Die mediale Aufbereitung von Straftaten, insbesondere bei Sexualdelikten, führt oftmals nur zu einer verzerrten und stigmatisierenden Beurteilung in der Allgemeinheit. Die Forderungen nach lebenslanger Haft als Reaktion auf grausame Verbrechen werden demzufolge lauter. Doch ist eine Freiheitsberaubung auf Lebenszeit eine hinreichende Lösung? In diesem Buch beantwortet die Autorin die Frage, ob Gewalt- und Sexualstraftäter aus ethischer und finanzieller Sicht eine Chance auf Resozialisierung erhalten sollten.
Aus dem Inhalt:
- Risikofaktoren;
- Erstdelinquenz;
- Täter-Opfer-Beziehung;
- Rückfälligkeit;
- Kosten-Nutzen-Effizienz
The following paper is meant to examine from an ethical as well as a financial point of view, whether violent and sex offenders should be given the chance of rehabilitation. The media coverage of crimes, especially in cases of sexual assault, often only leads to a distorted and stigmatizing evaluation in the general public. In response, the calls for life sentences are getting louder. But is a lifelong incarceration the most efficient solution? Answering this question first requires an objective view on the effectiveness of therapeutic interventions and their associated costs in prison. Due to the confirmed effectiveness and the result that the costs incurred by reducing the risk of recidivism through therapy are significantly lower than the costs incurred by the mere enforcement of sentences (penal system without therapy), hereinafter psychotherapy is presented in more detail. Thus, even offenders suffering from severe personality disorders can be treated successfully. Finally, punitive methods, such as the lifelong imprisonment, do not achieve the desired effect. After serving the sentence, violent and sex offenders should be given a perspective of life in freedom with the exception of such cases in with the risk of relapse is evaluated as above average by a qualified expert.
Inhaltsverzeichnis
- Danksagung
- Zusammenfassung
- Abstract
- Einleitung
- Theoretischer Hintergrund
- Einführung der relevanten Begriffe
- Das Gefängnis als Behandlungsort – Kritische Standpunkte
- Risikofaktoren und Tatmerkmale
- Risikofaktoren für Erstdelinquenz
- Täter-Opfer-Beziehung bei Gewalt- und Sexualdelikten
- Risikofaktoren für die Rückfälligkeit
- Wirksamkeit von Interventionen
- Befunde
- Kosten-Nutzen-Effizienz
- Zwischen Deliktprävention und Psychotherapie
- Die deliktpräventive Therapie
- Behandlung von persönlichkeitsgestörten Hochrisikostraftätern
- Die Grenzen der deliktorientierten Therapie
- Psychodynamische Interventionen
- Kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapie
- Fallbeispiel eines Sexualstraftäters mit Hochrisikofantasien
- Forensische Nachsorge
- Diskussion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Gewalt- und Sexualstraftäter eine Chance auf Resozialisierung erhalten sollten und welche Interventionen im Strafvollzug dazu beitragen können. Im Fokus stehen die deliktpräventive Therapie und die psychotherapeutische Behandlung, sowie die Berücksichtigung von Risikofaktoren für Erstdelinquenz und Rückfälligkeit.
- Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen der Resozialisierung von Gewalt- und Sexualstraftätern
- Analyse der Wirksamkeit von Interventionen im Strafvollzug
- Untersuchung der deliktpräventiven Therapie und ihrer Grenzen
- Exploration verschiedener psychotherapeutischer Ansätze im Umgang mit Hochrisikostraftätern
- Diskussion der Bedeutung der forensischen Nachsorge für die erfolgreiche Resozialisierung
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Forschungsfrage nach der Resozialisierung von Gewalt- und Sexualstraftätern. Sie beleuchtet die Relevanz des Themas und die verschiedenen Perspektiven auf die Problematik.
- Der theoretische Hintergrund liefert eine Definition der relevanten Begriffe und analysiert das Gefängnis als Behandlungsort. Er geht auf die kritischen Standpunkte ein und untersucht die Risikofaktoren für Erstdelinquenz und Rückfälligkeit, sowie die Täter-Opfer-Beziehung bei Gewalt- und Sexualdelikten.
- Die Kapitel über die Wirksamkeit von Interventionen analysieren die Befunde und die Kosten-Nutzen-Effizienz verschiedener Behandlungsformen. Sie untersuchen, inwiefern Interventionen im Strafvollzug einen positiven Einfluss auf die Resozialisierung von Straftätern haben.
- Der Abschnitt über die deliktpräventive Therapie und die Behandlung von persönlichkeitsgestörten Hochrisikostraftätern beleuchtet die Grenzen der deliktorientierten Therapie und stellt verschiedene psychotherapeutische Ansätze vor.
- Das Fallbeispiel eines Sexualstraftäters mit Hochrisikofantasien illustriert die Komplexität des Themas und zeigt die Herausforderungen bei der Behandlung von Straftätern mit besonderen Bedürfnissen.
Schlüsselwörter
Resozialisierung, Gewaltstraftäter, Sexualstraftäter, Strafvollzug, Interventionen, Deliktprävention, Psychotherapie, Risikofaktoren, Rückfälligkeit, Täter-Opfer-Beziehung, Kosten-Nutzen-Effizienz, Forensische Nachsorge.
- Citar trabajo
- Rilana Kühn (Autor), 2016, Sollten Gewalt- und Sexualstraftäter eine Chance auf Resozialisierung erhalten?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364540