Rudi Dutschke. Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf


Essay, 2008

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Biographie Rudi Dutschke

2. Geschichtliche Referenzen

3. Kritik am westdeutschen System („Diktatur der Ordinaten“)

4. Fazit und Ziel des Emanzipationskampfes

Illustrationen

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einführung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Rudi Dutschke und seinem Aufsatz ,,die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf“. In diesem legt Dutschke, der als einer der wohl bekanntesten deutschen Studentenführer der 1968er gilt, seinen Standpunkt zur damaligen gesellschaftlichen, politischen- und wirtschaftlichen Situation dar. Er bezieht sich vor allem auf die Situation West Deutschlands in den 1960er Jahren. Eine Periode, in der Dutschke aufklären und zugleich warnen will von den Gefahren eines z.B gefährlichen, aggressiven Kapitalismus und einem US-Imperialismus, der über alle Normen seiner Vorstellung hinwegzugehen bereit ist. Eine Periode im Zwielicht von Vergangenheit und Umbruch: Zwischen wachsender Differenz einer nazibehafteter Elterngeneration, die nicht erinnert werden will an das Geschehende und einer jungen, aufstrebenden, linksgerichteten, intellektuellen Schicht junger Studenten, versteht sich Dutschke in erster Linie als Aufklärer.

Mit einem profundem Wissen über den Sozialismus und einem stark ausgeprägtem Marxismus, legt Dutschke die Probleme des deutschen Systems dar und erforscht tiefgehend deren Ursachen. Politik und Wirtschaft werden unter die Lupe genommen und auf ihren vermeintlichen Schwachstellen hin analysiert. Dabei macht Dutschke immer wieder klar, in welcher „Gefahr“ sich seine Landsleute befinden. Aus seinen Denkansätzen entwickelt er seinen so genannten „Emanzipationskampf“, der das Wachrütteln der Gesellschaft zum Thema hat. Dutschke erwähnt häufig die Begriffe der „Verblendung der Gesellschaft“ und den des „falschen Bewusstseins“. Diesen werden vor allem im dritten Teil der Arbeit, in der Analyse, größere Bedeutungen bei gemessen.

Meine Arbeit beginnt zunächst mit einer kurzen, übersichtlichen Biographie Dutschkes, in welcher noch mal seine wichtigsten Lebensstationen genannt werden. Es folgt im zweiten Teil, ein kurzer historischer Ausblick. Dutschke, der selbst Geschichte studierte und hier über ein recht umfangreiches Wissen verfügt, bezieht sich immer wieder auf geschichtliche Ereignisse jüngster Vergangenheit und zieht zum Thema internationaler Emanzipationskampf historische Referenzen zum Stichwort Revolution. Um einen gesamten Zusammenhang in Dutschkes Theorien zu bekommen, ist dieser Punkt von nicht ganz unwichtiger Relevanz.

Es folgen Punkte 3. und 4., in welchen beschreiben wird, wie sich Dutschke mit dem bereits oben beschriebenen befasst und mit dem Kapitalismus gewissermaßen abrechnet. Des Weiteren wage ich im vierten Teil einen Ausblick und ziehe Bilanz. Welche Auswirkungen hatte Dutschkes Emanzipationskampf für seine Nachwelt und wie wurden seine Dogmen tatsächlich umgesetzt? Wie gestaltet sich die geistige Hinterlassenschaft Dutschkes und wie denken renommierte Journalisten und Publizisten über den SDS Führer aus Brandenburg? Auf all das versuche ich auch mit Hilfe eigener Denkansätze eine Antwort zu geben.

Als Quellen dienten mir der 1968 im Reinbeck Verlag erschienende Aufsatz Dutschkes von Uwe Bergmann, welcher sich widerrum in Rudolf Sievers Abhandlung ,,1968: Eine Enzyklopädie“ entnommen ist sowie das umfangreiche Werk „von Worten zu Waffen“ der Journalistin und Publizistin Susanne Kailitz, die sich mit den Hinterlassenschaften der 68er Generation auseinander setzt.

1. Biographie Rudi Dutschke

Rudi Dutschke gilt als einer bedeutensten Personen der westdeutschen Studentenbewegung und war auch über die Landesgrenzen der BRD hinaus eine dominierende Persönlichkeit der 68er Bewegung. Seine Ansichten und Dogmen sollten eine ganze Generation junger Intellektueller für immer prägen.

Rudi Dutschke wurde am 7. März 1940 als Sohn eines Postbeamten im brandenburgischen Schönefeld geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Bereits während seiner Jugend beschäftigte er sich intensiv mit Studien des Existentialismus und Sozialismus. Nach dem Abitur 1957 verweigerte er den Dienst in der Nationalen Volksarmee der DDR, was mit Dutschkes Einstellung zum Militär einherging (s.h 3.). Schon früh entwickelte Dutschke einen fundierten marxistischen Sozialismus. Sein Interesse galt auch der Geschichte, weswegen er auch 1961, kurz nach der Übersiedlung nach West- Berlin, das Studium der Geschichtswissenschaft, Soziologie, Ethnologie und Philosophie an der FU Berlin aufnahm1.

1962 kam es dann zu ersten Engagements Rudi Dutschkes im SDS, der sich nach dem zweiten Weltkrieg 1946 in Hamburg gründete. In diesen trat Dutschke, zusammen mit Dieter Kunzelmann und Bernd Rabehl, aus dem Umkreis der späteren Kommune I, Anfang des Jahres 1965 in den West- Berliner SDS ein und gewann dort alsbald erheblichen Einfluss, vor allem in Projektgruppen über sozialistischen Internationalismus und die Dritte Welt. Bereits am 28. Februar 1965 wurde Rudi Dutschke in den politischen Beirat des Berliner SDS gewählt2. Im Zuge seiner Position, war er für die Organisation von Großdemonstrationen gegen die große Koalition, die Verabschiedung der Notstandsgesetze, gegen Hochschulreformen und natürlich gegen den Vietnamkrieg maßgeblich beteiligt.

