Filme mit deutsch-deutscher Vergangenheit im Unterricht. "Wir sind jung. Wir sind stark." von Burhan Qurbani


Hausarbeit, 2016
34 Seiten, Note: 2,0
B. R. (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wichtige Grundbegriffe der Filmanalyse

3 Aufgabenstellung mit methodischem und didaktischem Kommentar
3.1 Die Präsentation zu Wir sind jung. Wir sind stark
3.2 Wir sind jung. Wir sind stark. im Unterricht
3.3 Rolleninterviews - Vorgehen und Problemfelder

4 Material zum Film
4.1 Arbeitsblätter
4.2 Die Rolleninterviews
4.3 Die Rollenkarten

5 Handlungs- und produktionsorientierte Konzeption
5.1 Lehrplan des Gymnasiums in Bayern

6 Kommentierte Links

7 Quellen

1 Einleitung

Das Medium Film hat mittlerweile einen derart hohen Stellenwert in der Öffentlichkeit, dass es ganz wesentlich auf die Realitätskonstruktion von breiten Teilen der Gesellschaft einwirkt. Ki- nofilme, DVD-Veröffentlichungen oder Dokumentationen überfluten den Markt und kaum ei- ner, im speziellen Kinder und Jugendliche, kann sich ihrem Bann gänzlich entziehen. Doch ist es angesichts der Masse an Produktionen von Filmmaterial nicht äußerst wichtig, den kompe- tenten und kritischen Umgang mit Filmen von Kindern und Jugendlichen explizit zu fördern?

Die Ankündigung „Wir schauen einen Film“ wird in nahezu allen Klassen mit Begeisterung aufgenommen. Denn das Medium Film ist allen Schülern bestens bekannt aus ihrer Freizeit fernab von Unterricht und deshalb mit positiven Erfahrungen verknüpft. Oftmals sehen sie darin eine lockere Unterrichtseinheit die nichts mit dem ungeliebten Frontalunterricht zu tun hat. Auch Lehrkräfte nutzen die Möglichkeit einer Filmvorführung gerne, um komplexe Themen anschau- lich und ansprechend zu vermitteln. Damit es jedoch nicht beim bloßen „Anschauen“ des Films bleibt, sind einige Punkte zu beachten. Zum einen muss erst einmal ein sinnvoller Film für die passende Jahrgangsstufe gefunden werden, und zum anderen muss die Aufgabenstellung so for- muliert werden, dass auch ein Mehrwert im Sinne der im Curriculum verankerten Medienkom- petenz für die Schüler geschaffen wird. Das dem Filmeinsatz im Schulunterricht ein immer grö- ßeres Gewicht zufällt, lässt sich auch daran erkennen, dass von Seiten des bayerischen Kultus- ministeriums eine offizielle Schulkinowoche ins Leben gerufen worden ist.1

Diese Arbeit entstand bei der Reflexion des Seminars Filmgespr ä che in der Mohr-Villa: Filme zur deutsch-deutschen Einheit. Ziel der im zweiwöchigen Turnus stattfindenden Veranstaltung war neben der Filmanalyse vor allem die Diskussion im Plenum. In Gruppenarbeiten wurden Vorschläge zur Umsetzung im Schulalltag präsentiert und anschließend mit den Kommilitonen unter der Leitung von Fr. Dr. diskutiert.

Dieses Portfolio liefert zunächst einen kurzen Überblick über die zahlreichen und wichtigen Begriffe der Filmanalyse. Anschließend wird am konkreten Beispiel Wir sind jung. Wir sind stark. des jungen Regisseurs Burhan Qurbani gezeigt, wie mit dem Film in der Schule gearbeitet werden kann und welche Aufgabenstellungen sich für einen guten Deutschunterricht anbieten.

