Das Management von Risiken in der Planung von Fabriken


Seminararbeit, 2005
36 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fabrikplanung
2.1 Der Fabrikplanungsprozess
2.1.1 Anforderungen an den Fabrikplanungsprozess
2.2 Marktcharakteristische Entwicklungen für die Fabrikplanung
2.3 Aufgaben der Fabrikplanung
2.4 Phasen der Fabrikplanung

3 Risikomanagement
3.1 Risikodefinition
3.2 Arten des Risikos
3.3 Regelkreis des Risikomanagements
3.3.1 Risikoidentifikation (1)
3.3.2 Risikobewertung (2)
3.3.3 Risikohandhabung (3)
3.3.4 Risikocontrolling (4)
3.4 Risikomanagement – proaktiv oder reaktiv?

4 Risikomanagement in der Fabrikplanung
4.1 Risiken der Planungsphasen und Methoden zu deren Bewältigung
4.1.1 Zielplanung
4.1.2 Vorplanung
4.1.3 Grobplanung
4.1.3 Feinplanung
4.1.4 Ausführungsplanung
4.1.5 Ausführung
4.2 Aufbau eines Risikomanagementsystems
4.3 Methoden des Risikomanagements
4.3.1 Risikostrukturblatt
4.3.2 Risikolandkarte
4.3.3 Risikoreporting
4.4 Methoden des Risikocontrollings
4.5 Weitere Methoden des Risikomanagements der Fabrikplanung
4.5.1 Wahrscheinlichkeits-Ereignis-Analyse (PEA)
4.5.2 Prozess-Mapping
4.5.3 Kreativitätstechniken
4.5.4 Expertenbefragungen
4.5.5 Informationssysteme / Wissensmanagementsysteme
4.5.6 Risikoliste

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang: Anwendungsbeispiel

Abbildungsverzeichnis

Abb.1 Planungsbedingungen und Zielfelder der Fabrikplanung
(Quelle: Grundig, Fabrikplanung, S.11)

Abb.2 Systematischer Rahmenablauf und Planungsinhalte von Fabrikplanungsaufgaben
(Quelle: Grundig, Fabrikplanung, S.41)

Abb.3 Regelkreis des Risikomanagements (Eigenerstellung)

Abb.4 Präventive und kurative Maßnahmen
(Quelle: Bundesverband der Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) S.8)

Abb. 5 Organisation eines Risikomanagementsystems (Eigenerstellung)

Abb.6 Risikostrukturblatt (Quelle: Dürr AG)

Abb. 7 Informationsverdichtung des Risikoreportings
(Quelle: Weber, J.; Hess, T.; Controlling & Management)

Abb. 8 Risikoportfolio-Analyse unterschiedlicher Projektarten (Eigenerstellung)

Abb. 9 Risikolist (Quelle: Pastors, P. Risiken des Unternehmens, S. 430)

1 Einleitung

Zahlreiche Innovationen der Fabrikplanung haben den Fabrikplanungsprozess grundlegend gewandelt. Digitale und integrale Fabrikplanung, die fraktale Fabrik, Segmentierung der Fabrikplanung, sowie die komplexe Fabrik sind hier einige Schlagworte für den Wandel des letzten Jahrzehnts. Ausgelöst wurden diese neuen Methoden als Anpassungsprozess an die steigende Variantenvielfalt, dem Druck nach kürzer werdenden Time-to-Market-Zyklen, kürzeren Produktlebenszyklen sowie der Dezentralisierung von Produktionsstandorten. Moderne strategische Unternehmenskonzepte haben sich in der Fabrikplanung behauptet, um Risiken im Planungsprozess und der Umsetzung des Baus zu minimieren. Hierbei handelt es sich um vielfältige Risiken, die allesamt Folgekosten vereinen.

