In dieser Hausarbeit wird die journalistische Form der Reportage am Beispiel Günter Wallraffs unter die Lupe genommen. Dabei werden seine Recherchen in Buch- und Filmform untersucht und miteinander verglichen.
Die Reportage ist die bekannteste und vielfältigste journalistische Darstellungsform. Sie kann als Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel, Film, Buch, Podcast usw. erscheinen. Doch was verändert sich, wenn das Medium gewechselt wird? Welche journalistischen Praktiken kommen zum Einsatz, wie verhält sich der Berichtende zum Berichteten? Diesen und weiteren Fragen wird sich diese Hausarbeit widmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Reportage im Buch
3. Die Reportage im Film
4. Vergleich und Resümee
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Mediums auf die journalistische Darstellungsform der Reportage, indem sie ausgewählte Werke von Günter Wallraff in Buch- und Filmform miteinander vergleicht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich unterschiedliche mediale Anforderungen auf die Berichterstattung, den Tonfall und die Art der Beweisführung auswirken.
- Journalistische Praktiken und Rollenbilder (Undercover-Recherche)
- Medienvergleich: Print-Reportage versus Video-Dokumentation
- Strukturelle Unterschiede in der Informationsvermittlung
- Einsatz von Interviews und versteckter Kamera
- Wirkungsmechanismen auf den Leser bzw. Zuschauer
Auszug aus dem Buch
Die Reportage im Film
Zunächst der Film Bei Anruf Abzocke, den Günter Wallraff zusammen mit dem Regisseur Pagonis Pagonakis gedreht hat. Ziel der Reportage ist es, "ab[zu]tauchen in diese abgeschirmte Welt der Call-Center, dieser boomenden Wachstumsbranche, in der inzwischen mehr als 400.000 Menschen arbeiten. [...] Ich will wissen, was da im Verborgenen abläuft," wie Wallraff erläutert, während zu sehen ist, wie er sich für seine neue Rolle verkleidet. Es folgen einige Informationen über seinen ersten Einsatzort, dem Call-Center CallOn. Neben Eckdaten wie Jahresumsatz oder der Anzahl der Beschäftigten wird auch die Geschäftspraxis erläutert, während das Kamerateam und die an Wallraffs Körper versteckten Kameras seine Ankunft im Büro filmen. Eine Aufnahme von einer versteckten Kamera zeigt einen Call-Center-Agenten bei einem typischen Gespräch, auch Wallraffs eigenes Verfahren wird gezeigt. Über das Videomaterial gibt Wallraff aus dem Off manchmal Kommentare, die das Gezeigte mit Hintergrundinformationen erläutern. Doch neben den Aufnahmen, die den Arbeitsalltag im Call-Center aus der Sicht von Wallraff dokumentieren, baut der Film auch oft auf Interviews, die das Gezeigte noch untermauern. Zu Wort kommt unter anderem Özdal Özalp, ein Opfer eines Call-Centers, in dem Wallraff gearbeitet hat, der berichtet, wie ihm am Telefon per Drohung eine überteuerte Jugendschutztafel verkauft wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die journalistische Darstellungsform der Reportage ein und definiert Günter Wallraff als Untersuchungsgegenstand, um die mediale Beeinflussung der Berichterstattung zu analysieren.
2. Die Reportage im Buch: Dieses Kapitel analysiert die Buchfassungen anhand von Beispielen aus „13 unerwünschte Reportagen“ und „Ganz unten“ hinsichtlich ihrer narrativen Struktur und des Kommentierungsgrades.
3. Die Reportage im Film: Hier werden die filmischen Arbeiten „Bei Anruf Abzocke“ und „Wo Arbeit weh tut“ untersucht, wobei insbesondere der Einsatz von versteckter Kamera und ergänzenden Interviews im Fokus steht.
4. Vergleich und Resümee: Dieses abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass das Medium die Darstellungsweise und die erforderliche Spannung maßgeblich beeinflusst.
Schlüsselwörter
Journalismus, Reportage, Günter Wallraff, Medienvergleich, Undercover-Recherche, Buch, Film, Dokumentation, Arbeitsbedingungen, Call-Center, Beweisführung, Medienwirkung, investigative Berichterstattung, Nacherzählung, Interview
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den journalistischen Vergleich von Print- und Film-Reportagen am Beispiel der Werke von Günter Wallraff.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind journalistische Recherchetechniken, die Rolle des Mediums bei der Informationsvermittlung und die investigative Dokumentation von Missständen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie das gewählte Medium (Buch oder Film) die Art der Berichterstattung und die Wirkung beim Rezipienten beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, bei der spezifische Fallbeispiele in den Medien Buch und Film gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert jeweils zwei Buch-Reportagen und zwei Film-Dokumentationen hinsichtlich ihrer Struktur, ihres Tonfalls und der verwendeten Beweismittel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Journalismus, Reportage, Undercover-Recherche, Medienvergleich, Dokumentation und investigative Berichterstattung.
Warum wurde speziell Günter Wallraff für die Untersuchung gewählt?
Wallraff eignet sich aufgrund seines umfangreichen Repertoires in beiden Medien und der Konsistenz seiner Arbeitsweise (Maskierung, Einschleusen) ideal für einen Vergleich.
Wie unterscheidet sich die Dokumentation im Film von der im Buch?
Laut der Arbeit nutzen Filme verstärkt visuelle Beweise (versteckte Kamera) und Interviews, während Bücher eher auf Nacherzählungen und (teils wertende) Kommentare setzen.
Welche Rolle spielt die Spannung für die Reportage?
Die Arbeit resümiert, dass das Medium sich an die jeweils erforderliche Spannung anpassen muss, um dem Rezipienten ein Eintauchen in die Situation zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Farsin Marzban (Autor:in), 2017, Die Reportage in Buch und Film, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364781