2 Wichtige Grundbegriffe der Filmanalyse

Um mit den Schülern einen Film um Unterricht zu behandeln ist es für die Lehrkraft unbedingt notwendig sich zumindest einen groben Überblick über die wichtigsten Fach- termini der Filmanalyse zu verschaffen. Dies nachfolgend genannten Punkte sind in die- ser Ausführung jedoch bewusst kurz gehalten, da das Augenmerk der Arbeit mehr auf der tatsächlichen Umsetzung einer Filmanalyse im Unterricht, als auf den technischen Fein- heiten.

Der Begriff Filmgenre ist eine Bezeichnung für Gruppen von Spielfilmen, die durch be- stimmte Merkmale verbunden sind. Verbindungselemente von Genres können vielfältig sein: soziale, historische oder geografische Lokalisierungen (Heimatfilm, Western), spe- zifische Milieus (Gangsterfilm) oder Ausstattungsmerkmale (Monumentalfilm, Science Fiction), bestimmte Figuren- und Konfliktsituationen (Familien- und Ehedrama) oder be- sondere Motive (Reise im Roadmovie). Die Genre-Zuweisungen ermöglichen vor allem eine vereinfachte Ansprache an das Publikum, so dass man genaue Vorstellungen beim Besuch eines Genrefilms entwickelt oder bereits im Vorfeld mit bestimmten Erwartungen den Spielfilm verfolgt. Wie bei den Gattungen sind auch die Genrezugehörigkeiten oft- mals nicht eindeutig festzulegen, weil sich die Genres stetig verändern und auch über- schneiden können (Tragik-Komödie).2

Um den Schülern erklären zu können, wie ein Film aufgebaut ist, sollte man sich auch mit den Einheiten eines Films vertraut machen. Ein Film lässt sich in mehrere kleine Teilelemente zerlegen. Grundsätzlich unterscheidet man hier zwischen:

Einstellung: Die kleinste kontinuierlich belichtete filmische Einheit. Sie beginnt und endet mit einem Schnitt oder Blenden. Wichtig ist hier auch die Größe der Einstellung (Totale, Halbtotale etc.)

Szene: Mehrere Einstellungen bilden mit der Szene ein kleines dramaturgisches Element. Der Begriff kommt aus dem Theater und beschreibt eine zeitliche und räumliche Einheit der Handlung.

Sequenz: Ein größeres dramaturgisches Element, das inhaltlich gekennzeichnet ist als «abgerundete» Erzähleinheit. Mehrere solcher Sequenzen bilden den ganzen Film.

Sehr wichtig und am offensichtlichsten für die Schüler ist die Bildgestaltung. Ist der Film oder Teile des Films in Farbe oder schwarz-weiß Tönen gehalten. Düster und fröhlich gestaltet. Welche Requisiten sind auffällig oder ähnliches.

Ebenfalls interessant, besonders falls man selbst im Unterricht Filmaufnahmen machen will ist die Bewegung. Denn die Bewegung der Personen muss keinesfalls mit den Bewegungen der Kamera übereinstimmen. Oft bewegt sich in einzelnen Sequenzen die Kamera auch gar nicht, sondern ist statisch positioniert.

Die Kamera zeigt das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln, den sogenannten Per- spektiven, die den Blick eines Betrachters simulieren. Durch einfache Einstellungen ge- lingt es so unter anderem, bestimmte Verhältnisse darzustellen. Eine Untersicht simuliert so Unterlegenheit, eine Übersicht lässt Personen oder Dinge höher gestellt als andere er- scheinen.

Ein weiter Grundbegriff der Filmanalyse ist die Montage. So erfolgt die Verbindung von zwei Einstellungen entweder hart, also nahtlos durch einen Schnitt oder weich durch eine Blende. Um verschiedene Handlungsbereiche gedanklich und visuell (bspw. Ein einem Zimmer passiert zur selben Zeit etwas anderes) miteinander zu verbinden nutzen Regisseure auch häufig die Option der Paralellmontage.