Moderne Fabriken sollten den Anforderungen und Risiken der Zukunft gewappnet sein. Fabriken mit einem hohen Grad an Wandlungsfähigkeit helfen, sich ändernden Rahmenbedingungen mit geringerem Zeitverzug anpassen zu können. Ein umfassendes Risikomanagement-System hilft, den proaktiven Umgang mit Risiken zu ermöglichen, um somit Kostenvorteile und die frühere Besetzung des Marktes gegenüber Wettbewerbern zu erlangen.

2 Fabrikplanung

Die Fabrikplanung stellt in seinem Wesen einen Investitionsprozess dar, dessen Kerninhalte die Erarbeitung wirtschaftlicher Lösungen von Fabrik- bzw. Produktionsprozessen und deren rationellen Umsetzung sind.[1]

2.1 Der Fabrikplanungsprozess

Der Prozess der Fabrikplanung ist ein Prozess einer gedanklichen Vorwegnahme und Festlegung von zeitlich später statt findenden Aktivitäten und zu realisierenden Projektlösungen. Diese Aktivitäten und Projekte sind im Rahmen der Fabrikplanung mit zeitlichem Vorlauf hochwertig festzulegen. Die Fabrikplanung beinhaltet somit „vorausgedachte Produktion“.

In diesem Planungsprozess sind Kollisionen zwischen erforderlicher Planungstiefe, der Aussagekraft der verfügbaren Planungsdaten und Planungsvoraussetzungen und den sich im zeitlichen Ablauf verändernden Vorgaben und Bedingungen der Regelfall. Die praktische Planungstätigkeit von Unsicherheiten, Änderungen, Abschätzungen, Hochrechnung, Analysen, Korrekturen und Vergleichen ist in starkem Maße durch das Einbringen von Praxiserfahrung charakterisiert.

Der Fabrikplanungsprozess umfasst Lösungen von Problemstellungen der Planung, Realisierung und Inbetriebnahme von Fabriken. Dabei wird die Fabrik als Gesamtsystem betrachtet, welches durch die Gestaltungsergebnisse folgender Planungsfelder beschrieben wird:

- Standortplanung (Bestimmung von geeigneten Standorten)
- Generalbebauungsplanung (Entwicklung von Bebauungsplänen sowie die
Wahl und Anordnung von Raum- und Gebäudesystemen)
- Fabrikstrukturplanung (Umsetzung und Realisierung von Produktions- und

Logistikprozessen innerhalb definierter Flächen- und Raumsystemen

einschließlich der erforderlichen Personal-/Organisationsplanung)[2]

2.1.1 Anforderungen an den Fabrikplanungsprozess

Ein Fabrikplanungskonzept bildet in der konkreten Gestaltung diese Planungsfelder ab. Dieses Fabrikplanungskonzept unterliegt Zielsetzungen, die in drei wesentliche Zielfelder zusammengefasst werden können.

- Sicherung einer hohen Wirtschaftlichkeit der Fabrik

(z.B. minimale Durchlaufzeit und Bestände, Vermeidung von nicht wertschöpfenden

Tätigkeiten, bestmögliche Nutzung von Ausrüstung, Fläche, Räumen und Personal)

- Sicherung einer hohen Flexibilität und Variabilität der Fabrik

(z.B. flexible Ausrüstungen, Abläufe und Raumstrukturen, Sicherung der

Fähigkeit zur Anpassung an marktbedingte Absatzschwankungen)

- Sicherung einer hohen Attraktivität der Fabrik

(z.B. in Form von motivierenden, humanen Arbeits-, Entlohnungs- und

Sozialbedingungen, durch Erfüllung von ökologischen Kriterien)

Die folgende Abbildung zeigt, dass das Fabrikkonzept maßgeblich vom zu gestaltenden Produktionsprozess bestimmt wird, dieser wiederum durch das zu realisierende Produktionsprogramm als Ergebnis aktiver Absatztätigkeiten des Unternehmens bestimmt wird.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Planungsbedingungen und Zielfelder der Fabrikplanung (Quelle: Grundig, Fabrikplanung, S.11)

2.2 Marktcharakteristische Entwicklungen für die Fabrikplanung

Die Kerngrundlage der Fabrikplanung bildet das zu produzierende Produktionsprogramm, welches folgenden Tendenzen unterliegt:

- Steigende Variantenvielfalt und somit steigende Komplexität
- Sinkende Produktlebenszyklen
- Sinkende Stückzahlgrößen
- Kurzzeitige Produktwechsel
- Steigende Sortimentsbreiten
- Kurze Lieferzeiten
- Verkürzung der Innovationszyklen
- Schnellere Planungszyklen
- Dezentralisierung der Produktionsstandorte

Die Qualität der Prognose des kurz-, mittel-, bzw. langfristigen zu erwartenden Produktionsprogramms wird somit ein immer bedeutenderes Qualitätsmerkmal eines fundierten Fabrikplanungsprozesses. Diese Entwicklung zeigt die Anforderung und damit verbundenen Risiken an einen zukunftsbezogenen Planungsprozess der Fabrikplanung. Weitere Merkmale des Fabrikplanungsprozesses sind die Vielzahl variabler Eingangsinformationen, die oftmals nur unscharfe Aussagen beispielsweise über Kapazitäten, Flächen, Kosten und andere ermöglichen[4].

2.3 Aufgaben der Fabrikplanung

Die Aufgaben der Fabrikplanung besitzen grundsätzlich einen interdisziplinären Charakter. Dieser interdisziplinäre Charakter beruht auf der hohen Komplexität und der Verschiedenartigkeit der für den Planungsprozess benötigten Fachdisziplinen. Daher ist von Beginn an eine stark teamorientierte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Disziplinen durch das Management zu praktizieren. Abhängig von der Aufgabenstellung sind z.B. in das Planungsteam mit einzubeziehen:

- Mitarbeiter der Arbeitsvorbereitung
- Mitarbeiter der Organisationsbereiche
- Mitarbeiter der kaufmännischen Bereiche
- Bauingenieure/Architekten
- Spezialisten für Sondergewerke
- Spezialisten für Planungs- und Entscheidungstechniken

Fabrikplanungsaufgaben besitzen in der Regel Merkmale von Projekten, welche gekennzeichnet sind durch:

- Einmaligkeit der Aufgabenstellung
- Projektmanagement
- zeitliche Begrenzung
- projektbezogenes Budget

Fabrikplanungsobjekte entsprechen demzufolge den typischen Gesetzmäßigkeiten des Projektmanagements. Zu den wesentlichen Aufgaben des Managements gehören:

- Erarbeitung von Aufgabenstellungen, Konzepten, Studien, Projekten
- Sicherung der Entscheidungsfindung
- Ausführungsplanung des Realisierungsablaufs
- Projektrealisierung einschließlich der Inbetriebnahme- und Übergabeszenarien

Der Fabrikplanungsprozess stellt aus methodischer Sicht einen Transformationsprozess dar. Bei diesem Transformationsprozess werden Eingangsdaten z.B. durch die Anwendung von Berechnungsformeln, Vorschriften, oder je nach Aufgabenstellung in Zwischen- und Endergebnisse und damit in Ausgangsdaten transformiert. Diese Transformation verläuft in der Regel von Groben zum Feinen sowie stufenweise innerhalb von abgrenzbaren Teilschritten. Hier können bei der systematischen Abarbeitung auch einzelne Teilschritte iterativ durchlaufen werden.[5]

2.4 Phasen der Fabrikplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2 Systematischer Rahmenablauf und Planungsinhalte von Fabrikplanungsaufgaben (Quelle: Grundig, Fabrikplanung, S.41)

3 Risikomanagement

3.1 Risikodefinition

„Risiko resultiert ursachenbezogen aus der Unsicherheit zukünftiger Ereignisse – wobei dies regelmäßig mit einem unvollständigen Informationsstand einhergeht – und schlägt sich wirkungsbezogen in einer negativen Abweichung von einer festgelegten Zielgröße nieder.“[6]

3.2 Arten des Risikos

- Produktrisiken

Das Produktrisiko ist das Risiko, das in fehlenden oder fehlerhaften Eigenschaften des Produkts und somit im Output des Projekt-Prozesses begründet ist. Beispiel für Produktrisiken sind Risiken der Produktqualität, fehlerhafter Funktionen oder zeitaufwendige Fehlerbehebung.

