Ziel dieser Abhandlung ist es, Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen, um das Risikomanagementsystem mit einer BSC in einem wertorientierten Steuerungssystem deutscher Industrieunternehmen zu verknüpfen. Dazu werden vier verschiedene Konzepte zur Integration von Risikomanagement und BSC erläutert und anschließend anhand eines Bewertungsschemas beurteilt. Es wird untersucht, welcher der vier Integrationsmöglichkeiten für Industrieunternehmen am ehesten geeignet ist, um betriebswirtschaftlichen, gesetzlichen und vor allem zukünftigen Anforderungen, die ein effektives Risikomanagementsystem erfüllen soll, zu begegnen. Um den Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit nicht zu überziehen, wird der Fokus auf die Auswahl einer für Industrieunternehmen passenden Variante gelegt. Für Maßnahmen des Aufbaus beziehungsweise der Implementierung einer BSC ist auf weiterführende Literatur zu verweisen.
Ziel des zweiten Kapitels ist es, eine Orientierung für das Risikomanagement zu geben und die mit der Thematik in Verbindung stehenden grundlegenden Begriffe näher zu erläutern. Es greift die zukünftigen Megatrends für Industrieunternehmen auf, beschreibt die Produktionsarbeit der Zukunft und geht auf deren Chancen und Risiken ein. Der Erfolgstreiber „Unternehmenskultur“, der als Grundlage für das Verankern eines (richtig verstandenen) Risikomanagements gilt, wird ebenfalls in diesem Kapitel beleuchtet.
Um ein wirkungsvolles Risikomanagement zu betreiben, kann der Einsatz der BSC bei der Identifikation von Chancen und Risiken unterstützen. Im dritten Kapitel werden deshalb zunächst die konzeptionellen Grundlagen der BSC erläutert. Aufgrund der erheblichen Defizite des klassischen Risikomanagements werden Aspekte dargestellt, die für eine Verknüpfung von Risikomanagement und BSC sprechen. Das Zusammenführen der beiden Steuerungsinstrumente kann auf unterschiedlichen Anwendungspotenzialen basieren, die in den jeweiligen Teilkapiteln beschrieben werden. Auf Basis der vier beschriebenen BSC-Modelle (BSCPlus, BSC mit eigener Risikoperspektive, Balanced Chance- and Risk-Card und Erfolgsfaktoren-basierte BSC) im Bereich Risikomanagement erfolgt deren Beurteilung hinsichtlich der Aufstellung eines Industrieunternehmens im Umgang mit Risiken und Chancen. Am Ende wird der Einsatz der BSC im Risikomanagement kritisch hinterfragt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Risikomanagement
2.1 Begriffliche Grundlagen
2.2 Zukünftige Herausforderungen für Industrieunternehmen
2.3 Die Rolle der Unternehmenskultur
3 Balanced Scorecard (BSC) als Instrument des Risikomanagements
3.1 Konzept der BSC
3.2 Verknüpfung von BSC und Risikomanagement
3.3 Anwendungspotenziale der Balanced Scorecard
3.3.1 Balanced ScorecardPlus
3.3.2 BSC mit eigener Risikoperspektive
3.3.3 Balanced Chance- and Risk-Card nach Reichmann
3.3.4 Erfolgsfaktoren-basierte Balance Scorecard
nach Mayer/Wurl
3.4 Bewertung/Handlungsempfehlungen
3.5 Kritische Reflexion
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Einsatzmöglichkeiten der Balanced Scorecard (BSC) als Steuerungsinstrument innerhalb des Risikomanagements in deutschen Industrieunternehmen zu analysieren und zu bewerten. Dabei soll insbesondere geklärt werden, wie eine Verknüpfung dieser Systeme dazu beitragen kann, Chancen und Risiken in einem zunehmend volatilen Umfeld effektiv zu steuern und den Unternehmenswert langfristig zu sichern.
- Integration von Risikomanagement-Aspekten in das BSC-Konzept
- Analyse der Auswirkungen globaler Megatrends und Industrie 4.0 auf Industrieunternehmen
- Vergleichende Untersuchung verschiedener Modellerweiterungen der BSC
- Bedeutung einer gelebten Unternehmenskultur für ein wirksames Risikomanagement
- Bewertung von Praxis-Integrationsmodellen anhand eines Anforderungskatalogs
Auszug aus dem Buch
BSC als Lösungsansatz
Die aktuelle Unternehmenspraxis belegt eindeutig, dass Einzelrisiken nur in ihrer Wechselwirkung mit anderen Risiken realistisch bewertet werden können. Somit ist es sinnvoll, Risiken nicht isoliert zu betrachten, sondern mit ihren Kausalbeziehungen zu identifizieren und zu steuern. Demzufolge besteht für ein effizientes Risikomanagement die Notwendigkeit, dass Industrieunternehmen ein ganzheitliches Unternehmenssteuerungskonzept integrieren und dieses mit dem Risikomanagement verknüpfen. Die BSC ist ein Informations- und Steuerungsinstrument, mit dem eine Unternehmensstrategie angestrebt wird und alle operativen Aktivitäten an dieser Strategie ausgerichtet sind. Somit handelt es sich um ein geeignetes Konstrukt, das Risikomanagement in die Unternehmensprozesse zu integrieren.