Auch ein Film verfügt über einen bestimmten Rhythmus, der aus den Längen der einzelnen Einstellungen und Sequenzen erfolgt. Für den schulischen Bedarf sind hier jedoch eher die Extrempositionen interessant durch Fragestellungen wie „Welche Einstellung steht verhältnismäßig lang oder kurz und warum ist dies so beabsichtigt“?

Sehr wichtig ist auch die genaue Betrachtung des Tons. Der Ton ist entweder Originalton, Untermalung, kommt von einer im Bild sichtlichen Quelle (On Screen) oder von einer Quelle außerhalb des Sichtfeldes der Einstellung (Off Screen). Musikalische Akzentuierung und Bildschnitt wirken sehr eng zusammen. Die Lautstärke, Crescendo und Decrescendo ist in ihrer Wirkung mit der Standzeit einer Einstellung verknüpft.3

Insgesamt lässt sich also festhalten dass ein Film weit mehr ist als das bloße Abfilmen eines Schauspiels von Akteuren, sondern eine stimmige Zusammensetzung aus vielen Teilelementen deren Gewichtung oftmals den Schülern erst dann bewusst wird, wenn sie deutlich darauf hingewiesen werden.

3 Aufgabenstellung mit methodischem und didaktischem Kommentar

Das Fach Deutsch ber ü cksichtigt in besonderer Weise die Tatsache, dass die verschiede- nen Medien im Alltag Heranwachsender eine wichtige Kommunikations-, Informations- und Unterhaltungsfunktion einnehmen. Deshalb bieten alle Kompetenzbereiche des Fa- ches zahlreiche Ankn ü pfungspunkte f ü r das Lernen ü ber und mit Medien, damit die Sch ü - lerinnen und Sch ü ler inhaltliche Botschaften, Gestaltungsmittel und Verbreitung von Me- dien untersuchen und hinterfragen. Mit Blick auf die Zielsetzung nutzen die Lernenden so die verschiedenen Technologien verantwortungsbewusst, selbstbestimmt und aufge- kl ä rt und setzen mediale Hilfsmittel bei der Pr ä sentation von Arbeitsergebnissen unter Ber ü cksichtigung der rechtlichen Bestimmungen effizient und gezielt ein.4

Der Deutschunterricht bekommt von Seiten des bayerischen Kultusministeriums einen klaren Bildungsauftrag im Hinblick auf die Medienerziehung. Noch deutlicher wird das Kultusministerium bei den Bildungsstandards für das Fach Deutsch für die Erlangung der allgemeinen Hochschulreife. Hier wird explizit die Auseinandersetzung mit dem Medium Theater und Film eingefordert:

3.1 Die Präsentation zu Wir sind jung. Wir sind stark.

Abbi5 ldung in dieser eseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. http://www.schulkinowoche.bayern.de/ (aufgerufen am 20.07.16).

2 Vgl. Barg Werner/Niestoy Horst/Schmolling Jan (Hrsg.): Jugend: Film: Kultur: Grundlagen und Praxishilfen für die Filmbildung. München 2006, S. 15-17.

3 Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. Stuttgart 2007, S. 141-143.

4 http://www.lehrplanplus.bayern.de/fachprofil/gymnasium/deutsch (aufgerufen am 28.07.16).

5 http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2012/2012_10_18-Bildungsstandards- Deutsch-Abi.pdf (aufgerufen am 28.07.16).

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Filme mit deutsch-deutscher Vergangenheit im Unterricht. "Wir sind jung. Wir sind stark." von Burhan Qurbani
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
34
Katalognummer
V364510
ISBN (eBook)
9783668440951
ISBN (Buch)
9783668440968
Dateigröße
1837 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
filme, vergangenheit, unterricht, beispiel
Arbeit zitieren
B. R. (Autor), 2016, Filme mit deutsch-deutscher Vergangenheit im Unterricht. "Wir sind jung. Wir sind stark." von Burhan Qurbani, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364510

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