Im Zuge des Besuchs des Schahs von Persien im Juli 1967 und der dadurch verbundenen Unruhen, bei denen der Student Benno Ohnesorg vom Polizisten KarlHeinz Kurras erschossen wurde, rief Dutschke zu bundesweiten Sitzblockaden auf. Im Februar 1968, auf dem Höhepunkt der Studentenbewegung, kam es an der TU Berlin zum historischen Vietnamkongress mit etwa 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern; überwiegend Studenten. Dort wurde zur massenhaften Desertion amerikanischer Soldaten aufgerufen sowie zur Zerschlagung der NATO3.

So beliebt Rudi Dutschke bei den „Linken“ auch war, so polarisierte er dennoch in der Öffentlichkeit. Er erfuhr immer wieder teils heftige Kritik von Seiten der Springer Presse und westdeutschen Sympathisanten der USA. So wurde er bei einem „Go-in“ im Weihnachtsgottesdienst 1967 in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche von einem wütendem Gottesdienstbesucher zusammengeschlagen und verletzt, als er versuchte eine Diskussion über den Vietnamkrieg herbeizuführen. Bei einer vom Berliner Senat organisierten „Pro-Amerika-Demonstration“ am 21. Februar 1968 trugen Teilnehmer Plakate mit der Aufschrift „Volksfeind Nr. 1: Rudi Dutschke“. Ein Passant wurde mit Dutschke verwechselt, worauf Demonstrationsteilnehmer drohten ihn totzuschlagen.

Im März reiste Dutschke nach Prag um die dortigen Volksaufstände gegen die Sowjetmacht mitzuerleben (Prager Frühling).

Am 11. April 1968 kam es zu einem Folgen schweren Schicksalsschlag für Dutschke. Er wurde von Josef Bachmann, einem Hilfsarbeiter, dreimal angeschossen und schwer verletzt. Für die Tat wurden rechtsextreme Hintergründe vermutet, da man in der Wohnung des Täters ein selbstgezeichnetes Porträt Adolf Hitlers fand4. Die Springer Presse hatte in den Tagen vor dem Attentat, vermehrt heftige Kritik an den Studentenprotesten geübt und zum „Ergreifen der Rädelsführer aufgerufen“. Die Bild schrieb z. B. am 7. Februar 1968: „Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen“. Bachmann selbst, wurde wegen versuchten Mordes zu insgesamt sieben Jahren Haft verurteilt. Dieser beging jedoch im Februar 1970 in seiner Gefängniszelle Selbstmord.

Dutschke konnte sich in den Folgejahren von jener Tat nie wieder richtig erholen. Er musste sich Sprache und Gedächtnis in monatelanger Therapie wieder aneignen. Zur Genesung hielt er sich ab 1969 in der Schweiz, Italien und Großbritannien auf. Nach dem Zerfall des SDS 1970 ließ er sich in Dänemark nieder. An der Universität Arhus bekam er eine Stelle als Soziologiedozent.

Am 24.12.1979 erlag er den Spätfolgen des Attentats. Er starb in der Badewanne auf Grund eines epileptischen Anfalls.

Am 3. Januar wurde er auf dem St. Annen Friedhof in Berlin- Dahlem beigesetzt5.

Dutschke war mit der Philosophin und Theologin Gretchen Dutschke-Klotz verheiratet, mit der er drei Kinder hatte: Rudi-Marek (*1980), Hosea-Che (*1968), Polly-Nicole (*1968).6

Klotz war es, die nach dem Tod Dutschkes dessen Tagebücher und eine bislang sehr umfangreiche Biographie veröffentlichte.

2. Geschichtliche Referenzen

Rudi Dutschke nennt in seinem Aufsatz „die geschichtlichen Bedingen für den internationalen Emanzipationskampf“ eine große Anzahl von Ereignissen aus jünger oder ferner Vergangenheit, bei denen sich durch eine Revolution politische Verhältnisse im Staat grundlegend änderten. Jene Veränderungen zielten in den meisten auf ein neues sozialistisches System hin.

[...]


1 Chaussy, Ulrich: „ Die drei Leben des Rudi Dutschke. Eine Biographie “ . Ch .Links Verlag, Berlin 1993

2 Chaussy, Ulrich: „ Die drei Leben des Rudi Dutschke. Eine Biographie “ . Ch .Links Verlag, Berlin 1993

3 Chaussy, Ulrich: „ Die drei Leben des Rudi Dutschke. Eine Biographie “ . Ch .Links Verlag, Berlin 1993

4 Chaussy, Ulrich: „ Die drei Leben des Rudi Dutschke. Eine Biographie “ . Ch .Links Verlag, Berlin 1993 5

5 Chaussy, Ulrich: „ Die drei Leben des Rudi Dutschke. Eine Biographie “ . Ch .Links Verlag, Berlin 1993

6 Chaussy, Ulrich: „ Die drei Leben des Rudi Dutschke. Eine Biographie “ . Ch .Links Verlag, Berlin 1993 6

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Rudi Dutschke. Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf
Hochschule
Hochschule für Musik Detmold  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Soziologie- Individuum und Gesellschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V359363
ISBN (eBook)
9783668436800
ISBN (Buch)
9783668436817
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
68er Generation, Soziologie, Gesellschaftskritik, Emanzipationskamp, Rudi Dutschke, Individualgesellschaft
Arbeit zitieren
Sven Gerrlich (Autor), 2008, Rudi Dutschke. Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359363

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