Da der Einsatz der BSC in Industrieunternehmen für dessen Praxistauglichkeit spricht, kann eine bereits existierende BSC um Risikoaspekte ergänzt werden. Zudem streben BSC und Risikomanagement durchaus ähnliche Ziele an. Ausgangspunkt ist in beiden Fällen die Unternehmensstrategie, die Wege aufzeigen soll, um einen langfristigen Erfolg und den Fortbestand eines Unternehmens zu sichern. Reines Risikomanagement fokussiert sich bei der Betrachtung von Erfolgsmöglichkeiten, die zum obersten Ziel beitragen können, zu stark auf ihre negativen Entwicklungen. Die BSC ermöglicht jedoch eine kombinierte Chancenbetrachtung. Die angestrebte Strategie gewinnt durch die gleichberechtige Abwägung von Chance und Risiko deutlich an Qualität.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die aktuelle Herausforderung volatiler Märkte ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Balanced Scorecard als Instrument zur Risikosteuerung zu untersuchen.
2 Risikomanagement: Hier werden die begrifflichen Grundlagen des Risikomanagements, die Herausforderungen der Industrie 4.0 sowie die zentrale Bedeutung der Unternehmenskultur erörtert.
3 Balanced Scorecard (BSC) als Instrument des Risikomanagements: Das Kapitel erläutert das Konzept der BSC, zeigt Defizite klassischer Risikomanagement-Ansätze auf und diskutiert detailliert vier verschiedene Integrationsmodelle zur Verknüpfung beider Systeme.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Untersuchung und konstatiert, dass eine erweiterte BSC ein wertvolles Instrument zur Unterstützung der Unternehmenssteuerung darstellt, obwohl die Zukunft nie vollständig vorhersehbar bleibt.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Risikomanagement, Industrie 4.0, Unternehmenssteuerung, Risikokultur, Strategieimplementierung, Erfolgsfaktoren, Frühindikatoren, Wertorientierung, Volatilität, Risikoperspektive, Prozessmanagement, Chance- und Risk-Card.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Verknüpfung der Balanced Scorecard mit dem Risikomanagement, um Industrieunternehmen in einem komplexen und volatilen Marktumfeld besser steuerbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen das Risikomanagement, die strategische Unternehmensführung mittels Balanced Scorecard, die Auswirkungen der Industrie 4.0 sowie die Rolle der Unternehmenskultur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Einsatzmöglichkeiten der BSC aufzuzeigen, um Risikomanagementsysteme in Industrieunternehmen effektiver zu gestalten und eine wertorientierte Steuerung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretisch und qualitativ ausgerichtete Arbeit, die bestehende Konzepte der Literatur aufgreift, vergleicht und anhand eines Bewertungsschemas auf ihre Praxistauglichkeit für Industrieunternehmen prüft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Grundlagen zum Risikomanagement geklärt, danach das Konzept der BSC erläutert und schließlich vier spezifische Varianten der BSC-Erweiterung (z.B. BSCPlus oder BCR-Card) kritisch bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Balanced Scorecard, Risikomanagement, Industrie 4.0, Strategische Steuerung, Erfolgsfaktoren und Unternehmenswert.
Warum ist die Integration der BSC in das Risikomanagement für Industrieunternehmen so wichtig?
Da klassische Risikomanagementsysteme oft nur isolierte Daten liefern, bietet die BSC die Möglichkeit, Risiken und Chancen direkt in die strategische Unternehmensführung einzubetten und Frühindikatoren aktiv zu nutzen.
Welche Schwächen der BSCPlus werden in der Reflexion identifiziert?
Eine Schwäche liegt darin, dass die BSCPlus lediglich Risiken integrieren kann, die sich den bereits vorgegebenen Perspektiven zuordnen lassen, was eine wirklich vollständige Risikoabdeckung limitiert.
- Citation du texte
- Larissa Kuhn (Auteur), 2016, Balanced Scorecard und ihre weiterentwickelten Varianten als zukunftsorientiertes Instrument des Risikomanagements in Industrieunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364766