oder dem britischen Parteiensystem.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, das australische Parteiensystem unter Berücksichtigung aktueller Relevanz und Forschungsstand zu untersuchen.
2. Parteiensystem: Dieses Kapitel stellt theoretische Grundlagen und Klassifizierungsansätze von Parteiensystemen, insbesondere das Modell nach Giovanni Sartori, vor.
3. Parteien in Australien: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Parteienlandschaft Australiens, mit Fokus auf die historischen Wurzeln und Programme der wichtigsten Parteien.
4. Parteiensystem Australiens: Hier wird das australische Parteiensystem hinsichtlich seiner spezifischen Vorteile, Defizite und der aktuellen Instabilität kritisch analysiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich das australische System von einem klassischen Zweiparteienmodell weg zu einer größeren Bedeutung von Kleinparteien entwickelt.
Schlüsselwörter
Australien, Parteiensystem, Zweiparteiensystem, Australian Labor Party, Liberal Party, National Party, Australian Greens, Politikwissenschaft, Giovanni Sartori, Regierungsbildung, Wahlsystem, politische Stabilität, Minderheitenregierung, Demokratie, Parteienforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des australischen Parteiensystems und dessen Wandlungsprozessen im Vergleich zu theoretischen Modellen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Betrachtung?
Im Zentrum stehen die Struktur der australischen Parteien, das Modell des Zweiparteiensystems sowie die Rolle und der wachsende Einfluss von Kleinparteien.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob das australische Parteiensystem ein klassisches Zweiparteiensystem darstellt und inwieweit sich dieses aktuell in einem Wandel befindet.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es erfolgt eine theoretische Einordnung anhand von politikwissenschaftlichen Klassifizierungen, ergänzt durch eine deskriptive Analyse des australischen Systems unter Verwendung von Fach- und Sekundärliteratur.
Welche Inhalte prägen den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, stellt die wichtigsten australischen Parteien vor und analysiert die Vor- und Nachteile sowie die aktuelle Instabilität des Systems.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Neben dem zentralen Begriff des Parteiensystems sind es die Namen der australischen Großparteien sowie Begriffe wie Polarisierung, Fragmentierung und Regierungsstabilität.
Warum wird das australische System oft als "Two-Party-System" bezeichnet?
Es wird so bezeichnet, da die Macht seit 1910 zwischen der Labor Party und der Koalition aus Liberals und Nationals wechselt, was traditionell eine Alleinregierung begünstigte.
Welchen Einfluss haben die Australian Greens auf die aktuelle politische Landschaft?
Die Greens gewinnen zunehmend an Bedeutung und Anhängerschaft, was die Großparteien bei der Mehrheitsfindung zunehmend unter Druck setzt und zu Bündnissen führen kann.
Was deutet laut Autor auf eine Instabilität im australischen System hin?
Die häufigen Regierungswechsel seit 2007 sowie die drohende Nichterreichung absoluter Mehrheiten bei Parlamentswahlen sind deutliche Anzeichen für eine zunehmende politische Unbeständigkeit.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2016, Befindet sich das australische Zweiparteiensystem im Wandel?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359150