- Projektrisiken

Im Gegensatz zu Produktrisiken sind Projektrisiken unmittelbar der Einflusssphäre des Projektmanagements zuzurechnen. Diese Projektrisiken werden in der Praxis weiter kategorisiert. Man unterscheidet demnach folgende Risikotypen in Projekten:

- Risiken aus Organisation (innerhalb der das Projekt verläuft)
- fehlende Management-Unterstützung
- Änderung des Projektziels
- Finanzielle Risiken

- Risiken aus dem Projekt
- Terminrisiken
- Kostenrisiken
- Qualitätsrisiken
- Interpersonelle Risiken
- Technische Risiken

- Prozessrisiken

Wie bereits erwähnt ist es die Aufgabe des Projektmanagements die Projektaufgabe zu erfassen, zu strukturieren und in einen entsprechenden logischen Ablauf/Reihenfolge zu bringen. Folglich den Prozess für die Projektbearbeitung zu definieren. Dabei muss der Prozess so gestaltet sein, dass er eventuelle Fehlerentwicklungen abdecken kann. Dies ist besonders bei Projekten mit hohem Neuigkeitsgrad und dadurch mit hoher Komplexität schwierig.[7]

3.3 Regelkreis des Risikomanagements

Leider ist es unmöglich, alle Risiken auszuschalten, ebenso wäre es auch die stille Absage, Chancen zu nutzen, um daraus das Unternehmen weiter zu bringen. In erster Linie soll das Unternehmensziel die Wertsteigerung des Unternehmens sein. Ohne Risken aber auch keine Chancen. Daher sollten alle Risiken einer spezifischen Unternehmung erkannt, analysiert und bewertet werden. Risiken müssen in einem Unternehmen also von allen Mitarbeitern mit offenen Augen wahrgenommen werden. Diese müssen zentral in einem Risiko-Wissensmanagement-System gespeichert und mittels eines Regelkreises bewertet werden. Dabei ist der Umgang mit Risiken als Zyklus zu bewerten, der signalisieren soll, dass Risiko kein eindimensionales Problem ist, welches man nach erfolgreicher Handhabung „abhaken“ kann. Viel mehr ist es ein ständiger Prozess, der genutzt werden sollte, um Chancen zu erkennen oder Gründe unternehmerischer Tätigkeit zu hinterfragen. Hier spielen insbesondere Interdependenzen (Wechselwirkungen) eine Rolle, die bei Beheben eines Problems wiederum andere Risiken beeinflussen.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Regelkreis des Risikomanagements (Eigenerstellung)

[...]


[1] Vgl. Grundig, Fabrikplanung, S. 9ff.

[2] Vgl. Grundig, Fabrikplanung, S. 9 ff.

[3] Vgl. Grundig, Fabrikplanung, S. 10 ff.

[4] Vgl. Grundig, Fabrikplanung, S.10 ff.

[5] Vgl. Grundig, Fabrikplanung, S.16 ff.

[6] Vgl. Schulte, Risikopolitik in Kreditinstituten, S.12

[7] Vgl. Pastors, Risiken des Unternehmens, S. 423 ff.

[8] Vgl. Biermann, Modernes Risikomanagement in Banken, S. 10 ff.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Das Management von Risiken in der Planung von Fabriken
Hochschule
Hochschule Pforzheim
Veranstaltung
Produktion II
Note
sehr gut
Autoren
Jahr
2005
Seiten
36
Katalognummer
V36495
ISBN (eBook)
9783638361026
Dateigröße
722 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Projektarbeit zum Thema Risikomanagement in der Fabrikplanung
Schlagworte
Management, Risiken, Planung, Fabriken, Produktion
Arbeit zitieren
Daniel Fies (Autor)Jens König (Autor), 2005, Das Management von Risiken in der Planung von Fabriken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36495

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